mern vertretenen Jdeen im allgemeinen und über die Nachteile der auf die Bodenreformer zurüdzuführenden Steuern. Beim Kampf gegen die Bodenreformer han dele es sich nicht um Sonderinteressen, sondern um das Wohl des deutschen Vaterlandes.
Der Geburtstag des Kaisers. Die Staisergeburtstagsfeier begann in Berlin mit dem groß n Wecken auf dem Schloßhofe. Alsdann marschierte die Reveille durch die Straße Unter den Linden. Der Kaiser erschien am Fenster seines ArbeitsFürst Salm- Horstmar bat, ihm Material zu über- zimmers, vom Publifum lebhaft begrüßt. Er nahm mitteln zur Erörterung der Frage der steuerlichen Ueberlastung des Grundbesitzes im Herrenhause.
Dem Redner wurde lebhafter Beifall und Dank zuteil. Gegen eine Stimme wurde folgende Resolution angenommen:
Die heute in der Bürgergesellschaft zu Köln versammelten Vertreter aller Kreise, die am privaten Grundbejizz beteiligt sind, erheben hiermit Einspruch gegen die steuerliche Ueberlastung des Grund- und Hausbesizes. Sie verlangen die alsbaldige Beseitigung dieser Ueberlastung und die Rückkehr zu dem Grundsatze einer gerechten Verteilung der öffentlichen Lasten. Sie verwerGrundstücke
zuerst die Glückwünsche der kaiserlichen Familie, dann die des engeren Hofes, des Hauptquartiers und der Prinzen und Prinzessinnen des föniglichen Hauses( nt gegen. Teutsche Bundesfürsten und andere fürstliche Gäste waren diesmal wegen der Erkrankung des Prinzen Adalbert, dessen Befinden übrigens jetzt besser ist, auf befor deren Wunsch des Kaisers nicht erschienen; nur die beiden Schwestern des Kaisers waren aus Stron berg und Bonn mit ihren Gatten eingetroffen.
s Darmstadt. Der Großherzog nahm zur Feier des Geburtstages des Kaisers die Parade über die Truppen des Standortes Darmstadt auf dem In
n Gießen. Zum Oberst befördert wurde Oberstleutnant Heuer beim Stabe des Inf.- Reg. Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, unter Ernennung zum Kommandeur des Metzer Jnf.- Regts. Nr. 98.
n Gießen. Die neueren Verhandlungen wegen des Verkaufs der alten Klinik an die Bahnverwaltung sind wieder ergebnislos gewesen.
n Gießen. Die im hiesigen Stadithecter an Kaisers Geburtstag erfolgte Uraufführung„ Aus eiserner Zeit", verfaßt von Professor Dr. Theodor Birt in Marburg, hatte einen vollen Erfolg. Das Stück ist wohl der zahlreichen Aufführung wert, wenn es wie hier von den Spielern mit großem Talent gegeben wird.
o Ein schwerer Zusammenstoß zwischen Förstern und Wilderern hat sich am legten Sonntag im Revier Tiergarten, des dem Fürsten von Jenburg und Büdingen gehörenden Forstes bei Büdingen zugetragen. Fürstliche Förster hatten fünf Männer, die fa sche Bärte
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fen die mehrfache Beſteuerung der Grinditude und ihres, fanterie- Gretzierplatz vor dem Rheintor ab, an der fich nugen, in dem Revier bemetft. Bei dem Zufam mach druck zu geb
durch die Umsatzsteuern und durch die Wertzuwachssteuern als einseitig und ungerecht. Die Wertzuwachssteuer ist eine in Steuerform gekleidete Ronfistation privaten Vermögens. Ihre rückwirkende Kraft hebt den verfasfungsmäßig gewährleisteten Schutz des privaten Eigentums auf und ist deshalb ungesetzlich. Sie schmälert den Arbeitsgewinn der Besitzer und die normalen Erträge des im Grundbesitz angelegten Vermögens in unerhörter Weise. Sie hat den Grundstücksverkehr lahmgelegt und in sozial- und steuerpolitischer Beziehung vollkommen versagt. Die Umsatzsteuern vernachlässigen die gebotene Rücksicht auf die Verluste bei freiwilligen und besonders bei unfreiwilligen Verkäufen, und ihre Häufung zugunsten der verschiedenen öffentlichen