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vierteljährlich 75 Pfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 60 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters. veg 83. Für Aufbewahrung oder Nüdsendung nicht verlangter Manusfriste mird nicht garantiert. Berlag der., Gießener Zeitung" 6. m. b.

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Nr. 76.

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Telephon: Nr. 362.

Amtlicher Ceil.

Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit ver­öffentlicht.

Gießen, den 5. September 1913.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger.

Bekanntmachung.

In der Bekanntmachung vom 19. Juli 1913 über die im Herbst dieses Jahres abzuhaltenden Märkte zum Anlauf von volljährigen Dienstpferden für Kavallerie, Feld artillerie usw. ist festgesetzt, daß Pferde, die nicht mindestens fünf Jahre alt sind, zurückgewiesen werden müßten. Nachträgliche Erwägungen haben die Re­monte- Inspektion veranlaßt, im Interesse der Züchter namentlich in den Remonteprovinzen hierbei eine Aus­nahme dahin zuzulassen, daß für die Kavallerie nahmsweise auch gut entwickelte 4jährige Pferde gelauft werden dürfen. Auf Ersuchen der Remonte- In­pettion bringen wir dies zur allgemeinen Kenntnis und veröffentlichen im nachstehenden den hiernach abgeänder­

len Wortlaut der Bekanntmachung. Darmstadt, 18. August 1913. Großherzogliches Ministerium des Innern. J. V.: Hölzinger.

aus=

Ruppel.

Erpedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 20. September 1913.

3. Beim Ankaufe werden die Anforderungen zu=| grunde gelegt, die für den Remonteantauf maßgebend sind; mit Rücksicht auf die große Zahl der für den so­fortigen Truppengebrauch erforderlichen Pferde wird all­gemein ein scharfer Maßstab angelegt werden.

Zugpferde für Maschinengewehr- Kompagnien müſ­sen in Sielen gehen, sind paarweise mit 1000 Kilogr. Last im tiefen Boden vom Bock vorzufahren und dür fen keine Schimmel sein.

Es werden nur Pferde angekauft im Alter von fünf bis zu zehn Jahren und in einer Größe von 1,52 Meter bis 1,66 Meter Stockmaß( ohne Eisen gemessen).

Nur ausnahmsweise und nur für die Kavallerie dürfen auch gut entwickelte vierjährige Pferde genommen werden. Tragende Stuten sind vom Ankauf ausge­schlossen.

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4. Die angekauften Pferde werden sofort abgenom­und den Truppenteilen unmittelbar überwiesen. Die Bezahlung erfolgt gegen Quittung bar oder mit­tels Schecks.

5. Pferde mit Mängeln, die gesetzlich den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer, gegen Erstattung

des Kaufpreises, der Transport- und sonstigen Kosten zurückzunehmen, desgleichen solche Pferde, die sich bin­nen 45 Tagen nach dem Ankaufstage als Klophengste erweisen, und Stuten, deren Trächtigkeit nachträglich fest­gestellt wird. Da dies häufig erst im vorgeschrittenen Stadium möglich sein wird, muß vor dem Verkauf ge­deckter Stuten gewarnt werden.

Berlin, den 14. Juli( 12. August) 1913. Aafauf volljähriger Truppendienstpferde im Herbst 1913. Die gesetzliche Gewährsfrist wird für periodische 1. Zum Ankauf von warmblütigen volljährigen Augenentzündung auf 28 Tage, für Kehlkopfpfeifen auf Reit und Zugpferden sollen im Großherzogtum Hessen 21 Tage verlängert. Mit Rücksicht auf die durch die Zu­Die ruachbezeichneten öffentlichen Märkte abgehalten wer- rücknahme für den Verkäufer entstehenden Unkosten wird Den: empfohlen, die Pferde vor dem Verkauf besonders auf Roaren eingehend zu untersuchen.

von der 7. Ankaufskommission: am 7. Oftober, 8% Uhr vorm., Butzbach( Oberhessen); von der 8. Ankaufskommission:

am 8. Oftober, 8 Uhr vormittags, Darmstadt; am 9. Oftober, 8 Uhr vormittags, Alzey( Rheinh.). 2. Die Pferde sind in geringem Umfange für Ka­allerie, in der Hauptsache für Feldartillerie und Train, Die von der 7. Kommission zu laufenden zum Teil auch ir Maschinengewehr- Kompagnien bestimmt.

32)

Zur Anzeige von dem Mangel eines Pferdes ist nicht nur die Kommission, die es gekauft hat, sondern auch jede andere Stelle der Heeresverwaltung berechtigt, also auch der Truppenteil, dem das Pferd überwiesen iſt.

