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Regelung des gewerblichen Lehrlingswesens auch auf die Lehrverhältnisse in weiblichen Handwerksbetrieben ebenmäßige Anwendung zu finden. Die Uebergangsfrist für Ablegung der Gesellenprüfung ohne Nachweis einer ordnungsmäßigen Lehrzeit wird bis 1. Oftober 1914 erstredt, jedoch ist für Zulassung zur Gesellenprüfung eine mindestens 3jährige Tätigkeit in dem betreffenden Handwerkszweig Voraussetzung.

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Aus Hessen. Unter den 393 509 im Jahre 1913 einfommensteuerpflichtigen Personen des Großher­zogtums gehörten 353 061, also 89,7 Prozent, in die zweite Abteilung( Einkommen unter 2600 Mark) und 40 448 in die erste Abteilung. Die Zahl der mit 10000 Mart Eingeschätzten betrug 572, während mit 15 000 Mart noch 221 und mit 20 000 Mart nur noch 113 Pflichtige figurieren. Die Klasse 50 000 Mart weist noch 9 auf, während 148 Pflichtige, worunter 50 juristische Personen, ein Einkommen von 101 000 bis 2 292 000 Mart versteuerten.

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n Gießen. Wiederholt sind im Schlachthof flei­nere Fleischdiebstähle vorgekommen. Jetzt hat sich nun ein einwandfreier Zeuge gefunden, der einen Meistersohn, der es wahrhaftig nicht nötig hat, dabei abfaßte, er ein Stück Halsfleisch von einem fremden Rind ab= schnitt und zum Transport in das Geschäft seines Va­ters auf dem in der Halle haltenden Wagen verlud. Der Fall wurde zur weiteren Veranlassung der Bürgermei­sterei mitgeteilt.

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n Gießen. Eine erfolgreiche Verhaft­ung nahmen am Mittwoch der Gendarmeriewachtmei­ster Scharmann und der Schutzmann Klös in Gießen vor. Seit einiger Zeit wurden in mehreren Orten des Kreises Gießen Einbruchs diebstähle ver­übt, ohne daß es gelang, den Dieben auf die Spur zu tommen. Am Samstag wurde abermals ein Einbruch im Gießener Braunsteinbergwerk verübt. Der Einbruch gelangte zur Kenntnis der Gendarmerie, die sofort tannte, daß nur ortskundige Personen in Betracht kom­men fönnten. Die nach dieser Richtung vorgenommenen Ermittelungen bestätigten den Verdacht sehr bald; wurde festgestellt, daß sich ein Verdächtiger mit einem Arbeitsscheuen in der Umgegend umhertrieb. Nach Ver­ständigung der Kriminalabteilung des Polizeiamts Gie­ßen wurden am 20. früh die mutmaßlichen Diebe in ihren Wohnungen überrascht, und dort eine Durchsuch­ung vorgenommen. Diese förderte Sachen, die von den Diebstählen im Bergwerk aus Saasen, Beltershain, Ruppertenrod, Reiskirchen und Leihgestern herrührten, zum Vorschein. Die Diebe wurden verhaftet, und ge­standen nach anfänglichem Leugnen, die Diebstähle aus­geführt zu haben. Sie wurden in das Provinzial- Ar­resthaus eingeliefert und somit für einige Zeit unschäd­lich gemacht.

n Gießen. In dem in letzter Nummer veröf= fentlichten Bericht über das Konzert des Bauerschen Gesangvereins in Bad Nauheim ist die mit gliederzahl unrichtig wiedergegeben. Der Verein hat nahe 100 attive Sänger.

