Ausgabe 
11.10.1913 Erstes Blatt
 
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ben von 50 Prozent ihrer Forderungen an die

Zubuße ihrerseits weiterhin zu erhalten, ist in Aussicht jenschaftsbank den Genossenschaften nach Prüfung ihrer

):( Raffel, 10. Cft. Ein verheerendes Groß­

dem benachbarten Orte Mönchehof gewütet und 15 Ge

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Serbenberg

Landwirtschaftliche Genossenschaftsbant gegen eine genommen, 50 Prozent der Forderungen an die Genos feuer hat seit vergangener Nacht bis heute mittag in b, dan Forderungen an die Landwirtschaftliche Genossen Kreditwürdigkeit gegen Verpfändung ihrer Forderungen bäude mit allen Vorräten eingeäjchert. Acht Familien Bege der und Aktionärsrechte an die Landwirtschaftliche Genossen- sind obdachlos geworden. Der Gesamtschaden beziffertate Jab

mäßige Verzinsung, sowie gegen Verpfändung der schaftsbank und des Stimmrechts auf den Aktienbe­jizz.

3. Die Förderung der Liquidation der Land wirtschaftlichen Genossenschaftsbant durch Ausübung der Gläubiger- und Aktionärrechte.

B) Die für diesen Zwed erforderlichen Mittel durch Inanspruchnahme des Staatstredits zur Ver­fügung zu stellen."

Diesem Antrag ist eine ausführliche Begründung beigegeben. Es wird darin auf die in der Gläubiger versammlung der Landwirtschaftlichen Genossenschafts­bant vom 1. September ds. Js. gefaßten Beschlüsse hin­gewiesen, den Beschluß einer Abschreibung von 50 Pro­zent, die Zahlung von Prozent des Guthabens 2c., jodaß also in nächster Zeit überall von den Genossen Barzahlungen zu leisten seien. Was dies für das Land in einem Augenblid bedeute, in dem die weinbautrei=

bende Bevölkerung auf einen nahezu völligen Verlust der Ernte gefaßt sein muß, die Steuerlasten außeror­dentlich hoch seien und die Getreidepreise eine jintende Tendenz zeigten, lasse sich faum ermessen. Es müßten

von den 14 Millionen rund 7 Millionen als voraus­

schaftsbank als Darlehen zu mäßigem Zinsfuß zu geben, damit die Genossenschaften in der Lage wären, ihrer- feits ihren Mitgliedern Geld zur Bezahlung der jetzt angeforderten Einzahlungen auf den Geschäftsanteil eben­falls zu mäßigem Zinsfuß zur Verfügung zu stellen, damit diese in der Lage wären, ihren Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.

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In der Begründung wird dann betont, daß das Darlehen durch Inanspruchnahme des Staatskredits zu einem Zinsjuz zu beſchaffen ſein würde, der für den Staat Aufwendungen nicht erforderlich macht. Eine der artige Tätigkeit des Staates würde, so meinen die An­tragsteller, nicht nur die landwirtschaftliche Bevölkerung von einer Ratastrophe befreien, sondern auch für das ganze Land von größtem Vorteil sein. Zum Schlusse heißt es: Der wesentlichste Teil der der Landwirt schaftlichen Genossenschaftsbank angeschlossenen landwirt fchaftlichen Genossenschaften sind die Spar- und Dar lebensfassen. Diesen gehört aber nicht nur der landwirt­schaftliche Mittelstand an, auch alle sonstigen Kreise des ländlichen Mittelstandes sind in diesen Genossenschaften zahlreich vertreten. In dem Maße, in welchem es durch die vorgeschlagenen Maßnahmen gelingen wird, tatastrophalen Zustand auf dem Lande zu beseitigen, wird man aber nicht mur den schwer betroffenen Krei­sen der ländlichen Bevölkerung geholfen und die der zeitige Krisis beseitigt haben, man wird vielmehr auch dem städtischen Handel und Gewerbe und damit also auch dem ganzen Lande erhebliche Vorteile zuführen. Bei dem engen Jneinandergreifen von Handel und Ver­kehr zwischen den Städten des Großherzogtums und dem Lande, und bei der großen Bedeutung, welche die Kauf­kraft der ländlichen Bevölkerung und deren Gedeihen für Handel und Verkehr in den hessischen Städten hat, kann von den vorgeschlagenen Maßnahmen nur eine große Förderung des allgemeinen Wohls erwartet werden. Nur nebenbei sei bemerkt, daß eine solche staatliche Ge­nossenschaftstasse, welcher, wie schon gesagt, sehr bedeu­tende Summen zufließen, auch bei der Hebung der Rente der Staatsanleihen eine erhebliche Rolle spielen könnte." ( Offenb. Zeitung.)

