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Gießener Zeitung

Bezugspreis 25 pfg. monatlich

( Neueste Nachrichten)

vierteljährlich 75 Bfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unierer Expedition oder in den Zweig­ausonbenellen vierteljährlich 60 Pig.- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters­weg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung richt verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der Gießener Zeitung" G. m. b. S.

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Nr. 74.

"

Telephon: Nr. 362.

alter- Apparat Frankreich gegen Griechenland verstimmt. 3wei griechische Diplomaten, der griechische ystem, Haaandte in Berlin, Theodofy, und der griechische Ge­andie in Paris, Romanos, weilten gestern in Frank furt a. M. Gegen Mittag fuhren die beiden Gesandten ach Schloß Friedrichshof bei Cronberg. Dort lierung des Apparatificantert sie eine mehrstündige wichtige politische Besprech

u. a. auf dem 10. A gu. der Internation.Hyp lung in Dresden.

ostenlos!

ung mit dem König Konstantin von Grie=

Broschüre gratis en land. Es ist wohl anzunehmen, daß König Kon­

Interessenten!

fantin sich mit den Herren Theodoky und Romanos u. Frankfurt auch darüber beraten hat, ob es unter den gegebenen Schiller strassenständen überhaupt ratsam sei, daß der König die ge­d.Original, Haas' Apparadante Reise nach Paris unternehme. Die Liberte" 3.

nd gewarnt.

eptember in Giessen,

Zu Hause gemacht!

der vornehmen Toilette

verlangt eine persönliche Entschuldigung des Königs Ronstantin, indem sie schreibt:

Es wird Sache des Herrschers selbst sein, die Ge­gtuning( Reparation), die die französische Meinung er­tarlet, noch zu vervollständigen. Er wird in Paris die Tielegenheit finden in seinem eigenen Namen das Miß­ständnis" aufzuklären, für das seine Regierung und in Bolt bereits jetzt ihm die ganze Verantwortlichkeit Luchieben."

che Freude machts und iel kann man sparen, n man im Haus Nadel Danach müßte man eigentlich annehmen, der Kö­Schere richtig braucht, ig ber Hellenen würde eine Reise nach Paris als un­kann alles schneidem feiner föniglichen Würde stehend ansehen. Alle diese zur Wäsche u. zum einf. Jomente werden auf Schloß Friedrichshof zwischen derkleid, wenn man die König Konstantin und den Gesandten Theodoky und üglichen Favorit Romanos erörtert worden sein. nitte der Intern. Sahnitt ufaktur, Dres- N. 8 wendet. Hundausen­

Im Zusammenhang mit der Rede des Königs von gebrauchen de enact iechertland, der auf die preußische Taktik und Strate­die Favorithandar als die Hauptursache der griechischen Siege hinwies, er. Prospekt Nr. cffe die Mitteilung interessieren, daß Kaiser Wilhelm Anleitung durch Beurlaubung von vier Generalst a bs= roßartig ausgestattete rit- Modenalbum( nurfizieren zum Eintritt in die griechische Ar­.), Jugend- Modenalbum ke cenehmigte.( Nun kann ja das Geschrei in Frank­50 Pf.), Favorit- Hand von neuem losgehen. D. Red.) eitsalbum( nur 50 Pf.)

Lier erhältlich bei:

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Hilfe tftndung, Störungen,

Uom Balkan.

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 13. September 1913.

Die türkische Regierung bereitet an die Mächte eine Note ver, worin sie im Hinblick auf die Erregung in der thrazischen Bevölkerung erklärt, diese Bewegung tonne zum Stillstand gebracht werden, wenn den Thraziern ge­wisse Garantien geboten würden, daß die Bulgaren teine Repressalien schlimmer Art an der dortigen Bevöl­ferung verüben würden. Eine Garantie könne nur die Einsetzung eines Generalkommissars sein.

K

Die türkisch bulgarischen Friedensverhand­lungen nehmen einen befriedigenden Fortgang. Die Frage der Nationalitäten in Thrazien ist bereits entschieden, ebenso die Frage der Entschädigung der Kriegsgefange hen. Die Frage der Grenzverlegung wird allerdings noch mancherlei Schwierigkeiten bieten. Die Türkei be­steht auf Dimotika, da es für die Verteidigung Adriano­pels von der größten Wichtigkeit sei.

Den bestimmt lautenden Meldungen, es sei ein türkisch bulgarisches Schutz- und Tru- bündnis bereits in den Grundzügen festgelegt wor­den, steht man in Berliner diplomatischen Kreisen step­tisch gegenüber.

Nach einer Konstantinopeler Meldung der Neuen Freien Presse" ist die türkisch- amerikanische Anleihe soeben perfekt geworden, und zwar hat die türkische Regierung mit einer amerikanischen Bank­cruppe eine 5prozentige Bankanleihe von 10 Millionen Do'lar abgeschlossen. Ein Teil der Anleihe wird jür Beschaffung von Kriegsmaterial aus Amerika verwendet.

