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Gießener Zeitung
Bezugspreis 25 pfg. monatlich
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( Neueste Nachrichten)
vierteljährlich 75 Pfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 60 Pfg. Erscheint Mittwoche und Samstags. Stebaltion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der Gießener Zeitung" G. m. b. v.
Nr. 61.
"
Telephon: Nr. 362.
Uom Balkan.
Petersburg, 28. Juli. Es fann tatsächlich als feststehend gelten, daß Rußland feinerlei selbständige Schritte geg! n die Türkei unternimmt. In offiziösen
Erpedition: Seltersweg 83.
Mittwoch, den 30. Juli 1913.
Wie aus London gemeldet wird, erledigte die Botschaftervereinigung in ihrer gestrigen Sizung außer der Frage der inneren Organisation AIbaniens auch diejenige der finanziellen Unterstützung Montenegros und setzte das offizielle Protokoll schen Meer geregelt wird.
en- Industri treifen Petersburgs egtei unternimmt. In felt, burch das ber zugang er bi ef 3 Jum adriati
ssen ein gewisses Erstaunen, da Griechenland die Hauptschuld daran trifft, daß die Feindseligkeiten nicht bereits eingeKirchenplatz fellt sind. Serbien versteckt sich unter der Angabe, daß es nicht getrennt von seinen Verbündeten Verfügungen treffen könne, hinter Griechenland.
2. V. Gies
über Bäder, Reisetouren,
sionen
Aus Sofia wird gemeldet: General Dimitriew äußerte in einer Unterredung: Unsere Truppen haben alle ihre Positionen auf altem bulgarischem Boden be hauptet und es ist unseren Gegnern nirgends gelungen, über unsere alte Grenze hinaus festen Fuß zu fassen.
Die bulgarischen Vertreter auf der Friedensfonferenz haben nicht verabsäumt, durch die Vermittlung der hiesigen Gesandten der Großmächte die tadellose Haltung der rumänischen Truppen in Bulgarien anzuerkennen.
stenfreien Die von der französischen Regierung mit der Feststellung der Greueltaten der Bulgaren ge- Fahrpläne 19 in den von ihnen geräumten Gebieten beauftragte Atta
chees der Gesandtschaft in Athen, sind nach mehrtägigem Aufenthalt in den verwüsteten Städten und Gegenden jurückgekehrt. Ihre Berichte bestätigen alle Angaben über die Scheußlichkeiten, die die Bulgaren begangen
haben.
heim offenheit.
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August 1913.
hkonzert in der
On 4-6 Uhr und
Rumänien zeigt in letzter Zeit eine gewisse EntDas gelte sowohl gegenüber der Türkei, wie hinsichtlich Serbiens und Griechenlands. Rumänien übernimmt mehr und mehr die Rolle eines Beschützers Bulgariens.
Belgrad, 29. Juli. Die serbische Armee unter General Marinowitsch drang von Pirot aus vor und besetzte die Bahnlinie Küstendiel- Sofia, sodaß die bulgarische Armee von Sofia abgeschnitten ist.
*
( Gießener Tageblatt)
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Telephon Nr. 362.
25. Jahrg.
Der Wehrbeitrag des Hausbesitzers.
