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Mai 1913.

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Lotterie 5.Mark:

Gießener Zeitung

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( Neueste Nachrichten)

vierteljährlich 75 Bfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 60 Pfg.- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters­weg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 35.

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Telephon: Nr. 362.

culations­Ostkarten willig herausgeben werden, hat auch der Finanzmi­

Daß die Montenegriner, wie schon Fürst Trubetz­versichert hat, Skutari nicht um Millionen wieder

Neuheiten!

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der geäußert.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 30. April 1913.

Die Nachricht von der Proklamation Essad Pascha Fürſten des unabhängigen Albanien und sein putz- und Trutzbündnis mit Montenegro, die anfäng bungskarten etc. von allen Seiten bestätigt. Nach in Paris vorlie­mit großem Unglauben aufgenommen wurde, wird xerei geschmackvoll den Informationen soll der König von Montenegro Vertretern seines Landes im Auslande bereits mit­ilt haben, daß der neue Fürst von Albanien, Essad idha, bei Uebernahme der Regierung auf die volle terstützung der Ballanstaaten rechnen könne. Essad cha erschien zu Beginn des Krieges mit einer Ab­ing albanischer Truppen in Stutari, um sich dem mmandeur von Skutari, Hassan Risa Ben, zur Ver­ung zu stellen. Als Essad Pascha erfuhr, daß die ßmächte aus seinem Heimatlande Albanien ein auto­tes Reich unter einem fremden Fürsten machen woll­nahm er den Truppen die türkischen Fahnen weg ersetzte sie durch die Fahnen des neuen Albanien. olgedessen wurden seine Beziehungen zu Hassan Risa der ein strenggläubiger Türke und ernster Soldat bald äußerst gespannt. Gegen Ende Februar die­Jahres regelte Essad Pascha seine Beziehungen zu an Risa Bey auf seine Weise. Er lud den Gou­eur zum Diner ein, wobei Hassan Risa hinterrücks ordet wurde. Auf diese Weise wurde Essad Pascha

Neue Hemmnisse auf dem Balkan. Skutarie, das Streitobjekt.- Albaniens neuer Fürst. Ein Telegramm aus Cetinje meldet, daß im Auf-| wollte, ist noch nicht zu Beschlüssen gelangt. Die ganze ag des Königs Nikolaus die königliche Familie ihre Angelegenheit hat insofern eine weitere Komplizierung esidenz in Skutari aufschlagen werde. erfahren, als sich Essad Pascha tatsächlich zum Fürsten des neuen Albanien proklamiert hat und außer von seinen 26 000 Mann Truppen auch von den Balkanitaaten, namentlich von Montenegro, unter­stützt wird. All die schönen Erzählungen von dem blu­tigen Sturm der Montenegriner auf Skutari sind fauler 3auber; die Stadt fiel den Soldaten Nikitas als Preis Bilde zu bleiben, eines Hammelhandels zwischen dem eines ganz gemeinen Kuhhandels, oder, um besser im Herrn der schwarzen Berge und Essad Pascha zu. Montag sind folgende Mitteilungen bekannt: Es wird Ueber die Botschafter- Konferenz in London am nach wie vor daran festgehalten, daß die Skutarifrage ohne ernste Komplikationen ihre Lösung finden werde. Die gütlichen Vorstellungen in Montenegro werden fort­gesetzt, eine verschärfte Blockade soll vorläufig ein ge= nügendes Pressionsmittel darstellen. Rußland u. Frank­reich teilen diese Ansicht, halten aber an der Zuteilung Skutaris zu Albanien fest.

otor­chine

erverbrauch.

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klassigen Haus­Geschäften.

rren umsonst!

Luter Herrscher der Stadt.

Essad Pascha dringt mit seinen Truppen langsam Innere von Abanien vor.

Nach aus Albanien in Rom eingetroffenen Nach en herrscht in allen den Teilen Albaniens, die von serbischen und türkischen Truppen geräumt sind, ommene Anarchie.

