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17 Sozialisten. Die neue Rammer besteht also aus 45 Mitgliedern der Rechten und zwar 25 Ratholiken, 11 Antireoplutionären, 9 Christlich- sozialen) und aus 55 Mitgliedern der Linken( und zwar 30 Liberalen, 7 De­mofraten, 18 Gozialisten).

Das holländische Rabinett hat der Königin Wil­helmina seine Demission überreicht. Anlaß dazu bildete die Niederlage der holländischen Regierung bei den letz­ten Wahlen. Das Ministerium wurde am 12. Februar 1908 konstituiert.

England.

* Der deutsche Botschafter in London erklärte nady einer offiziösen Meldung auf der letzten Botschafterfon­ferenz, daß zwischen Deutschland, Italien und Dester- reich- Ungarn völlige Einigkeit über den Verlauf der Süd­grenze Albaniens beſtehe. Die Grenze soll von Ptelia ausgehen und in der Weise festgesetzt werden, daß Go­

riza Albanien verbleibt.

Türkei.

Ronstantinopel. Die Verschwörer in Kon­stantinopel verfolgten den 3wed, den zweiten Erbprin zen, Behaddine Effendi auf den Thron zu erheben und den ersten Erbprinzen als verrückt zu erklären.

Beirut, 27. Juni. Die beiden Söhne Kia­

mil Baschas, Selim und Ferid flüchteten über Alexan­drien nach Cypern. Riamil selbst ist zu seinem Schwie gersohn nach Aegypten geflohen.

Amerika.

Bon Washington kommt die Nachricht, daß der frühere englische Minister Lord Murray weitgehende Verträge mit Equador und Columbia abgeschlossen hat wegen der Lieferung von Del. Die englische Regierung hat nämlich den Plan erwogen, ihre Kriegsschiffe nur noch mit Petroleum zu heizen.

Aus Stadt und Land.

Schutz dem Handwerk". Unter dieser Stichmarte erschienen im September 1912 Artikel in der Presse über den Konkurs der Firma Rudolph& Fischer in Wiesloch. Die Rheinische Schuckert-( Ge­sellschaft zu Mannheim hatte an die erstgenannte Firma die Erstellung von Transformatorenhäuschen bei der Ueberlandzentrale im Ried vergeben, die ihrerseits wie der die Ausführung hessischen Handwerksmeistern über­trug. Durch den Konkurs waren zahlreiche Handwerker 31 Schaden gekommen und glaubten jetzt Regreßan­

sprüche an die Rheinische Schuckert- Gesellschaft stellen zu fönnen, weil diese die Handwerker nicht rechtzeitig von dem schlechten Stand der Firma Rudolph u. Fischer unterrichtet habe. Die Handwertstammer in Darmstadt hatte jich alsbald der Sache angenom­men und im Interesse der geschädigten Handwerker Ver­handlungen mit der Schudert- Gesellschaft eingeleitet, um festzusteilen, ob die gegen die letztere erhobenen Vor­würfe begründet waren. Es konnte aber festgestellt wer­den, daß dies nicht der Fall ist. Trotzdem unternahm die Handwerkskammer mit Rücksicht auf die schwere Schädigung der Handwerker und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage der Betroffenen weitere Schritte. Die von der Handwerkskammer mit der Rheinischen Schuckert- Gesellschaft gepflogenen Verhandlungen haben jetzt zu dem erfreulichen Ergebnis geführt, daß sich diese Gesellschaft freiwillig in den Dienst einer guten Sache stellt und, ohne irgendwelche Verpflicht­ung hierfür zu haben, der Handwerks fammer zweds Verteilung an die im Konkurs Ru­dolph u. Fischer geschädigten Handwerker eine größere Summe überweisen wird, die es ermöglicht, daß den­in Betracht kommenden Handwerkern außer der Kon­fursquote weitere 25 Prozent gleich 11 000 mt. ihrer Restforderungen vergütet werden fönnen.

Die Allgem. Fleischer- Zeitung A.-G., Berlin SW. 19, setzt die Summe von 1500 Mart und eine große Zahl von Ehrendiplomen als Preise aus. Das Preisausschreiben bezieht sich auf alle Zweige des Fleischer und Wurstmachergewerbes, die Verwert­ung der Nebenprodukte und den Viehhandel. Jeder Vor­schlag, der geeignet ist, die Arbeit und den Betrieb ir­gendwie zu vereinfachen, zu verbilligen oder zu erleich­tern, soll zum Wettbewerb zugelassen werden, gleichviel ob er die Werkstatt, das Schlachthaus, den Laden, das Kontor, den Transport, die Behandlung der Kundschaft oder sonst das Gewerbe betrifft.

n Gießen. Sonntag nachmittag wird der Groß­herzog zum Akademischen Sport- und Spielfest nach hier kommen.