6. Verkäufer, die Pferde vorführen, die ihnen nicht eigentümlich gehören, müssen sich gehörig ausweisen fönnen.

Wotan

Nach dem Sturm. Erzählung von Emil Fraut. ( Nachdruck verboten.) In ziemlich vorgerückter Stunde brach man auf.

efucht. Dauernde Arbei an hatte beschlossen, morgen in Luzern zu bleiben, Bierverlag Car on sollte gemeinschaftlich ein Ausflug unternommen

Gießen, Neuenweg

werden.

Graf Warunnski ging mit seinen Töchtern. Die Entwicklung der beiden Mädchen erfüllte sein Herz mit Fensichtlicher Freude, und er wollte sich noch nicht so i aich von ihnen trennen. So erfuhr er, daß Sojka

3 reife Zwels is ecxäbtte viel Lobensweries von dem Sohne fernes n Waggonladungen fauft Senvaltere Noch auf der Reise habe er einen be=

Sitter Anstellung.

mten Professor getroffen, der Sojka als seinen Lieb­

. A. Noll G. m.igsschitler bezeichnet hatte, aus dem etwas Tüchtiges

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schnell geheilt. Verb Werde sie jedermang

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und da vergräbt er sich in Strzemien!" meinte awa, und es war, als sei sie bei aller Freude traurig Barüber.

Der Vater erwiderte: So etn Landarzt kann The wirken als mancher Professor, aber er muß das Heng dazu haben, und das hat Soita wbhi."

Schließlich 300 sich auch Graf Warminstt zurüc Aber sie fanden beide keinen Schlaf. Jadwiga hatte frause Gedanken. Sie durchlebte

E, 13. 11. 11. EP, nd die Schwestern sagten sich furz Gute Nacht." andere hat nichts gehostin Fluge die letzten Stunden, die so reich an Neuem

Meinen offenen Fel Rino- Salbe schön g Rino- Salbe überall St. O., 8., 12. 11.

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arent. So sehr sie sich auch dagegen sträuble, fie unußte fis mit dem Baron beschäftigen. Flüchtig gesehen hatte

elder ja schon früher. Aber in den letzten Jahren Hautfelden, offenen Waren die Schwestern fast gar nicht nach Krzemien ge= FOR AG, men, der Graf hatte sie weder in Tatischan oder in

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Namen Rigo und die

trend einer Sommerfrische besucht, die Fürstin Bogdan Aufenthalt gewählt. So war die Erinnerung en

Rich Behubert& Co., Walden Baron fast ganz aus dem Gedächtnis Jadwigas

Man verlange ausdrückl enesesexes

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Telephon Nr. 362.

25. Jahrg.

7. Der Verkäufer ist verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starte, rindlederne Trense mit glattem, starkem, einfach gebrochenem Gebiß und eine neue Kopf­halfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen Striden unentgeltlich mitzugeben.

8. Die Verkäufer werden ersucht, die Schweise der Pferde nicht übermäßig zu beschneiden und die Schwanz­rübe nicht zu verkürzen.

9. Vorstehende Anlaufsbedingungen gelten sinnge­mäß auch für nichtöffentliche Märkte.

Kriegsministerium, Remonte- Inspektion ( gez.) Ha a d.

Vom Balkan.

wurde in Konstantinopel wohl noch nicht formell, aber Der Friede zwischen Bulgarien und der Türkei tatsächlich abgeschlossen. Die schwierigen Vereinbarungen über die künftige Grenze sind bereits getroffen worden und Bulgarien hat sich drückenden Bedingungen unter­werfen müssen. Adrianopel, Kirkilisse und Dimotica werden türkisch bleiben.

Konstantinopel, 19. Sept. In der gestri­gen Sitzung unterzeichneten die Delegierten die Proto­folle über die neue türkisch- bulgarische Grenze, die Na­tionalitätenfrage und die Rechte der Muhamedaner im bulgarischen Gebiet. Es wurde eine Kommission ge­bildet, die u. a. die Wakuffrage prüfen soll. Natsche­witsch versicherte, der Friede werde montag oder Diens­tag endgültig unterzeichnet.

Valona. Jn Regierungsfreisen verlautet, daß Essad Pascha in Durazzo größere Summen von Staatsgeldern mit Beschlag belegt habe.