Der französische Minister des Aeußern Pichou ing Ismail Kemal Bei, den Leiter der pro­ischen Regierung von Albanien. Jsmail Kemal te einem Berichterstatter, das Vorgehen Essad heitspartien u. versendes lasse sich nur mit den Worten Verrat und ht, 200 7- Pfg. Zigarren fun wit" kennzeichnen.

M. oder 200 hochi. 10- P

200 Pilanzer Zigarre Die Montag- Sitzung der Londoner Botschafterkon­o diesmal 400 Zig. für 119, von deren Ausgang Deſterreich- Ungarn seine fer­Haltung in der Skutarifrage abhängig machen

3. April bestellt, erh. di schein: Bei Nichtgefall. Gel CO., HAMBURG 36

eine sehr reiche Aus Die Nachbarn vom Heideland.

n, Radfahrer- Bedarfs­

Waffen, Uhren, Kinder

Roman von Ludwig Blümde.

( Nachdruck verboten.)

umenten, Haushaltungs: Auf dem Moorhof war es still geworden. Ein ie- und Lederwaren 20. er Nebel lag wieder auf der Heide, und die Nacht 840 Seiten starken Nach stockfinster. Da verließ Thorö sein Haus und schlich, Forteile beim Be Gesellen, Knechte und Mägde schliefen, niemand erzeugen, daß ihm die Büchse auf der Schulter, hinaus in die Dunkelheit.

aufenden zählende Kun welcher großen Sym unseres deutschen Va ehmen erfreut. Für

die

bn. Heute lenkte er seine Schritte nicht zur Gast= aft, sondern auf den Moorhof. Einen nichtswür­teufiischen Plan hatte er nämlich ersonnen. Wie tte mittag zu Lorenzen gegangen war, da glaubte er würde wieder keine Aussicht haben, die Zinsen

Orte ist ohnehin oft eitig bezahlen zu können. Dann wollte er still­n Bedarfsfällen an aus gend weitergehen, scheinbar, als läge ihm nicht so

sollte es uns freuen, n Kreisen unserer Leser Den Katalog wolle

μα

abzutrennenden Post

Cust

on- Würfel.

biel darau und am zweiten Januar wollte er tom­mit seiner Urkunde und sagen: Sv, der Moor­hört mir! Hier sieht es schwarz auf weiß. Bin­Tagen habt Ihr das Feld zu räumen." Das wäre ein glänzendes Geschäft gewesen. Und Geschäft sollte auf jeden Fall gemacht werden. Schweine, die ließen sich ja leicht beiseite bringen. in ihrem Wert des Moorbauern letzte Rettung dann war er ein Ertrinkender, der nach dem alm greift. Heute werde ich es Euch heim­en, heute sollst Du Deinen Lohn für die Frechheit mals haben, Du Lümmel vom Moorhof! Magst Knecht vermieten, und der Alte kann Gänse Das murmelte er ganz letse vor sich hin, wie und Tiere. Trotz der Dunkelheit ge­a thoro ohne große Mühe, in den Schweinestall fich wohl gemerkt, entnahm seiner Tasche eine Bruke mit Phosphorbrei, den er zum Vergiften

Hühnern und Poularden betrat. Alles lag auch hier im tiefsten

, 200 Mark 6.75

franko Nachn. Ia. gen. Hier zündete er die Stallaterne an, deren

ANIA", Hamburg

XX

Die weitere Entwickelung hängt von der Entschließ ung des Wiener Kabinetts ab.

Ein neuer Kollektivschritt der Mächte ist in Cetinje erfolgt. In der Note wird Montenegro dringend auf­gefordert, sofort Skutari zu räumen und die Stadt dem Kommandanten der internationalen Flotte in Antivari zu übergeben. Eine sofortige Antwort ist verlangt wor­den.

* Wien, 28. April. Graf Berchtold konferierte heute eingehend mit dem russischen, dem englischen und spannt. In englischen Diplomatenkreisen wird die Si­dem deutschen Botschafter. Die Situation ist äußerst ge= tuation für sehr ernst gehalten, da Frankreich und Ruß­land territorialen Kompensationen für Montenegro un­schlossen ist, solchen Aspirationen die Zustimmung zu bedingt das Wort reden, Desterreich aber unbedingt ent­versagen.

