Einzelbild herunterladen

ines in

Sie hund

t und

Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 25 Pfg. monatlich vierteljähr.ich 75 Pfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unferer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vterreljährlich 60 Pfg. Mittwoche und Samstags. weg 83.

-

Erscheint

Redaktion: Selters­Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der Gießener Zeitung" G. m. b. s.

Nr. 17.

"

Telephon: Nr. 362.

Uom Balcan- Krieg.

Infolge des schlechten Wetters und vor allem auch folge des friegerischen Aufschwunges der Tücken ver­igern sich die mit so großen Worten angekündigten perationen der Bulgaren. Seit dem Kampfe von Bu­2 ir ist es zu keinem ernsten Zusammenstoß mehr ge= mmen. Bei Tschataldscha weichen die Bulgaren lang­m zurück. Schritt für Schritt rückt die türkische Ar­

Lenee hinter ihnen nach. Die hinterste Verteidigung

sch

-

ist wa 40 bis 50 Kilometer vor der Hauptstadt eräumt. Nur kleinere Abteilungen stehen noch in den

glicherichanzungen.

liest im

Matt

Er

das

rat!

arine)

Ueber die Grenzen von Albanien werde jetzt wischen Wien und Petersburg direkt verhan­

Türkische Sch a t; scheine im Werte von einer tillion Pfund sind nach Indien gesandt worden, 10 für ihre Aufnahme unter den Mohammedanern eif­ig Propaganda gemacht wird. Die Bevölkerung von tonia soll sich bereit erklärt haben, Schatzscheine im Bert von 500 000 Pfund zu kaufen.

Politische Rundschau

Deutschland.

Berlin, 24. Febr. Das dänische Königs­paar ist heute zu einem offiziellen Besuche des Kaiser­erhältniffe, Beo: aares hier eingetroffen. Auf dem Perron war zum hend Allmen. Empfange das Kaiserpaar erschienen, das die Gäste Empfehlungen. uf das herzlichste begrüßte. Der König von Dänemark m. b. H. cug die Uniform des Husarenregiments Landgraf Friedrich 2. Hessen- Homburg( 2. Kurhessisches) Nr. 14, I. 4359. effer Chef der König ist. Der Kaiser trug die preu­ische Große Generalsuniform.

Der Kaiser stellte den König a la suite der Ma­olzminden, ine, der Königin wurde der Luisenorden mit der Jah­Dir ktor eszahl 1813-14 verliehen.

GU.Haarmann lerr t15.Oktober.

Schala gleichgestellt

st. Neu!

fel.

ark 6.75

fel,

Berlin. Dem Prinzen Ernst August, Herzog u Braunschweig und Lüneburg, ist der Schwarze Ad­erorden verliehen worden.

*

Berlin. Die Vorgänge in der Berliner Ver­ammlung der Stadtverordneten, wo die Sozialde otratie gegen die Feier zur Erinnerung

an die

ind Poularden her- Freiheitskriege protestierte, haben ihren Tiefstand hinsichtlich des vaterländisch en Empfindens in beschämender Weise gezeigt. Wie mag dem deutschen Nachn. Ja. Ware. rbeiter das Blut in die Wangen steigen, wenn er er­ahrt, daß er nicht das Recht haben soll, der Väter und Hamburg31. rer Großtaten zu gedenken." XXXXXX

fts­

G

Das Glückskind.

Stoman von Frene von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)

Die niederschmetternde Nachricht von den Verun­nungen thres Gatten traf Röschen ebenso unerwar­Oso unvorbereitet, wie die ganze Bevölkerung der abt, und diesem Ansturm war die ohnehin angegrtf­kne Gesundheit der armen Frau nicht gewachsen. Er Marf fie nieder, so vollständig, daß auch Doktor Pächt­G den man auf den Wunsch der Kranken herbeigeru­hatte, an ihrer Rettung fast verzweifelte. Ein heftiges Nervenfteber war zum Ausbruch ge= Gommen und der treue Freund stand beinahe machtlos beer femen Krankheit gegenüber.

G

G

83.

G

G

Er hoffte zwar, daß die träftige Konstitution im Berein mit der Jugend der Patientin den Steg davon­agen würde, allein das ließ sich nicht mit Sicherheit #voraus bestimmen.

Indessen war über die gesamte Habe Winters der furs verhängt worden. Die ganze kostbare Einrich­gwurde versteigert und nur mit Mühe gelang es m stets über die einstige Braut treulich wachenden ottor, die unbarmherzigen Menschen, die auch über die me Frau den Stab gebrochen hatten, von dem Kran­immer fern zu halten, so daß dieses in seinem bis­gen Zustande verblieb.

Als die Kranke sich außer Lebensgefahr befand,

net Dr. Pächtner es für seine Pflicht, sie so schonend

G

00000

möglich von der stattgehabten Veränderung der Ver­hältnisse zu unterrichten. Er fürchtete, wenn die Aermste Wahrheit deffen, daß ihr nichts, auch gar nichts ver­unvorbereitet erfuhr, ein Rückfall eintreten

pie

Ruhig nahm die junge Frau die schlimme Nachricht nur als sie erfuhr, daß der Erlös aus allem, das 3 Wagen. Bierde mit inbegriffen, nicht einmal zur biltie hinger hatte, den Leuten das veruntreute

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 26. Februar 1913.