n Gießen. Zwischen der Stadt Gießen und der Direktion der Deutschen Kleinbahn- Gesellschaft fanden in letzter Zeit wieder Verhandlungen, zwecks Ankauf der Biebertalbahn, statt.

n Gießen. Der Taglöhner Michel von Hanau, der in Friedberg, wo er in Stellung war, seinem Mei­ster eintasierte Kundengelder veruntreute und von diesem zur Anzeige gebracht wurde, bezichtigte aus Rache den Meister eines Sittlichkeitsdeliktes. Michel erhielt von der

Straffammer wegen falscher Anschuldigung die exemple rische Strafe von 6 Monaten Gefängnis.

o Wetterfeld. Mit einem Verlust von 2000

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Mart schließt, die hiesige Genossenschaftsmolferei ihrer Golda Jahresrechnung ab. Die Einnahmen betragen 47 000 id verlau Mart, die Ausgaben 49 000 Mart. Die Molkerei verr die G arbeitete nahezu eine Million Liter Milch und zählung hat

245 Mitglieder.

o Friedberg. Die Eröffnung des neuen Per sonenbahnhofs soll am 15. Juli stattfinden.

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nison ist. Die Arbeiten zur Herstellung der Kasernen. Nachricht ein, daß Friedberg vom 1. Ottober an Garm Berlin o Friedberg. Vom Kriegsministerium traf die buch über räume werden sofort beginnen. Infolge der Nachricht wurden die Häuser geflaggt.

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beabsichtigten die Weinbergbesitzer ihre Reben auszu o Büdingen. Wegen andauernder Mißerfolge pflanzen. Damit würden die letzten oberhessischen Win rotten und die Bergabhänge mit Obstbäumen zu beie nächſtjäh gerten verschwinden.

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3weiten Kammer hieli wieder gemeinsam mit der Rezer Zeit au s Darmstadt. Der Finanzausschuß der he olden gierung Beratungen ab, in denen die Durchsprechung podman des Besoldungstarifs zu Ende geführt wurde. Vortrags des Berichts eines Referenten findet in der zeileut des Besoldungstarifs zu Ende geführt wurde. 3weds waren alle nächsten Woche noch eine Sitzung statt. Alsdann wird befeht, ba der Ausschuß in die Sommerferien eintreten.

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as Darmstadt. Der Finanzausschuß der Zwei ten Kammer mußte seine Beratungen für diese Woche aussetzen, da ein großer Teil der Mitglieder verhinderten den 2

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):( Weilburg, 26. Juni. Gestern morgen 11 Uhr trafen in zwei Autos die regierende Großherzoginonen, Maria Adelheid von Luxemburg, Großherzogin Witwe Gefolge hier ein. Die Herrschaften besuchten das Schloß Maria Anna, Herzogin Karl Theodor von Bayern und und die Gruft in der Schloßkirche.

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delberg aus die Hessen in Amerika", die eben Deutsch- Gr. Karb ):( Worms, 27. Juni. Gestern trafen von Hei- 138( 56), land bereisen, in Worms ein, wo sie von einer Abord­nung der Stadtverwaltung empfangen wurden.

! Rheinböllen. Beim Schleuderballwettspiel wurde dem Katastergehilfen Wiener aus Schnorbady ein Bauchfellentzündung eintrat, die wenige Stunden später Ball mit voller Wucht gegen den Leib geworfen, sodaß den Tod zur Folge hatte.

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das neuzeifliche Kaffeegetränk, ift nicht nur wohlschmeckend, fondern auch gefund. Darum follte ihn jeder trinken.,

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Die Nachbarn vom Heideland.

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Roman von Ludwig Blümde. ( Nachdruck verboten.)

Da erschien Hermine mit einem kostbaren Trauer­Lostim und spielte die Rolle der betrübten Witwe ebenso großartig wie damals ihre Mutter. Bet der Testaments­eröffnung verging thr freilich die Lust an weiterem Komödienspiel. Aber weder ihre Beleidigungen gegen den Gerichtsbeamten, die Erben und den Verstorbenen felber nützten ihr etwas, sie hatte sich den ihr zustehen­den Erbteil eben schon vorweg gesichert und mußte sich fetzt bescheiden. Außer sich vor Wut über soviel unge= rechtigkeit, reiste sie zu ihrer Mutter nach Flensburg, die sie seit ihrer Verheiratung nicht mehr gesehen, und versöhnte sich mit derselben wieder, als sie hörte, daß derselben die neue Ehe auch nichts als Enttäuschungen gebracht.

keine Ahnung vom landwirtschaftlichen Betriebe hatte. Dem war es darum Iteb, an Hinrichsen und Lorenzen treue Berater zu haben. Er verstand sich auch bereit­willig dazu, den Pachtvertrag zu des Eichhofers Gun­sten zu ändern.