Körperschaften führt zu einer mehrfachen Besteuerung des selben Besitzwechsels, gleichviel, ob bei ihm eine steuerliche Leistungsfähigkeit zutage tritt oder nicht. Geradezu verheerend wirkt die Steuer nach dem gemeinen Wert wegen ihres völlig verkehrten Maßstabes. Sie über schreitet oft den Ertrag des Grundbesitzes, sie vertreibt den fapitalschwachen Besitzer von Haus und Hof, sie zwingt den fapitalfräftigen Besitzer zur voreiligen Bebauung, und sie verdrängt die letzten Gärten aus dem Innern der Städte. Solchen Mißbrauch der Besteuerung zur Verwirklichung bodenreformerischer und soziali stischer Irrlehren weist die Versammlung für jede zu funft als eine Versündigung gegen das allgemeine Wohl mit allem Nachdruck zurück. Die Versammlung ist der Ueberzeugung, daß die derzeitige Notlage des Grundund Hausbesikes in Deutschland auf die Steuerüberlastung zurüdzuführen ist und fordert deshalb: 1. die Beseitigung der Steuer nach dem gemeinen Wert und die Rückkehr zu dem Grundsatze der Ertragsbesteuerung, 2. die Herabsetzung und den einheitlichen gerechten Ausbau der Besitzwechselabgaben, 3. die Aufhebung der Wertzuwachssteuern und die Ausschaltung des Grundsatzes der Konfiskation aus dem Besteuerungswesen, 4. bei einer etwaigen Besitzsteuer eine gerechte Entlastung des Grund- und Hausbesikes, 5. die Heranziehung von Vertretern des Haus- und Grundbesitzes bei Vorbereitung steuerlicher Vorlagen, die ihn berühren.
Politische Rundschau.
Deutschland.
Die Großherzoglichen Herrschaften begaben sich zum offiziellen Besuche des Großherzogs und der Großherzogin von Mecklenburg- Schwerin nach Schwerin.
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Degea
Dos Glückskind.
Roman von e von Hellmuth.
( Nachdruck verboten.) Noch immer sprach keiner ein Sterbenswörtchen von der Abreise, im Gegentett, sie schtenen sich erst recht bier festsetzen ait wollen. Was sollte man da machen? Fortschicken tonnte man die Gäste doch auch nicht. Mehr als einmal traute der Mite sich hinter den Ohren, als müßte ihm dabei ein guter Gedanke kommen.
Rosi legte sich frühzeitig au Bett und schlief mertwürdigerweise trog aller Aufregung wie ein MurmelHer. Am nächsten Morgen erwachte sie neugestärkt und fühlte den alten Mutwillen und die Freudigkeit zurückfehren.
Was konnte ihr schließlich der audringliche, abgeschmackte Freier schaden? Mochte er doch so lange blei ben, als er wollte, was fümmerte sie denn das? Des balb sich Tage lang in ihr Zimmer einzuschließen, weil fener sie begehrte und für sich zu erringen hoffte, wäre doch wirklich Torheit. Wenn ihm die Zeit lang wurde, dann ging er sicher von selbst wieder fort. Sie wollte thn überhaupt nicht mehr beachten, daß schten ihr das Beste.
Soll ich hier oben untätig fizzen, während es druntest Arbeit fitr mich genug gibt? Rein, nein, ich würde mich zu Tode langweilen," sprach Röschen leise, und sich rafes ankleidend, fuhr sie in ihrem Selbstgespräch fort: e will ich flüger sein als gestern, will doch mal fecit, ob ich dem lästigen alten Gecken nicht entschlüpfe." Ein Lächeln schwebte um den kleinen Mund: " Wenn ich thn Dr. Malljar wieder treffe, dann werde ich ihm alles erzählen, bet, da werden die schwarzen Augen funkeln, ba, ba, ha."
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Eine beiße Sehnsucht nach dem beimlich Geliebten erfaßte plötzlich das Herz des Mädchens. Es öffnete das Fenster, um der frischen, reinen Waldluft Eingang au verschaffen, als von unten berauf eine flagende, wie
gruppe Darmstadt des Jungdeutschlandbundes und die Schulen. Die Großherzogin mit den Prinzenföhnen wohnten der Parade zu Wagen bei.
