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Gesetzlich geschütate Wortmarke 17 826.
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Kalender 1913 irBesitzer v. Wertpapieren. Praktisches Handbuch für jeden Kapitalisten!
ird gratis gesandt vom ankhaus E. Calmann, Hamburg ( Etabliert 1853
acht Wohn- od. Landhand aute mögl. mit Garten ob. meh nde, Bl. gleich. Off. b. Selbs ufer u. F. G. 39 poftl. Fuld
Gießener Zeitung
Bezugspreis 40 pfg. monatlich
( Neueste Nachrichten)
verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.
Nr. 3.
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Telephon: Nr. 362.
Von der Friedenskonferenz. London, 6. Jan. Die Friedensfonferenz trat heute nachmittag 4 Uhr wieder zusammen. Die türkischen Delegierten unterbreiteten neue Vorschläge. Um 5 Uhr war die Sitzung beendet. Ueber den Verlauf der heutigen Sitzung der Friedenskonferenz erfährt das " Reuter- Bureau": Reschid Pascha unterbreitete folgende nette Vorschläge der Pforte:
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,, 1. Die Türkei ist bereit, im Norden von Adrianapel einige Zugeständnisse an Gebiet zu machen, jedoc) mit Ausnahme Adrianopels selbst. 2. Die Tür fei begibt sich ihrer Rechte auf Kreta unter der Bedingung, daß die Abtretung keiner anderen Inseln con ihr verlangt wird."
Die Mitglieder der türkischen Mission verließen darauf den Konferenzsaal, während die Delegierten der Vallanverbündeten zurückblieben und nach längerer Beraiung zu folgendem Beschluß famen:
„ Die Vorschläge der türkischen Delegierten entsprechen nicht den von den Verbündeten in der vor hergehenden Sitzung formulierten Forderungen und die Verhandlungen auf der vorgeschlagenen neuen Grundlage waren nicht derart, daß sie zu einem Abfommen führen könnten. Die Delegierten der Verbündeten sehen sich daher genötigt, die Arbeiten der Konferenz zu suspendieren."
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Nach der Rückkehr der Türken in den Saal verlas Beschäftsverhältatife, Ben der Präsident Nowakowitsch die Antwort der Verbünefcheidungs- und Alimer deten und hob die Sizung auf. Die Türken protestierZahlreiche Empfehlungen ten und erklärten, der Präsident sei nicht dazu berechtigt, die Sizung aufzuheben. Nachdem die formelle Siße G. m. b. H ung beendet war, wurde den Türken in der folgenden allgemeinen Unterhaltung erklärt, die Verbündeten Telef. I. 4359 abjid tigten nicht, den Abbruch der Verhandlungen herbeizuführen. Da aber eine zufriedenstellende Antwort auf die Vorschläge der Verbündeten vom Freitag nicht VO PUNONNY eingegangen sei, suspendierten sie die Arbeiten so lange, bis eine zufriedenstellende Antwort erfolgt sei. Jm weiteren Verlauf der nicht formellen Unterhaltung erklärte Reschid Pascha, er beabsichtige, über die Verproviantierung Adrianopels zu sprechen, sei aber der Gelegen heit beraubt worden, dies zu tun. Es wurde ihm gesaat, die Angelegenheit sei bereits in der früheren Sitzung besprochen, in der erklärt worden sei, daß die Konferenz nichts mit der Bedingungen des Waffenstillstandes zu tun habe. Die Türken verließen sodann etwas erreat den Palast.
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Die nächste Sitzung findet voraussichtlich am Freitag statt, vielleicht schon am Donnerstag. Es ist möglich, daß inzwischen unter den Delegierten der beiden Parteien private Verhandlungen gepflogen werden.
Das Glückskind.
Roman von Irene von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)
Nun, so ganz aus freten Stücken ist das nicht geschehen," fiel Lorchen, Waldemars Braut, errötend ein. " Lange genug hat er mich mit seinen Anträgen verfolgt und mir geschworen, daß er sich eher das Leben nehmen, als auf mich verzichten wolle; er ist ein leidenschaftlt= cher Charakter, ich mochte ihn eigentlich nie ausstehen, und ich begreife auch nicht, wie Du Dich so für ihn begeistern fannst. Der Himmel mag wissen, was diese plöbliche Sinnesänderung. bet thm hervorgerufen hat; ich hoffte nte, daß er sich so rasch entschließen würde, von feinem Vorhaben abzustehen, um sich so vollständig umauwandeln. Jetzt erscheint er ja freilich in völlig anderem Lichte, aber mir ist er nicht sympathischer dadurch geworden."
" Das ist mir auch ganz recht, Lorchen," nahm Waldemar wieder das Wort, denn wenn Du fenen bevoraugt hättest, würde ich Dich ja nicht besitzen, aber ich fage Dir, Robert ist ein ganz famoser Kerl, und ohne thn würde es noch Jahre dauern, bis wir uns ganz angehören dürften, während sich uns jetzt die allerbesten Aussichten eröffnen."