sichtlich verloren bezeichnet werden, ebenso das ganze At tienkapital von 2 Millionen. Die im Jahre 1883 ge­gründete Landwirtschaftliche Genossenschaftsbant habe 1910 einen Gesamtumsatz von nahezu 316 Millionen gehabt; von den Genossenschaften waren ihr in diesem Jahre rund 46 Millionen Mart zugeflossen, rund Millionen waren ausbezahlt worden. Die Landwirt schaftliche Genossenschaftsbant sollte ursprünglich ein Geldausgleichsinstitut sein, ähnlich wie die Preußenkasse, und sie habe in dieser Beziehung zweifellos ihre gro­Ben Verdienste gehabt. Während aber für die Preußen Zentralgenossenschaftstasse ausdrücklich das Verbot von Immobiliarkreditgeschäften bestehe, habe sich gerade die Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank durch ihre Ver­bindung mit der Verwaltungs- und Verwertungs- Ge­sellschaft und. mit der Reichsgenossenschaftsbant, die ihrer­seits wieder mit der Landwirtschaftlichen Kreditbank in Verbindung stand, in die gewagtesten Immobilienkredit­geschäfte eingelassen. Es wird dann weiter auf die er­staunliche Personalunion" hingewiesen, die in der Per­son der Herren Haas und Ihrig bei den genann­ten Geldinstituten bestand. Aehnlich wie diese Personal­union, bestanden auch enge finanzielle Beteiligungen der verschiedenen Institute untereinander, und gerade diese Beteiligungen hätten den Ueberblick über den Stand der verschiedenen Banken außerordentlich erschwert u. schließwasser zum Preise von 6 Pfennigen pro Kubikmeter lich zum Zusammenbruch des ganzen Systems geführt. Es sei auffallend, daß sich diese auf rein genossenschaft­licher Grundlage errichteten Zentralfassen bezw. Zentral­banken nicht bewährt haben, während die 1895 ge­gründete" Preußzische Zentralgenossenschaftskasse", die ähnlich wie die Reichsbant unter staatlicher Aufsicht und Leitung steht, eine erfreuliche Entwicklung genommen hat und ihre Aufgaben im vollem Umfange erfüllt.

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Hus Stadt und Land.

o Vilbel. Das Provinzialwasserwerk Inheiden bot der Gemeinde die Lieferung von Trink­

an. Ein vom Gemeinderat bestimmter Ausschuß wurde mit den weiteren Verhandlungen beauftragt.

o Egelsbach. In vereinzelten Fällen ist hier jetzt ebenfalls die spinale Kinderlähmung auf­getreten. Eine Erkrankung führte bereits zum Tode.

s Darmstadt. Das Kriegsgericht verurteilte den Reservisten Georg Thomann aus Reichelsdorf, der zu einer Uebung beim 2. Reserveregiment auf dem Trup penübungsplatz eingezogen war, wegen Beharren im Ungehorsam zu 45 Tagen Gefängnis. Der Angeklagte hatte sich während einer Instruktionsstunde vor ver sammelter Mannschaft den Anordnungen des Instruk= tionsoffiziers nicht gefügt. Der Gerichtshof ließ Milde in größtem Umfange walten, da der Angeklagte im Trun­fenheitszustande gehandelt hatte.

):( Frankfurt a. M. Ein Tuchfabrikant hatte in einem Hotel am Hauptbahnhof dahier einen Schnei­der zu sich bestellt. Der Tuchfabrikant gab zwei Schüsse auf den Schneider ab, die jedoch fehlgingen. Er behaup­

er ihn ruiniert habe.

