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Gießener Zeitung

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verteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwochs und Samstags.- Redaktion: Selters­

-

weg 83. Für Aufbewahrung oder Nücksendung

nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 5.

Telephon: Nr. 362.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 15. Januar 1913.

italiste Neuwahl im Reichstagswahlkreis Alzey- Bingen. Gegenſäße ſogar bis in den Schoß der Familien hin­

aefeßte Abschlüsse

flott wechselnd, fud

Bartapital von 5000

000 m. Gschäfte,& ndbesig fed Art zu tau n fold ftill u tätig

Die Nachricht, daß die Wahl des Reichstagsab­mich. notar. nach geordneten für Alzey- Bingen, Dr. Becker, von der Wahlprüfungskommission des Reichstages für un= gültig erklärt ist, läßt die Darmst. 3tg." zu folge: den Aeußerungen kommen: Falls das Plenum des Reichstages dieser Entscheidung beitritt, steht der Wahl­freis Alzey- Bingen damit wieder vor der Wahl eines Reichstagsabgeordneten, der vierten Wahl seit der Haupt­Der Wahl

Verkäufer u. Kapt wollen meinen to

uch fordern.

Verkauf meiner Schil

n Nachf.( Jnh. 6. Owahi von 1907, diese mit eingerechnet. a. Rh., Kreuzgaffe 8 freis hat in der letzten Zeit ein wechselvolles Schicksal gehabt. Von 1871 bis 1878 war er durch einen natio­O Mark nalliberalen Abgeordneten vertreten, zuletzt durch Bam­berger, mit dem der Wahlkreis zum Linksliberalismus chenloh überging. Bamberger vertrat den Wahlkreis noch bis 1893, von da ab bis 1906 war Schmidt= Elber­60% Prov. erhält Jei feld der Abg. für Alzey- Bingen. 1907 wurde die Fahne ren an Private üb des Freisinns heruntergeholt. Keller( Bund d. L.) Prachtvolle Neuheit wurde in der Hauptwahl gewählt, nach dessen Tod im enntnisse nicht erford Dezember 1908 wurde bei der Nachwahl im Februar Sweispapiere etc. wer 1909 Uebel( 3entrum) und bei der Hauptwahl 1912 Auch als Neben Dr. Vecker( nationelliberal) mit 2 Stimmen Mehr­heit gewählt. Dr. Beckers Wahl ist jetzt von der Wahl­prüfungskommission des Richstages für ungültig lärt, und er hat voraussichtlich sein Mandat bald wie­der gegen den Freisinn, oder, wie es jetzt heißt, gegen die Fortschrittliche Volkspartei zu verteidigen, die seit

ng können nachweis and mehr pro Tag rden. Auskunft gr ckner, Erbach I. Weste

er=

zpflasterklöize 1907 bei allen Wahlen die größten Anstrengungen ge

gen Steinpflaster frei Geräusch u. Staub.

. Streck, Bonn t reichhaltiges Muster buch Nr. 10.

von Bahrenfel

macht hat, ihren alten Besitz wieder zu erlangen. Ta­rum hat sie auch bei der Nachwahl 1909 ihren Führer, Pfarrer Korell, dort aufgestellt, der aber da­mals, ebenso wie im Januar 1912, in der Stichwahl unterlag; zuerst gegen den Zentrumskandidaten, der mit nationalliberaler Wahlhilfe siegte, und zuletzt gegen den Nationalliberalen, der die Wahlhilfe des Zentrums er­hieit. Schon dieser kurze Ueberblick über die Geschichte der letzten im Kreise

same Fraue bort bie Bartelverhältniffe feciſe zeigt, wie verwent efnur Sternwoll ist der Gegensatz zwischen den liberalen Parteien sehr gro Die Nationalliberalen kann man furz als Alt­chtheit garantiert diese nationalliberale charakterisieren, während die Fortschritt­ler und ihr Kandidat Korell in ihrer Partei mehr nach links neigen. Dieser Gegensatz, der zwischen den beiden Parieien, die sich eigentlich am nächsten stehen sollten, dem Nationalliberalismus und der Fortschrittlichen Volks­partei. dort herrscht, zeigt sich in einer oft über Maß und Ziel hinausgehenden Agitation noch mehr zwischen Bund der Landwirte und Zentrum auf der einen und Fortschritt auf der anderen Seite. Weil in jenen Wahl­lem Etikett und Umbant freiie die Verbitterung auf beiden Seiten so groß ist, Aufschrift Fabrikat de deshalb ist es zu bedauern, wenn durch einen allspinnerei Altona Babre Waylkampf die Erregung wiederum entfacht wird. Wer die Verhältnisse dort kennt, der weiß, wie die politischen

