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Giessener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

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( Giessener Cageblatt)

Amts- u. Vereinsnachrichten

Bezugspreis:

60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Str. 1362.

38. Jahrg.

Expedition: Südanlage 21.

Redaktion, Druck und Verlag:

Albin Klein in Gießen, Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

Anzeigenpreise:

30 mm brette Petitzelle, Auswärts 30 Goldpfg

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Reklamezeile

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Dienstag, den 7. Juli 1925.

Wirtschaftliche Rundschau.

( Zusammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.) Allgemeine Lage. Die deutsche Wirtschaft steht nach wie vor in einer außerordentlich schweren Krise, die eher noch zu als abnimmt. Die Zahl der unbefriedigten Geschäftsabschlüsse in den verschiedenen Wirtschaftszweigen hat in der letzten Zeit einen geradezu erschreckenden Umfang angenommen. Der Grund für die Erträgnislosigkeit dürfte in den untragbaren Steuer­lasten zu suchen sein. Bei Fortdauer dieser Steuerpolitik und bei Anhalten der schweren Kreditnot und der hohen Zinsbe­lastungen muß eine Erholung der Wirtschaft als ausgeschlossen angesehen werden. Das hervorstechenste Merkmal der Bilanzen ist die Tatsache, daß die Steuern. in den meisten Fällen den aus­gewiesenen Reingewinn oft um das vielfache übersteigen. Die Gewinnzahlung muß dann auf Kosten der Substanz erfolgen.

Geldmarkt. Die schwache Haltung der Börse gibt einen deutlichen Anhaltspunkt für die mißliche Lage der deutschen Wirtschaft. Der Börse fehlt es weiterhin an besonderer An­regung. Die Umsagtätigkeit bleibt engbegrenzt. Die bisweilen starken Kursverluste müssen als Zeichen mangelnden Vertrauens in die weitere Entwicklung der Verhältnisse der deutschen Wirt­schaft bewertet werden. Zur Zurückhaltung der Börse trugen sehr viel auch die innerpolitischen Sorgen, der Kampf um die Zoll und die Steuerfragen bei. Dagegen findet die außen­politische Lage jetzt eine ruhigere Beurteilung. In den Kreisen der Großbanken hält man die Kurse für reichlich unterwertet und glaubt im Falle einer weiteren außenpolitischen Beruhigung an eine langsame Konsolitierung der Börsenverhältnisse.

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Handel, Gewerbe und Industrie. Der deutsche Außenhandel weist im Monat Mai eine Passivität der Handelsbilanz von 266 Mill. Mark gegen 337 Mill. Mark im Vormonat auf. Die reine Wareneinfuhr zeigt eine geringfügige Abnahme, die reine Warenausfuhr dagegen eine Steigerung, die sich auf Rohstoffe ,. halbfertige und fertige Ware erstreckt. Die Zeche Rhein­Preußen" in Dortmund ist gezwungen, am 15. Juli 2000 Ar­beiter zu entlassen und einen Teil der Betriebe stillzulegen. In der Schuhindustrie ist die Mehrzahl der Betriebe wieder gut beschäftigt. Durch die außerordentlich hohe Besteuerung ist der Verbrauch der deutschen Schaumweine um zirka 50 Prozent zurückgegangen. Ein weiterer Produktionsrückgang würde die Entlassung von vielen Arbeitern und Angestellten zur Folge haben. Die deutsche Eiseneinfuhr nach England erreichte in den ersten 4 Monaten ds. Js. nur rund 40 Prozent der Einfuhr vom Januar- April 1924. Deutschland steht in der Betei­ligung an der argentinischen Einfuhr an dritter Stelle. An erster Stelle kommen Großbritannien, an zweiter die Vereinig­ten Staaten, hinter Deutschland Italien, Frankreich und Belgien. Kohlen. Mit Wirkung ab 1. Juli werden die Preise für mitteldeutsche Brifetts, soweit sie Hausbrandzwecken dienen, um 0,60 M je Tonne erhöht.

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Nr. 79.

Holzmarkt. Der Verlauf der jüngsten Nadelstammholzver­fäufe hat gezeigt, daß der Markt immer noch gut aufnahme­fähig ist, wenn auch von besonders lebhafter Nachfrage nicht die Rede sein konnie. Vom Papierholzmarkt wird verminder­tes Angebot bei gutem Kaufinteresse gemeldet. Am Nadelschnitt­warenmarkt ist das Geschäft unverändert still. Die Nachfrage wird als ruhig bezeichnet, auch die Bestellungen in Dimensions= ware lassen nach. Erzeugerseitig ist die Haltung im großen und ganzen fest. Nur hin und wieder zeigen sich infolge drückender Geldnot dringliche Angebote. Das Geschäft in ausländischen Nutzhölzern ist während der letzten Wochen durchweg ruhig ver­laufen, ohne einschneidende Aenderung der Gesamtlage.

Baumarkt. Die Erhebungen in den Ländern haben einen Fehlbetrag von 10-11 Wohnungen auf 1000 Einwohner er­geben. Auf das Reich ergibt sich ein Fehlbetrag von mindestens 600 000 Wohnungen. Daraus ergibt sich ein jährlicher Neubau­bedarf von mindestens 150 000 Wohnungen.

Warenmarkt. Der Kaliabsatz im Juli, der ursprünglich auf 550 000 Doppelzentner geschätzt wurde, soll sich nach neueren Feststellungen des Kalisyndikates auf 850 000 Doppelzentner er­höhen. Am Ledermarkt hält die bessere Nachfrage an. Die Umsätze wären noch größer, wenn nicht der allgemeine Geld­mangel das Geschäft so ungünstig beeinflussen würde.

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Probuftenmarkt. In Brotgetreide zeigte namentlich Roggen feste Tendenz. Das Geschäft in Brotgetreide war ziemlich leb­haft, da für Exportzwecke viel benötigt wurde. Gerste war ruhiger, doch kam es auch hier zu behaupteten Preisen zu Ab­schlüssen. Rauhfutter ist dagegen stark vernachlässigt. Heu alter Ernte wurde wenig gehandelt, da die Käufer in Erwartung einer neuen guten Grummeternte große Zurückhaltung beobachten. Die Nachfrage am Hopfenmarkt hat etwas nachgelassen und ist das Geschäft ruhiger geworden. Die Preise hielten sich so ziem= lich im bisherigen Rahmen.

Wichmarkt. Auf den Viehmärkten war der Geschäftsgang gegenüber der Vorwoche ziemlich unverändert ruhig. Die Preise waren nur ganz geringen Schwankungen unterworfen.

Verkehr. Seit Ende 1924 hält die Krise in der Rhein- und Mainschiffahrt unvermindert an. Die Aussichten auf Besse­

MONNA VANNA

imgelben Gewande DIE 58 ZIGARETTE

ADLER COMPAGNIE A.G. DRESDEN