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Gießener Zeitung

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-

( Neueste Nachrichten)

vierteljährlich 75 Pig., vorauszahlbar, frei ins Saus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 60 Big.- Ericheint Mittwochs und Samstags. Rebaftion: Selters. Für Aufbewahrung oder Rädsendung nih berlangter Manuftripe wird mor garantiert. Verlag der Gießener Zeitura". m. b.

veg 83.-

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Telephon: Nr. 362.

Dr. 77.

Vom Balkan.

interessante Buch lesierten 17 Paragraphen des Friedensvertrages redigiert. Fremden Der Bertrag wird wahrscheinlich 23 Paragraphen ent­

In der gestrigen Sitzung haben die Friedensdele­

Legiona

er Erfahrung und das is schriebenen Erlebnissen der sollte es lesen, jeder

halten. Die nächste Sitzung findet am Mittwoch statt. Die Demobilisierung wird sofort nach der Unterzeich nung des Friedensvertrages beginnen. Auch dürften die diplomatischen Beziehungen dann sofort wieder aufge

ngen, Illustrationen und ie Grausamkeiten aus eig e jährlich Tausende Deanommen werden. Die türkischen Delegierten nehmen die Demobilisierung nur unter der Bedingung an, daß Bul­gatien sofort eine vollständige Amnestie für die Einwoh­M, bei portofreier Zusend ner Thraziens erlassen wird. In diplomatischen Krei­Richard Hartmauen erregt die Nachricht von der vorzunehmenden De­mobilisierung große Freude, da man nun hoffen darf, daß die Schwierigkeiten mit Griechenland eine glatte Er­ejacht großen Saal op. ledigung finden werden. 0-500 qm gok, m

beckerstr. 21,

ischem Anschlus. Off u Halle a. d. S. voftlage

t- und ' t zu Halle iebstahl-, sowie Unfall­

a.

Die Kämpfe an der serbisch- albani shen Grenze gewinnen immer mehr an Ausdehn­ung und nehmen allmählich den Charakter eines Krie ges zwischen den serbischen Truppen und den Albane­en an. Die Malisoren machten bei Reka Dscha­lowiga einen Angriff auf die serbischen Truppen, die ich vor der Uebermacht zurückziehen mußten. Sie plün­derten darauf einige Dörfer, wurden aber verjagt, als die Serben Verstärkungen erhielten. Die serbischen Ver­lufte betragen 32 Mann sowie mehrere Verwundete, darunter einige Offiziere, während die Albanesen 200 Tote hatten. Ein zweiter Angriff der Albanesen auf Fichaie wurde ebenfalls zurückgeschlagen. Den Serben

Erpedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 24. September 1913. rus zudgefehrt sind, da dort große Unruhen ausge­brochen sein sollen.

Politische Rundschau.

Deutschland.

Kaiser Wilhelms nach Oesterreich und sein * Nach einem Mailänder Blatt hat die Reise Besuch des Erogroßherzog- Thronfolgers den Zweck, eine Versöhnung zwischen Desterreich- Ungarn und Ita­lien herbeizuführen.

Am 14. Oftober wird der Kaiser in Trier zur Einweihung der neuerbauten Katharinenbrücke ein­treffen.

Der Reichskanzler hat in offizieller Form die Bundesregierungen benachrichtigt, daß eine Beteilig­ung des Reiches an der Weltausstellung in San Fran­zisto nicht mehr beabsichtigt wird. vorgestern 68 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlaß Der Herzog von Cumberland ist veranstalteten die Welfen in Hannover eine Feier. Im Gegensah zu früheren Anlässen legten sich jämtliche Redner Mäßigung in ihren Ausführungen auf, nur der Reichstagsabgeordnete Frhr. v. Schele betonte, fenpartei verfechte, auch der Standpunkt des daß der Kampf für Recht und Freiheit, den die Wel­Herzogs sei, auf den er immer zählen werde. Sonst wurde jede politische Anspielung an diesem Abend streng vermieden. Ein Glückwunschtelegramm wurde an den Herzog gesandt.

und

Der Verzicht auf Hannover. Das Berliner Tageblatt" läßt sich aus Potsdam melden,

-Freiwillige en es, atte wichtigen ſtrategiſchen Buntte zu be- baß sich Bring Ernst August von Cumberland gleich

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haupten. Zu einer förmlichen Schlacht fam es in der Nate von Pischkopeia, einem wichtigen strategischen Punkt der Gegend Sumadia. Gutbewaffnete und den erbischen Grenztruppen an Zahl bedeutend überlegene Albanelenbanden, die angeblich unter der Führung von Ja Boljetinaz und bulgarischen Offizieren standen, überfielen die Serben, wurden aber nach erbittertem en oder Sachen einsampfe zurückgeschlagen. Ihre Verluste betrugen 174 überwiesenen Monti lan, während auf serbischer Seite ein Hauptmann and 42 Soldaten fielen. 27 000 Albanesen marschieren Vertreter der Gesek Debar los. Der serbische Kommandant hat dring­end Verstärkungen erbeten. Die Scharmützel auf der ganzen Grenze dauern Tag für Tag fort.