MARKE

Neuheit atadorster

iner Wolle hergestel

hlaufend nicht filzen

Das Glückskind.

neuen

Roman von Frene von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)

Ich begriff es anfangs auch nicht, aber höre zu": Waldemar schöpfte ttef Atem, ehe er begann: Mein

Este gegen Schweißig insiger Fehler, den ich bei der Sache machte, tst der,

saß ich leichtgläubig und vertrauend mich in die Hände

Qualitäten ere Stenben begab, der fich mir unter der Maske der sch Nachweis von Bengsich ohne jedes Mißtrauen in die Falle ging. Das Ganze

Freundschaft zu nähern wußte, als er erkannt hatte, daß

scheint ein Att der Nache zu sein, weil ich ihm ohne mein Butun das Mädchen abspenstig machte, das er liebte.

raver Junge Konnte ich denn dafür, daß das reine Herz des Mäd­rling gesucht. Eigens sich mir, statt ihm zuwandte? Hätte Lorchen ihn

ofort oder später.

Raifer, Schumacher

geliebt, ohne ein Wort würde ich verzichtet haben, wenn es mir auch schwer gefallen wäre, sie zu verlieren." Der Erzähler machte eine Pause und preßte die

bezialist für Fußleid Sände an die pochenden Schläfen, um sich zu beruhigen; et/ Main, Gerning dann fuhr er in mattem Tone fort:

Wie ich in das Geschäft von Robert Buchholz tam,

Jer verkauft den ich als meinen Wohltäter pries, habe ich Dir bereits n- Geschäftshas an Pfingsten genau erzählt, und dann kam, wie Du 3. B. p. 9866 gut. Im Geschäft hatte ich mich bald tüchtig eingear­

wetßt, die Hochzeit mit Lorchen. Bis dahin ging alles

figes Anwefen. 2

If Moffe, Gieken

ungen schon vieles

agewandt, bringt

beitet. Robert versprach mir goldene Berge und machte Einkäufe im größten Maßstabe, der Umsatz wurde be­deutend vermehrt. Wir machten glänzende Abschlüffe, doch zufällig", wie ich in meiner Harmlosigkeit dachte, befand Robert sich viel auf Reisen und für Zufall hielt ich es auch, daß gerade in dieser Zett mehrere größere

chtetes Mittel sch Zahlungen gemacht werden sollten. Da Robert abwe­aschend. Erfolg, se send war, tam natürlich die Sache an mich, als den

n.

Dankschre

ar. M. 3.50, ext

kr. Nachnahmever

Stellvertreter und Kompagnon des Geschäftsinhabers. Ich handelte nach seiner Angabe, stellte Wechsel aus, der Summen ängstlich wurde uno gelegentlich darnver

catius, Berlin te jener es mich gelehrt. Wenn ich wegen der Höbe

on

( Gießener Tageblatt)

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die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet, Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.

Telephon Nr. 362. 25. Jahrg.

Die Pforte wird nach Zeitungsmeldungen die Kollektiv mote der Großmächte, die demnächst überreicht werden soll, ablehnen und vorschützen, daß sie die Forderungen erst einem Ministerrat un, er

Politische Rundschau.

jetzt wahrscheinlich nötig werdenden Hauptwahl in Al­eingetragen werden, der wird auch wissen, daß bei der zey- Bingen wieder bis aufs äußerste gekämpft werden | wird, Ein Glück in diesem Unglück ist wenigstens, daß bei dem Kampf auf Leben und Tod, den die bürger=| breiten müsse. mokratie nicht als tertius gaudens den Vorteil lichen Parteien in Alzey- Bingen führen, die Sozialde­hat. Diese Partei ist dort nämlich ohne jede Bedeutung, sie kommt nur als fleine Stichwahlhilfe für die Fort­schrittliche Volkspartei in Frage. Die Ergebnisse letzten Wahlen im Wahlkreise Alzey- Bingen waren fol­der gende: 1909 Korell( Fortschr. V.) 8060, Uebel( 3tr.) 6604, Dr. Becker 5821, Adelung( Soz.) 1559 Stim­men in der Stichwahl siegte Uebel( 3tr.) mit 12 027 Stimmen über Korell( Fortschr. V.) mit 10 883 Stim­10 848, Korell( Fortschr. V.) 9372, Adelung( S03.) men. Bei der Hauptwahl 1912 erhielt Dr. Becker( ntl.) 2315 Stimmen, zersplittert waren 8 Stimmen. Bei der Stid; wahl erhielt Dr. Becker( natl.) mit 12 012 Stimmen Kcieli( Fortschr. V.), 12 010 Stimmen.