):( Frankfurt. Die 3. Zivillammer erklärte die Ehe des Giftmörders Karl Hopf mit seiner letzten Frau geborene Siewice aus Dresden für geschie= den. Hopf hatte die Ehe eingegangen, um die Frau zu töten, nachdem er sie mit 80 000 Mart versichert hatte. Hopf hatte ihr Arsenik in Getränke getan und gleich- zeitig Bazillen gefährlicher Krankheiten auf Butterbrod verabreicht. Wegen seiner früheren Mordtaien wird er sich demnächst zu verantworten haben.

sich auf 3-400 000 Mart.

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::: Berlin. Der Fortzug aus Berlin in die M

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folge der schlechten Zeit hält an. In den letzten Mo­naten sind durchschnittlich je 2000 Personen mehr aus Berlin fort als zugezogen. Dieser Mehrfortzug wird me durch die natürliche Vermehrung der Bevölkerung nicht fier dent aufgewogen. Infolgedessen nimmt die Zahl der Bevöldum terung ab. Die meisten Abgewanderten sind in die. Vororte von Berlin gezogen. Ein Zurüd aufs Land ist wohl darin nicht zu erbliden.

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herbic Berlin. Der am 18. Juli d. Js. in Rausch and a wiß bei Plauen gestorbene Gutsbesitzer Herm. Knorra) es 60 hat, wie erinnerlich, in seinem Testament beſtimmt, daß en großen sein Vermögen dem zur Zeit seines Ablebens regieren Berater un den deutschen Kaiser zufallen und für das deutsche Heer oder, die deutsche Marine verwendet werden solle. Der Kaiser hat zur Verwirklichung des mit der Zuwendung verfolgten vaterländischen Zweckes die En schaft angenommen. Die Witwe des Testators, die feins einzige gesetzliche Erbin gewesen wäre, erhält die zustehende Hälfte des gesamten Nachlasses, der nach de bisherigen Schätzungen über 800 000 Mart beträgt.

::: Düsseldorf. Die Düsseldorfer Straffamme verurteilte den Rentner Otto H. wegen Steuerhinter ziehung zu 22 432 M. Strafe, dem achtsachen Betra der hinterzogenen Steuer.

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ter Bolizeia ::: Mörs. Die Ehefrau des Bergmanns Lim aus Lintfort begoß während der Nacht ihren schlafende Gmnasialf Mann mit Petroleum und steckte ihn dann an. De Mann starb sofort. Die Frau hat die schreckliche Tat aus Verzweiflung über die beständigen Mihhandlunge ihres dem Trunte ergebenen Mannes begangen.

::: Wien. Jn Probstdorf bei Wien landete g stern abend ein Kugelballon, dessen Führer, ein deuti Offizier, sowie der begleitende Unteroffizier sich in Un form befanden.

Panama, 10. Clt. Die Sprengung de Gamboadammes, der letzten die beiden Meere trenne den Schranke des Panamafanals, durch den Br sidenten Wilson, ist gestern vom Weiken Hause au durch einen Druck auf den Knopf einer, elektrischen L tung glücklich erfolgt. Zu diesem Zwed waren Dra und Kabel auf eine Entfernung von über 4000 Meil miteinander verbunden worden. Die Sprengung, das Wasser des Gatumsees und des Cuiebra vereini entfernte das letzte Hindernis, doch bedarf es nody fer Baggerarbeiten, ehe ein interozeanischer Schiff fehr möglich ist.

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::: Paris. Der Flieger Doucourt be fichtigt am 20. Oftober mit einem Eindeder und ein Entwic Fluggast einen Flug von Paris nach Kairo anzutre Der Flug soll über Schaffhausen, München, Wien, grad, Bukarest, Konstantinopel, Brusso, Konia, Jeru lem und Port Said gehen. Daucourt will die 60 Kilometer lange Strede in einem Monat zurüdlegen

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eine turnerische Jahrhundertfeier.