Die Montenegriner haben nach dem Erlaß einer Proklamation, über deren Inhalt noch nichts bekannt ist, mit ihren Hauptstreitkräften Skutar i verlassen und sind nach dem Norden unter dem Kommando des Prinzen Danilo abgegangen. Fünf Bataillone sind in der Stadt zurückgelassen worden. Da man eine frei­willige Preisgabe Skutaris durch die montenegrinischen Truppen nicht annehmen kann, so ist wahrscheinlich,

daß die Truppen zum Schutze der Grenzen gegen einen Einfall österreichisch ungarischer Truppen Verwendung finden sollen.

der Ratten in seiner Mühle zu benutzen pflegte, ver­mengte den gefährlichen Inhalt mit dem in einem Eimer schon für den nächsten Morgen bereitstehenden Futter und schüttete dies in die Tröge. Sofort stürz­ten die wachgewordenen Schweine, ihre erste Abfütter­ung vermutend, gierig und hungrig wie jederzeit, auf das vergiftete Fressen.

Ebenso unbemerkt, wie er gekommen war, schlich der Schurke wieder von dannen, seines Erfolges gewiß.

Als Großmutter am nächsten Morgen in den Stall trat, da wurde sie von ihren geliebten Borstentieren nicht mit dem gewohnten Freudengequiefe empfangen. Ste hörte nur, soweit sie überhaupt nur zu hören ver­mochte, ein Grunzen und Röcheln, als wäre wieder die Seuche ausgebrochen. Die Schweine fonnten doch nicht schon gesättigt sein? Der Eimer mit dem Durchein­ander von Kartoffelschalen, saurer Milch, Rüben und anderem war leer. Sollte Stine denn schon gefüttert haben? Eben trat dieselbe mit dem Milcheimer herein. ,

Gott im Himmel, was ist das? Die Schweine sind ja trank!" ruft die sofort aus, mit ihren scharfen Ohren die eigentümlichen Laute, das Röcheln und Stöh­nen sofort hörend. Wahrhaftig, jetzt sehen sie beim Schein der Laterne die beiden Schweine langausgestreckt daliegen, vergebens versuchend, sich aufzurichten. Die dret kleinen, die zum Weihnachtsmarkt einen guten Preis bringen sollten, wanken im Kreise herum, knicken mit den Beinen ein und fallen nach wenigen Schritten

um.

Die sind vergiftet!" freischt Großmutter, ihre mageren Hände über dem Kopf zusammenschlagend. Das haben die Zigeuner getan, die heute hier durch­zogen!"

" Ich laufe sofort zum Eichhof, Hinrichsen hat ein Doktorbuch. Vielleicht kann er helfen!" Damit stürzte

( Gießener Tageblatt)

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die 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Pfg. Die 90 mm breite Reklame Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bef Konkurs in Wegfall. Blagvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Telephon Nr. 362. 25. Jahrg.

Der Herzog von Montpensier hat einen Brief veröffentlicht, in dem er erklärt, daß er auf jede Kandidatur für den Fürstenthron von Albanien ver= zichte.

Befehl erhalten, den Rückzug der bulgarischen Truppen Der bulgarische Kommandant in Saloniki hat aus Saloniki aufzuhalten.

Rom, 29. April. In diplomatischen Kreisen Roms beurteilt man die Lage äußerst ernst. Man hält es für wahrscheinlich, daß die Botschafterkonferenz in Lon­don Desterreich, Italien und England mit der Durch= führung einer energischen Aktion betrauen wird. Man spricht davon, daß es notwendig sein wird, 60 000 Mann zu landen. Die Haltung Rußlands wird mit großer Besorgnis betrachtet. Die Konsuln sollen die Mächte benachrichtigt haben, einige Vorsichtsmaßregeln zu treffen, die zunächst auf die Entsendung von Kriegs= Schiffen in die wichtigsten Häfen, eventuell auf die Aus­Schiffung von Matrosen zum Schutze der Konsulate sich beschränken würden.

