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Gießener Zeitung

Bezugspreis 25 pig. monatlich

( Neueste Nachrichten)

Dirieljabrli 75 Pig., vorauszahlbar, irei ins Saus. Abgebolt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabenellen pierreljährlich 60 Big.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters. meg 3. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag ber Gießener Zeitung" G. m. b..

Nr. 59.

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Telephon: Nr. 362.

Balkankrieg nr. 3

Quecks., ohne Eins Berufsst., ohne R Aufkl, Brosch. 5 di hl. M. 1.20. Spezial nisches Heilverfa Frankfurt a. M., Kr ist in Erfüllung gegangen. Hoffentlich werden die Groß­enstr. 45, Köln a. mächte aber Ruhe bewahren und lassen, wenn andere chsenhausen 9. Ber Intereſſen nicht gefährdet sind, den Balkanstaaten ihre 3, Leipzigerstrasse 1 Enche unter fid ausmachen. Nach den neuesten Meld­mgen wird das Schlachten, Morden und Brennen da unten so bald nicht aufhören. Die im Balkankrieg Nr. 1 gegen die Türkei sich so glänzend gezeigte, erfolgreiche

Die schon vor mehreren Jahren gemachte Prophe­ned. Thisquen's, Beihung, daß 1913 ein Jahr des Strieges werden wine,

Expedition: Seltersweg 85.

Mittwoch, den 23. Juli 1913.

türkische Pfund, etwa 30 Millionen Mark, vorgestreckt. 300 000 türkische Pfund sollen heute, 600 000 Pfund nach erfolgter Ratifizierung und die restlichen 600 000 nach einem Monat gezahlt werden.

Bukarest, 22. Juli. Der rechte Flügel der r u mänischen Armee ist mit den Serben in Ver­bindung getreten. Die rumänischen Truppen setzen ihren Vormarsch gegen Sofia fort.

Die Antwort note der rumänischen Regierung

lechten einigteit der Balfanstaaten ging, als man zur Teilung auf das Friedensangebot der bulgarischen Regierung

s.u.trock Schuppenfled der Beute schreiten wollte, bekanntlich in die Brüche. Es tilechte, skroph. Ekze fam zum Balkankrieg Nr. 2, dem jekt noch unentschie­ffene Füß denen und noch tobenden Kampf zwischen den ehemals Verbündeten. Die Uneinigkeit ganz wie vor 100 utausschlage, Aderbein -gibt dem Erbseind der Bal­eFinger, alte Wunde Jahren in Deutschland

ind oft sehr hartnäcky fanstaaten wieder Mut und der Draht meldet bereits, er bisher vergeblich dak, jetzt umgelehrt, die Türkei an Bulgarien den ilung noffte, versuche no hewänte u. ärzte Krieg erklärt haben soll. Die Wiener Allgemeine Rino- Salb 3eitung" erfährt aus Konstantinopel:

von schadlich. Bestande

an achte auf den Name

Dresden

hat folgenden Inhalt: Die rumänische Regierung nimmt das bulgarische Angebot betreffend die Abtretung von Turtukai, Dabritsch und Baltschik und die Zwgeständ= nisse betreffend der Rumänen in Mazedonien an. Die Friedensverhandlungen sollen in Rumänien stattfinden.

In dem zweiten Telegramm des Königs Fer dinand an König Karol bittet der bulgarische König, dem Blatte Universul" zufolge, den rumänischen König inständigst um Frieden.

Die nach Nisch reisenden griechischen Vertre­werden folgende Forderungen an die bulga­rischen Unterhändler richten:

Nach einem längeren Ministerrat wurde beschlossen, Dose Mk 1,15 u. 225 Bulgarien offiziell den Krieg zu erklären. Die türkische Rino und Firma Armee wurde beauftragt, nicht nur Adrianopel zu beter Rich. Schubert& Co jekett, sondern so rasch als möglich die Grenze zu Zu haben in allen Apetan überschreiten und in bulgarisches Gebiet einz wmarschieren. Am 21. Juli erschienen be reits zahlreiche türkische Truppen vor Adrianopel; die bulgarische Regierung hat daher beschlossen, die Stadt den Türken zu übergeben und die schwache Besatz­ung zurückzuziehen. Der gewesene türkische Minister des Innern, Hadchiadil ist zum Vali von Adrianopel nannt worden.