Aber nicht wahr, das versprichst Du mir, Waldemar", bat Lorchen mit fast ängstlicher Stimme, wenn wir betraten, dann wohnen wir nicht im Hause Roberts, fondern mieten uns irgendvo in der Stadt etne hüsche, Erfte Etage."
" Er hat mir zwar eine frete Wohnung angeboten, aber wenn Du nicht willst, nun dann verzichte ich eben Darauf, wie wohl es eine ganz unnötige Ausgabe tft, meine Lori,"
" Ich möchte nicht um alles täglich mit Robert BuchHolz verfehren," sagte Lorchen.
Bald darauf saß die ganze bettere Gesellschaft um
Expedition: Seltersweg 83.
Mittwoch, den 8. Januar 1913.
London, 6. Jan. Man ist der Anschauung, daß die Verbündeten absichtlich die Vertagung der Konferenz herbeigeführt haben in der Hoffnung, Konferenz herbeigeführt haben in der Hoffnung, daß Adriano pel inzwischen fapitulieren werde.
London, 6. Jan. Die Botschafterver sammlung unter dem Vorsitz Sir Edw. Greys tagte heute nachmittag im Auswärtigen Amt. Der Text der schriftlichen Note, der der Botschafterversammlung heute von Reschid Pasch a unterbreitet worder ist, lautet u. a. folgendermaßen: Wenn wir die Ahtretung Adrianopels verweigern, so geschieht das u. a. deshalb, weil sie vom Gesichtspunkte der Sicherheit Konstantinopels und der Dardanellen aus ein Ding der Unmöglichkeit ist. Außerdem müssen wir sagen, daß wir in der festen Absicht hierher gekommen sind, einen dauerhaften Frieden zu schließen unter Bedingungen, die geeignet sind, freundschaftliche Beziehungen zu sichern und beiden Parteien nutzenbringende Handelsbeziehungen zu erleichtern. Wir sind auch heute noch bereit, über die Grenzlinien zwischen der Türkei Bulgarien zu diskutieren, aber diese Grenzen müssen und Adrianopel auf türkischem Gebiet belassen. Um einen neuen Beweis von unserem versönlichen Geiste zu geben, willigen wir ein, uns unsere Rechte auf Kreta zu begeben, wohl verstanden unter der Bedingung, daß dann von den Verbündeten die Abtretung keiner weiteren Insel des Aegäischen Meeres verlangt wird. Wenn die Verbündeten trotz dieser ungeheuren Opfer dadurch, daß sie jeden Gedanken eines Zugeständnisses abweisen, die Verhandlungen abbrechen wollen, wird alle Verantwertung für die Folgen dieses Abbruchs auf sie fallen. Sollte diese Möglichkeit eintreten, dann erklären wir hiermit alle 3ugeständnisse, die wir bis zum heutigen Tage gemacht haben, für null und nichtig.
hat einem Vertreter der„ Morning Post" eine längere London, 6. Jan. Osman Nizam Pascha Unterredung gewährt, in deren Verlauf er besonders über die Stellungnahme der Großmächte zu den Gebiets forderungen der Verbündeten klagte. Bei Beginn des Krieges hätten die Mächte erklärt, daß sie keine Veränderung des Status quo zulassen würden; sie hätten fuir Nizam Pascha fort,„ von den Mächten gedrängt, aber später ihre Ansicht geändert.„ Jetzt werden wir", Adrianopel aufzugeben Die Diplomaten der Mächte scheinen sich nur damit zu beschäftigen, wie der heute drehende Weltkrieg zu vermeiden ist. Was in wenigen Jahren geschehen wird, das werden die Folgen dieser Politik sein. Wenn wir Adrianopel heute aufgeben, so bedeutet dies einen zweiten Krieg für später, es bedeutet das Ende der Türkei in Europa und es bedeutet, daß die Türkei das Opfer bringen
den festlich gedeckten Tisch in der Laube bei dem verspäteten Mittagessen. Die Fösterin jammerte zwar um den fast talten Braten, doch schmeckte er allen vorzüglich.
Waldemar wandte sich wieder an Röschen.
„ Wenn Du Dich beeilst, Schwesterlein, so feiern wir unsere Hochzeit zusammen. Suche Dir nur bald etnen Bräutigam, denn ich habe Etle. Aber freilich," fuhr er neckend fort, wo solltest Du hter einen hernehmen? Du mußt wieder nach der Stadt zurück, sonst wirst Du troß Deiner Schönheit eine alte Jungfer."
„ Und wenn auch, was tuts?" entgegnete die Angeredete, über deren Wangen eine jähe Röte huschte.
„ Na," fiel der Förster lachend ein, wegen der alten Jungfer mache Dir keine Sorge, Waldemar. Das Mädel hat heute einen ganz schönen Anfang gemacht, ich traf sie in lebhafter Unterhaltung mit einem fremden Mann, wer weiß, wer weiß, ob sich nicht da-" " Onkel", rief Röschen, thn unterbrechend, mit feuerrotem Gesicht, wie fannst Du nur so etwas fagen!"
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" Nun ja, wenn man über solcher Plauderet sein Mittagessen vergtßt, muß ste doch sehr interessant setn."