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o Grünberg. In der Umgebung von Grün­berg haben die Bewohner außerordentlich unter Einbruch­diebstählen zu leiden. In Ruppertenrod wurde in einer Wirtschaft eingebrochen; man holte den Gendar­men Ulrich aus Grünberg, der mit dem Polizeihund eintraf. In Saasen brachen am Donnerstag bei Gastwirt Schepp die Spizzbuben ein und hießen Wurst und Fleisch mitgehen. Aehnlich wie in Belters hain brachen sie von der Scheuer ein Gefach heraus, um so in die Speisekammer zu gelangen. Auch einen Korb nahmen sie mit, in dem sie die Wurst davontru­gen. Sie sind zu Fuß bis Gießen marschiert; bei dem Bahnwärter an der Leppermühle fehrten sie ein, der ahnungslose Mann gab den Fußgängern gerne das ge­wünschte Wasser. Dem Landwirt Karl Petri- Belters= hain gingen von Gießen aus die gestohlenen 5000 Mt. Wertpapiere wieder per Post zu.

o Friedberg. Die 12. Kompagnie des Inf.­Regiments Nr. 117 von Mainz wird nach dem Ma­növerschluß nach Friedberg in Oberhessen verlegt, wo das infolge der Heeresvermehrung neu zu bildende 3. Bataillon des Infanterie- Regiments Nr. 168 errichtet wird. Die 3 übrigen Kompagnien des neuen Batail Ions werden durch die Infanterie- Regimenter Nr. 115, 116 und 118 gestellt. Die von jedem der 4 genannten Regimenter abgegebene Kompagnie wird durch Stamm­Mannschaften der Regimenter und durch erhöhte Re­fruteneinstellung ersetzt.

o Friedberg. Mit dem Umbau des der Stadt gehörenden Hauses auf der südlichen Kaiserstraße im Innern und Aeußern wurde begonnen. In das Haus wird das militärische Verwaltungsbureau ge­legt. Auch im alten Bahnhof hat man bereits mit den Arbeiten für die neue provisorische Kaserne begon­nen. Der seitherige Fürstenpavillon wird abgerissen.

zuge

o Oberrosba ch. Hier kam es zwischen hiesi­gen Burschen und Russenarbeitern von Rodheim zu einem Wirtshausstreit, bei dem zwei Burschen so übel richtet wurden, daß sie ins Spital nach Friedberg ge bracht werden mußten. Der eine hat erhebliche Verletz­ungen am Kopfe davongetragen, während dem anderen der Mittelfinger der recht Hand glatt abgebissen worden war.

o Bübingen. Die hiesige Molkerei- Genossen­schaft schließt ihr letztes Geschäftsjahr mit einem Ver= I ust von 26 325 Mark ab.

s Darmstadt. In Nancy wurde durch die dortigen Behörden ein junger Deutscher festgenommen, der durch sein Benehmen auffiel und einen Revolver bei

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wachte, einen Schuß auf einen Soldaten ab, der sofort

tot war.

Aus aller Welt.

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v. Bar, Mitglied des internationalen Schiedsgerichts

::: Göttingen. Geheimer Justizrat Professor ein un hofes im Haag, ist auf einer Reise nach Orford im 78. bien, die Wa

Lebensjahre gestorben.

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::: Köln. Eine hier abgehaltene, von etwa ehemaligen Fremdenlegionären besuchte Versammlung beschloß, im nächsten Monat große Kundgebungen gegen

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I den Eintritt in die Fremdenlegion zu veranstalten und erhielt die namentlich solche Versammlungen abzuhalten, zu denen lener Verwar alle militärpflichtigen jungen Leute eingeladen werden har bedacht

sollen.

gelebt hatte,

::: München. Das Reichsgericht hat die Revi- batte sion des Zinngießers Johann Strasser, der am 13. felag batte

Mai den preußischen Militärattachee Major von Le­

Poser

winsky und den Polizeioberwachtmeister Bohlender inellichaft in München auf der Straße erschossen hat und von dem einem Rad

Schwurgericht zweimal zum Tode verurteilt worden war verworfen.

