Ausgabe 
3.5.1913 Zweites Blatt
 
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Cognac

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MACHOLL

CONN.

marke. Überall erhältlich.

& Seid

N.-L.

Gießener Zeitung

( Neneste Nachrichten)

Bezugspreis 25 Pfg. monatlich vierteljährlich 75 Pfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen vierteljährlich 60 Pig. Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters­weg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag ber, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

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Nr. 36.

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2. Blatt. Leipzig.

Von Otto Voigt.

Vor nun fast 50 Jahren, vom 2. bis 5. August 863, wurde in Leipzig das 3. Deutsche Turnfest ge int, ein Fest, wie es auf deutschem Boden vordem h nicht erlebt worden war. Die alten Turner un­er ältesten Vereine, die zumeist als junge, neubackene hnjünger an dem Feste teilgenommen haben, erzäh= noch heute mit glänzenden Augen und mit glühen Begeisterung von den herrlichen Leipziger Tagen, dem Freudenrausche, der die Einwohnerschaft der stadt und die vielen Tausende der Besucher gleich= Big ergriffen hatte und von dem überaus herzlichen Sowie Damentupiange, ber neben den zu damaliger Zeit vielum enen Schleswig- Holsteinern insbesondere auch den

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zum Verkauf bringt: erreichern bereitet wurde.

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130 cm br. p. Mfr. Mk. 2,25 .140,

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Wie bei keinem anderen Feste vor und nach Leip­belebte und durchgeistigte ein Gedanke die ganze 20 000 Turner umfassende Festgemeinde, der Ge e an die deutsche Einheit, das Sehnen nach einem jen, einigen Deutschland, das Hoffen auf eine dau 4,00 e Berbrüderung aller deutschen Stämme, ein Ge­4,00- le, dem der berühmte Festredner, Professor Dr. von 4.75fchte, in folgenden Worten beredten Ausdruck ver­3,90

oliv und modelar

mittlere

Dies große nationale Fest, das Deutsche von Meinung friedlich vereinigt, ist nicht die Stätte, 4,00-6 die Pläne der politischen Parteien zu reden. Doch 2,50 diese Feier fann und soll die Wege bahnen für kst 145, 8,75 te politische Arbeit. Saaten des Wohlwollens hlen wir unsern altbewährten uſtreuren für künftige Zeiten", das schien den alten S& S in schwarz, had het die Absicht der volkstümlichen Feste und Wett kostüme geeignet fe, das gelte auch uns als ihr edelster Zweck. Für Meter( rechend monen unseres Blutes ist der Name Deutsche Ein­mur ein großes, wohltönendes Wort, nicht eine senden Haupt- Kollektion alle terte Ueberzeugung, die jeden Entschluß des Man­en und Aussteuer- Aurchdringt und heiligt. So gehet denn hin, Ihr teste Geschmack findel hier Befriere lieben Gäste, und verkündet daheim, was Ihr meister, welche tadellos sitze geldaut. Verkündet, wie Ihr im bewegten Aus­u zivilen Preisen anfertigen, der Gedanken und Gefühle, in der Uebung der Stoff von denselben geliefert einsamen deutschen Turnfunst empfunden und im vir in jedem größeren Orten Herzen erlebt habt, daß wir zu einander gehö­nehmen wir baß wir ein Fleisch und ein Blut. Erzählet, wie hafzüchtern sunde Wolleann aus dem Norden dem Manne aus dem Sü­hsten Tagespreisen in Zahlas Wort von den Lippen nahm, und wenn Ihr wisset, ob die Wirte oder die Gäste, ob die Schwa­Geld voll zurück, ohne Kürzuber die Niedersachsen das meiste getan für die e dieses Festes, so gedenket: Das ist ein Bild der hen Geschichte. Seit Jahrhunderten haben unsere me im Wetteifer gewirkt für die Herrlichkeit un­Bolles, und fein Weiser hat ergründet, welcher m das Edelste gab, welcher das Größte empfing. erbannet sie denn für immer, jene schnöde Scheel­welche mäfelt an dem unzweifelhaften Ruhme ed­durchstreiche Licher Stämme, welche neidisch bestreitet, daß die ken in dem Freiheitskriege uns allen glorreich vor­mten, oder den Süddeutschen die Ehre erküm daß sie früher als wir alle, doch zum Frommen hs alle, die schweren ersten Lehrjahre des parla­rischen Lebens durchmessen haben. Und Eure här­Berachtung treffe jene Pharisäer, die, wenn irgend er Jon schwarzem Tuch, crab einem deutschen Staate das Recht gebrochen

ende Waren tauschen um od

Vertrauen zu schenken, sehr zufrieden sein!