Eine ministerielle griechische Verfügung rust, was elt bezeichnend für die Lage ist, alle beurlaubten oder laffenen Offiziere unter die Fahnen zurück. Batras wird gemeldet. daß eine große Anzahl Epiren, die sich dort aufhielten, schleunigst nach Epi­

83)

Nach dem Sturm. Erzählung von Emil Frank.

( Nachdruck verboten.) Sie meinte eir feines Lächeln auf dem Gesicht des Barons zu sehen und legte es als Spott aus. Das ver­sie. Aber der Baron tam bald wieder auf Krze­en zu sprechen, und er traf diesmal eine Satte in er Seele, die leicht ins Schwingen geriet; er rühmte e Wälder ihrer Heimat, auch ihren verwilderten Park, Märchenland ihrer Jugend. Wie genau er alle tinen Reize fannte, ihre Lieblingspläße, und wie ht, natürlich er alles sagte. Wollte er sich bei ihr meicheln? dachte sie. Doch wenn sie ihm ins Ge­sah, wies sie einen solchen Gedanken rückhaltlos B. Nein, der schmeichelte nicht!

Darauf trennte man sich.

wird, um dort die Angelegenheit des Verzichts auf Hane nach Beendigung der Manöver nach Gmunden begeben nover mit seinem Vater zu besprechen. Das Prinzen paar soll dann von Potsdam aus direkt seinen Einzug als Herzogspaar von Braunschweig und Lüneburg hal­

ten.

Gießener Tageblatt)

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Telephon Nr. 362.

25. Jahrg.

der Kriegsminister und der Landesverteidigungsminister beiwohnten. Die Besprechung galt der von der Kriegs­verwaltung beantragten Vermehrung der Bestände und der damit zusammenhängenden Erhöhung der Re­frutentontingente sowie verschiedenen anderen, die Entwickelung der Wehrmacht betreffenden Fragen. richt von dem Rüdiritt des österreichischen General­* Die Wiener Reichspost" dementiert die Nach­stabchefs v. Hötzendorff wegen Differenzen Thronjolger. mit dem

Die Reichsfinanzen weisen in den er= ſten 5 Monaten des Etatsjahres bei einer Gesamtsum me ron 689,16 Millionen Mark eine Minderein nahme von 1,1 Millionen Mark auf. Zu Befürcht­ungen braucht dieses Resultat aber keinen Anlaß zu geben, vielmehr fann man erwarten, daß in den kom­menden Monaten der Fehlbetrag wieder eingeholt wird. Hierzu kommen dann weiter noch die Einnahmen aus Post, Telegraphen und Eisenbahnen.

Desterreich.

Wien. Beim Ministerpräsidenten Grafen Stürght fand eine mehrstündige Konferenz statt, der

Spannung und das Erstaunen des Grafen verursacht, wenn diese Dame nicht Else gewesen wäre. Keinen Augenblick hatte er daran gezweifelt, und er wußte es selbst nicht, warum er sich so sehr freute, die Freundin

Frankreich.

* Der Präsident Poincare e besuchte den Kö­nig von Griechenland in seinem Hotel. Beide Staats­einander. König Konstantin empfing auch den Direk­oberhäupter unterhielten sich 40 Minuten herzlich mit­tor der Creuzot- Geschützwerke, Schneider, mit dem er eine einstündige Unterredung hatte. Es soll sich um Kanonen Bestellungen für Griechenland ge­handelt haben.

* Der auf der Durchreise nach Vichy befindliche russische Minister des Aeußern, Siasa now, hat vor­gestern nachmittag dem Minister Pichon einen Be­such abgestattet. Daß er während seines Pariser Auf­enthaltes im nächsten Monat nicht ermangeln werde, im engen Einvernehmen mit der französischen Regier­ung die politische Lage zu prüfen, welche durch die lange Krisis geschaffen wurde, während deren Frank= reich und Rußland abermals die Wohltaten des die beiden Staaten zum Schuße ihrer Interessen und zur Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens verknüpfen­den Bündnisses empfunden haben.

*

schlag des Kriegsministers beschlossen, die Jahresklasse Der französische Ministerrat hat auf Vor­1910 am 8. November zu entlassen.

* Nach einer auf amtlichen Angaben beruhenden Zeitungsmeldung haben die Ergebnisse der Gestel­Iung der 3 wanzigjährigen alle Erwartungen übertroffen. Man glaubt, daß das Gesamtkontingent dieser Jahresklasse, welche in einigen Wochen unter die Fahnen berufen wird, mindestens 185 000 Mann be­tragen werde.