::: Hamburg, 21. Aug. Ein dreister Kassen raub nach dem Vorbild der Pariser Auto- Banditen ist heute vormittag furz vor 10 Uhr in der Gemeindespar tasse zu Wilhelmsburg auf der hamburgischen Elbinsel verübt worden. Kurz vor 10 Uhr fuhr dort ein Ham burger Auto der Hedag- Gesellschaft vor. Ihm entstie gen zwei Männer, die von hinten herum in das Kassen lofal gingen. Sie straten schnurstrads an die Barriere, zogen Revolver und forderten den Kassierer auf, die Kasse auszuliefern. Zwei mit dem Kassierer in demsel ben Raume weilende junge Leute sprangen vor Angst durch das Fenster und liefen davon. Der Kassierer weis gerte sich, die Kasse auszuliefern. Darauf streckte ihn einer der Räuber durch einen Schuß in den Kopf nie der. Die beiden Räuber plünderten dann die Kasse und man noch keine Spur von ihnen.

3 4 5 6 8 10 Pfg.d. Stck. Orient Tabaku.Cigaretten- Fabrik Yenidze Dresden, Jnh Hugo Zietz Hoflíeferant SMd Königsv.Sachsen verschwanden mit ihrem Raube im Auto. Bis jetzt hat

Trustfrei!

sich führte. Bei seiner Vernehmung gab er an, daß er sich heimlich aus seiner Heimat entfernt habe, da er an einem Kameraden einen Mord begangen habe. Die fran­zösische Grenzpolizei wandte sich daher an die Darm­städter Staatsanwaltschaft, da er angab, Darmstädter zu sein und die Tat in Darmstadt begangen zu haben. Die Ermittelungen haben nunmehr ergeben, daß die Anga­ben des Mannes vollständig auf Wahrheit beruhen. Die Eltern des 19 Jahre alten jungen Mannes, der Friseur ist, wohnen in Bessungen und sind brave Leute. Der angebliche Mörder war noch bis zum Mittwoch in Bens­heim bei einem Friseur in Stellung, verschwand aber von dort und schrieb an seinen Vater, daß er nicht mehr un­ter den Lebenden weile, wenn der Brief an seine Adresse gelangt sei. Anscheinend hat er aber doch den Mut ver­loren, die Tat auszuführen.

! Mainz. Vor einigen Tagen starb hier ein le­diger, 78jähriger pensionierter Bahnrevisor, der 42 Jahre in einem Zimmer eines Hauses der Mittleren Bleiche gewohnt hatte. Bei der Nachlaßfeststellung ergab sich, daß der Verstorbene über 100 000 Mark in Wertpapie ren hinterlassen hat; außerdem fanden sich wie Bad­steine aufgesetzt 10 000 Stückchen Kaffeezucker, die sich der Geizhals beim Morgenkaffee am Munde abgespart und aufbewahrt hatte.

! Bingen, 20. Aug. Bei der Spandauer Po­lizei traf dieser Tage ein ungefähr zehn Jahre alter Knabe ein. Er gab an, aus seiner Fürsorgestelle bei Bingen entwichen und die ganze Strecke bis Spandau zu Fuß gewandert zu sein. Weiter sei er aber nicht mehr gekommen. Die Polizei sorgte für den Rücktrans­port.

):( Frankfurt a. M. Prinz Heinrich der Nie­derlande besichtigte eingehend den Betrieb der Adler­werke vorm. Heinrich Kleyer. Der Prinz nahm mit besonderem Interesse die verschiedenen Kraft- und Last­fahrzeuge in Augenschein, die für die deutsche, die rus­sische und die türkische Armee bestimmt sind. Der Be­such dauerte 1 Stunden. Der Prinz war begleitet von seinem Adjutanten. Die Führung hatte Kommerzienrat Majer- Leonhard. Darauf besichtigte der Prinz die Werke der Firma Mayfarth u. Co., Fabrik landw. Maschinen. Der Prinz zeigte großzes Interesse für diese moderne Fabrikanlage und sprach sich sehr anerkennend über den Betrieb und die Einrichtungen aus.

