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38. Jahrg. Donnerstag, den 2. Juli 1925.e Nr. 7677.

Landwirtschaftliche Umschau.

( Zusammenfassende Uebersicht über die Lage der deutschen Land­dwirtschaft.)

Allgemeine Lage. Die Lage der deutschen Landwirtschaft fonnte sich auch in der letzten Zeit nicht ändern. Die allgemeinen Hemmungen gegen eine Vermehrung der Produktion bestehen weiter. Die D. L. G.- Ausstellung in Stuttgart aber hat ge­zeigt, daß von der gesamten deutschen Landwirtschaft, sowohl vom Großgrundbesitzer als auch vom Kleinbauern mit zähem Fleiß daran gearbeitet wird, um auf jedem Gebiete, ob Ackerbau oder Viehzucht, das Höchste zu leisten, was geleistet werden kann. Der Wille ist beim kleinsten und beim größten Landwirt da, alles aufzubieten, um die Ernährung des deutschen Volkes aus eigener Produktion sicherzustellen. Um der deutschen Land­wirtschaft aber den Weg zu diesem Ziele zu ebnen, muß der Staat Helfer sein, und endlich mit einer vernünftigen Wirt­schafts- und Zollpolitik einsetzen. Wenn die deutsche Landwirt­schaft diesen staatlichen Schuh nicht erhält, dann wird das deut­sche Bolk auf die Gnade oder Ungnade des Auslandes in Be­zug auf seine Ernährung angewiesen bleiben. Die Kredit­aktion der Reichsregierung zur billigen Versorgung der Land­wirtschaft mit Maschinen ist in sehr starkem Umfang in An­spruch genommen worden, sie hat sogar über den Kreis der zunächst eingezogenen Maschinenfabriken hinaus den Absatz be= lebt.

Arbeitskalender. Das trockene Wetter hat die Heuernte, die in den meisten Gegenden zur Hälfte beendet ist, sehr begünstigt. Gegenwärtig müssen, soweit die Erntearbeiten es erlauben, auch die Pflegearbeiten der Hackfrüchte intensiv durchgeführt werden, wie überhaupt die Unkrautbekämpfung heuer mit allen Mitteln erfolgen muß. Klee- und Luzerne werden geerntet. Bei Regen­wetter werden noch Rübenpflanzen gesetzt. Die Vorbereitungen für die Rapsernte werden getroffen. Brachstücke werden ge= düngt und geackert.

Stand der Fluren. Die Heuernte befriedigt bis jetzt im allgemeinen sowohl qualitativ als auch quantitativ; das gleiche gilt für Klee und Luzerne. Roggen steht gut und hat nur dort gelagert, wo Platzregen niedergingen. Weizen steht fast über­all sehr üppig, vereinzelt kann man auch hier Lagerung beobach­ten. Bei Sommer getreide ist eine ganz außergew. starke Ver­unkrautung zu beobachten, die den Ertrag bedeutend herab­drücken wird. Die Trockenheit hat besonders dem Hafer ge­schadet. Das Auftreten von Schädlingen wird fast allgemein gemeldet. Die tierischen Feinde der Kulturgewächse aller Art haben unter dem Einfluß der für sie günstigen Witterung in den letzten Monaten in einer Weise überhand genommen, die über das normale Maß weit hinaus geht. So hat in den Hopfenanlagen die Blattlaus und in den Weinbergen der Heu­wurm bereits starke Verheerungen angerichtet. Die Rebenblüte fonnte unter günstigsten Aussichten erfolgen.

Produktenmarkt. Infolge der höheren Notierungen Ame­rifas haben die Preise an den deutschen Märkten etwas ange­zogen. Das Angebot an einheimischer Ware ist sehr gering. Bei den Verkäufen ist eine gewisse Vorsicht zu beobachten, da sie mit der Annahme des neuen Zollgesetzes rechnen. Am Heu- und Strohmarkt kann das Angebot die Nachfrage nicht befriedigen. Am Hopfenmarkt ist die Tendenz fest bei erhöhten Preisen. Die Bestände an alten Kartoffeln sind in den meisten Gegenden ge­räumt. Dagegen ist das Geschäft in Auslandsfrühkartoffeln sehr rege. Da die Zufuhren ständig zunehmen, gehen auch die Preise langsam zurück. Bei den Weinversteigerungen übersteigt das Angebot weit die Aufnahmefähigkeit, sodaß man sich über die meist ungünstigen Ergebnisse nicht wundern darf.

Viehzucht. Die landwirtschaftlichen Ausstellungen und auch die Märkte in Deutschland zeigen, daß die gesamte Viehzucht in allen deutschen Gauen burch intensive und rastlose Arbeit die schweren Schäden, die der Krieg geschlagen hatte, nunmehr über­wunden und bedeutende Fortschritte gemacht hat. Insbesondere zeigen die Niederungsvirhschläge, daß das Zuchtziel schönste und beste Form mit hoher Milchleistung erreicht wurde. Auch die deutsche Kleintierzucht hat beste Erfolge und Fortschritte zu verzeichnen. od chill omistado esto od stol Viehmarkt. Am Schlachtviehmarkt sind höhere Preise zu vera zeichnen, was seinen Grund darin hat, daß das Angebot in der letzten Zeit ziemlich gering war. Zum Teil wird aber bereits von nachgebenden Preisen auch gemeldet. Dort betrug der Rückgang bei Großvieh 5-6 Pfg., bei Schweinen 10 Pfg., bei Kälbern bis zu 15 Pfg., bei Schafen von 2-3 Pfg. Am Groß­viehmarkt fehlen gute Qualitäten in inländischer Ware fast ganz.

Häutemarkt. Am Rohhäute- Markt ist die Stimmung etwas freundlicher geworden. Die letzien Versteigerungen waren gut besucht und der Verkauf gestaltete sich im allgemeinen flotter wie bisher und auch in der Preisgestaltung ist eine leichte Besse­rung, vereinzelt bis zu 10 Prozent, zu verzeichnen.

Ausstellungen und Messen. 26. Juni bis 6. Juli landwirt­schaftliche Ausstellung in Graudenz. 4.- 12. Juli landwirt­schaftliche Messe in Köln.- 29.- 31. August landwirtschaftliche

MONNA VANNA

imgelben Gewande pame DIE ZIGARETTE ADLER COMPAGNIE A.G. DRESDEN