Bei der Abfassung des Gesetzes über den einmaligen Wehrbeitrag ist der Bund der Haus- und Grund befizervereine Groß- Berlin mit Erfolg dafür eingetreten, daß dem städtischen Hausbesitz die Möglichkeit blieb, nach dem gemeinen Wert zur Steuerabgabe veranlagt zu werden. Der Reichstag hat diesem Wunsche entsprochen. Der städtische Hausbesitzer kann die Ver= Es wird jetzt bekannt, daß die Antwort anlagung nach dem gemeinen Wert( Verkaufswert) forAmerikas in der kalifornischen Landfrage für Jadern. Dieser beträgt zurzeit in Großstädten etwa das pan nicht befriedigend lautet. Die Bundesre- 14fache der Bruttomieten. Bei 15 000 Mark Mieten gierung lehnt es ab, zu intervenieren. Japan wird in wäre der gemeine Wert etwa 210 000 Mart. Beträgt furzem eine dritte Note an die amerikanische Regierung die Hypothekenlast des Hauses 190 000 Mr., das eigene senden. Inzwischen hat die Yokohama- Specie Bank die Vermögen daran mur 20 000 Mart, so wäre solches Einrichtung getroffen, daß Japaner, die in Kalifornien Haus steuerfrei, wenn der Besitzer sonst kein Vermöcen hat. Wollte sich der Besitzer aber nach dem Ertragswert veranlagen lassen, so würde dieses selbe Haus auf 300 000 Mt. eingeschätzt werden( 20 Mal 15 000 Mark), das sind 90 000 Mart über den wirklichen Wert. Die Steuer würde dann von( 300 000 bis 190 000) gleich 110 000 Mt. veranlagt werden. Davon beträgt der Wehrbeitrag 300 Mt. Die Veranlagung nach dem gemeinen Wert muß ausdrücklich beansprucht werden, und zwar spätestens bis zum Ablauf der mit der Zustellung des Veranlagungsbescheides eröffneten Rechtsmittelfrist.
Land erwerben wollen, ehe die Akte in Kraft tritt, Geld geliehen erhalten können.
Politische Rundschau.
Deutschland.
• Die„ Nordd. Allgem. 3tg." veröffentlicht die Bestimmungen über den Verkehr mit Luftfahr3 eugen nach Frankreich, gemäß der am 26. dieses Monats zwischen dem Staatssekretär v. Jagow und dem französischen Botschafter Cambon aufgestell= ten Note.
* Sasbach. Gestern Dienstag ist Prälat Fr. Xaver Lender gestorben. Im Jahre 1869 trat er als Abgeordneter in die badische Kammer und wurde 1871 Mitglied des deutschen Reichstages, dem er seit seiner Gründung bis zu diesem Tage angehörte und dessen Senior er bis zu seinem Tode war.
* Die Bewegung der Handlungsgehilfen gegen das Ersuchen des Kriegsministers an die Handelskammern auf Beschäftigung verabschiedeter Offiziere beim Handel und der Industrie greift weiter um sich. Jetzt hat auch der Ausschuß der Privatangestelltenvereine für Düsseldorf und Umgegend einen Beschluß gefaßt, in dem die Handelskammern, Handel und Industrie aufgefordert werden, dem Ersuchen des Kriegsministers auf Einstellung verabschiedeter Offiziere, deren Pensionen zum Teil aus den Steuern der Privatangestellten bestritten werden, keine Folge zu geben. Bei dem großen Ueberfluß gelernter stellenloser, dabei durchaus tauglicher Kräfte sei es eine Pflicht von Han del und Induſtrie, diese Kräfte in erster Linie bei der Besetzung offener Stellen zu berücksichtigen, zumal sich dem Staate bei gutem Willen zweifellos die Möglich Konstantinopel, 29. Juli. Der Thronfolger feit biete, für die verabschiedeten Offiziere in den Staatshetrieben selbst geeignete Stellung zu schaffen. Leitung des König ist noch 9thrianonel oboerei
Konzert der Kurk Männer- Sextetts.( Nachmittags 5 Der griechische Ministerpräsident Venise los erdes Piloten Carl Härte in einem Interview: Vor dem zweiten Kriege hule aus Cassel. A wäre Kavalla den Bulgaren zugefallen. Wie könn! n er: Majolika, Lus wir aber jetzt nach dem für uns se siegreichen Kriege ein und Ludwig H ganz auf die griechische Stadt verzichten? n 4-6 Uhr, ab Konzert der Kurka
Abends 8 Uhr im
Posse mit Gesang
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on 4-6 Uhr, ab Konzert der Kurka Internationaler V
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on 4-6 Uhr, al Konzert des Musik
13)
Nach dem Sturm. Erzählung von Emil Frank.
( Nachdruck verboten.)
