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( AIA Henkel's Putz- und Scheuermittel)
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Giessener Zeitung.
( Neueste Nachrichten)
mit
( Giessener Cageblatt)
Amts- u. Vereinsnachrichten
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60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Nr. 1362.
Nr. 24.
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Redaktion, Druck und Verlag:
Albin Klein in Gießen, Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783.
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Samstag, den 14. Juni 1924.
Wohnungsnot und Zwangswirtschaft.
Die Vereinigung Deutscher Wohnungsämter hielt am 5. Juni ihre 6. Cagung in Erfurt ab. Die Versammlungen waren aus allen Ceilen des Reiches gut besucht. Das Chema Don Wohnungsnot und ömangswirtschaft fteht ja zurzeit allenthalben im Vordergrund öffentlicher Erörterungen, weil die mangswirtschaftsfrage mehr und mehr zu einer entscheidenden Wendung drängt. In seiner Begrüßungsansprache befonte Stadtbaudirektor 6 uf- münchen im Namen des Verwaltungsausschusses, daß die Cagung etwa 200 Ceilnehmer zähle, die aus allen deutschen Gauen, allerdings nicht so zahlreich aus dem beseßten Gebiet, herbeigeeilf feien. Unter den offiziellen Vertretungen begrüßte der Vorsißende u. a. den Vertreter des Reichsarbeitsminifteriums, Regierungsraf Dr. Ebele- Berlin, neben ihm Verfreter der bayerischen, württembergischen, hessischen, sächsischen und thüringischen Regierung.
Redner ging dann auf die Entwicklung auf dem Gebiete des Wohnungsfürsorgewesens seit der leßten Cagung ein und kennzeichnete diese geradezu als katastrophal. Bei der Aussichtslosigkeit, in absehbarer beit das Wohnungselend zu mildern, werde für die Vertreter der Wohnungsämfer noch reichlich belegenheit geboten sein, ihre Opferbereitschaft und selbstlose Hingabe in einem der verantwortungsvollften Aemter noch weiterhin zum Wohle des Ganzen zu bemähren.
Bürgermeister Dr. Mann begrüßte hierauf die Verfammlung im Namen der Stadt Erfurt. Regierungsrat Ebele sprach im Namen des Reichsarbeitsminifteriums und zugleich im Namen der preußischen und fächsischen Regierung und befonte die Unmöglichkeit, zurzeit von der 3mangswirtschaft im Wohnungswefen abzugehen. Regierungspräsident Ciedemann- Erfurt begrüßte die Tagung zugleich im Namen des preußischen Minifteriums für Wirtschaft und Volkswohlfahrt. Darauf sprach Stadtbaudirektor Dr. 6 ut- München über Wohnungszwangswirtschaft und Abbau der Wohnungsämfer. Er bezeichnete seine Ausführungen von pornherein als nüchterne Ergebnisse der tatsächlichen Erfahrungen bewährter Fachleute und erklärte, in den Ruf nach sofortiger Aufhebung der mangswirtschaft nicht einftimmen zu können, daß aber die Omangswirtschaft nicht als Selbstzwerk aufgefaßt, sondern daß nur die Beseitigung der Wohnungsnof als Aufgabe erkannt werden dürfe.
Die Mietpreisbildung müsse auf Angleichung der Friedensmieten in alten Bäufern ausgehen. Auch um des mieterSchubes willen dürffe an der 3wangswirtfchaft nicht gerüttelt
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37. Jahrg.
merden, solange sich Angebot und nachfrage nach Wohnungen nicht auszugleichen beginnen. Bei Neubauten sei an der Erfa[[- ung jedes überzähligen Wohnraumes feftzuhalten. Die Пubbarmachung anderer Räume zu Wohnungen durch Umbauten müsse fortgefeßt werden, denn bisher habe man so mehr Wohnräume geschaffen, als durch Neubauten. Selbstverständlich seien die Wohnungsämter auch den Beftimmungen über den allgemeinen Beamtenabbau unterworfen. Die durch die alte Gefeßgebung bewirkte Ausdehnung des Beschwerderechtes und des Beschmerdemeges gegen die Maßnahmen der Wohnungsämter haben eine Vermehrung des Richterpersonals notwendig gemacht. Die Rechts unsicherheit werde fändig schlimmer.
Nach einem Referat über die Wege zur Umgestaltung des Wohnungsbaues wurde noch eine Entschließung angenommen, in der u. a. mehr miffel zu Bauzwecken gefordert werden.
Dem habe ich nur hinzuzufügen. daß ohne Owangswirfschaft und ohne Wohnungsämter die Lage auf dem Wohnungsmarkt nicht so froftlos wäre, wie sie heufe leider ift. Daß man, nachdem man es durch eine wirtschaftswidrige 3wangswirtschaft, deren prominentefte Verfrefer die Wohnungsämter sind, zu den heutigen Juftänden hat kommen lassen, die freie Wirtschaft nicht von heute auf morgen einführen kann, sieht jeder vernünffige Mensch ein. Solange aber, und das ist der springende Punkt, die Wohnungsämter und die Owangswirtschaft in ihrer jebigen Form bestehen, iff an eine Belebung des Baumarktes und eine Behebung der Wohnungsnot nicht zu denken.
Die Beseitigung der Wohnungsämter mit der 3wangswirtschaft sind die Vorbedingungen für die Behebung der Wohnungs3. not und nicht umgekehrt.
Stellungnahme gegen die Festsetzung der Aprilund Maimiete, sowie gegen die Einrechnung des Wassergeldes und der Straßenreinigungs- und
Schornsteinfegergebühren in die Miete,
mit diesem Hauptreferat hatte der Hausbesitzerverein Gießen für den 22. Mai, abends 8 Uhr, nach der Turnhalle am Oswaldsgarten zu einer Versammlung eingeladen. Sehr zahlreich waren die Mitglieder gekommen. Nach Eröffnung durch den 1. Vorsitzenden Launspach, der auch bekannt gab, daß zu dieser Ver= sammlung das Kreisamt und die Stadtverwaltung eingeladen, aber nicht erschienen sind, sprach der 1. Vorsitzende des Frankfurter Hausbesitzervereins, Rechtsanwalt Dr. Rohde- Frankfurt a. M., über die zur Zeit bestehenden schlechten Zustände, die dem Hausbesitz durch das Reichsmietengesetz entstanden sind. Es mußten erst harte Zeiten kommen, ehe die Hausbesitzer den Wert und Größe ihrer Organisation erkannten. Auf der Gegenseite, auf der Seite der Mieter hat man bisher behauptet, wir wären nur 20 Prozent der Bevölkerung. Das ist nicht wahr. Württemberg hat amtliche Feststellungen machen lassen und dabei stellte sich heraus, daß die Hausbesitzer mit ihren Angehörigen ( Frau und Kinder) 50 Prozent der Bevölkerung sind. Der Hausbesitzer ist also in Gemeinschaft mit seinen Standeskollegen stärker,