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Sonnenfcheinenur, re hübschen Füß

ben umgeben, die geputzt find. So

le anderen und­ehts ihnen an.

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Sofia, 22. Juli. Bis Mitternacht war die tele­graphische Verbindung mit Adrianopel intakt. Die letz­ten Nachrichten besagten, daß der Kommandant der vor Adrianopel stehenden türkischen Truppen die Bulgaren aufforderte, die Stadt zu übergeben. Heute vormittag wurde die bulgarische Regierung davon verständigt, daß die Besakung Adrianopel widerstandslos räumte, die türkischen Gefangenen waren schon früher aus Adria­nopel nach Bulgarien gesandt.

Der türkische Vormarsch auf Adrianopel rief in Belgrad peinlichsten Eindruck hervor. Es wird be­font, daß sich die Türkei durch ihre Haltung nicht nur

zu Bulgarien, sondern auch zu der Gesamtheit der Ver­bündeten in Gegensatz bringe.

*

Konstantinopel, 22. Juli. Ein vorläu Pilo in schwarz, fices Uebereinkommen, dass die Tabakregie verlängern und weiß haben. fell, wurde gestern unterzeichnet. Auf Grund dieses Ver­Incas merden der ottomanischen Regierung 1% Mill.

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Nach dem Sturm. Erzählung von Emil Frank.

( Nachdruck verboten.) Freilich verbannte er diesen Gedanken sofort, aber twas in thm sagte wie zum Trozz: und recht hat er doch! Der Sommer war vorüber. Herbststürme brausten urch das Land, die Zeit der Abreise nach dem sonnigen Süden war gekommen. Graf Warminski hatte Mary tberredet, vorher ein kleines Fest zu geben, möglichst wanglos, wie sie es liebte. Die Vorbereitungen waren getroffen, die Einladungen ergangen, und Graf War­minstt erwartete den Tag mit Freude und Stolz. Ja, war stolz auf sein Glück Hatte er nicht alles, was in den Augen der Welt begehrenswert ist: Reichtum, ein hönes Weib, und bald sollte er ein Kind sein eigen nennen dürfen! Vergessen war alles, was wie bunte Träume hinter ihm lag: Das Wiener Leben, die Liebe Else. Er hatte sie seit jenem Abschied nicht wieder Teſterstas Besuch machten, war

gefehen; aleging ihm aus dem Weg, dachte der

Elfe verreist. Graf, und er freute sich darüber, wie er sich alles dessen freute, was fein Glück, seine Ruhe förderte.

Der Tag des Festes tam. Voit allen Windrichtun­gen rollten die Wagen heran. An der Sette seiner Ge­mahlin nahm Graf Warminskt seine Gäste in Empfang. Die waren die Lusenskis, die Brabinskis, Wradic, Graf Lewsti, Gasch. Zuletzt kam in einer alten Britsch­fa, die über und über mit Straßenkot bespritzt war, herr von Testerska mit zwei Töchtern, Else war dabei, und dem unvermeidlichen Pawlewski. Dieser Paw­Tewaski war ein Schlemmer und Trinker, der vor Jahren sein ganzes Vermögen in Barts verfrühstückt hatte und jetzt von der Hand in den Mund, größten­teils auch auf Kosten seiner Nachbarn lebte, bet denen er die Rolle des Spaßnachers spielte.