Als er seine Barschaft verspielt hatte, sprang er hastig auf, obwohl man ihm gernGeld leihen wollte, man fa ganz unter sich. Aber er hörte gar nicht darauf, sondern ging mit raschen Schritten hinaus ins Freie. Er hatte nicht daran gedacht, einen Mantel umzuschlagen, ( 2. Grossh., Hessis thm wars, als hätte er dort oben ersticken müſſen. Da-gelbe- Kurkarten rum war er ins Freie geflohen, wo der schneidende ussaale Theater: B Nordost um ihn pfiff. Ja, der fühlte, heilte. Er mar= von Henry Nath ſierte hastig auf und ab. Seine Zähne schlugen im
S von 4-6 Uh pelle. Abends 8% rt der Kurkapelle Winderstein und rofessor Henry Mar
on 4-6 Uhr, ab Konzert der Kurka Theater: Der Zige On 412-6 Uhr, ab
Johann Strauss.
Konzert der Kurkap
des Königlichen Uhr im Kurhaus
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Frost aufeinander. Er kümmerte sich nicht darum. Endlich ging er ins Schloß zurück. In einem der Vorzimmer traf er Else Testerska. Sie lächelte ihn an mit ihrem feinen, ironischen Lachen, das ihr seit„ der Katastrophe" eigen war.„ Na, Herr Graft" redete ste ihn an,„ Sie sind ja vorhin ausgerück!! Man bekommt Ste ja gar nicht zu Gesicht!"
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dies und das, gleichgültige Dinge, und Warminski war wieder ganz der galante Kavalier, er hatte sich in der Gewalt. Da, mit einem Male, mitten hinein in den munteren Unterhaltungston setzte fie leise, tonlos, halbabgewandt von ihm, mit erloschenen, todtraurigen Blicken, mehr für sich wie für ihn ein: Ich kann nicht davon los, kann nicht, kann nicht!" Das war wie Schluchzen.
Fassungslos stand der Graf da. Aber er hielt an fich, obwohl er sie verstand. Er wollte etwas Beschwichtigendes sagen, da lächelte sie schon wieder, war wieder ganz Grazie und sagte:„ Lachen Sie nicht, Graf!" er lachte gar nicht, kann ich nicht exzellent mimen?" Damit wandte sie sich ab von ihm. Er sah sie an diesem Abend nicht wieder. Aber er hatte doch eigene
Gedanken. Mit einem Male wurde ihm so seltsam, Fieberschauer schüttelte ihn, er war frank. Schleunigst kehrte er in den Saal zurück, bestellte sich Glühwein und zog sich zurück. Doch er konnte nicht schlafen. Vor feinen Augen tanzten Funken und Räder, sein Atem war hohl und rasselnd, wie mit spizen Nadeln bohrte es in der Lunge. Er hatte sich schwer erkältet. Am andern Morgen bat er Gasch um einen geschlossenen Wagen und Pelze, er sei unwohl. Da sah man ihm ja sofort an. Seine Gesichtsfarbe war fahl und schlaff. Dunkle Ringe lagen um seine Augen, die im Fieberglanz leuchteten. Man tat alles, was möglich war, hüllte ihn ein wie ein Kind, spannte vier Pferde vor den Wagen, und dann begann die Fahrt.
In Krzemien angekommen, schleppte sich Warminsfi mühsam ins Bett War das ein Schrecken! Der Arzt kam und konstatierte eine schwere Lungenentzündung. Die Gräfin, selbst leidend, wich nicht vom Krantenbette ihres Gatten. Die Liebe, die sie vor zwet Jahren in seine Arme geführt, ließ sie ausharren und alles ertragen. Es war nicht leicht für die verwöhnte, überzarte Frau, die Strapazen der Krankenpflege zu ertragen, zuzuschauen. wie Hyazinth litt, zu hören, wie er im Fieber raste und sich quälte. Aber sie tat sich Gewalt an.
