Einzelbild herunterladen

!

achen und aschen ürfte!

r und

irkung

d jeg heiden.

Daffer. zum affen. kalt.

chen sche Pfg.

führt

ucht.

tsstelle ben.

beine

rliches gegen

rg

Beccsese

r Art

Giessen

#eceeece

Giessener Zeitung

( neueste Nachrichten)

mit

( Giessener Cageblatt)

Amts- u. Vereinsnachrichten

Bezugspreis:

60 Goldpfennig mona lich frei Sous, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf.

Telephonyx. 1362.

Nr. 21.

Expedition: Sudanlage 21. Anzeigenprets: 5 Goldpfennig

Redaktion, Truck und Verlag:

Albin Klein in Gießen, Berlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.

für 1 mm Höhe und 44 mm Brette; für Auswärts 10 Goldpfennig;

1 Reklameze le 90 mm breit 120 Goldpfg.

Samstag, den 24. Mai 1924,

Weg mit der Wohnungszwangswirtschaft!

37. Jahrg.

Die allzu traurige Wohnungszwangswirtschaft hindert die Kulturaufgaben des deutschen Volkes; sie ist ein Verbrechen an der Freiheit des deutfchen Volkes und an dem Wiederaufbau Deutschlands; fie fördert Zwietracht und Unzucht und hat Teil am moralifchen Niedergang vieler Volksfchichten. Es sind das Caffachen, die in allen Orten, wo piele Miet- für Beffen und Hessen- Nassau" gingen aus allen Richtungen Ju­häuser stehen, sich von felbft beffäfigen. Nur hier einige Fälle: ftimmungen ein, daß nun endlich mit mehr nachdruck an die aus dem Krieg bis jeßf noch perbliebene einzige Eiferbeule, der Wohnungszwangswirtschaft, das Seziermesser angefeßt werden kann. Owei mitgeteilte Fälle, welche zeigen, wie durch die Wohnungszwangswirtschaft 3mietracht und Unzucht gefördert wird, sollen aus den zahlreichen meldungen hier wieder­gegeben sein:

1. Befähigte Chemiker, Cechniker, Ingenieure, Gelehrte und. fonftige Spezial- Fachleute sind infolge der Wohnungszwangs­wirtschaft gezwungen, dort zu bleiben, wo sie nun einmal sind, können sich also weniger oder gar nicht neuen Unternehmungen, Forschungen etc. anderwärts widmen. Indirekt wird die Arbeits­losigkeit dadurch gefördert, denn wenn neue Unternehmungen sich nicht entfalten können und die alten Existenzen abgemirf­schaftet haben, muß doch logischer Weise Arbeitsmangel eintreten. Wie viele intelligente junge Arbeiter, Bandmerkergefellen, Kauf­leute würden- wie früher- fich die Welt ansehen und so ihre Können und Wissen erweitern. Heute müssen all diese fleißigen u. ftrebsamen jungen Leute ebenfalls bleiben wo sie sind, Jenn Bimmer und Wohnungen find infolge der unglücklichen Wohnungs­3wangswirtschaff in den möglicherweise neuen Wirkungsfäffen nicht zu haben. Weil das so ist, darum sind Caufende von Arbeit­nehmern, besonders der junge Nachwuchs, an die engen Grenzen der örtlichen Arbeitsgebiete gefesselt; sie sind ihrer freien Be­wegung, ihrer freien Suche nach Arbeit, nach Weiterbildung be­raubt und das hat zur Folge, daß unsere ganze jüngere Gene­ration die großen Weltziele, die für eine große Nation ebenfalls notwendig sind, ganz aus dem Auge verlieren. Andere Nationen überflügeln uns und so kommt es auch zum gewissen Teil durch die Wohnungszwangswirtschaft daß in Deutschland weniger Qualitätsarbeiter, weniger Spezial- Wissenschaftler sich entwickeln können, welche zur Fabrikation von Auslandswaren gerade jest in unserer schweren beit so außerordentlich not­wendig, ja unentbehrlich sind. Geht die für's Ausland beſtimmte Ware in ihrer Qualität zurück, dann bleiben so manche nach­beſtellungen aus und was ift wieder die Folge: Arbeits: losigkeit! Wodurch? Durch die Wohnungszwangs= wirtschaft!

-

2. Die Wohnungszwangswirtschaft fördert omietracht und Unzucht, hat Ceil am moralischen Niedergang vieler Volksschichten. Das beweisen ebenfalls die Cafsachen. Sofort nach dem Erschei­nen der erften nummer der ,, Haus- und Grundbefiber- beitung

The Wirtschaftsgeld

reicht weiter, wenn Sie Pfeiffer& Dillers Kaffee- Effenz verwenden. Sie bieten Ihrer Familie etwas Befieres und machen trotzdem Er­iparniffe dabei. Ein Verfuch wird Ihnen das beftätigen.

Silberpaket 30 Pf., Dofe 40 Pf. in allen Gefchäften.

a) In einer Gartenstraße hat der Befißer eines Hauses mif bis­her ruhigen mietern por Jahresfrift auf wiederholtes Bitten einer alten Dame einige õimmer an dieselbe vermietet. An Stelle dieser alfen Dame machte sich dann aber deffen Dienft­mädchen, welche sich inzwischen perheiratet hat, breit. Das betreffende junge Ehepaar hat die alte Dame vermutlich beeinflußt und sich durch ein solches Manöver in die an die alte Dame vermieteten Räume geschwindelf. noch hinzu kommt nun, daß diefes junge Ehepaar in ihrer Wohnung ziemlichen Skandal macht und obendrein off eine weibliche Person zu Besuch bekommt, die wieder viel mit Berren um­geht. Croß wiederholten Beanstandungen des Bausbesibers bleibt es bei dem lärmenden und unfeinen Verhalfen der betreffenden Mieter. Warum? Weil die betreffenden mieter sich im Schuß der fraurigen Wohnungszwangswirtschaft und besonders des mieterschußgefeßes fühlen, weil sie wissen, daß ihnen durch diese modernen бeseße die Wohnung nicht so leicht gekündigt werden kann. Ermahnt der Bausbesiber zur Ruhe, wird er, wie es im porliegenden Falle ift, noch obendrein ausgelacht.

b) Der zweite Fall fördert nicht minder die Unmoral. Ein älterer Mann hat zwei Räume gemietet und davon einen, meil er selbst nicht mehr gerne arbeitet, an einen jüngeren Mann ohne Wissen des Hausbefibers weiter vermietet, der wieder recht off Damenbesuche bekommt. Auch hier kann der Hausbesißer nicht sofort Abhilfe schaffen, obgleich es notwendig wäre, weil infolge der unglückseligen Wohnungs­zwangswirtschaft folchen Elementen vom Bausbesiber nicht in eigener freier Entschließung die Wohnräume genommen merden können.

Das sind nun blos 2 Fälle, 100 fauſend andere im Reich werden gar nicht bekannt. Also um's hunderttausendfache mehr wird die moral mit Füßen gefrefen und das wieder, weil die Wohnungszwangswirtschaft solchen Buffänden Cür und Cor nicht

verschließt.

Mülmek gegen

Husten