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Ausstellung in Koburg.25. September bis 4. Oktober Zen­trallandwirtschaftsfest in München.

Ausland. Die Ernte in Ungarn verspricht mittelgroß zu werden. Rumänien meldet günstige Ernte- Aussichten. Jugo= slavien gewährt 30 Prozent Frachtnachlaß bei der Ausfuhr von inländischen Zucker. Aus Beßarabien wird eine Mißernte ge= meldet. Die Tschechoslowakei hat die Einfuhr von gleitenden Agrarzöllen beschlossen. Die Ernte- Aussichten in Rußland haben sich etwas gebessert. Der Flacherport aus Rußland ist bis auf weiteres eingestellt worden. Bulgarien hat seine

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Anbauflächen bedeutend vergrößert. Es bestehen berechtigte Hoffnungen auf eine gute diesjährige Ernte. Die Türkei hat ein Gesetz erlassen, welches zur Einführung des Zuckerrüben­baues und der Errichtung von Zuckerrübenfabriken außerge­wöhnliche Privilegien vorsieht. Italien hat seinen Zucker­rüben- Anbau um mehr als die Hälfte verringert. Estland hat die Zölle auf Weizen und Weizenmehl erhöht. Persien hat durch Gesez die Einfuhr von Zucker und Mehl monopolisiert. Die diesjährige Baumwollernte in Amerika darf als eine Refordernte angesehen werden.

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Aus dem Reichsverband des deutschen Handwerks.

Das Handwerk beim Reichspräsidenten.

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Der Reichspräsident v. Hindenburg hat am Mittwoch, den 17. Juni, Vertreter des deutschen Handwerks- und Gewerbe­kammertages und des Reichsverbandes des deutschen Handwerks empfangen. Vom deutschen Handwerks- und Gewerbekammer­tag war dessen Präsident Plate- Hannover und der General­sekretär Dr. Meusch, vom Reichsverband des deutschen Hand­werks der Vorsitzende Derlien und Generalsekretär Her= mann beteilig, außerdem als Vorsitzender der Handwerks­fammer Berlin Präsident Lubert. Im Namen der Ver­tretung des deutschen Handwerks sprach Präsident Plate neben dem Dank für die Gewährung des Empfangs die Glückwünsche zu der Amtsübernahme des Reichspräsidenten aus. Er knüpfte daran die Versicherung, daß das Handwerk mit Ernst und Eifer sich an den Arbeiten für die Gesundung der deutschen Wirtschaft beteiligen wolle und daß es an der Arbeit im eigenen Kreise des Handwerks nicht fehlen solle. Er sprach die Erwartung aus, daß bei den noch bedeutsamen politischen Entscheidungen, die gegenwärtig hinsichtlich der Zollgesetzgebung, hinsichtlich der Regelung des Kreditproblems und der Steuergesetzgebung zu erwarten sind, eine gerechte Abwägung der Bedürfnisse der ein­zelnen Berufsstände vorgenommen werden möge, sodaß kein Be­rufsstand auf Kosten des anderen bevorzugt oder benachteiligt werde. Er sprach das Vertrauen des Handwerks in die Gerech­tigkeit des Herrn Reichspräsidenten aus, der ja als Ehrenmeister des deutschen Handwerks wohl auch den Bedürfnissen dieses Standes Berücksichtigung verschaffen werde.

Der Herr Reichspräsident erwiderte auf die Ansprache des Herrn Plate, daß er es als seine Pflicht betrachtet habe, dem an ihn ergangenen Aufruf zur Uebernahme der Reichspräsiden­tenschaft zu entsprechen. Getreu dieser Pflicht wolle er auch sich mit den Sorgen und Nöten der deutschen Wirtschaft und des deutschen Handwerks vertraut machen, um zu seinem Teile für einen gerechten Ausgleich innerhalb der deutschen Wirtschaft zu jorgen.

In zwangloser Unterhaltung wurde sodann noch eine Reihe von Einzelfragen erörtert, u. a. die Frage der neuen Berufs= organisation für das Handwerk. Der Herr Reichspräsident gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß durch eine Zusammenarbeit zwischen Meistern und Gesellen im Handwerk die berufsständische Selbständigkeit des Handwerks wesentlich gestärkt werden könnte. Die Vertreter des Reichsverbandes gaben dann die Grundsäge bekannt, die für die Reichshandwerksordnung Geltung erhalten sollen. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, daß von einer paritätischen Besetzung der Fachverbände und der Handwerks= fammern fein Heil erwartet werden könne, sondern daß die Ver­einigungen der Meister und der Gesellen für sich getrennt blei­ben müßten, während in der Form von Gemeinschaftsausschüssen eine Verständigung über einzelne Teile der beruflichen Selbst­verwaltung wohl erzielt werden könnte. Erörtert wurde ferner die Frage der Lohnpolitik im Handwerk und die Preisgestaltung auf dem inneren Markte.