Herr Oberamtsrichter Dr. Fuhr in Bad- Nau hat fürzlich im Bad Nauheimer Turnverein einen trag darüber gehalten und u. a. folgendes ange

Die geschilderten Ereignisse hätten unabweisbar den Gedanken nahegelegt, eine ähnliche Kasse auch für Hes­sen ins Leben zu rufen und damit den landwirtschaft lichen Genossenschaften eine Ausgleichsstelle und Kredit­quelle zu schaffen, die ihren Bedürfnissen Rechnung trägt und ihnen die Vorteile gewährt, die ihnen die gro­Ben Banken, welche im wesentlichen industriellen und ge­werblichen Unternehmungen dienen, nicht geben können. In Hessen habe sich ein Eingreifen des Staates und eine Staatshilfe in diesem Augenblid als gerechtfertigt wiesen; es müsse der Wiederkehr solcher Zustände vor­-gebeugt werden. Die Interessen des Landes stehen auf dem Spiel; der Wohlstand des selbständigen Mitteltet, er habe sich an dem Schneider rächen wollen, weil Das Leben und Wirken Friedrich Ludwig Ja standes, jenes Trägers des Staates, hängt davon ab, daß ein Institut geschaffen wird, welches nicht unfundi­gen oder gar verbrecherischen Händen einzelner Leute überlassen wird. Auch die ins Leben gerufene Zentral kasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften fann, wie es sich jetzt schon gezeigt hat, ohne Hilfe des Staates ihre Aufgaben nicht erfüllen. Die Versuche, mit der Preußenkasse in eine enge Verbindung zu treten, scheinen auf einen raschen Erfolg dieser Bestrebungen nicht rechnen zu lassen. Dagegen haben wir für den vorliegenden Antrag ein Vorbild in der Preußenkasse, welches volle Nachahmung verdient, und welches sich im Sturm der Zeiten bewährt hat." Zur Entwirrung der heutigen Stiuation bedürfe es der energischen Unterstütz­ung fachkundiger, über den Parteien und Einzelinteres sen stehender Personen. Das Direktorium der neu zu schaffenden Kasse hätte auch die Liquidation der land­wirtschaftlichen Genossenschaftsbank zu fördern, und dazu erscheint es den Antragstellen zweckmäßig, daß die neue Kasse die Aktionäre und Gläubiger- Interessen der ein­zelnen Genossenschaften zur Förderung der Liquidation wahrnimmt. Um aber der schwer betroffenen landwirt­schaftlichen Bevölkerung und den zahlreichen von ihrem Wohlergehen abhängigen Erwerbsständen in diesem Au­genblick flüssige Mittel zur Verfügung zu stellen, die es ihr ermöglichen, den Genossenschaftsbetrieb ohne sofortige

):( Eronberg. Die Königin von Griechenland ist mit ihren Kindern, dem Erbprinzenpaar von Sach­sen- Meiningen und dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen gestern im Automobil nach Wolfsgarten ge­fahren, um dem Großherzogspaar von Hessen einen Besuch abzustatten.

):( Langenschwalbach, 10. Oft. Der ame­rikanische Großbrauer Philantrop Adolphus Busch aus St. Louis( ein geborener Mainzer), ist hier gestorben. ! Wald mich elbach. Die Landtagsersatzwahl im vierten Wahlkreis der Provinz Starkenburg ist auf Donnerstag, den 18. Dezember festgesetzt.

):( Rassel, 10. Oft. Um allen Arbeitslosen in den Wintermonaten Arbeitsgelegenheit zu schaffen, be­schlossen die Stadtverordneten, die Ausführung von städtischen Arbeiten zu beschleunigen.

Wotan

Friedrich Ludwig Jahn war nicht nur Bater deutschen Turnerei, sondern er hai auch in den Reihen der Männer gestanden, die in Wort und S Beispiel und Vorbild im preußischen und be Volle das Feuer des heiligen Zornes gegen die herrschaft entilammt, im deutschen Volle das der Blutsverwandtschaft und Zusammengehörigkeit all die Tugenden wieder erwedt haben, die in Elende des 30jährigen Krieges erloschen, durch di ten Friedrichs des Großen nur vorübergehend ge und unter der eisernen Faust Napoleons und in frankhaften Weltbürgertum für alle Zeiten vedo sein schienen.

An der Hand der beiden Schriften Jahn's: deutsche Volkstum und Die deutsche Turnkunst, Redner durch die Jugend-, Gymnasial- und Un tätsjahre des wander, aber wenig studierfrohen auf das Schlachtfeld von Jena und Auerstädt, w 28jährigen Jahn in der Nacht der Niederlage das ergraute und dann nach Berlin, wo der Mann

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