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Giessener Zeitung
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Amts- u. Vereinsnachrichten
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Telephon Nr. 1362.
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Reklamezeile
Samstag, den 16. Juni 1925.
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Nr. 72.
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Eine Tagung des hessischen Mieterverbandes| statt Säuser zu bauen, 3½ Millionen Goldmark an die Trianon
fand am 14. Juni in Darmstadt statt. Wenn wir hiervon Notiz nehmen, so geschieht es, um unsere Leser bekannt zu machen mit dem Geiste, der in den auf der Tagung gehaltenen Reden zum Ausdruck fam. Zu der Tagung hatten Vertreter entsandt alle politischen Parteien einschließlich der Kommunisten und einige Stadtverwaltungen. Schmerzlich berührt waren die Versammlungsleiter von dem Nichterscheinen der hessischen Regierung, wo man so schön Gelegenheit gehabt hätte, so ganz unter sich die Regierung ein bischen einzuwickeln. Nach Mitteilung des Mainzer Mietervereinsvorsitzenden ist das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft für die Mieter unzugänglich und segelt ganz im Fahrwasser der Hausbesitzer(!). Wer hätte das dem ollen, ehrlichen Minister Raab jemals zugetraut, daß er in das Lager der Hausbesizer übergehen würde? Das kommt aber sicherlich daher, daß der Herr Minister Raab selber Hausbesitzer ist und er im Laufe der Zeit eingesehen hat, auf welcher Seite das Recht ist. Man sieht aber, welche Wirkungen es auf die„ Volksseele" ausübt, wenn ein Minister sich unterfängt, ohne Genehmigung des Mietervereins nach 4 Monaten die Miete um 10 Prozent zu erhöhen. Die Häuptlinge im Mieterlager bemalen sich dann gleich mit den Kriegsfarben und sagen blutige Fehde an. Wir glauben ja nicht an den Ernst dieser Kampfansage, denn man weiß auf jener Seite ganz genau, was man an dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat, aber man muß ,, man so tun."
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Filmgesellschaft auf Nimmerwiedersehen gegeben hat, wurde schamhaft verschwiegen. Der Redner holte den alten Ladenhüter seines Vorredners hervor, wonach der Hausbesizer heute mit dem Hause ein besseres Geschäft macht als vor dem Krieg. Die Behauptung wird dadurch nicht wahrer, wenn sie auch zur Abwechselung von einem anderen Redner aufgestellt wird.
Für die Stadt Mainz sprach Herr Dr. Falk, der sich damit einen guten Abgang zu verschaffen wußte, daß er die bei den Hausbesitzerns längst bekannte Tatsache feststellte, daß er stets die Interessen der Mieter vertreten habe. Damit hat Herr Falk zweifellos seinen Befähigungsnachweis erbracht.
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Für die Stadt Darmstadt und die Deutschnationale Volkspartei sprach Herr Stadtverordneter Kleinert. Es ist das derselbe Herr Kleinert, dem als Vorsitzenden des Mietervereins vor kurzer Zeit der Stuhl vor die Tür gestellt wurde. Die Ehre, für die Stadtverwaltung und eine Partei sprechen zu dürfen, hat ihn scheinbar das persönlich Kränkende, das in der Handlung des Mietervereins liegt, vergessen lassen, oder er hat eingesehen, daß der Mierterverein recht gehandelt hat. Nach seinen Ausführungen besteht bei der deutschnationalen Partei ein Wohnungsausschuß, dem auch der Redner gebrauchte den Ausdruck als Milderungsgrund, allerdings gemäßigte Hausbesizer" angehören. Es sind das gewiß persönlich von Herrn Kleinert ausgesuchte Exemplare. Rößler Nauheim konstatierte, daß in seiner Gemeinde Wohnungen leerstehen, weil man die Miete nicht zahlen könne. Für manche sei der Hausbesitzer ein Göze, dem man Opfer bringen müsse. Mann- Gießen: Bis heute haben wir noch fein planmäßiges Verhältnis, deshalb die Teuerung der Materialien. In einigen Wochen soll alles gemacht werden und in den übrigen Monaten ist Arbeitslosigkeit im Baugewerbe. Sparsame Technik ist nötig, aber es wird meist nach der alten Weise fortgewurstelt. Rechtsanwalt Hom ber= ger- Gießen: Das Wirtschaftsamt hat sich keine Lorbeeren errungen, aber es ist mit viel Buxbaum versehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch gilt immer noch, und der Hausbesizer ist verpflichtet, die Reparaturen machen zu lassen; das hat nichts mit den Prozenten zu tun, die er aus der Miete erhält. Dr. Völ fer Offenbach spricht recht temperamentvoll. Auch der juristi
Herr Wolf Mainz sprach für den Flachbau, was ganz natürlich ist, da man ja von dem Geld der Hausbesitzer sich allen möglichen Luxus erlauben kann. Er stellte die Wohndichte in den Häusern der Großstädte einander gegenüber, z. B. Rotterdam mit 10,6, Breslau mit 54, Berlin gar mit 76 Personen. Das ist sogar der Hessischen Landeszeitung" zu einseitig, denn sie bemerkt dazu, daß dieser Vergleich hinkt denn es komme doch auf die Größe des Hauses an. In einem Berliner Haus mit 2 oder 3 Eingängen fönnen 76 Personen viel weniger dicht wohnen als 10,6 Personen in einem kleinen Haus in Rotterdam. Der Redner hat weiter die Entdeckung gemacht, daß an der deutschen Uneinigkeit die Wohnungsverhältnisse schuld seien. Wir behaupten, daß an der deutschen Uneinigkeit zu einem großen Teil die Leiter der Mietervereine die Schuld tragen. Es wurde noch mitgeteilt, daß der Sparerbund Anschluß bei den ti Mietervereinen suche. Man könne mit diesem Bund eine Strecke Weges zusammengehen( vermutlich bis dahin, wo die Mieter til die Zinsen der aufzuwertenden Hypotheken aufbringen sollen).
Die Ausführungen des folgenden Redners bewegten sich in den alten, ausgetretenen Geleisen. Neues wurde nicht zu Tage gefördert. Freie Wirtschaft und Zwangswirtschaft sind nach seiner Ansicht Schlagworte. Die Mieter sollen sich mehr um den Grundbesitz kümmern, d. h. nicht um die Verluste, sondern um die Gewinne; sie sollen Genossenschaften zur Herstellung von Häusern bilden. Das man in Berlin mit Erwerbslosengeldern
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MONNA VANNA
and imgelben Gewande DIE SZIGARETTE
ADLER- COMPAGNIE A.G.DRESDEN