Nachdem der Herr Reichspräsident mit den erschienenen Herren noch einige persönliche Worte gewechselt hatte, war der Empfang beendet.

In der Vorstandssigung des deutschen Handwerks- und Ge­werbekammertages am 5. Juni in Hannover stand der Bericht über die derzeitige Wirtschaftslage im allgemeinen und über

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die Behandlung der besonderen Fragen des Handwerks durch die gesetzgebenden Körperschaften; außerdem wurde über die gegenwärtig vorliegende Steuergesetzgebung, über die neue Zoll­vorlage der Reichsregierung und über das Problem der Kredit: versorgung des gewerblichen Mittelstandes verhandelt.

Der Vorstand nahm weiter Kenntnis von einem vorläufigen Bericht über die Beratungen, die der gemeinsame Ausschuß für Berufspolitik des Kammertages und des Reichsverbandes in seiner Sizung vom 3. und 4. Juni zum neuen Entwurf einer Reichshandwerksordnung geführt hat. Mit Genehmigung des Reichswirtschaftsministers wird der Vorstand des Kammertages hierzu noch eingehend um schriftliches Gutachten ersucht werden.

Der Vorstand gab seine Zustimmung zu den Arbeiten, die die Geschäftsleitung in Verbindung mit dem Deutschen Buchs drucker- Verein zugunsten einer Lehrlingsordnung für das deutsche Buchdrudergewerbe geführt hat. Der Vorstand beschloß gleichzeitig, die sämtlichen deutschen Handwerks- und Gewerbe­fammern zu ersuchen, der vorgelegten Lehrlingsordnung ihre Zustimmung zu erteilen und sie auf Grund der Gewerbeordnung als Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesens für das Buchdruckergewerbe innerhalb ihrer Bezirke zu erlassen.

Vorstandssigung des Reichsverbandes.

Der Vorstand des Reichsverbandes des deutschen Handwerks ist am 17. Juni in Berlin zu einer Sigung zusammengetreten, um zu der Zolltarifvorlage der Reichsregierung grundsäglich Stellung zu nehmen.

Den Beratungen des Vorstandes war vorausgegangen eine Sigung des gemeinsamen Ausschusses für Finanz- und Steuer­politik beim Handwerks- und Gewerbekammertag und Reichs­verband des deutschen Handwerks.

Dieser Ausschuß hatte folgende Entschließung vorgelegt:

,, Es wird anerkannt, daß unter den gegebenen Verhält nissen ein gewisser Zollschutz zur Erhaltung und Förderung der Produktionskräfte der deutschen Volkswirtschaft not­wendig ist. Auch der Landwirtschaft muß zur Durchführung ihres Intensivierungsprogramms die Möglichkeit gegeben werden, ausreichende Preise für ihre Erzeugnisse zu erhal ten; als solche sind die Weltmarktpreise anzusehen. Die Landwirtschaft muß die von ihr in Aussicht gestellte Produktionssteigerung mit größtem Nachdruck so durchführen, daß der Bedarf des deutschen Volkes an landwirtschaftlichen Erzeugnissen möglichst gedeckt werden kann. Hierfür sind mäßige Schutzölle für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht zu vermeiden, solange dieses Ziel nicht mit anderen Mitteln zu erreichen ist. ono

Soweit das Handwerk vom Standpunkt seiner besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse aus zu einzelnen Positionen der Zolltarifvorlage bestimmte Wünsche geltend zu machen hat, werden diese der Reichsregierung und dem Reichstag übermittelt werden."

Der Vorstand des Reichsverbandes hat sich der Stellung nahme des Ausschusses für Finanz- und Steuerpolitik im wesent lichen angeschlossen. Er stimmt einem gewissen mäßigen Schutz­zoll für die Landwirtschaft unter den gegenwärtigen Verhält nissen grundsätzlich zu. Der Vorstand nahm außerdem Kennt nis von dem Ergebnis der Verhandlungen über die gleiche Frage im vorl. Reichswirtschaftsrat und beschloß, sich dieser Stellung

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