Katht, die Magd, die heute ebenfalls sehr im Staat war und in ihrer blendend weißen Schürze und dem Samtmteder, das faltenlos die volle Figur umspannte, einen wirklich stattlichen Eindruck machte, hatte eben den Kaffee serviert und wollte ins Haus zurückkehren, als fte hinter sich etne thr bekannte Stimme rufen börte: se, pft, Jungfer, wartet einen Augenblick, ich muß mit Euch sprechen."
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Als sie sich umwandte, bemerkte fte den Diener des Herrn Mallfar vom Schlößchen drunten, der schnaufend und pustend auf das Forsthaus zukam.
„ Et, feht doch," Iachte Katt, was kann denn so ein Brummbär und Weiberfeind, wie Ihr seid, von mte
( Gießener Tageblatt)
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Telephon Nr. 362.
25. Jahrg.
mukte, um den Weltkrieg zu verhindern, und daß die Mächte die Türkei in den Tod bringen. Dann wird sie begeistert kämpfen und sterben können. Wir kön= nen und werden Adrianopel nicht aufgeten, und wenn die Verbündeten uns mit ihren übermäßigen Forderungen zum Striege zurücktreiben, dann sind sie für das bisherige Blutvergießen und dessen Folgen verantwortlich.
Politische Rundschau
Deutschland.
* Der neuernannte Staatssekretär v. Jagow wird bereits in den nächsten Tagen Rom verlassen, um bei der Wiederaufnahme der Reichstagssitzungen schon in Berlin zu sein."
* Berlin, 7. Jan. Als Nachfolger Herrn von Jagows als Botschafter in Rom wird der diensttuende General a la suite des Kaisers, Generalmajor Oskar von Chelius, genannt, der früher 5 Jahre lang als schen Gesellschaft eine hervorragende Stellung eingenomMilitär- Attachee in Rom geweilt und der in der römimen hat.
Der nächste allgemeine Deutsche Inn= ungs- und Handwerkertag findet nach einem Beschluß des Zentral- Ausschusses der vereinigten Inungsverbände Deutschlands Ende August 1913 in Braunschweig statt. Beabsichtigt ist, diese Tagung zu einer ganz besonderen Kundgebung werden zu lassen.
Die
Persenen fest, darunter eine Frauensperson, die WerMe 1, 6. Jan. Die Polizei nahm gestern 5 ber für die Fremdenlegion waren. Werber durchzogen als Seifen- und Parfümeriehändier hausierend Elsaß- Lothringen und hatten in letzter Zeit ihr Absteigequartier in einer Meter Wirtschaft. boten den deutschen Wehrpflichtigen 350 Franken, wenn sie sich verpflichteten, mit ihnen nach Frankreich zu fahren und sich dem nächsten Werbebureau zu stellen.
Desterreich.
Sie
mittag mit seiner Lieblingstochter, der Erzherzogin MaKaiser Franz Josef machte Montag Hierauf empfing er den neuen Bürgermeister von Wien, rie Valeria, einen mehr als einstündigen Spaziergang. Dr. Weißkirchner, in Antrittsaudienz und teilte ihm bei dieser Gelegenheit mit, daß er im Augarten ein Stadt Wien zur Verfügung stelle.
großes Grundstück für ein Kinderhospital der
Frankreich.
* Paris, 6. Jan. Der Panzer„ Massena" hatte wollen?" blieb aber doch stehen, bis jener dicht herangekommen war.
„ Ach, Jungfer, unsere Haushälterin ist in großer Verlegenheit; ste wollte heute Rahmstrudel machen, weil diese unser Herr recht gern ißt, und weil er sich solche gestern schon zum Nachtisch gewünscht hat. Ste geht und bestellt drunten im Dorf den nötigen Rahm, und was glaubt Ihr, was geschieht? Es ist keiner zu bekommen, nirgends, - überall schickt man sie fort. In ihrer Not wandte sie sich an mich. Leberecht, sagte fie- Du mußt mir helfen; vielleicht wenn Du ins Forsthaus läufft und gibst ein gutes Wort aus, dann bekommst Du, was wir brauchen. So bin ich denn hergelaufen' s tst nur wegen unseres Herrn- und ich möchte also anfragen ob Ihr mir nicht ein Töpfchen Rahm geben könnt?"
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" Da schaut her, wie der jetzt schön bitten kann," spottete die Magd;„ wohl haben wir den besten Rahm im Keller und Ihr sollt haben, was Ihr braucht, aber eines müßt Ihr mir versprechen."
Nun, was denn?"
" Ihr dürft niemals mehr über die Weiber Io8= ztehen, wie neulich, und kein einziges Mal mehr sagen, daß die Weiber nichts wert sind, verstanden?"
" Ja, Jungfer Katht, gewiß, tch wills nicht wieder tun, Ihr müßt mir das nicht so nachtragen. Damals war ich eben auch übler Laune, durftig, hungrig und müde dazu, na, und da sagt man manchmal mehr, als man verantworten fann."
„ Und Eurem Herrn müßt Ihr auch zureden ung thn umzustimmen suchen, so gut Jhr tönnt."
( Fortsetzung folgt.)