Belgrad. Die serbische Regierung hat den ser= bischen Truppen den Befehl gegeben, gewisse Gebiete Albaniens unverzüglich zu räumen. Das Regierungs­blatt macht darauf aufmerksam, daß, wenn wirren ent­stehen sollten, unbedingt Serbien mit bewaffneter Macht im Interesse der Sicherheit der serbischen Grenzbevölker­ung in Albanien einschreiten werde. Die Verantwortung falle auf die Staaten, die Serbien zu einer so übereil­ten Räumung gezwungen hätten.

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entschwunden. Jetzt fehrte sie zurück. Sie dachte an die allererste Begegnung. Damals war sie noch ein Kind, und doch hatte sie schon damals einen starken Eindruck von ihm empfangen. Heute war sie ihm entgegengetre­ten als Weib. Und er war ihr gegenüber so fühl und zurückhaltend gewesen. Sie hatte es gefühlt, wie seine Blicke prüfend auf ihr geruht freilich, waren das Momente aber sie hatte es empfunden. Wie er wohl von ihr dachte! Ja, siolz war er! Viel stolzer als die Hohen Aristokraten, die sie in Krzemien und Tatischan fennen gelernt. Auch sein sonstiges Wesen war an­ders: nichts von hohlen Phrasen, tein slavisches An­tlammern an zeremonielle Formeln, furz und frei, und dabei doch vornehm, ein Mann, der weiß, was er will, so erschien er Jadwiga. In dieser Beziehung ließ sie dem Mann Gerechtigkeit widerfahren. Trotzdem war er the nicht sympathisch. Es fam ihr vor, als gehe etwas Starres, Schroffes von ihm aus, als sei sein ganzes We­sen durchdrungen von dem Vorhaben, die Umwelt zu beherrschen. Jadwiga Warminski hette nicht recht warm werden können, sie hatte sich nicht so sicher gefühlt wie sonst. Eine geheime Stimme sprach zu ihr: Er will Dich beugen, denn er hält Dich für ein Kind." Und darauf antwortete thr Troß und ihr Stolz.

Sie sann noch lange nach; nicht direkt über die Art und das Wesen des Barons, aber auf dem Umwege des Vergleichs. Jadwiga hatte fast einen ganzen Tag mit dem Freunde aus den schönen Tagen der Kindheit verlebt, der Vater hatte ihm eben noch so warmes Lob gespendet, da war es gerade kein Wunder, daß sich die Gedanken der Komtesse mit ihm beschäftigten. Sie ur­teilte: Dieser Jan Sojka ist ein guter, freuer Mensch, einer von denen, die man gern zu Freunden hat, mit Senen es sich gut wandern läßt, denn er will verstehen, seine Natur ist nicht auf Kampf gestellt, er bringt seine Eigenart nicht so bestimmt zur Geltung, sondern ord­net sich unter. Und in diesem Augenblicke war Jadwiga

fast überzeugt, daß sie mit dem jungen Arzt, der ja in Kürze nach Krzemien übersiedelte, im besten Einver­nehmen leben würde

Am nächsten Morgen fanden sich die Glieder des fleinen Kreises ziemlich spät zusammen. Als Jadwiga auf dem Balkon ihres Zimmers stand, sah sie den Vater mit dem Baron zurückfebzen. Sie mußten wohl einen fleinen Spaziergang gewacht haben. Jadwiga holte die Schwester ab. Zusammen gingen sie in den Salon des Dutels, und es dauerte nicht lange, so fanden sich die drei Herren ein. Der Graf begrüßte seine Töchter sehr zärtlich, der Baron sehr respektvoll, Ontel Dem forbial. Man bildete zwanglose Gruppen, und Jadwiga nahm neben einem Tischchen Blaz, auf dem die Lektüre der Fürstin aufgespeichert lag. Fürstin Bogdan las sehr viel, und sie ließ sich von ihrem Buchhändler in Krakau auch in die Sommerfrische Bücher nach dessen Auswahl senden. Meist waren es französische Werke, denn sie liebte die Sprache und ihre Literatur. Diesmal aber waren auch deutsche Autoren vertreten. Eines diefer Bücher nahm Jadwiga zur Hand; natürlich wollte sie nicht iesen, nur ein menig blättern.

Da stand der Baron neben ihr. Wieder fühlte sie seine Blicke prüfend auf sich ruhen. Fast empfand sie es unangenehm. Darum schaute sie ihn voll an. Merk­würdig, wie sich auch dieser Augen Blicke wandeln fonn= ten. Sie sprachen über Bücher. Jadwiga meinte: aus Romanen inache ich mir im allgemeinen nicht viel. Lieber sin mir historische Werke. Ich habe schon manchmal daran gedacht, demnächst Studien in den Af= ten unserer Familie zu betreiben."

( Fortsetzung folgt.)