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):( Frankfurt a. M. Geh. Sanitätsrat Dr. Theodor Neubürger, der sein diamantenes Doktor­jubiläum beging, empfing aus Anlaß des Jubiläums zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen. Vom Kaiser wurde ihm das Prädikat Professor" verliehen. Ober­bürgermeister Voigt hatte im Namen des Frankfurter Magistrats schriftliche Glückwünsche gesandt. Ebenso gratulierte die medizinische Fakultät der Berliner Univer= jität, bei der der Jubilar vor 60 Jahren promoviert

hatte.

):( Königstein, 21. Aug. Ein höherer Schü­ler und zwei Arbeiter bespritzten einen Hund mit Benzin und zündeten dieses dann an. Das arme Tier erlitt erhebliche Brundwunden. Die leichtsinnigen Burschen famen zur Anzeige.

):( Kassel, 22. August. Das Infanterie- Re­giment Nr. 167 hielt eine Nachtübung ab. In der Dunkelheit gab die Patrouille, die die Schießstände be­

Bad Nauheim

Programm vom 24. Ang. bis 30. Aug. 1913 Täglich vormittags 7% Uhr Frühkonzert in der Trink

furanlage.

Sonntag, 24. August, nachmittags von 4-6% Uhr

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und abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Kon zert des Musikkorps des 6. Thür. Ulanenregiments aus Hanau a. M. Zur Vorfeier des Namensta ges S. K. H. des Großherzogs bei günstiger Wit terung, abends gegen 9 Uhr Feuerwerk vor Terrasse.( Auf Dauer- und Tageskarten 50 Pfen nig Zuschlag. Kleine gelbe Kurfarten ungül tig.) Lawn- Tennisturnier. Abends 8 Uhr im Rur haussaale Theater: Mein Freund Teddy", Luft spiel in 3 Akten von Andree Rivoire und Lucien Besnard.

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Montag, 25. August, anläßlich des Namenstages E. K. H. des Großherzogs nachmittags von 4- paufenthalt. Uhr auf der Terrasse Festkonzert der Kurkapelle un ter Leitung des Kgl. Prof. Hans Winderstein. Abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Konze der Kurkapelle. Abends Uhr im Konzerthaus Ball mit Blumenwalzer.

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Dienstag, 26. August, nachmittags von 4½­Uhr, abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Ron zert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhaus saale Theater: Das Prinzip", Lustspiel in 3 After von Hermann Bahr. Mittwoch, 27. August, nachmittags von- 6 Ullen i und abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Roitfurt a. M. zert der Kurkapelle. Das Abendkonzert unter Le ung des Kgl. Professors Hans Winderstein. Abends 8 Uhr im Kurhaussaale Theater: Schlafwagenkontrolleur", Schwant in 3 Aften vo Alexander Bisson. Donnerstag, 28. August, nachmittags von 4½­Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Konzerthaus 10. Sinfonielon zert der Kurkapelle unter Mitwirkung von Erne Blanton( Bariton) und unter Leitung des König lichen Professors Hans Winderſtein. Freitag, 29. August, nachmittags von 4%-6 1 abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Konse der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhausjaa Theater: Die 5 Frankfurter", Lustspiel in 3 he von Carl Rößler. Samstag, 30. August, nachmittags von 4%-6 1 und abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Ko zert der Kurkapelle. Nachmittags 3% Uhr auf d Naturbühne im Park, direkt beim Kurhaus Rin vorstellung Hänsel und Gretel", ein Märchen in 4 Bildern von Siegfried Stutz. Bei ungünstig Witterung findet die Vorstellung im Kurhaustheat statt. Abends 8 Uhr im Kurhausfaale Lichtbilde vortrag von Herrn August Einwald: Meine le Reije rund um Afrika mit dem Besuche unser Kolonien".

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