*

In der Budgetfommission des Preußischen Ab­geordnetenhauses wurde am Montag zu Beginn der Beratung des Kultusetats die Frage der Fest leg= ung des Osterfestes erörtert. Der Kultusmini­ster erklärte, die bisherigen Verhandlungen in Rom hät­ten feine Geneigtheit für eine Äenderung seitens der ka­tholischen Kirche ergeben. Zurzeit sei Hoffnung auf eine ' Aenderung nicht vorhanden.

*

Oesterreich.

Wien, 24. Febr. Bei einem diplomatischen Rout, der heute abend stattfand, wurde von verschie= denen Diplomaten ihrem Korrespondenten mitgeteilt, daß sich heute eine wesentliche Entspannung voll­zogen habe, so daß mehr als in den letzten Wochen be­gründete Aussicht vorhanden ist, daß sich allera= gen, die auf der Tagesordnung stehen, gütlich iösen und der vollständige Friede im An­zuge ist. Ebenso wurde bekannt, daß nicht nur Ru= mänien, sondern auch Bulgarien die Ver­' mittelung angenommen haben, ohne irgend welche Bedingungen zu stellen.

Frankreich.

Paris. Delcasse e besuchte den deutschen Botschafter Frhrn. v. Schön.

Paris. Der Kriegsminister und der Finanz­minister suchten in der Finanzkommission des Genats um die Genehmigung nach, 72 Millionen für Luftschiff­fahrtszwecke, für die Verstärkung der Artillerie mit neuen Festungsgeschützen, die eine Reichweite von 14 Kilome­tern besiken, usw. einzustellen. Von der Vermehrung des Effektivbestandes war nicht die Rede. Die Kom­mission zeigte sich für die angeforderten Kredite geneigt. Eine eigne Abteilung, für Luftschiffahrt und Flugwesen soll errichtet werden.

*

Paris. Offiziös wird gemeldet, daß der Rat der Direktoren des Kriegsministeriums wahrscheinlich sich für Wiedereinführung des dreijährigen Dienstes für alle Rekruten ausnahmslos aussprechen werde, plne jede Begünstigung für Studenten, Lehrer und Stüken der Familie. Man würde den Studenten le­diglich gewisse Erleichterungen dadurch gewähren, daß fie aruppenweise, das dritte Jahr in Städten mit Hoch­schulen abdienen könnten.

Spanien.

* Madrid. Auf Grund von Mitteilungen von die Eingeborenen in Tanger wird gemeldet, daß Stämme des Gebietes von Tetuan die Belekung dieser

Gut zurückzuerstatten, geriet sie in eine furchtbare Auf­regung und rang verzweifelt die Hände.

Daß sie nichts mehr thr eigen nannte, kümmerte fte nicht; sie hoffte noch immer, bald von allem Leid er­Löst zu sein, aber daß sich die armen, metst aus redli­chen Arbeitern bestehenden Leute durch die schändliche Handlungsweise dessen, den sie thren Gatten nennen mußte, betrogen sahen, das war es, was ihr den meisten Kummer bereitete und für ihre Gesundhett das Schlimmste befürchten ließ.

In dieser überaus traurigen Bett bewies fich Dok­tor Pächtner als ein wahrer Freund in der Not und er fühnte so das Unrecht, das er einst begangen.

Er sorgte, daß es der Kranken nie an treuer Pflege und träftiger Kost mangelte, er schaffte die teuersten Weine herbei, und Röschen fragte nicht, wer das alles bezahlte. Stundenlang saß er am Bett der schwerge­prüften Frau, die so wenig Freunde besaß.

Eines Tages kam die Nachricht, daß man dem ent­flohenen Direktor Winter, auf dessen Ergreifung etne hohe Belohnung ausgesetzt war, auf der Spur gewesen set, und daß das Schiff, mit dem er die Ueberfahrt nach der neuen Welt machen wollte, bet einem Zusammenstoß mit allem, was es enthielt, in die Tiefe gesunken war. Nur einigen von der Mannschaft gelang es, sich zu ret ten, und durch diese wurde es unschwer und zweifellos festgestellt, daß Winter in den Wellen ein nasses Grab gefunden und so der strafenden irdischen Gerechtigkeit für immer entzogen war.

Lange saß Dr. Pächtner über dieser Zeitungsnach­richt und wußte nicht, ob er es wagen durfte, sie seiner Patientin mitzuteilen. Doch nach reiflicher Ueberlegung fam er zu der Einsicht, daß es wohl am geratensten set, wenn sie durch ihn so schonend als möglich von dem Borgefallenen in Kenntnis gesetzt wurde. Es schien ihm besser, als wenn unvorbereitet ein neuer Schlag die arme Dulderin treffen würde.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 pig.

die 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Pfg. Die 90 mm breite Reflame 3 eile 50 Pfennig Ertrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei leberschreitung des Zahlungs­teles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Stonfurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Telephon Str. 362.