er­

Von der Friedenskonferenz. London, 14. Jan. Die Drohung der Täten, heute abzureisen, gab Anlaß zu vielen Erörterungen in diplomatischen Kreisen. In den Balkankreisen wir klärt, daß kein Delegierter, ohne eine grobe Verletzung der Etikette zu begehen, abreisen könne, bevor noch eine Sitzung der Friedenskonferenz einberufen sein würde, auch wenn dies nur geschehen sollte, um die Verhand lungen in aller Form abzubrechen.

London. Die Delegierten der Balkanstaaten ver­längern ihren Aufenthalt in London nur mit Rücksicht auf die Großmächte und in der Hoffnung, dak die Note der Mächte in Konstantinopel Früchte bringen und Türken

Deutschland.

Reichskanzler. Der Kaiser empfing den Prinzen Mar * Der Kaiser besuchte vorgestern vormittag den von Baden, der auch zum Frühstück geladen war.

Frankreich.

Striegsminister Lebrun, offiziell das Ministerium ster niedergelegt und seinem Nachfolger, dem neuen Miller and hat das Amt als Kriegsmini­übergeben. Lebrun empfing darauf den Militärgouver­neur von Paris, Michel Miller and hat bereits gestern nachmittag seine Tätigkeit als Rechtsanwalt wie­der aufgenommen. Er erschien im Justizpalaste und plädierte in einem Falle, in dem er sich während seiner ministeriellen Tätigkeit vertreten lassen mußte. Lebrun Gründung im Jahre 1870 besit ist der 58. Kriegsminister, den die Republik seit ihrer

Rumänien.

* Rumänien verhandelt mit einer deutschen Schisiswerft wegen des Baues eines Dreadnoughts.

*

Vom Balkan.

Konstantinopel, 13. Jan. Da im Falle der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten eine Aktion der griechischen Flotte gegen die kleinasiatische Küste befürch­tet wird, wurden beträchtliche Truppenverstärkungen

andernfalls wären die Delegieren, Tagen ändern werde, nach den Städten des Wilajets Smyrna entjanot. Auch zwungen, London zu verlassen und die Feindsel citen würden wieder aufgenommen.

London, 13. Jan Sämtliche Großmächie ha­ben dem Wortlaut der beabsichtigten Mitteilung an die Türkei zugestimmt. Die Note soll unverzüglich in Stor­stantinopel überreicht werden. Der Text der Note der Mächte ist heute nach Konstantinopel telegraphiect wer­den, aber er kann unter den günstigsten Umständen erst am Dienstag oder Mittwoch dort vorgelegt werden. Die Note ist kurz und bestimmt und geht ohne Umschweife auf das Ziel los. Sie weist die Pforte klar und ernst haft auf die Notwendigkeit hin, Adrianopel abzu= treten und die Frage der ägäischen Inseln der Ent­scheidung der Mächte zu überlassen. Andere Fragen sind darin nicht berührt.

Rücksprache mit meinem vermeintlichen Freunde nahm, dann lachte er mich aus und versicherte mir, daß wir gut das Dreifache der Summe an den Waren verdienen würden. Und so sind jezt Wechsel in Höhe von zwanzig­tausend Mark von mir unterzeichnet im Umlauf. Jener elende Schuft aber hat alles, was möglich war, zu Gelde gemacht, außenstehende Beträge einfasstert usw. Wäh­rend ich immer nur so viel bekam, um eben leben zu können und bei etwaigen Klagen auf spätere Zeiten ver­wiesen wurde, hat er mit den eingeforderten Summen das Weite gesucht. Eines Tages erwartete ich ihn ver­gebens im Kontor, er kam nicht mehr, und als es bekannt wurde, daß er fort war, da stellte es sich her­dus, daß er ungeheure Schulden hinterlassen hat. Haus und Geschäft wurde mit Beschlag belegt, nichts nenne ich mein eigen,-- dazu die Wechsel, die ich bezahlen soll, und derentwegen man dem Halunken, der mich ins Elend brachte, nicht einmal etwas anhaben kann, da sie zwar mit unserer Firma, jedoch mit meinem Namen als Unterschrift versehen sind."

