C. Mai 1913.
dter Lotterie zus. Mark:
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Gießener Beitung
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( Neueste Nachrichten)
pierteljährlich 75 Pfg., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 60 Pfg.- Mittwochs und Samstags. meg 83.
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Erscheint Redaktion: Selters
Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung
Nr. 36.
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1. Blatt.
G. m. b. H.
Erpedition: Seltersweg 83.
Samstag, den 3. Mai 1913.
Baltan- Wirren ohne Ende.
Oesterreich und Italien handeln gemeinsam. Die Geduld der Botschafter- Konferenz. Aus Belgrader offiziellen Kreisen verlautet hier in| Hester daß, zu Lande!
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Desterreich vor der Mobilisierung. Auf Veranlassung der Regierung ist der Fracht,
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 15 Dig.
die 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Pfg. Die 90 mm breite Reklame Zeile 50 Pfennig Ertrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bef Konkurs in Wegfall. Blazvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Albin Klein.
Telephon Nr. 362.
25. Jahrg.
Das neue Albanien.
In Valona herrscht völlige Anarchie. Die Bevölkerung lebt in der größten Furcht, da sie Represalien von Dschawid Pascha, der ein Freund Niazi Beys war, befürchtet. Dschawid Pascha steht mit 25 000 Mann türkischer Truppen in der Gegend von Sdieri. Der a= night Kriegsschiffe zum Schutze der italienischen Interessen zu entsenden.
Postkarten filter& orm, base, werde, Gerbien jofort in Attion verkehr ſowohl auf der Güdbahn wie auf der Tau- lienische Romjul hat die Regierung erflich, Tita
On Neuheiten!
en werde. Man erklärt auch, auf die Unterstützung ernbahn eingestellt worden, um Platz für die TruppenIgariens rechnen zu können. transporte zu schaffen. Die Truppentransporte sind in
Rußland hat an Oesterreich- Ungarn eine neue
erlobungskarten elctteilung gemacht, in der es seinen Entschluß wieder
Druckerei geschmackvoll t, auf der Räumung Stutaris durch Montenego zu
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ehen.
Die Albanische Korrespondenz" meldet aus
Haro:
Skutari die Hauptstadt Montenegros. Erbprinz Danilo hat in Skutari im Nan des Königs eine Proklamation erlassen, in die Annexion Stutaris ausgesprochen und die Stadt Hauptstadt Montenegros erhoben wird. mer wird die Achtung der Gebräuche und Freiheiten Konfessionen versprochen und mit schwerer Strafe jenige bedroht, der sich nicht füge.
Aus London kommen Nachrichten, die auf eine inde Nachgiebigkeit Montenegros schließen las
fö nnten.
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Wien. Zwischen Italien und Desterreich ist eine le Verständigung erzielt worden. Jtalien geht vollidig Schulter an Schulter in jedem Belang mit Dereich. Hierüber wurde ein Vertrag abgeschlossen.„ Es rde eine Revision aller Verträge, die Albanien fen, vorgenommen, und zwar zurückreichend bis zum spischen Vertrage und es wurde ein neues e- reinkommen getroffen, das die Interessensphä= in Albanien zwischen Desterreich und Italien
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Der Wiener„ Temps"-Korrespondent meldet seinem tte aus sehr guter Quelle, daß, wenn Desterreich sich einer militärischen Demonstration entschließen solle, es nicht in der Richtung auf Stutari vornehmen wervielmehr werde es in den Sandschak einrücken. renheitspartien u versen Die Aktion Desterreich- Ungarns wird mit größter eicht, 2007-2010 hocht. 10- heit durchgeführt. Morgen oder übermorgen wird 200 Pflanzer Zigarr öfterreichisch- ungarische Gesandte in Cetinje abgeruAlso diesmal 400 Zig. für 1 und die militärischen Maßnahmen werden unver= is 23. April bestellt, erh. ich beginnen. antieschein: Bei Nichtgefall
7- Pfg. Zigarren
anties, HAMBURG Der römische Korrespondent des„ Temps" meldet sicherster Quelle, falls Desterreich- Ungarn
ner eine sehr reiche Ausgen Montenegro militärisch einschreitet, werde chinen, Radfahrer- Bedarfs in gleichyfalls einschreiten.
en, Waffen, Uhren, Kinde
instrumenten, Haushaltung Die Nachbarn vom Heideland.