Wien, 29. April. Von maßgebender albanischer Seite wird mitgeteilt: Es ist nunmehr ganz klar, daß der Handstreich Essad Paschas sich unter russischer Mithilfe abgespielt hat, ebenso wie es feststeht, daß bei der Uebergabe Janinas russische Einflüsse im Werke gewesen sind. Montenegro und Serbien haben sich dieser Intrige natürlich mit Freuden angeschlossen, weil für sie durch die Zusage, das Gebiet bis zum Drin an Montenegro abzutreten, die Aussicht auf San Gio­panni di Medua, dem von ihnen geforderten Adria- Ha­fen, eröffnet wurde.

Wien, 29. April. Der Reichspost" telegraphiert man aus Cattaro: König Nitita empfing den österreichisch- ungarischen Gesandten Giesl, der von Mon­Ueber diese Audienz wird authentisch mitgeteilt, der Kö­tenegro die bedingungslose Räumung Stutaris forderte. nig habe erklärt, daß er niemals Skutari hergeben werde. Die militärischen Vorbereitungen Montenegros gegen Desterreich- Ungarn dauern ungeschwächt fort.

Die Tatsache, daß Essad Pascha ein autono­mes Albanien unter der Souveränität des Sultans pro­flamiert hat, sei ein panslawistischer Schach= 3 ug, der in Belgrad und Cetinje ausgeheckt worden mächte zu verhindern. sei, um die Ausführung des Beschlusses der Groß=

Desterreich vor der Mobilisierung.

Wien, 29. April. Die Situation ist äußerst zu­gespitzt. gespitzt. Alle Vorbereitungen für ein selbständi­ges Vorgehen Desterreich- Ungarns sind getroffen. Stine auch schon davon, in dan falten, nassen Morgen hinaus.

Ewald und der alte Lorenzen standen fassungslos da, sahen einander nur an und fanden keine Worte. Dieses neue Unglück schien sie beide gelähmt zu haben. " Das ist der Todesstoß," stöhnte Ewald schließlich, während Großmutter ihre Lieblinge streichelte und allerlei Versuche anstellte, sie wieder zu beleben.

Plöglich wich der Ausdruck dumpfer Verzweiflung von des jungen Bauern Gesicht und ein anderer trat an seine Stelle, der des Hasses, der Rachsucht. Kein anderer als Thorö hat uns das getan!" rief er nun aus. Aber das soll er büßen!"

Vater Lorenzen wankte zurück, so erschreckte ihn der Anblick ſeines Sohnes, wie eben das Licht der La­terne auf dessen Antlitz fiel.

,, Urteile nicht so schnell! Geh' runter zu Mathie­sens. Da ist heute Tierarzt Aßmussen bestellt. Viel­leicht ist er schon gekommen. Bringe ihn gleich mit."

Nach diesen mit klangloser Stimme gesprochenen Worten sank Lorenzen wie gebrochen auf einen Alot und saß da, als hätte er den Verstand verloren.

Stine achtete nicht des scharfen Ostwindes, der ihr entgegenwehte. Ste vergaß, daß sie nur mangelhaft an­gekleidet war und empfand es nicht, daß sie bis auf die Haut durchnäßt war, daß ihr volles, braunes Haar sich gelöst und in nassen Ringeln das glühende Gesicht um= flatterte. So trat sie in Hinrichsens Wohnzimmer, wo Vater und Sohn eben mit ernsten Gesichtern bei der Morgensuppe saßen.-

Hans erkannte sie im ersten Augenblicke gar nicht. Das sollte Stine sein, das Kind Stine? Wie ein halb­wüchsiges Mädchen war sie ihm immer vorgekommen diese letzte Bett und so hatte er sie auch behandelt. Jetzt fieht er auf einmal, daß sie es nicht mehr ist. ( Fortsetzung folgt.)