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Gießener Zeifung

Bezugspreis 25 Pfg. monatlich

( Neueste Nachrichten)

vierteljährlich 75 Pig., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 60 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters. beg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuffripte wird nicht garantiert. Verlag der Gießener Zeitung" G. m. b. H.

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Nr. 73.

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Telephon: Nr. 362.

Erpedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 10. September 1913.

Marineluftkreuzer ,, 2. 1" ins Meer gestürzt.

13 Personen ertrunken.

Der deutsche Marineluftkreuzer L. 1" ist Dienstag| Meter Länge und 14,9 Meter im Durchmesser der zur abend nördlich von Helgoland verunglückt. Der Luft- Zeit größte im Betrieb befindliche Luftkreuzer. Er hatte otor 9 PS fueuzer nahm an den Aufklärungsmanövern der Hoch- drei Maybach- Motore zu je 170 Pferdestärken, verfügte faufen, ce flotte teil. Gegen 7 Uhr abends geriet er in einen also im ganzenüber 510 Pferdestärken. An Größe wird 250 nanartigen Wirbelsturm, der das Luftschiff auf das ung und sasser drückte und den Rumpf brach. Nach längerem reffenten Treiben auf den Wellen sank das Luftschiff. Vom den 20 in der Dann der Besatzung konnten 7 gerettet werden, so daß ie übrigen 13 ertrunken sein dürften.

t. bereid.

Kauft sein

es nur von dem in diesen Tagen fertiggestellten neuen

Marineluftschiff L. 2" übertroffen, dem 18. Zeppelin- luftschiff, das 165 Meter lang ist und vier Motoren zu je 200 Pferdestärken trägt. Der jetzt verunglückte Luft­kreuzer wurde im vorigen Jahre erbaut. Am 10. Of

Das Marineluftschiff L. 1" wurde von Kapitän tober vorigen Jahres unternahm er seine erste Fahrt. emant Hanne geführt.

An Bord des verunglückten Luftschiffes L. 1" be­arden sich im ganzen 20 Personen. Folgende neun= m elin Mann der Besatzung werden mit Namen aufge­: Rorvettentapitän Mezing, Kommandeur der Ma­

sucht

Kein Ager

Typothe ineluftschiff- Abteilung, Kapitänleutnant Hanne, der Füh­B. B. 69 pe des Luftschiffes, ferner die Oberleutnants zur See Wendt, Freiherr von Malzahn, Grimm, Ingenieur Wehner, Obermaschinist Lehmann, Steuermann Zimmer­Ife nem, Obersignalmaat Kischner, Bootsmaate Barsmer, Störungen ngel, Obermaschinistenmaate Müller, Lutz u. Schön­urd der wirl cd der, Maschinistenmaat Storostzick, Funkenmaate Spie­er und Hellgemeier, Maschinistenmaat Bruder und Ober­mende fih bertchini stenmaat Adam. Wie das Marine- Luftschiff phenstein, mando erfährt, sind folgende Personen gerettet lensee orden: Oberleutnant Mendt und Grimm, Oberma­erbeten. Hüristenmaate Lehmann und Schönwelder, die Funken­

Yettel unter Nat unen

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airte Spieler und Hellgemeier, der Name der sieben Bingen geretteten Person ist noch nicht angegeben worden. Das Marineluftschiff L. 1" war das 14. der Zep­ssor Hoeplinluftschiffe und mit seinen Dimensionen von

Elektrotechnik, Brückenbau.

Parkerse

Uom Balkan.

162

ühnerful on it antinopel, 8. Sept. Hier eingetroffe­enabfall get Meldungen zufolge, wurde Enver Beŋam Bai­Fest im Regierungskonak zu Adrianopel nach hef­fälischer Gefortwechsel von General Tscherkesz Abuk Pascha

10.- mit S en Nachnah

Neuss a

RLD einen Revolverschuß in den Arm verwundet. Offi­xxx der Militär- Liga wollten die Verhaftung Abuks rlindern. Bei dem nun folgenden Revolverkampf den vier höhere Offiziere getötet und 15 verwundet. chter

Schuppenflee

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lige, Aderbe

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Nach dem Sturm.

Erzählung von Emil Frank. ( Nachdruck verboten.)

Fürst Demeter Bogdan verließ gleichfalls Krze Sein Herz war freudig bewegt, weil er sah,

vergeblich es feinem Schwager mit seinen Plänen ernst war; fte, versuche er hatte ja einen Mann gefunden, dessen Seele le u. ärztl, esatendrang ſchwellte, und ein Berater stand ihm zur te: Jan Sojka.