nein, die Geliebte seiner Jugend wiedergefunden zu haben. In den sechs langen Jahren der Arbeit hatte er an Else nicht mehr gedacht, denn sie hatte jo durch ihre Verheiratung jede Möglichkeit einer Ver­einigung vernichtet. Und dann war er auch viel zu sehr beschäftigt gewesen, um unnüßen Träumereier nachhängen zu können. Aber nun war die Erinneru an Glück und Leid, an Lieben und Meiden mit warniem Glanz durch seine Seele gezogen, und diese Erinnerung hatte ihn gebannt, bis er sich lächelnd eingestand, daß er wie ein Knabe auf der Straße stand und den Damen nachblickte. Mit einem fröhlichen Lächeln um den Mund wandert er rüstig bergan, er wollte Else wenigstens begrüßen, sich nach dem Grund ihrer Trauer erfun­digen. Doch es wurde ihm nicht leicht, die Damen ein­zuholen, sie schritten ziemlich rasch aus, und in seinem Erstaunen hatte er ihnen einen ziemlich bedeutenden Vorsprung gewährt. Er dachte im Gehen an jenes Eisfest in Tulnow, wo er mit Else um die Wette ge­laufen. Ach, das war etne trübe Zeit. Dort hatten Berwidelungen begonnen, die ihn hinabzuziehen droh­ben in den gähnenden Abgrund. Freilich, er hatte sich aufgerafft, hatte kämpfen und siegen gelernt. Und siegen wollte er auch heute in dem harmlosen Streit um den kleinen Vorsprung, er wollte Else nicht aus den Augen verlieren. Etwas wie Sehnsucht überkam thn, Sehnsucht nach Weichhett, nach Güte und Verständnis. Und da stand er auch schon an der Seite der Damen, und mit der Gewandtheit, die ihm stets etgen gewesen, half er sich und Else über die Verlegenheit dieses un­vermuteten Wiedersehens nach langer Pause fort. Else wies auf ein reizendes Häuschen, das aus Gritn und Blumen schichtern aernortnate und faate: Mein

Graf Warminski trieb es fort aus dem Hotel, er te fich an das müßige Leben nicht sofort gewöhnen. Sunternahm er allein einen Spaziergang. Von frit­er er war er hier gut bekannt. Damals freilich führte feine Drahtseilbahn auf die Berge, und er besah: neugierig das fleine trareinde ungetüm, das nach Gebüsch zu fich in Bewegung fezte. Auf einmal en feine Büge den Ausdruck höchster Spannung Er war so erstaunt, daß er mitten auf dem Weg en blieb und den betden Damen das heißt eigent= chur der einen, nachblickte. Sie war in ein schlich­hwarzes Gewand gekleidet. Aber gerade diese Schlichtheit, das tiefe Dunkel hob und verschönte die Star; die Dame war eine brillante Erscheinung. Ela­Hund gewandt war jede ihrer Bewegungen, und e, wo sie den Kopf ein wenig zur Sette wandte, be­textle man ein Gesicht von reizender, origineller Schön­e aus dem ein paar wundervoller, dunkler Augen

material, welches

ift als Steinkoble

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hier unergründlicher Tiefe strahlte. Aber das tele bäitte nicht den tiefen Eindruck hervorgebracht, die

Griechenland.

*. Der Besuch König Konstantins beim italienischen Königspaare, dessen Termin bereits bestimmt war, ist verschoben worden. Man will warten, bis die Frage der Grenzbestimmung Albaniens und die Frage der Inseln des Aegäischen Meeres, die Anlaß zu einer gewissen Verstimmung zwischen Italien und Griechenland gegeben haben, in einem beide

buon ritiro( Einsiedelei), Herr Graf, Sie sind zu einem Plauderſtündchen und zu einer Tasse Tee aufs herz­lichste eingeladen!"

Das klang schlicht und freundlich, nicht tokett, über­haupt schten sich das Wesen dieser Frau gewandelt zu haben, seit er fie zum letztenmale gesehen; das Sprü­hende, die bestrickende Lebhaftigkeit ihres Geistes chien durch die sanf'e Trauer gemildert; feine Linien nd Fältchen, ein feiner Schieter über dem Blick sprach) von Leiden und Kämpfen je war ernster, witrée­Soller, und gerade deshalb noch schöner und begehrens­werter als in den Tagen der Jugend, die längst ver­gangen waren.

Es empfane Graf Warminsti, als er ihr in threm anheimeinden So gegenüberfaß. Er erzählte auf thren Wunsch von den Ereignissen der letzten Jahre, und sie hörte nur zu. Dann sprach sie: Ihnen gegen­über, Grof Syazinth, fann ich offen sein!"

Ei Jiete ein wenig.

Ich heiratete ohne Stebe, wie so viele, spielte meine glänzende Rolle 3 Gattin Wilbrams nicht ohne Geschick.. Aber mir fehlte doch etwas, ich fühlte mein Sehnen nach etwas unbekanntem, fühlte, wie leer und öde mein Herz war. Das mußte getragen werden. Da schenkte uns Gott ein Kind." Ihre Blicke wurden bei diesen Worten voll Glanz und Leuchten, dann bret tete sich etn Schleter darüber aus, feine, taum sichtbare Tränen. Und dieses Kind es starb. Mit ihm starb meine Jugend, mein Glück. Vor vier Jahren starb mein Knabe, voriges Jahr verschte mein Gatte. Da zog ich mich nach längeren Reisen in diesen Herrlichen Erdenwinkel zurüd. Hier werde ich wohl bleiben, bis der Abend kommt."

Graf Warminsti jah fie forschend an.

( Bortlebung folgt.)