Else Testerska antckte ve der Begrüßung mit feiner Rer. fie batte sich völlig in der Gewalt. Warmins­

Festsetzung der griechisch- bulgarischen Grenze bis Makri. Die neue Grenze wird Xantt, Bolonizzi, New­rokop und Strumiza einbegreifen, jenseits Strumizza wird die serbisch- bulgarische Grenze beginnen; Zahlung einer Kriegsentschädigung sowie einer Entschädigung für die von den bulgarischen Truppen und den Komitat­schis angerichteten Verwüstungen, beide Entschädigungen sollers durch eine besondere Finanzkonferenz festgesetzt werden; Abrüstung innerhalb eines bestimmten Zeit= raums; vollkommene Bürgschaft für die Sicherheit des Friedens, der Ehre und des Vermögens der griechischen Bevölkerung, die unter bulgarische Herrschaft kommt; eine Frist von drei oder vier Tagen zur Annahme die­ser Bedingungen. Außerdem werden die griechischen Un­terhändler erklären, daß jede neue Schlacht, jedes neue Opfer zur Erhöhung der griechischen Forderungen bei­tragen wird.

Der ehemalige bulgarische Ministerpräsident Dr. Danew soll aus Sofia geflüchtet sein.

Sofia, 22. Juli. Angesichts der verzweifelten Lage Bulgariens herrscht hier eine außerordentliche Auf­regung. Man ist auf alle Eventualitäten gefaßt. Die bulgarische Armee ist durch die Zerstörung der über die Vid führenden Eisenbahnbrücke vollkommen lahm ge­Teat.

ti aber hatte das Gefühl, as ci in threm Gesicht ein feiner, spöttischer Zug, und er, der gewandte Kavalier, errötete jäh bei dieser Wahrnehmung. Dieses Erröten entging der Gräfin nicht, und sie blickte betroffen ihren Gatten an. Der aber war wieder völlig ruhig und plar unbefangen mit den Gästen. Die Gräfin aber fon...) nicht so leicht zurechtfinden. Sie neigte zur Eife und die Dame, bei deren Anblick Hyazinth so seltsam crrötete, war eine Schönheit ersten Ranges. Das gab ihr zu denken. Fürs erste nahmen sie die Pflichten der Hausherrin viel zu schr in Anspruch, und auch nach dem Essen stand sie im Mittelpunkt der Ge­sellschaft. Aber und hie und da verfolgte sie mit ihren Blicken den Gatten und Else, und sie hätte eigentlich ganz ruhig sein können, denn niemals sah sie die bei­Sen zusammen. Doch ihr Mißtrauen war einmal wach und es schltef nicht ein. Die Tage nach dem Fest war sie nervös, launenhaft. Der Graf schrieb das ihrem Zu­stand zu und machte sich keine Gedanken.

Dann kom die Reise mit ihrer Ueberfülle von Ein­drücken, der Aufenthalt in Nizza, und allmählich ver­gaß die junge Gräfin jenen Zwischenfall in Krzemien.

Die Glocken läuteten das Osterfest ein, als das junge Paar zum zweitenmal Einzug in Krzemien hielt. Die Natur war langsam erwacht zu neuem Leben, und auch an Krzemien war der Lenz nicht vorübergegangen: überall leuchtete frisches, helles Grün, und die Knospen sprangen und die Vögel waren mit ang und Klang in die Sommerfrische eingezogen. Da war es auch in Krzemien schön, und die Gräfin machte weite Spzter­gänge in die Umgebung des Schlosses. Hyazinth war so aufmerksam, so liebevoll, er erwartete mit Stolz und Freude ein tostbares Geschenk, ein Kind, einen Sohn, den Erben des aten Namens.

In den ersten Tagen des Mat tamen die Ge­schreiner der Gräfin nach rzemien: Fitri Demeter Bogdan und Prinzenin zucu. Dem batte iemen

( Gießener Tageblatt)

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Telephon Nr. 362.

25. Jabra.

Politische Rundschau

Deutschland.

* Der Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekannt­machung des Reichsamts des Innern betreffend die Uebergangs- Bestimmungen zur Reichsversicher= ungsordnung, so weit sie sich in der Hauptsache auf die Ortsfrankenkassen erſtreden. Ferner

wird ein Erlaß des Kriegsministers veröffent= licht, betreffend das Verbot für Unteroffiziere und betriebes Beihilfe zu leisten.

Mannschaften der Armee, zur Ausübung des Gewerbe­

Frankreich.

Paris, 22. Juli. Die Kammer bewilligte den Kredit für die Teilnahme Frankreichs an der Buch­gewerbe- Ausstellung Leipzig 1915.

