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druck nicht verfehlen. Dieser bewußten oder unbewußten Jr­reführung des Publikums muß entgegengewirkt werden. Ein Reichstagsabgeordneter sollte es sich zweimal überlegen, bis er derartige Milchmädchenrechnungen, die einer sachlichen Prü­fung nicht standhalten, der Deffentlichkeit unterbreitet, auch selbst wenn eine derartige Veröffentlichung unrichtiger Zahlen im Interesse der sozialdemokratischen Partei liegt. Die Arbei­terhausbesizer sollten Herrn Dr. Quessel einmal klar machen, was bei der heutigen Mietpreispolitik für den Hausbesitzer herauskommt.

Die Hausbesitzer haben allen Grund sich gegen die soz. Theorie zu wenden, die lediglich Agitationszwecken gegen die Hausbesitzer dient und Herrn Dr. Quessel, den ich in wieder­holten Auslassungen als verständigen Sozialdemokraten kennen gelernt habe, und dem ja die Not des Hausbesizes selbst nicht ganz unbekannt sein dürfte, sollte es sich überlegen, ehe er der= art tendenziös entstellte Abhandlungen mit seinem Namen deckt.

Im Uebrigen ist die Quessel'sche Abrechnung für uns recht wertvoll, denn in Zukunft werden wir uns auf ihn berufen können. 6. Ziegler.

Aus dem hessischen Landtag.

Der Abgeordnete Haury hat im Landtag folgende Anfrage an die Hessische Regierung gerichtet:

Darmstadt, den 2. Juli 1925.

Anfrage der Erhöhung der Sondersteuer

vom bebauten Grundbesitz betreffend.

Durch Verordnung des Gesamtministeriums vom 27. Juni 1925 ist die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz von 60 auf 80 Pfg. pro Hundert Mark Steuerwert, also um rd. 33%, er­höht worden. Bei allen Verhandlungen mit der Regierung, die wegen Erhöhung der Miete gepflogen wurden, wurde seitens der Regierungsvertreter geltend gemacht, daß höhere Mieten nicht tragbar seien. Dem Vernehmen nach soll die in Frage stehende Steuererhöhung durch eine Heraufsetzung des Miet­sages ausgeglichen werden. Der Mehrertrag an Steuer soll an­geblich für Neubauzwecke Verwendung finden. Jm vorigen Jahr soll jedoch bereits das tatsächliche Aufkommen an Sonder­steuer den Voranschlag um mehrere Millionen Mark überschrit­ten haben, ein Beweis dafür, daß die Steuersäge bereits im Vorjahr stark übersetzt worden sind. Es wäre Gelegenheit ge­boten gewesen durch Verwendung dieses Mehrerträgnisses zu Neubauzwecken eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt herbeizuführen.

Es sollte laut Zusage der Regierung auch ein bestimmter Betrag für Darlehnszwecke zur Instandsetzung von Althäusern zur Verfügung gestellt werden. Bis heute ist in dieser Bezie hung noch nichts geschehen, obwohl ein dringendes Bedürfnis hierfür besteht.

Ich frage daher an:

1. Wie hoch sollte das Aufkommen an Sondersteuer im Steuerjahr 1924/25 nach dem Voranschlag sein und wie hoch war es tatsächlich?

2. Welcher Betrag sollte nach dem Voranschlag für Neu­bauzwecke verwandt werden und welcher Betrag ist tat­sächlich hierfür verwandt worden?

3. Was ist mit dem übrigen Teil des Mehraufkommens ge= schehen?

4. Würde der Mehrertrag an Steuern gegenüber dem Vor­anschlag 1924/25, wenn er zum Bauen Verwendung fin­den würde, nicht die neue Steuererhöhung unnötig machen? Wie hoch wird das Mehraufkommen durch die Erhöhung veranschlagt?

5. Welchem Zwecke soll die Erhöhung der Sondersteuer dienen?

6. Bis zu welchem Zeitpunkt wird der bereits im Septem­ber 1924 zugesagte Betrag für Darlehnszwecke zur Er­haltung von Althäusern zur Verfügung gestellt, in wel­cher Höhe und zu welchen Bedingungen?

7. Erachtet die Regierung die neue Belastung durch die er­höhte Sondersteuer für tragbar?

8. Jst der Regierung bekannt, daß auch die Gemeinden so­wohl die Sondersteuern als auch die Grundsteuern er­höhen wollen und erachtet sie auch diese Erhöhungen für tragbar?

