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Karren, hatte bald heraus, von welchem Torweg er ausfuhr, und schob ihn immer mit gleicher Lust bis an den Markt. Manch­mal freilich zog er auch neben dem Mädchen an der Deichsel. Wenn er tagsüber, was zuweilen vorkam, über den Platz ging, so lachten ihn Griets Augen, die ebenso blank und schwarz waren wie die seinigen, bedeutungsvoll an. Sie war ein wenig älter als er, gerade genug, um sich ihm gegenüber ein wenig mütterlich zu fühlen. Sie verschaffte ihm auch bei einem Verwandten un­ten am Bollwerk im. ,, Blauen Hecht" eine Lehrstelle, und viel­leicht spann sie, wie Weiber so sind, allerlei holde Pläne dabei. Weshalb auch nicht? Jan würde ein tüchtiger Weinküfer wer­den, und eines Tages machte man dann zusammen eine kleine Wirtschaft auf.

Aber dem kleinen Jan behagte das Leben im Weinkeller nur eine Zeit lang ausnehmend. Dann wurde es ihm gleich­gültig, und schließlich steckte er seine unruhige Nase wieder ver­langend dem Wind entgegen, der aus allen Weltgegenden weht. Dabei dachte er: Um Schankknecht zu werden, hätte ich aus Büttgen auch nicht weglaufen brauchen." Außerdem war er inzwischen achtzehn Jahr alt geworden, und der Durst nach Ferne und Taten plagte ihn immer unausstehlicher. Griet spürte wohl, wie es in ihm geheimnisvoll rumorte, und sie ver­suchte durch kleine, billige Zärtlichkeiten seine Gedanken an eine nahe und körperhafte Wirklichkeit zu binden, die doch, wie der Spiegel ihr jeden Sonntagmorgen versicherte, durchaus ansehn­lich war. Aber Jan riß sich jedesmal ungnädig los und lief, anstatt einer gewissen Schürze, lieber dem Schall genagelter Reiterstiefel und rasselnder Degen nach. Denn ein Reiter zu sein erschien ihm über die Maßen herrlich. Welch ein Leben führte doch so ein Eisenfresser! Aber wo Jan sich als Rekrut anbot, sah man ihn nur von Kopf bis zu Füßen an und hieß ihn gering­schäzig wieder gehen. Nun erwachte sein Troh, er machte den Nacken steif und verschwor sich, nun gerade und durchaus ein Reiter zu werden.

Seinen sauer verdienten Lohn trug er heimlich zu einem welschen Fechtmeister, und da er rasch von Entschluß und drauf­gängerisch war und einen langen starken Arm hatte, ging er mit dem Degen bald um wie ein Veteran. Und als er eines Abends nach Hause ging, bekam er, mit seinem Eisen unter dem Arm vielleicht nicht ganz ungewollt, Händel mit zwei Dragonern, die der Wein auch mutig gemacht hatte. Er setzte den schim­pfenden Kriegsgurgeln mit seiner Kunst so sehr zu, daß sie sich nur mit Mühe der feinen und heftigen Angriffe erwehren konn­ten. Plötzlich schlug ihm von hinten jemand den Degen aus der Hand und rief: Tausendteufel! Was ist das für eine giftige kleine Kröte? Kerl, du machst mir ja meinen guten Dragoner

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zuschanden! Ihr aber", fuhr er zu den Soldaten fort, die ihn als ihren Rittmeister erkannten und steif Habt acht standen ,,, ihr aber sollet euch schämen, von einem Handwerksgesellen euch in die Enge treiben zu lassen! Es ist eine Schande für euch!"- ,, Herr", sagte Jan, und reckte sich möglichst gewichtig auf, ,, wäre es auch eine Schande, wenn ihnen ein Kamerad so zugesetzt hätte?" ,, Nein", erwiederte der Rittmeister, dann nicht." Herr", fuhr Jan fort, gebt mich ihnen zum Kameraden, dann trinken wir eins zusammen, und alles ist gut!" Der Offizier lachte und rief: Kerl, du hast einen guten Fürsprecher, das ist dein Degen. Komm morgen in mein Quartier, und du sollst ein Dragoner sein."

Nun verging nicht mehr lange Zeit, bis Jan auf einem hohen Rosse saß. Eines Tages ging er in der neuen Montur auf den Markt, wo Griet, als sie ihn so erblickte, vor Schrecken beinah rücklings über ihre Kohlhäupter gefallen wäre: Griet", jagte Jan ,,, heute abend rücken wir aus. Es gibt Krieg. Wie ist es nun, willst du mit mir ziehen? Du sollst sehen ich bringe es zu etwas, und eines Tages bist du Frau Obrist oder auch Frau General!" Ach Jan", erwiederte die Jungfer, das ist mir zu unsicher. Also du willst nicht?" sagte der Dragoner und klirrte mit den Pfundsporen. Na, dann ade!"

Und er ging davon, indem er seinen Degen kriegerisch nach­schleppen ließ...

Literarisches.

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Dreizig Jahre Bantbeamten- Zeitung. Das amtliche Haupt­organ des Deutschen Bankbcamten- Vereins, die Bankbeamten­Zeitung", fann jetzt auf ein dreißigjähriges Bestehen zurüd­blicken. Die drei Jahrzehnte der Bankbeamten- Zeitung spiegeln den sozialen und wirtschaftlichen Kampf der Bankbeamten wider. Schriftleiter ist seit 1903 der Vereinsvorsitzende Fürstenberg.

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In Westermanns Monatsheften, März 1925,( je Heft 2 M), wird der vergessene deutsche Maler Albert Brendel, der in der Mitte des vorigen Jahrhunderts nahezu vier Jahrzehnte ernsthaft geschafft hat, in einem eingehenden Aufsatz von Walther Unus gewürdigt.

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Die Lustigen Blätter, deren Nr. 5 uns vorliegt, erbringen von neuem den Beweis, daß Wiz, Grazie, Humor und Esprit auch einer deutschen Zeitschrift eigen sein können. Graziöse Bil­der von Bato, Ehrenberger, Gestwicki und Heiligenstaedt wech­seln in bunter Reihe mit treffsicheren humoristischen Zeichnungen nungen und Karikaturen von Petersen.

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