Die Budgetkommission des Reichstages ſtrich darmerie noch in der Nacht eine Streife und eine Durch
gegen 12 Stimmen die Ostmarkenzulage für die Reichspost und Telegraphen- Verwaltung. Der Antrag des Zentrums, den Unterbeamten mit weniger als 1500 Mark Gehalt für das dritte und jedes folgende eheliche Kind unter 18 Jahren eine Zulage von je 100 Marf zu gewähren, wurde zurückgezogen und dafür Resolution angenommen, in der der Reichskanzler sucht wird, die Kinderzulage für Reichsbeamte einzu
führen.
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Zur Lage auf dem Balfan. Ponstantinopel, 27. Jan. Den Blättern zu. folge bielt n geftern einflußreiche Mitglieder des jung: türtlichen Kom tecs eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, daß Adrianopel und die Inseln des Archipels niemals abgetreten werden dürften.
London, 28. Jan. Wie das Reuterbureau erfährt, traten die Balkandelegierten heute nachmittag 2.45 Uhr zusammen und konserierten über drei Stunden. Während dieser Konferenz entwarfen und unterzeichneten sie eine Note, die sie den Türken zu überreichen beabsichtigen.
Aus Stadt und Land.
* Gießen. Die Feier von Kaisers Geburtstag fond in der herkömmlichsten Weise statt. Die Schulen feierten zum Teil schon am Samstag und zahlreiche Vereine begingen am Samstag und Sonntag den fest. lichen Tag durch besondere Veranstaltungen. Auch das Stadttheater stand unter dem Zeichen des vaterländs schen Freudentages. Die militärische Feier wurde durch einen Zapfenstreich eingeleitet.- Um 9%, Uhr fand heute fatholischer und um 10% Uhr evangelischer Festgottesdienst der vereinigten Zivil- und Militärgemeinde statt. Gegen 11 1hr hielt das Regiment auf Oswalds Garten Parade ab. Um 4 Uhr nachmittags bersammelte sich das Offizierkorps im Kasino zum Festessen. Das Fest ssen der Beamten und Bürgerschaft fand bei guter Beteiligung im Saale des Gesellschaftsvereins statt. Im Verlaufe des Mahles hielt der Rektor der Landesuniversität, Professor Dr. Ed, eine Ansprache.
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Zusammer. zusammen. Zwei der Wilderer nahmen den Verwun beten auf und schleppten ihn fo: t, während die beiden andern im Anschlag blieben und dann auch verschwan den. Es wurde darauf in Gemeinschaft mit der Gen. suchung der umliegenden Törfer vorgenommen, jedoch ohne Erfolg. Später wurde mit Polizeihunden gearbeitet, was gute Erfolge zeitigte, sodaß der Angeschossene ermittelt werden konnte. Er hatte einen Beinschuß cr. halten. Die anderen Mitschuldigen hofft man auch in aller Kürze festnehmen zu können.
in der Beton cines Ginwohners aus Wittgenbock
3 Darmstadt. Hoftrauer hat aus Anlaß des Todes dis Erzherzogs Rainer der Großherzog für den hessischen Hof angcordnet und zwar für acht Tage. s Darmstadt. Der deutsche Kaiser hat dem Generalmajor a la suite Maximilian Freiherrn v. Heyl den Roten Adlerorden 2. Klasse mit dem Stern ver liehen.
s Darmstadt. Des hessische Ministerium des Innein hat dem Kirchen- und Schulvorstand in Arnstadt die Erlaubnis erteilt, 10 000 Lose der am 9. und 10. Mai d. J. auszuspielenden 7. Seite der Geldlotterie zum Besten der Wiederherstellung der Bonifacius. und Liebfrauenkirche in Arnstadt in Thü ingen innerhalb des Großherzogtums zu bertreiben. Nach dem von der zuständigen Behörde genehmigten Verlofun, splan dürfen 120 000 Lose à 1 Mait ausgegeben werden. Zum Ver trieb in Hessen dürfen nur mit dem hessischen Zulassungsstempel versehene Lose gelangen.
