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nahme anzuschließen. Es wird in einer begründeten Eingabe an Reichsregierung und Reichstag der Antrag gestellt werden, daß die in der Regierungsvorlage vorgeschlagenen Getreidezölle eine wesentliche Abschwächung erfahren und zwar dahin, daß die im§ 5 angesezten Zollsätze von 3 M für Roggen, 3,50 M für Weizen, 2 M für Gerste und 3 M für Hafer nicht nur auf die Dauer eines Uebergangsjahres, sondern als autonome Sätze eingeführt werden sollen.
Die Eingabe an die Reichsregierung wird im Deutschen Handwerksblatt veröffentlicht werden.
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Zollvorlage und Aufwertungsgesetze.
Der gemeinsame Ausschuß des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages und des Reichsverbandes des deutschen Handwerks für Finanz- und Steuerpolitik hat sich in seiner Sigung am 16. und 17. Juni ds. Js. in Berlin mit dem Entwurf eines Gesetzes über Abänderungen von Zöllen( sog. kleine Zolltarifvorlage) und den beiden neuen Aufwertungsgesehentwürfen beschäftigt.
Die Zolltarifvorlage wurde in Gegenwart des Handwerksvertreters im Zolltarifausschuß des Reichswirtschaftsrats, der über die bisherige parlamentarische Behandlung des Gesetzentwurfs ausführlich berichtete, einer eingehenden Prüfung unterzogen. Insbesondere erörterte der Ausschuß die Bedeutung der Zollvorlage für die zukünftige Gestaltung der deutschen auswärtigen Handelsbeziehungen und die Auswirkung der geplanten Zollerhöhungen auf industrielle und landwirtschaftliche Erzeugnisse für die Wirtschaft des Handwerks. Des weiteren wurden die aus den verschiedenen Handwerkszweigen vorliegenden zahlreichen Anträge zu einzelnen Positionen der Zolltarifvorlage behandelt. Die grundsätzliche Stellungnahme des Ausschusses zu der Zolltarifvorlage sowie eine Reihe von Anträgen zu bestimmten Positionen wurden dem Vorstand des Reichsverbandes des deutschen Handwerks zur weiteren Veranlassung übermittelt.
In gleicher Weise wurden am zweiten Tage die beiden neuen Aufwertungsgesehentwürfe behandelt. Der Ausschuß legte seine Stellungnahme zu der Frage der Neuregelung der Aufwertung in folgender Entschließung fest:
,, Der Ausschuß hat die neuen Aufwertungsgeseze unter Anhörung eines Berichts des Mitgliedes des Aufwertungsausschusses des Reichstags, Herrn Tischlerobermeister Sil= Ter, beraten. Ohne im übrigen auf Einzelheiten einzugehen, hält der Ausschuß unter grundsätzlicher Wahrung des Standpunktes des Reichsverbandes des deutschen Handwerks eine Aufwertung bis zum Höchstsage von 20 Prozent für Ansprüche aus Vermögensanlagen der im§ 1 Abs. 2 Ziff. 1 bis 3 des Aufwertungsgesehentwurfs bezeichneten Art noch für tragbar.
Für den Ausschuß war hierbei die Erwägung maßgebend, daß eine jede Aufwertung
1. eine Belastung anderer Volksteile bedeutet,
2. notwendigerweise weitere volkswirtschaftliche bedenkliche Folgen hervorruft,
3. die Anleihefähigkeit des Reiches, der Länder und der Gemeinden beeinträchtigt."
Wir verweisen hierzu auf unseren Rundbericht Nr. 44 vom 26. Februar 1925.
3ur Jahrtausendfeier der deutschen Rheinlande.
Ich bin vor Jahren durch die Ruinen des von jenem furchtbaren Erdbeben zerstörten Messina geschritten. Da sah ich neben den Spuren der vernichteten Naturkräfte, neben den Trümmern und Ruinen bereits wieder das neue Leben, das sich regte, die unerschütterte Arbeitskraft des armen heimgesuchten Volkes und im vollsten Sinne des Dichterwortes blühte neues Leben aus den Ruinen. Aehnlich sehe ich die Dinge im Rheinlande. Trotzdem die Natur still und friedlich schlummert und die alte Schönheit und der alte Zauber über der wundersamen Landschaft liegt, noch immer rauscht der Rhein vor dem Loreleyfelsen, noch immer spiegelt sich im schönen Strom das heilige Köln und ragt
der Dom über die Stadt empor und grüßt den Strom, der freudig vorüberzieht und so ists von Schaffhausen bis zu jenen stillen weiten Gefilden, wo der Strom von deutschen Landen Abschied nimmt. Und so wars vor Jahrtausenden, so ist es heute. Die Natur steht fest, die alten Vulkane, die einst in der Eife. ihr unheimliches Wesen getrieben, sie sind längst zum Schweigen gekommen, es glüht und blüht am Rhein der ganze Zauber, wie er in den Liedern unserer Dichter wiederklingt. In der Tat, der Strom ist ein Bild deutschen Lebens! Und deutsches Leben hat sich an seinen Ufern abgespielt. Von seinem Ursprung an und in seinem Laufe durch das blaue Schwabenmeer, und da er sich jauchzend warf ,, vom hohen Felsgestein", wie Emanuel Geibel sagt, er fließt vorbei an dem Elsaß und an dem Münster Erwin von Steinbachs, in dessen Quadern einst Goethe seinen Namen eingegraben. Und gerade er hat uns vom Elsaß das schönste und rührendste Bild geboten und durch ihn, wie durch alles deutsche Leben, ist dieses Land für alle Zeiten mit uns verknüpft. Daran ändert kein Krieg und ändert keine Grenze etwas. Freilich, wenn wir dem Strom folgen, dann gemahnt uns genau wie Straßburg, Speyer mit seinem Dome an den bösen Nachbarn, dessen Haß und Uebermut nie zur Ruhe gekommen und der nur dann schwieg, wenn er mußte. Jezt schaut der alte Kaiserdom von Speyer ruhig in den Strom. Einst hat in ihm der Feind gewütet und hat die ehrwürdigen Gebeine der dort ruhenden deutschen Kaiser zerstreut und geschändet und er hat Macht gewonnen fernerhin und es gab eine Zeit, da sind die deutschen Reben unter französischer Obhut gereift. Aber jene Zeit ging vorüber und wenn Frankreich die sieben ägyptischen Plagen über unser Land und vor allem über unser Rheinland verhängt hat, sie zogen vorüber und wenn das Gewittergewölk schwand, dann schien der blaue Himmel über den deutschen Rhein und über die deutsch gebliebenen Rheinländer. Das Grenzland ist in gewissem Sinne die Probe auf das deutsche Land überhaupt. Es war flar, daß um diese Gefilde ein mächtiger Feind und ein mächti= ges in sich geschlossenes Staatswesen alle Kräfte einsetzte, um es zu gewinnen und um es zu haben. Es ist auch keine Frage, daß in den verhängnisvollsten Paragraphen des Versailler Diktates die Absicht verborgen liegt, die Hand auf den Rhein und die Rheinlande für alle Zeiten zu legen. Das sind alte Wünsche und alte Entwürfe, die immer auftauchen, wenn sich Deutschland schwach oder vom Unglück verfolgt erweist. Wir stehen wiederum in einer solchen Epoche. Nach ungeheuerer, fast über
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