Die Krankheit hatte jenen Höhepunkt erreicht, wo Leben und Tod auf Messers Schneide gegeneinanderstürmen, wo die kleinste Komplikation das Leben fo= stet. Müde und traurig saß die Gräfin neben dem Kranfenlager und nezte die blauschwarzen Lippen des Gatten mit Limonade. Er war merkwürdig still. Sein Atem war pfeifend. Rote Flecken waren über das wachsbleiche Gesicht verstreut. Jetzt öffnete er die Augen: groß, starr, unheimlich. Seine Hände glitten kosend über die Decke. Er sagte ganz leise:„ Else! Else!" Dann war es still. Nach einer Pause redete er wieder: .... Bitt're Erdennot, die ist der Liebe Tod!"- Wie
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Frankreich.
Paris, 29. Juli. Der Senat nahm das Ge
samtbudget an, ferner mit 223 gegen 68 Stimmen den Resolutionsentwurf, der den Entschluß bekräftigt, in der nächsten Session den Gesetzentwurf zu beraten, der eine allgemeine progressive Einkommensteuer vorsieht.
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Paris, 29. Juli. Der„ Temps" veröffentlicht heute interessante Einzelheiten über die Engagements für die Fremdenlegion in den letzten Jahren. Es geht daraus hervor, daß sich 1912 2282 Ausländer der Fremdenlegion verpflichtet haben, im Jahre 1911 gegen 2265 und im Jahre 1910 2118. Die Engagements im Jahre 1913 dürften nach der bisherigen Uebersicht noch zahlreicher sein als die der letzten Jahre. Der„ Temps" erklärt, daß fast alle Ausländer in den Bureaus an der Ostgrenze Frankreichs sich anwerben lassen, so im Jahre 1912 in Nancy 289, in Paris 246, in Mezieres 259 und in Belfort 235. Diese Zahlen sprechen für sich. Es geht aus ihnen hervor, daß ne un 3 ehntel aller Fremdenlegionäre Deutsche sind und das die Werbebureaus ihre Pforten schließen könnten, wenn die deutsche Jugend endlich hinreichend auf
geflärt würde.
der Stille. Nach einer Pause abermals:„ Else, Else! hat es weh getan?"
Er sank zurück.
Die Gräfin starrte mit dem Ausdruck des Entsetzens auf den Kranken. Wen rief er? Else? Else Tesierska? Ja, sie erinnert sich. Wie ein Blizz zuckte es auf vor ihr, jene Szene: Hyazinth erblickte Else Te fierska und errötete... Jetzt ruft er sie..... D, er ist so zärtlich.... Ihr Herz blutet.
Lang=
Die Macht der Krankheit war gebrochen. fam, Schritt für Schritt fehrte die Gesundheit wieder. Es dauerte sehr lange, bis der Graf wieder notdürftig hergestellt war. Die Schwäche, Mattigkeit wollte nicht weichen.
Man wartete auf besseres Wetter, dann sollte die Abreise erfolgen. St. Moritz sollte das Ziel der Reise setn. Vorher famen ab und zu Nachbarn, die nach Warminski sehen wollten. Unter anderem tam auch Gräfin Gasch, eine ältere Dame, die auch gerne plauderte. Die beiden Damen saßen beisammen. Gräfin Gasch sagte: O, es war mir gleich aufgefallen, daß etwas nicht in Ordnung war, Ste wissen ja damals, als mein Manr ihn mitbrachte. Wir hatten ein fletnes Fest, es war lustig. Else Tesierstá sang fast den ganzen Abend. Sie hatte eine wundervolle Stimme. Graf Warminski mischte sich unter die másizierenden Damen. Da sang Else so ein merkwürdiges Lied, so was von Liebe und Tod, Ste wissen schon! Und sofort lief Hyazinth fort und hatte noch gar nicht die Damen begrüßt. Beim Spielen soll er auch so eigentümlich gewesen sein, sagte mein Mann; er lief fort, hinaus, und als er wiederkam tonnte man es ihm ansehen, daß er Fieber hatte. Ja."
( Fortsetzung folgt.)