Wie dann in diesem Jahre in Holms Garten und in dem grünen Gerant um das schlichte Schulhaus die Rosen wieder blühten, da traf aus Thüringen die Nach­richt von Hans ein, daß man thn jetzt jeden Tag er­warten könnte. Seine Lunge wäre gottlob vollständig geheilt und der Fehler am rechten Bein hätte sich soweit verloren, daß er jetzt schon metlenwelt spazieren gehen tönne.

Der Gatte trieb sich, nachdem er schon während der Flitterwochen das Geld mit vollen Händen zum Fenster hinausgeworfen und sein betrogenes Weib geprügelt, jetzt in der Welt umher. Da beschlossen denn Mutter und Tochter irgendwo in einer größeren Stadt wieder eine Restauration oder so etwas für den Rest threr Bar­schaft zu erwerben. Das geschah auch, aber mit Glanz und Flitter war es für sie zu Ende. Man hörte nach Jahren nur einmal von ihnen in Arendrup, daß die Mutter im Armenhaus gestorben und Hermine als Kellnerin in einer schmußigen Kellerwirtschaft ein er bärmäches Dasein friste.

XI. Frieden.

Das Arendruper Mühlengrundstück, sowie den Moorhof und den Eichhof besaß jetzt ein entfernter Ver­wandter des verstorbenen Thoro, etn Großstädter, ber

" Ihr seht," sagte da der bledere alte Lehrer zu den Getreuen vom Eichhof, die allsonntäglich seine Gäste waren, Ihr seht, es muß doch Frühling werden! Es walten höhere Mächte über uns, und unseres Herrgotts Wege gehen über unser Wissen und Verstehen."

Ein dunkler Schatten war und blieb in diesem Sonnenschein nach rauher Winternacht nur Ewalds un­bekanntes Geschick.

mit einer thr sonst nicht eigenen Hast in der Küche her umhantierte. Da rief Hinrichsen, der eifrig an seinem blauen Sonntagsrock bürstete, herein: Beetlt Euch, Holms warten schon mit dem Kaffee. Stine, Du tommst mit, sonst wird Jnge Dir böse. Jver bleibt auf dem Hof und sieht nach dem Rechten."

Man hatte nichts unterlaffen, feinen Aufenthalt zu ermitteln, als seine Unschuld erwiesen und der Steck­brief aufgehoben war. Der alte Holm bot bis zur Stunde seinen ganzen Scharfsinn auf, neue Entdeckungs­versuche zu ersinnen. Die Wahrscheinlichkeit, Ewald müßte dort dritben in Amerika seinen Tod gefunden haben, wurde ihnen mehr und mehr zur Gewißheit. Und das war es eben, was bie Freude nicht wollte auf­tommen lassen.

Aber jetzt stößt das Mädchen einen Jubelruf aus und stürzt an das offene Fenster. Da kommt er, da tommt er! Sagte ich es nicht?"

Sonntag war es bente, und heller Sommenglana rubte über der Helde, über den goldstrahlenden Aehren­feldern des Eichhofes, die in diesem Sommer eine reiche Ernte versprachen nach all den Jahren der Not.

Von einer Knabenschar begleitet, die ihm sein biß chen Gepäck trägt, schrettet Hans Hinrichsen in voller Ulanenuniform, das eiserne Kreuz auf der Brust, stola und gerade mit glückstrahlendem Antlik daher. Kein Mensch sieht ihm an, was er durchgemacht. Sind die Wangen auch noch ein wenig schmal, so ist er doch im übrigen fräftig und elastisch wie früher. Und un drückt der alte Niese den jungen Riesen an sein Herz, will ihn gar nicht loslassen und scheint zu fürchten, man wolle ihm denselben wieder entreißen. Aber des Kriegers leuchtende Augen können sich nicht satt schanen an dem Iteblichen Mädchenbild, an dem erglühenden Rosenge sicht, das ihm so selig zulächelt. Nur zu deuflich spre chen diese Blide: Ist das wirklich die langgltebrige Stine? Nein, wie hat das Mädel fich verändert, fie ft fa bildschön geworden in dem einen Jahr!"

Ich habe so eine Ahnung, als wenn er bente zu rückkommt," fagte Stine zu ihrem Bater. wubrenb fie

Aber thr wieder einen Ruß auf die Stirn zu drüfen, das wagt er nicht. Ihr Händedruck genügt ihm. Ste wissen es in diesem Augenblick auch ohne Worte, daß ein unzerreißbares Band thre Herzen in alle Ewigkeit verbindet, daß sie einander schon lange angehört haben. Auch Bater Lorenzen, der mit dem bunten Lafchem tuch die Tränen aus den Augen wischt, weiß es, darum findet er gar fein rechtes Begrüßungswort vor feliger Rührung.

( Schluß folgt.)

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