25. Jabru.

Stadt durch die Spanier nicht widerstandslos hinneh­men wollen. Die spanische Besatzungstruppe sei über 3000 Mann stark und, lagere auf einer die Stadt Te tuan beherrschenden Höhe. Die Kasbahs werden von den Spaniern in Verteidigungszustand gesetzt..

Rumänien.

Das Befinden der Königin von Rumänien, die operiert worden ist, ist ein andauernd sehr günsti­ges. Sie dürfte in allerfürzester Zeit wieder vollständig hergestellt sein.

sk:

China.

Peking. Die Kaiserin- Witwe Lung- ist nach kurzer Krankheit gestorben.

Amerika.

New- Yort. In der Nacht von Samstag zum Sonntag wurden Madero und Vizepräsident Suarez, als sie aus dem Nationalpalast nach dem Bundes distrikts gefängnis gebracht wurden, von den Wa­chen erschossen.

9,16 Milliarden Entschädigu gen.

Die Leistungen der reichsgesetzlichen Arbeiter- Ver­ficherung und ihre hervorragende Bedeutung für die Volts wohlfahrt sind in der Deffentlichkeit noch wenig

bekannt. Welche Riesensummen für die Zwecke der so­zialen Versicherung aufgebracht werden, zeigt eine in der lekten Ausgabe des Reichsarbeitsblatts veröffent= lichte Zusammenstellung über die Gesamtleistungen der Arbeiterversicherung. Hiernach sind in dem Zeitraum von 1885 bis 1911 an die Versicherten 9160 Millionen Mark Entschädigungen gezahlt worden, und zwar: in der Krankenversicherung ( 1883 1911) 4749 Mill. Mt Unfallversicherung ( 1815 1911 2139" 1 " Invalid. u. Altersversicherung( 1891/1911) 2272 Sa. 9160 Will. Wit. auf

"

"

"/

" 1 "

Die Gesamtsumme der Einnahmen stellt sich 12 640 Millionen. Diese setzten sich zusammen aus 5687 Mill. Beiträge der Arbeiter, 5029 Mill. Beiträge der Versicherten, 1229 Mill. 3insen und sonstige Ein­nahmen und 693 Mill. Zuschuß des Reichs. Veraus= gabt( ohne Rücklagen zur Vermögensbildung) wurden insgesamt 9936 Mill. Die Kosten der Gesamtverwalt­ung bezifferten sich auf 916 Mill.

Im Jahre 1911 ist die Gesamtsumme der zur Auszahlung gelangten Entschädigungsbeträge im Ver­gleich zum Jahre 1910 wiederum erheblich gestiegen, und zwar von 718,04 Mill. auf 767,53 Mill. Sier­

Recht schwer dünfte diesmal dem besorgten Manne der Gang nach dem Winterschen Hause. Unterwegs überlegte er nochmals genau, wie er die Worte wählen wollte. Er fühlte ein befes, inniges Mitleid, doch nie­mals den Wunsch nach dem Besize der ehemals Ge­Itebten in seinem Herzen aufsteigen.

Als der junge Dottor vor der Tür des Bimmers stand, hörte er drinnen lebhaftes Sprechen. Wer mochte das sein? Ein Bekannter nicht, aber wer nur, wer? Er öffnete letse. Röschen hielt schluchzend die Arme um den Hals eines graubärtigen Mannes ges schlungen. Ihr Kopf lag auf deffen Schulter, aber fet­nes bemerkte den Eingetretenen. Die betden waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, und Pächtner blteb an der Titre stehen, um nicht zu stören.

Schmeichelnd und liebkosend strich der Fremde über das seidenwetche Haar und suchte die Aufgeregte zu be­ruhigen.

-

" Gräme Dich nicht, mein Liebling, Du mußt das Geschehene standhaft zu tragen suchen. Glaube mir, es ist am besten, daß er tot ist, an ein Zusammenleben mit solch einem Schuft war ja doch nicht mehr zu den­fen."

Dr. Pächtner erschrat. Die erschütternde Nachricht war also schon eingedrungen in das stille Krankenzim­mer. Man hatte jedenfalls ohne alle Schonung der ar­men Frau die Mitteilung davon gemacht, und er tam nun zu spät.

Während der junge Mann noch immer unbeweglich stand, fuhr der Sprecher dort fort, in den zärtlichsten Ausdrücken auf die Weinende einzusprechen.

Ich weiche nicht mehr von hier, mein armes, liebes Roselchen, bis Du start genug bist, mich zu begleiten. Es muß zu Hause auch ein paar Wochen ohne mich gehen. Dann bleibst Du ganz und für immer bet uns in Dei­nem geliebten Wald, rnd Du sollst sehen, wie schnell Deine Backen wieder ot werden. O, es ist schön bet uns, nicht, mein Herzblat:?" ( Fortsetzung folgt.)