* Die Zukunft der Dynastie Napo Ie on. Die Tatsache, daß die Prinzessin Napoleon, ge­borene Prinzessin Klementine von Belgien, die ihrem Gemahl am 20. März 1912 eine Tochter, die kleine Prinzessin Marie Klothilde, schenkte, für die ersten Tage des kommenden Jahres neuen Mutterfreuden entgegen­sieht, hat in der Umgebung des Prinzen Napoleon leb­hafte Freude und die Erwartung hervorgerufen, daß die Prinzessin diesmal einem männlichen Kinde das Leben schenken werde. Die Zukunft der napoleonischen Dynastie hängt daran, denn außer dem Prinzen Na­poleon beruht sie zurzeit bloß auf dem fast 50jährigen

und unverheirateten Prinzen Louis Napoleckt. Die Ge­burt eines Prinzen ist also zur Erhaltung der kaiser lichen Dynastie notwendig. Dann aber weiß man, daß die Kaiserin Eugenie im Falle der Geburt eines kaiser­lichen Prinzen diesem und mittelbar seinem Vater ihr ganzes ungeheures Vermögen hinterlassen wird, von dem sonst nur ein Teil dem Prinzen Napoleon zufiele.

Aus Stadt und Land.

n Gießen. Forstrat Wimmenauer feierte vorgestern sein 25jähriges Jubiläum als ordentlicher Professor der Forstwirtschaft in Gießen.

n Gießen. Professor Dr. Wilhelm v. Calker dahier, ist zum ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät nach Kiel berufen worden.

n Gießen. Unter dem Vorsitz des Geheimrats Best aus Darmstadt als Vertreter des Ministeriums des Innern fand in der Aula der Universität Gießen eine von Vertretern der Regierung, von Professoren der Universität und Aerzten aus dem Großherzogtum zahl­

Schwager aufrichtig Rebgewonnen. Nur konnte er sich mit seiner Wirtschift nicht enverstanden erklären. Er merkte bald, daß Warminski nicht viel davon verstand und daß der alte Verwalter nicht der Mann war, den eingerissenen Schlendertan zu beseitigen. Ich will mit Papa sprechen," meinte Dem, wir haben mehrere tüch­tige und treve Leute, da ist zum Beispiel der Jan Soj­ta, ein Prachtterl. Ich würde mich sonst auf Hals und Sragen wehren, den Mann zu verlieren. Aber weil Du's bist, Hyazinth! Na, Du kannst ja mit Papa selbst sprechen, wenn er jetzt kommt. Ich werde ihn vorbereiten."

Nicht lange darauf war- nach gen banger Sorge eitel Jubel in Krzemien. Die äftn hatte etnem fräftigen Jungen das Leben geschenkt. Der Telegraph trug die frohe Kunde auch nach Zatischan, und Fürſt Bogdan machte sich auf, um das Glück seiner Kinder zu sehen. Warminski strahlte im Glanz der Vater­würde. Mit aller Pracht wurde die Taufe des kleinen Erdenbürgers vollzogen, er erhielt den Namen Sta­nislaus.

Bevor Fürst Bogdan abreiste, erinnerte sich War­minski an seine Unterhaltung mit Dem, die sich um den neuen Verwalter gedreht hatte. Er bat seinen Schwte­gervater, ihm einen tüchtigen und zuverlässigen Mann zu besorgen. So tam Jan Sojka in den Dienst des Gra­fen Warminsft. Er hatte schon seit Jahren eines der fürstlichen Güter verwaltet. 3war wäre er gern in Radlitz in seiner geliebten Einsamkeit geblieben, aber aus Gehorsam gegen seinen Herrn nahm er die ihm angebotene Stellung an.

Jan Sojka machte nicht viel Aufsehens, er wirkte still, aber mit flarem, sicherem Bitd. Er suchte nich durch Klatschen und Schmeicheln die Gunnt seines neuen Herrn zu erohen, sondern durch treue Bflichterfüllung. Graf Barwingti war flug genug, den Wert feines ( Forti. folat.) Verwalters au extemmen.