s Mainz. Der Landtagsabgeordnete Bach Mainz hat bei der zweiten Kammer der Landstände betr. Pensionierung der Stadtlehrer folgenden Antrag gestellt:„ Das Gehat der Vollsschullehrer in den Städten mit besonderem Ortsstatut berechtige den Staat gegenüber nur insoweit zu einem Anspruch auf Pension, als sie, einst ließlich der bei der Pensionierung in Anrechnung zu bringenden Mietentschädigung das Pensionsgehalt der an staatlichen Anstalten viwendeten, seminaristischen Lehrer( Reallehrer) nicht übersteigen." Die Regierung verhält sich im Einverständnis mit den Landlehrern in der Mehrheit der Zweiten Kammer gegenüber diesem Antrag a blehnend, weil die An nahme des Antrags der in Hessen geschlich durchgeführ ten Gleichstellung der Stadt und Lendlehrer in Bezug auf Pensionsberechtigung widerspreche. Du ch Verwirk lichuna der Forde un sen des Antrancs Bach meiden
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es schien mit Tränen kämpfende Stimme an Röschens Ohr schlug:
„ Er muß die ganze Nacht im Walde herumgetrrt sein, denn Kleider und Haare waren feucht vom Nachttau."
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Ja, war denn das nicht Leberecht, Malljars DteRöschen beugte sich we &, um den Sprecher sehen zu können; ste hatte nicht getäuscht, dort unten am Brunnen stand c... Kathi und erzählte, mit dem Taschentuch über die Augen fahrend, eifrig weiter: Als ich meinen geliebten Herrn heute frith in diesem Aufzug erblickte, die Stiefel beschmutzt, die Haare wirr und ungeordnet in die Stirn hängend, das ganze Gesicht totenblaß und entstellt, faum zum Wiedererkennen, die sonst leuchtenden Augen matt und trübe, ich sage Dir, Katht, das Herz im Leibe tat mir weh, ich schlug die Hände über dem Kopfe zusammen, so er schrocken war ich gewesen.
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Ich half thm dann die Kleider wechseln und hoffte, er werde sich ein paar Stunden niederlegen, aber er wollte nichts davon wissen; eilig mußte ich ihm ein weniges in ein öfferchen paden, dann, dann
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nahm er Abschied auf lange, lange Zeit, vielleicht auf immer, wie er mit matter, Heftrauriger Stimme und einem herzzerreißenden Lächeln sagte, und ich glaubte auch, daß ich meinen Herrn nicht wieder sehen werde, denn so, wie der aussah,-- ich fürchte das Schlimmste. Ich bat und flebte, ich umflammerte seine Ante und beschwor, mich mitzunehem, alles umsonst, alles vergebens.
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Bleibe, wo Du bist, mein trener Alter", sagte er zu mir, und versuche, glücklich zu werden, glitc licher als Dein armer, bedauernswerter Herr, dem auf Erden nichts als Enttäuschung befchieden ist, der trou feines Reichtums keine Freude mehr am Leben
hat. Heirate das Mädchen Deiner Wahl, ich will nicht, daß Du meinetwegen Dich von ihr trennen soulst, verwahre mein Haus gut, Ihr werdet später, wenn e mir möglich ist, von mir hören."
Damit ging er, ob ich auch schluchzend die Hände rang, er blieb dabei, ich konnte den sonst so sanftmit tigen, nachgiebigen Mann nicht von seinem Vorsatz ab bringen."
Hastig, als schäme er sich dessen, fuhr Lebrecht wie derum mit dem buntgewürfelten Taschentuch über die Augen, dann fuhr er grimmig fort: Jch wette meinen Kopf zum Pfande, dahinter stedt ein Frauenzimmer, so ein
Kathi fuhr auf und legte ihm die Hand auf den Mund.
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" Ja, Du", sagte Leberecht mit veränderter Stim me, Du bist wohl eine Ausnahme, brauchst nicht zor nig zu werden, denn Dich will ich nicht schmähen, Du bist alle Zeit ehrlich und gut zu mir gewesen, aber die andern, Schlangen find sie, alle miteinander, schlecht und niederträchtig. Denn, daß mein armer, guter Herr in das hübsche Lärvchen, Euer Prinzeßchen verliebt war bis über die Ohren, das fonnte doch ein Kind ſeben. C. wie heiter und lustig fonnte er in der letzten Zeit immer sein, so vergnügt, wie ich ihn nie gefeben. Nun mag der Teufel wissen, was Los ist; fie wird ihn mit einem Rorbe beimgeschickt haben, wird vielleicht einen jüngeren, hübscheren wollen, und mun ist er fort, wieder in die weite Welt hinaus, wahr scheinlich auf Nimmerwiedersehen. Wenn ich nur wüß te, was dahinter steckt, ich gäbe was drum!" Kathi versuchte, so gut fie es vermochte, den Aufge regten zu beruhigen.
ortfegung folgt.)
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