Die griechische Regierung hat in den von den griechischen Truppen besetzten Gebieten Süd- Albaniens wohnenden Albaniern verbietet, ihre Wohnungen zu ver= eine Kundgebung erlassen, welche den in diesem Gebiet lassen. Zahlreiche Personen protestierten dagegen,

die

dabei vor das österreichische und italienische Konsulat zogen und Hochrufe auf Lesterreich und Italien aus­brachten.

Athen, 12. Sept. Nach Informationen aus gu­ter Quelle befinden sich die Vorbesprechungen über den Frieden zwischen Griechenland und der Türkei auf gutem Wege. Der Friedensvertrag werde in eini­

Konstantinopel, 11. Sept. Bei den gestri- gen Tagen unterzeichnet werden. Verhandlungen der Friedens- Delegierten erklärten die Bulgaren mit den türkischen Vorschlägen über enbaft durch fiber wianopel und Kirkilisse im Prinzip einverstanden.

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Die Cholera breitet judy mit großer Schnellig= teit in Rumänien aus. Es wurden 650 Cholerafälle festgestellt und 2000 Personen liegen unter Beobachtung

Wotan

Nach dem Sturm.

no- Salbe beat belt war er am Anfang enttäuscht, weil ihm die Einsicht

lelden, Flecke utleiden, offenen Wanden, prungenen Handen

Dosen von 1,15 and amg fetzte. Wie gesagt, Baron Kappel ließ sich Namen Rigo und die Pirmo in festigteit stützte und ermutigte sich der Graf, lernte

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Erzählung von Emil Frank. ( Nachdruck verboten.) Rappel hatte von vornherein mit dieser lang= en Ausführung gerechnet, der Graf aber nicht, da­te, und er das, was durch die Ungunst der Ver­laisse verursacht wurde, auf das Schuldkonto der Der verärgern, noch entmutigen, und an seiner Ruhe Geduld, gewann er die so notwendige technische Ein­Viele lange Jahre dauerte schon das Gründen" noch imme. war die Anlage nicht fertig. Baron appel versäumte eben nichts, er dachte auch an die Ge­en, denen das junge Unternehmen ausgesetzt war, an die Wasser des Dnjestr stiegen, ihr altes Fluß­verließen, ihre gierigen Zähne an den Lebensnerv Ganzen: die Turbinen setzten. Dem mußte durch rife Dämmung vorgebeugt werden. Auch an Feuers­cr wurde gedacht. Endlich nach fünf langen, ar­Breichen Jahren, aber auch reich an Sorgen und tfeln, war das Werk fertig. Wo früher karges eland und dürftige Wiesen waren, da reckte jetzt Fabrit thre Schlote in die Luft, da rasselten die erzischte der Dampf, gellten die Pfeifen, hasteten Denschen hin und her, da war ein Leben und ben, daß die Fabrik zu einer Sehenswürdigkeit er ganzen Umgegend wurde. Aber noch immer te die beiden Gründer die Hände nicht müßig tn Schoß legen. Und wieder war es Baron Kappel, anregte und ermunterte und bat, um eine kleine tole Großtat vollbringen zu können: Arbeiter­hungen. Das Dorf Krzemien lieferte nicht genü­Arbeitskräfte, deswegen wurden Arbeiter aus der

Gießener Tageblatt)

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Telephon Nr. 362.

25. Jahrg.

von

in Isolierstationen. Bukarest selbst ist nur wenig der Cholera betroffen. Die meisten Fälle ereignen sich in den Vorstädten.

Politische Rundschau

Deutschland.

Ueber die Ueberreichung des Feldmar­sch a II st a bes an den König von Griechenland wer­den im Gegensatz zu ausländischen Meldungen folgende Mitteilungen gemacht: Die Uebergabe erfolgte nicht im Neuen Palais, sondern im Fürstenzimmer des Bahn= hofes, wobei die zum Empfang. erschienenen deutschen und griechischen Diplomaten mit den beiden Adjutanten des Königs auf dem Bahnsteige verblieben. Damit wurde ausgedrückt, daß es sich um eine rein preußische militärische Zeremonie handle. Die Veröffentlichung der ausgewechselten Reden erfolgte unter Zustimmung des auswärtigen Amtes. Wie später mitgeteilt wird, hat König Konstantin nach der Abendtafel dem Kaiser und der Hofgesellschaft an der Hand von Karten einen an­derthalbstündigen Vortrag über die beiden Balkankriege gehalten.

* Bei der gestrigen Ersatzwah I zum lippe­schen Landtag in Detmold wurde der freisinnige Reichs­tagsabgeordnete Dr. Neumann- Sofer mit 1193 gegen 820 sozialdemokratische und 60 tonservative Stim­men gewählt.

Auf Veranlassung der Reichsregierung wird im Herbst eine Kommission zusammentreten, die sich mit einer Reite von Fragen zu beschäftigen haben wird, die mit der Wohnungsnot im Zusammenhang stehen.