d Knaben­

.usw.-

e aller Art

Nicht Gewünschte

bitten zu

Erpedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 3. Mai 1913.

zen wie eine Wunde an unserem eigenen Leibe. Der ärgste Feind, der uns hindert, ein mächtiges Volk zu werden, der sind wir selber mit unserem häuslichen Hader. Eine lange Arbeit nationaler Erziehung liegt noch vor uns, und sie ist auch deshalb unendlich schwer, weil Tausende, die sich geistreich dünken, es eitles Phra­senwerk schelten, wenn einer durch redliches Mahnen zur nationalen Eintracht mithilft an diesem großen Werke unserer politischen Erziehung."

Auch in dem wahrhaft großartigen Festschmucke der Stadt kam dieser Gedanke zum Ausdruck, denn all­überall behielt Schwarz- rot- gold die Vorherrschaft, eine Tatsache, die in den Grenzboten", Jahrgang 1863, Nr. 32, mit Befriedigung wie folgt festgestellt wurde: Leip­zig war mit einer Eigentümlichkeit seiner Fahnenpracht für uns ein Wunder und Zeichen der Zeit. Vor 20 Jahren religierte das Universitätsgericht noch Studenten, welche sich des Verbrechens schuldig gemacht haben soll­ten, einer Verbindung anzugehören, die in dringendem| Verdacht stand, Schwarz, Rot und Gold für gut neben| einander passende Farben zu halten. Vor vier Jahren noch, als wir das Schillerfest feierten, wagte, obwohl damals von oben nur die Weisung ergangen sein soll, ,, zu hindern, nicht zu verbieten", von allen Häusern der Stadt nur ein einziges- dem Vernehmen nach von einem tapferen Bürger und Schneidermeister bewohnt

die deutsche Trikolore, das Symbol des deutschen Bundesstaates, zu zeigen. Jetzt war keine Gasse, in der die deutschen Farben nicht die bei weitem überwiegen­den gewesen wären. Auf dem Markte zählten wir deren nicht weniger als einundsechzig, auf der Hainstraße zweiundfünfzig der größten, und ganz das gleiche Ver­hältnis herrschte auf dem Brühl, in der Grimmaischen, der Reichs- und der Nikolaistraße, sowie in anderen Hauptgassen. Viele Häuser schmückten nur deutsche Fah nen, andere hatten neben diesen, wie billig, den Farben der Stadt und denen der Turnerschaft eine Stelle ge­

aus=

gönnt. Die Fahne des engeren Vaterlandes" so hübsch sie sich malerisch neben der schwarz- rot- goldenen nimmt, war nur sporadisch vertreten, und dann mit seltenen Ausnahmen unter dieser oder zur Linken und in fleinerem Format. Die Stadtbehörde war bei fol­cher Verteilung in richtiger Beurteilung des Wesens der Feier vorangegangen. Auf dem Rathause wie auf den anderen städtischen Gebäuden wehten allenthalben deut­sche Trifoloren in weit überwiegender Zahl und allent­halben über Weiß und Grün und der blau und gel­ben Fahne Leipzigs."

Deutschösterreich, das anfangs der Sechzigerjahre des norigen Jahrhunderts erst mit der allgemeinen Gründung von Turnvereinen begonnen hatte, war trok­dem überaus zahlreich vertreten, denn beinahe ein Zehn tel sämtlicher Vereinsmitglieder des damaligen 15. Lrei ses soll am Feste teilgenommen haben. Glaubhaft wird das erst, wenn man erfährt, welche Turnerscharen ein­zelne österreichische Städte nach Leipzig entsandt hatten. Weit über 1000 Mann, 1100 bis 1200 sind es sicher gewesen, denn auch der Berichterstatter der Blätter für das dritte deutsche Turnfest" schreibt über den Festzug, nachdem er die verhältnismäßig schwache Beteiligung des Niederrheines, Westfalens und Schwabens erwähnt hatte: Desto zahlreicher war der 15. Kreis, Desterreich, dem die vierte Stelle im Zuge zugefallen war, aufge=

hester, Wasch- und Jagdlein behaglich lächeln: Solches fönnte nicht geschehen treten, und lauter Jubel tönte diesen Jüngern der Tur­

heviot, Kammgarn schwarz

jerem Lande." Was der fernste unserer Stämme durch Unrecht und Gewalttat, das soll uns schmer­

ter von schwarzen und farbig en, Halbtuchen, Damentuch , Satins, Waschkleiderstoff ster von welßen Barchenten, He -Stoffen, Handtüchern, Hemde auskleider und Schürzenstoll sehr billigen Preisen.

nerschaft entgegen."