-Salbete, der erfahren, flug und vor allem treu war: der

dlich. Bestandi

1,15 u. 22

Als der Frühling das nächste Mal ins Land zog, don Neute er sich verwundern über das Leben und Trei­

und Firma

chubert& as er in Krzemien antraf. Das war sein altes Shla- Dresden mien mit seiner idyllischen Ruhe und Abgeschlos= In allen Apet breit gar nicht, das hatte sich schön verändert! Ueber­Arbeiter, und Fuhrwerke rollten durch die stillen älder, und die Sägen kreischten und surrten, die Art­b hallten und schallten. Herr und Diener schienen rimandelt. Graf Warminski war manchmal den gan­Tag draußen, und dann gab es fast jeden Abend gr Beratungen. Im Schloß war es infolgedessen ruhig; die beiden Mädchen empfanden die Abwechse= 10 ganz angenehm. Aber der Graf war der Meinung,

Wissensch. so

chtskran feine Töchter vorderhand im Hause der Großel­enorrhoe( Ht beer verwahrt seien und er teilte Fräulein Ben­Ss) und Syph it, daß sie mit den Mädchen nach Tatischan über: ohne Einsde In tönne. Fräulein Benken war davon nicht ſon­St., ohne Rich entzückt, sie war so gern in Krzemien. Manch­Brosch. 5 difam ihr der Gedanke, daß ihre Zeit in Krzemien

1.20. Speziala

isquen's, B

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5, Köln a.

mie so bald vorüber sein werde. Fürstin Bogdan tte schon im vorigen Jahre davon gesprochen, daß Mädchen wohl am besten in einem vornehmen Pen­na untergebracht wären. Wenn das geschah, konnte

usen 9. Ben her. Sie war nicht mehr ganz jung, und das gerstrasse itern aus einem Haus ins andere behagte ihr nicht

hr Das Leben einer Gouvernante hat gar viele

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Am 13. und 14. Oftober 1912 machte das Marine- luftschiff die vorgeschriebene Abnahmefahrt, die gleich zu einer Triumphfahrt von 31stündiger Dauer wurde. Da­mals flog der L. 1" von Friedrichshafen über die Nordsee und die Ostsee, über Lübeck und Berlin nach Johannisthal. In England behauptete man seinerzeit, das Luftschiff sei bei seiner nächtlichen Fahrt über die Nordsee bis an die englische Küste geflogen. Wieder holt hat der L. 1" dann ausgedehnte Fahrten von Hamburg aus über die Nord- und Ostsee unternom

men.

Gießener Tageblatt)

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Telephon Nr. 362.

25. Jahrg.

erklären, das linke Maritza- Ufer an die Türkei abzutre­ten und ein genügendes Terrain auf dem rechten Ma­ritza- Ufer zugestehen, um Adrianopel schützen zu können.

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Hier verlautet, daß die bulaarischen Vertreter Wei­sung erhalten haben, von einem bulgarisch- türkischen Schutz- und Trutzbündnis abzusehen und sich darauf zu beschränken, die wohlwollende Neutralität der Türkei in

einem Kriege mit Serbien und Griechenland zu sichern. Ein diesbezügliches Abkommen würde auf 15 bis 20

Jahre abgeschlossen werden.

Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, ist der b u l- garische Unterhändler, General Sawo w mit der Ernennung Talaat Bens zum türkischen Bevollmächtig ten sehr zufrieden und äußerte darüber: Wir sind alte Bekannte und werden, wie ich hoffe, bald ins Reine kommen. Die Grenzfrage dürfte noch Schwierigkeiten be­reiten. Man muß sich aber in Konstantinopel nur ge genwärtig halten, daß die Türkei und Bulgarien ein großes gemeinsames Interesse haben; wir begegnen uns in dem unversönlichen Haß gegen Grie= chenland. Natschewitsch soll gesagt haben, wir können uns über Adrianopel mit der Türkei leicht ver­

ständigen, auch über seine Abtretung. Es gibt für uns

auch keine Frage des Schicksals von Kirkilisse mehr. Kawalla und Monastir liegen uns viel näher am Her­zen. Wir benötigen durchaus den Besitz dieser beiden Städte. Wir werden den türkischen Vorschlägen zustim=

Nun hat der Luftkreuzer nach kurzer aber glänzen­der Dienstzeit von 11 Monaten ein beklagenswertes Ende gefunden. Die Katastrophe ist schwer, aber sie wird die großen Hoffnungen auf die Zukunft der Zep- men, sagte Natschewitsch, um uns die Unterstützung der pelinluftschiffe nicht zerstören können.

Von der vor der Insel liegenden Torpedoboots flottille wurden sofort mehrere Torpedoboote nach der Unfallstelle abgesandt. Es gelang auch nach verhältnis­mäßig furzer Zeit die Unglücksstelle zu erreichen. Das Luftschiff war aber schon vollkommen vernichtet.

Der neue Balkanbund zwischen Rumänien, Serbien, Montenegro und Griechenland soll eine festé wirtschaftliche Grundlage erhalten. Wie jetzt bestimmt verlautet, ist fast vollständige 3011 und Münzvereinigung geplant.