9. Ist der Regierung bekannt, daß infolge einer Ueber­teuerung auf dem Baumarkt in Höhe von 110% die bis jetzt in der Miete festgesetzten 22% für Instandsezungs­zuschläge zur Instandhaltung der Häuser und Woh­nungen nicht mehr ausreichen? Jst sie gewillt, der Notwendigkeit einer den wirklichen Verhältnissen an­gepaßten Erhöhung dieser Zuschläge Rechnung zu tragen und erachtet sie auch diese Erhöhung für tragbar?

Hessen und die Frankfurter Messen.

Ein Blick auf die Karte Deutschlands genügt, um sich zu überzeugen, daß Frankfurt für die Gebietsteile Hessens die Rolle eines Gelenkpunktes zukommt. Es ist denn auch oft genug fest­zustellen, daß hessische Vertreter der verschiedensten Interessen in der Mainmetropole zu Tagungen sich treffen. Die neubeleb­ten Frankfurter Internationalen Messen haben aus Hessen eine ausgezeichnete Beschichtung aufzuweisen und erfreuen sich auch in der hessischen Einkäuferschaft wachsenden Vertrauens. Erweist sich die georgraphische Lage Frankfurts für den gesamten euro­päischen Westen als außerordentlich zentral, so im besonderen für die hessischen Lande. Das wirft sich natürlich auch auf ihren Großmärkten aus.

Nach Angaben aus dem Handbuch für die vergangene außer= ordentlich erfolgreich verlaufene Frühjahrsmesse waren aus fol= genden Städten und Orten Aussteller an der Messe beteiligt:

Alsfeld, Alzey, Arheiligen, Auerbach, Bensheim, Bickenbach. Bingen, Brenzbach, Butzbach, Dalsheim, Darmstadt, Dieburg, Dietesheim, Dudenhofen, Eberstadt, Eppertshausen, Erbach, Friedberg, Gießen, Gonsenheim, Groß- Bieberau, Groß- Gerau, Groß- Steinheim, Groß- Umstadt, Groß- Zimmern, Großen- Bused, Heppenheim, Heusenstamm, Kirch- Brombach, Lämmerspiel, Langen, Lauterbach, Mainz, Michelstadt i. Odw., Mühlheim a. M., Neckarsteinach, Neu- Isenburg, Nieder- Erlenbach, Nieder­Ramstadt, Offenbach, Bieber, Osthofen, Raunheim, Rüsselsheim, Sprendlingen, Unter- Waldmichelbach, Worms a. Rh.

Am stärksten vertreten ist Offenbach mit rund 80 Firmen ( darf daran erinnert werden daß eines der großen Ausstellungs­häuser der Frankfurter Messeanlage den Namen Haus Offen= bach" führt), es folgen dann jeweils mit größeren Kondigenten an Ausstellern Darmstadt, Mainz, Neu- Isenburg, Worms a. Rh. usm.

Nach den Branchen gesondert, sind so gut wie alle Er­zeugungsgruppen vertreten, nämlich Textilien aller Art, Leder­waren, Schuhe, Haushaltungsgegenstände, Bürsten, Besen, Pinsel, Korbwaren, Defen, Möbel, Beleuchtungsartikel, tech­nische Apparate, Maschinen, elektrische Fabrikate, Lebensmittel, Tabake, Zigaretten, Kunstgewerbe, Bücher, Bürobedarf, Parfü­merien, Radio- Apparate, chemische Erzeugnisse, Galanterie­waren, Bijouteriewaren, Sportbedarf usw.

In diesem Zusammenhang darf genau hingewiesen werden, daß nach den vorliegenden Anmeldungen auch die Herbstmesse vom 4.- 7. Oktober mit einer starken Beteiligung hessischer Fabriken und Werkstätten rechnen kann. Die Verbindungen aus Hessen nach Frankfurt sind zum Teil wesentlich verbessert wor­den. Das Messeamt selbst sorgt für Reisevergünstigungen ver­schiedenster Art. Andererseits ermöglicht die Einrichtung eines modernen Verkehrsbüros, wie es vom Messeamt im Hauptbahn­hof( Reisedienst) unterhalten wird, auch die Aufrechterhaltungen guter Beziehungen in den Zeiten, in denen keine Messen statt­finden. Der Reisedienst" erteilt über alle Reise- und Ver­tehrsfragen bereitwilligst Auskunft.

Der Heuschnupfen.

Von Dr. med. Hoffa, Wilmersdorf.

Wir alle wissen, daß es Tiere gibt, die sich zur Winterszeit in dem warmen Dunkel der Erde vergraben, um erst zu Beginn der wärmeren Jahreszeit aus diesem Winterschlafe wieder aufzu

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