Das war vor 50 Jahren.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 15 Pfg.

die 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Pfg. Die 90 mm breite Reklame Zeile 50 Pfennig Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bef Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.

Telephon Nr. 362.

25. Jahrg.

Und heute stehen wir wiederum vor einem Leip­ziger Turnfeste, das noch viel großartiger, noch viel bedeutender werden soll!

Blut und Eisen zusammengeschweißten Deutschen Reiche Die im glücklich geeinten, vom großen Kanzler mit zur Millionengemeinde emporgeblühte Deutsche Turner­schaft wird im Juli dieses Jahres das 12. Deutsche Turnfest in Leipzigs Mauern abhalten, eine gewaltige Heerschau über ihre Mannen, bei der sie auf 60 000 bis 70 000 Besucher rechnet. Alle etwa noch bestehen­den Meinungsverschiedenheiten beiseite lassend, hat der Ausschuß der Deutschen Turnerschaft in dem Bestreben, fest eine Verbrüderung aller deutschen Stämme her­wie beim dritten so auch beim zwölften Deutschen Turn­beizuführen, die Einladung an den Turnkreis Deutsch­österreich ergehen lassen. Weist doch auch die gegen­wärtige Weltlage zwingend darauf hin, daß sich die Germanen aller Länder immer fester zusammenschließen, immer inniger befreunden und immer tatkräftiger unter­stützen müssen.

Zu dem bietet das vielbesungene, infolge seiner Messen und seines Buchhandels in aller Welt bekannte, mächtig aufstrebende Leipzig so viel Sehenswertes, daß sich für jedermann ein Besuch der größten Turnerstadt" Deutschlands reichlich lohnen wird. Außer den erst jüngst erstandenen Sehenswürdigkeiten, dem Völker- schlachtdenkmal, dem Hauptbahnhof und der noch im Bau befindlichen neuen, großert Turnhalle, besitzt die Stadt reiche Kunst- und wissenschaftliche Sammlungen, prächtige Schauspiel- und Musikhäuser( Gewandhaus), einen herrlichen Palmengarten, das berühmte( oder be­rüchtigte?) Rosental mit dem Tiergarten, mustergültige Sport- und Spielpläge( Schrebergärten) und hat sogar durch Anlegung des sogenannten Scherbelberges" einen Erholungs- und Belustigungsort" für Bergsteiger ge­schaffen. Als weiterer Anziehungspunkt ist die Inter= nationale Baufachausstellung zu nennen, die, vom Mai bis Oktober geöffnet, eine Weltausstellung für Bau- und Wohnwesen zu werden verspricht, und es sind vom Hauptausschusse für das 12. Deutsche Turnfest umfas­sende Vorkehrungen getroffen worden, daß die deutschen Turner auf Grund ihrer gestempelten Festkarte ermäßig­ten Eintritt während der ganzen Festwoche erhalten, so daß sich auch nach den anstrengenden Turnfesttagen noch genügend Zeit und Gelegenheit bieten wird, die Ausstellung zu besuchen, und die gewaltigen Ausstell­ungsgegenstände je nach Zeit, Lust und Neigung in Augenschein zu nehmen.

Nach alledem kann wohl als sicher angenommen werden, daß eine Turnfahrt auf den blutgetränkten, ge­schichtlich denkwürdigen Boden Leipzigs jedem unserer Kreisangehörigen nicht nur reichen turnerischen, sondern auch mancherlei anderen Gewinn bringen wird und ich schließe meinen Werbebrief mit einem Gedichte, das vor dem 3. Deutschen Turnfeste 1863 ein Weimaraner sei­nen Turnbrüdern widmete und das mir auch auf die heutigen Verhältnisse wunderbar passend erscheint:

So wollen wir denn nach Leipzig zieh'n, Die festliche Zeit ist gekommen; Laßt alle Grillen und Sorgen flieh'n, Den Stab in die Hände genommen!

Laßt uns ein jubelndes Juchhe schrei'n, Werfet die Hüt' in die Luft hinein, Rühret die Trommein, schwenket die Fahn'! Hin zu den Spielen auf Leipzigs Plan!

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glich mehr verlangt.

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d die Vorzüge.

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Kornfranck

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das neuzeitliche Kaffeegetränk( kein Bohnenkaffee) kräftig nahrhaft, jedem bekömmlich,( auch Kranken und Kindern).

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zu haben!