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Der nächste Reichshaushalt dürfte, wie verlau­tet, in Uebereinstimmung mit den Wünschen des Reichs­tacs eine Erhöhung der für die Tuberkulose be fämpfung bisher zur Verfügung stehenden Mittel beantragen. Gegenwärtig wendet das Reich jährlich 100 000 Mark für diese Zwecke auf.

*

Friedrichshafen, 11. Gept. Die Ueber- führungsfahrt des neuen Marineluftschiffes L. 2" ist um einige Tage verschoben worden.

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nächsten industriearmen Umgegend herangezogen. Für diese wurden auf Anregung des Barons niedliche, wenn auch schmucklose Häuschen gebaut, die von einem mäßig großen Garten umgeben waren. Gerade diese Häuschen übten auf die Leute eine große Anziehungs­fraft aus, und ein Stamm seßhafter Arbeiter war au diese Weise gewonnen.

So waren sechs Jahre im Flug dahingegangen und jetzt stand der Erfolg all des Ringens und Mühens greifbar deutlich vor den beiden Männern. Eine Bahn­strecke ging in unmittelbarer Nähe der Fabrik vorbei und harrte der Benutzung. Wenn die beiden Herren das alles überblickten: die Fabrik, die Häuschen, die Bahn, so mußten sie sich gestehen, daß sie für sich und die ganze Umgebung viel erreicht hatten. Und sie freuten sich ehrlich deffen und hatten auch vollen Grund dazu. Jan Sojka hatte alle Hände voll zu tun. Morgen begann die Getreideernte, zum drittenmale geschah das Mähen mit Maschinen, denn die Arbeitskräfte waren rar und teuer geworden. Da gab es für Sojka gar vieles anzuordnen. Dann kamen auch noch die end­losen Beratungen im Schloß. Seit einigen Tagen wohnten Baron Kappel und der Graf wieder in Krze­mien, und Sojka war während dieser Zeit die schwierige Aufgabe zugefallen, die vom Rentmeister aufgestellte Uebersicht über die Ausgaben für Kochanow zu erläu­tern, und Strittiges klarzustellen. Diesem Zeitpunkt hatte der Graf immer mit geheimer Angst entgegenge­sehen, denn die Ausgaben mußten seiner Meinung nach eine enorme Höhe erreicht haben. Baron Kappel hatte die Geldfrage nie berührt, sondern alle Barauslagen geleistet. Dabet war am Anfang durch einen beson deren Vertrag bestimmt worden, daß die Beteiligung der Kontrahenten eine gleichmäßige sein sollte, also hatte der Graf die Hälfte der Barauslagen abzüglich des Pretses für den Landkomplex, für das gelieferte Holz und die gestellten Gespanne an den Baron zu ent­richten. Wie erstaunte Graf Warminsti als er auf der

Der

Generalaufstellung ersah, daß er nichts zu bezahlen, son­dern vom Baron noch etwas zu erhalten habe. Baron lächelte dazu und sagte: Sie müssen bedenken, daß jahraus jahrein der größte Teil Ihrer Gespanne auf der Straße lag während sonst die Pferde müßig im Stall gestanden hätten, daß Holz und Baumaterial zu ihrem vollen Wert Ihre Rechnung entlasten."

Dem Grafen war es natürlich höchst angenehm, daß er durch solche Naturalleistungen von großen Geld­ausgaben verschont blieb, ja noch Geld ausstehen hatte. Diese letzte Freude verminderte freilich der Baron, der ihm schon an einem der nächsten Tage einen Wechsel über die dem Grafen zukommende Summe als Zah­lungsmittel übergab.

Nachdem die beiden Herren noch verschiedene Ein­gänge erledigt hatten, sagte Graf Warminski: Wte wäre es, Baron, wenn wir für einige Tage Schicht machten und eine gemeinschaftliche Reise unternähmen! Sind Sie mit von der Partie? Bitte, machen Sie feine Einwendungen! Unsere Fabrik steht unter bewährter Leitung, ich kann mich auf meinen Verwalter ganz und gar verlassen, und etwas Ruhe haben wir wohl verdient. Nun hören Sie mein Programm. Meine Tochter Jadwiga hat dieses Frühjahr die Pension ver­lassen und will in Krzemien die Zügel des Haushalts in die Hand nehmen. Augenblicklich weilt sie mit met­nem Schwager und dessen Familie in Luzern. Nun wollte ich das Mädel überraschen, und unvermutet in Luzern eintreffen, um sie abzuholen. Kommen Ste mit!"

Baron Kappel war ganz und gar nicht abgenetgt. Er fühlte ja selbst das Bedürfnis, nach harter, ange ftrengter Arbeit für kurze Zeit zu rasten. Als Graf Warminskt von seiner Tochter sprach, mußte Kappel an feine erste Begegnung mit Jadwiga denken. Damals war fte noch ein Kind. Setther hatte er sie nur einmal gesehen, denn die Komteffen verlebten thre Ferien met in Tattschan. ( Fortsetzung folgt