Konstantinopel, 8. Sept. Die türkisch- bul­garische Konferenz wurde gestern unter dem Vorsitz des Großwesirs eröffnet. Man glaubt zu einem baldigen Verständnis zu kommen, falls die Bulgaren sich bereit

Schattenseiten. Fräulein Benken hatte das zur Ge­nüge erfahren! Aber was wollte sie machen? Ihre Er­sparnisse reichten noch nicht aus, um nach threm Ge schmack für sich zu leben. Nun, vorläufig hatte man ja noch nichts beschlossen, und das war Fräulein Benken nur angenehm, denn der Gedanke, von ihren Zöglin­gen, die sie mit mütterlicher Zärtlichkeit liebte, sich tren­nen zu müssen, drückte sie schon jetzt. In dieser Stim­mung ging sie hineus in den Park und wanderte die einsamen Wege, in denen sie jeden Baum und Strauch kannte, bis sie auf einmal hinter sich Klingen und Klir­ren börte. Sie brauchte sich gar nicht umzuwenden, den Schritt kannte sie, das war der Verwalter, ihr alter, Iteber Freund. Sie begrüßten sich herzlich. Aber auch den Verwalter schien heute etwas zu drücken. Fräulein Benken fragte ihn, was ihm fehle. Jan Sojka kraute sich verlegen hinter den Ohren, schob seine Kappe von einer Seite auf die andere und sagte dann endlich: Tja, es ist eine ganz dumme Geschichte. Denken Sie nur, meine alte Martanne hat mir heute angekündigt, daß sie mich diesen Herbst verlassen wolle, das Klima von Krzemien behagt ihr nicht. Und nun size ich da mit mei= nen Talenten! Denn woher soll ich so schnell Ersatz be= tommen? Nach Krzemien mag keiner gern hin, und mich wunderte nur, daß Sie es hier solange aushalten."

Fräulein Benken lächelte trübe: So gehts," meinte fie, mir gefällts hier so gut, daß ich am liebsten nicht mehr wegginge, und doch werde ich balo mein Bündel schnüren müssen. Die Komtessen sollen in einem Ben­fionat untergebracht werden, dann bin ich hier über. flüssig.

Nun war das Wundern an Sojka. Herr, du mein Guter," rief er aus. Sie woller: weg, das heißt, Ste sollen? Das ist ja eine nette Bescherung. Dann geht ja bei diesen neuen Zeiten auf dem Schloß alles drunter und drüber. Nee, Fräulein, das gibts nicht, das dari! der Graf nicht zugeben!"

Türkei zu sichern, wenn die Frage des Besitzes dieser beiden Städte wieder aufgerollt wird und zwar mit Griechenland und Serbien.

Politische Rundschau.

Deutschland.

Wie verlautet, hat der Kaiser angeordnet, daß das Kommando des Kronprinzen beim 1. Leibhusaren- Regiment bis zum 1. Oktober 1914 aus= gedehnt wird.

Der König und der Kronprinz von Griechenland sind am Sonnabend in Berl in eingetroffen. Zum Empfange waren der Kaiser, die Herren der griechischen Gesandtschaft und die Spitzen der Generalität auf dem festlich geschmückten Bahnhof er­schienen. Auf der Terrasse des Neuen Palais wurden der Aniser, der Könia der Hellenen und der Kronprinz

Fräulein Benken lächelte über den Eifer thres Freundes, es tat thr zwar wohl, konnte ihr aber doch nicht helfen. Ste sagte: Das geht eben nicht anders; wenn die Töchter das Haus verlassen, ist die Lehrerin überflüssig."

Nun stand Jan Softa wortlos da. Was sich da mit etnem Male in seinem Herzen regte! Das war ja fast zum Lachen! Er, Jan Sojka, 50 Jahre alt, heiraten! Und noch dazu dieses liebe, verehrte Fräulein, das da vor ihm stand! Nein, nein, er hat doch manchmal Ein­fälle wie ein altes Haus. Nun lachte er wirklich, aber ' s ist doch ein so verlegenes Lachen, und sein Herz will fich gar nicht einreden lassen, daß es auch für ein kleines Stückchen häuslichen Glücks zu alt sein soll, wo es sich in Leid und Freud so wacker gehalten. Und es pocht und pocht, es redet und redet, bis der starre Kopf über­zeugt ist und bis auch der Mund zu reden anfängt. Es war ein richtiges Liebeswerben...

" Da stehen wir zwet einsame Menschen, sind Freun­de, nicht wahr! Wenn ich doch ein wenig jünger wäre, dann würde ich sagen: Hier ist der alte Jan Sojka, der verehrt Sie so innig, wie das sein altes Herz nur zu­läßt. Bleiben Sie bei ihm, werden Sie sein Weib, wie Sie so lange Zeit seine Freundin waren. Du lieber Gott, nun werden mir die Augen naß, und ich frage wirklich: Wollen Sie mich alten Mann noch haben?"

Darauf war Fräulein Benken nun ganz und gar nicht vorbereitet. Sie hatte ja schon lange allen Liebes­gedanken entsagt. Aber wie kam es nur, daß aus ihr altes Herz so rasch und freudig pochte, daß es zwischen alle Einsprüche des Verstands in einem fort sptach: Er ist ein guter, treuer Mann, dein Freund, und er hat dich gern und du hast ihn auch gern. So sagte sie denn: Wenn Sie mich alte Jungfer haben mögen, ich mag Sie wohl!"

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( Fortsetzung folgt.)