Stöhnend und erschöpft hielt der junge Mann inne, indes Röschen nichts zum Troste des geliebten Bruders zu sagen wußte.

Ich habe bis jetzt alles mögliche versucht, um we­nigstens Arbeit zu bekommen; allein trotzdem ich meine Unschuld beteuere, mißtraut man mir und schickt mich fort. Wäre mein armes, bedauernswertes Weib nicht,

ich schösse mir eine Kugel durch den Kopf und alles hätte ein Ende. Es wird mir schließlich auch nichts an­deres übrig bleiben, ich kann das Elend nicht länger mehr tragen, mein Leben ist verpfuscht; denn wo in aller Welt soll ich soviel Geld auftreiben? Und selbst wenn ich es könnte, werde ich doch nie imstande sein, es zurückzuzahlen."

Röschen faßte nach des Bruders Hand und obgleich fie selbst das Troftlose der gegenwärtigen Lage einsah, versuchte me dennoch, den Mutin aufzurichten.

die Truppen von Gallipoli wurden durch Kurden und Araber erheblich verstärkt.

Konstantinopel, 13. Jan. Den Blättern zu­folge ist der Beschluß des Ministerrats, eine National= versammlung zum Zweck der Entscheidung über Krieg und Frieden einzuberufen, noch kein endgültiger. Der Ministerrat wird sich noch mit der Frage beschäftigen. Ein entsprechender Vorschlag ist von dem Großwesir ge­macht worden.

an der türkischen Bevölkerung verübten Greuel sind hier Rom, 14. Jan. Die von den Balkanverbündeten von einem diplomatischen Vertreter einer Großmacht in heiten aufgeführt sind. Der Brief sagt wörth Sier einem Schreiben geschildert worden, worin auch Einzel.

wul noch immer keine Ruhe einkehren, im Innern dau

" Du warst freilich viel zu leichtgläubig und uner­fahren," sprach sie, aber es muß sich ein Mittel finden, Waldemar, wie Dir geholfen werden könnte. Komm, laß uns zum Onkel Förster gehen, vielleicht weiß er Rat in dieser verzweifelten Sache. Nur nicht den Kopf verlieren, mein Waldt! Blicke nicht so starr und hoff­mungslos darein, wir werden schon etwas ausdenken."

Der junge Mann lachte so schrill auf, daß es Nös­chen ins Herz schnitt, und willenios wie ein Kind folgte er der Schwester, die sich nicht merken Iteß, wie traurig es thr zu Mut war, sondern scheinbar ruhig und zuver­sichtlich aussah.

Ein scharfer Wind blies von Westen her, dazu fing es jetzt stark zu regnen an, die falten Tropfen schlugen den Geschwistern ins Gesicht; sie beeilten sich daher, möglichst schnell das schüßende Dach zu erreichen.

Unterwegs zermarterte sich Röschen den Kopf, einen Ausweg zu finden; denn daß der Förster nicht helfen konnte, wußte sie wohl. Derselbe hatte nte Ge­Tegenheit gehabt, Schäße zu sammeln. Die beiden Al­ten lebten zwar behaglich und ohne Sorgen, hatten auch einige Tausend Mark für den Notfall auf die Seite ge­legt, aber das war auch alles.

Einen Augenblick dachte Röschen an Malljar, doch verwarf sie diesen Gedanken sofort wieder, da sie in die pefuntären Verhältnisse des Mannes teinen Einblick hatte. Daß er reich sein mußte, ging wohl aus seinem ganzen Auftreten hervor, aber ob er über große Bar= mittel verfügte, wußte Röschen nicht. Und selbst wenn es der Fall war, was konnte das ihr nüßen? Konnte man von ihm eine so große Summe verlangen? Nein, nein!

( Fortsetzung folgt.)