outerie- und Lederwaren 2 Des 340 Seiten starken Nad
überzeugen, daß ihm di
e Vorteile beim B
Sie
Roman von Ludwig Blümde. ( Nachdruck verboten.) vermag nur in furzen, abgerissenen Sätzen zu Halbdunkel näher an den Ttsch zu treten, denn sie mt sich ihrer dürftigen Kleidung, des verwahrlosten
derttausenden zählende Kuren, sie tst so außer Atem. Auch wagt sie nicht, aus
ab, welcher großen Sm
Orten unseres deutschen res. Mit feinem Takt empfindet Hans das bei dem nternehmen erfreut. Für dh eigenen Bartgefühl und schraubte die Campe tiefer, ner Orte ist ohnehin laß Stine im Dunkeln steht.
ich in Bedarfsfällen an aus Während Vater Hinrichsen sein Doktorbuch herausund sollte es uns freuert, spricht er:„ Armes Kind, Du kannst Dir den Tod ng in Kreifen unserer Leseen! Laß Dir von Frau Ohlsen wenigstens ein warnde. Den Katalog woll Tuch geben und wenigstens einen Teller Suppe. peft abzutrennenden Post Dich an den Ofen und wärme Dich ordentlich
wenn i eleganter Legen, jo gebe ich Gegenteil, ich ber ennige wöchentlich glänzendes Shuh thren nur Shahge Jeber fo spar
rzelbacher.
Kannst ja doch dabei nichts helfen. Am besten te, Du legtest Dich auf ein Stündchen in Frau OhlBett."
Ganz gerührt und das Unglück fast vergessend, kann Mädchen nur erwidern:„ Du bist ja wirklich ein uer Bruder. Ich danke Dir, guter Hans." Schon tam Frau Ohlsen und nahm sie unter thre ittiche. Die Männer eilten, so schnell sie konnten, zum Loorhof. Es ging mit Vater Hinrichsen freilich weit gjamer vorwärts als damals bei dem Brand. Seine raft war eben gebrochen. Das Doktorbuch konnte Eats mehr helfen, und der Tierarzt auch nicht. Als ein einer Stunde ankam, da waren die fünf Schweine ereits tot. Er stellte fest, daß sie mit Phosphor veriftet waren und ordnete an, sie dem Abdecker zu übertffen. Die Leute vom Dorf, die sich allmählich eindent, glaubien fast alle, ebenso wie Großmutter, daß ie Zigeuner schuld an dem Unglück wären. Einige teint en cedings, daß der„ Lunpenhendrik" wieder nkande re und sich vielleicht gerächt hätte. Noch bere wou.cn einem neidischen Viehhändler die Schuld
vollem Zuge.
Die hochoffiziöse„ Budapester Korrespondenz" meldet, Oesterreich stehe vor einer großen Aktion. Es handelt sich nicht mehr nur um die Skutarifrage, sondern um die Regelung der gesamten AI= banienfragen und aller damit zusammenhängen
den Einzelheiten.
Wien. Der gemeinsame Ministerrat besprach sehr eingehend die Situation und die militärischen und finanziellen Vorbereitungen der Monarchie, worauf Graf Berchtold eine lange Audienz beim Kaiser hatte, der Audienzen des Kriegsministers und des Generalstabs= chefs folgten.
Wohl aber bemühen sich einzelne Mächte, nament= lich Italien, Rußland zu einer entschiedenen Demarche in Montenegro zu gewinnen.
Niazi Bay erschossen.
Der„ Agence d'Athenes" wird aus Korfu ge= meldet, Essad Pascha habe in Tirana eine Regierung gebildet, die Autonomie Albaniens unter türkischem Protektorat proklamiert und die türkische und nicht die albanesische Flagge hissen lassen. Essad Pascha habe dem griechischen Metropoliten von Durazzo einen Brief geschrieben, in dem er erklärt, die albanesische Regierung erkenne in der Person des Metropoliten die Autorität der orthodoxen Kirche an, die er schützen werde. Essad Pascha schließt mit der Erklärung, daß die albanesische Regierung feineswegs Griechenland feindlich gesinnt sei, da sie ja als Nordgrenze von Epirus die Linie anerkenne, die bei Chimara beginnt.
Es bestätigt sich, daß Dschavid Pascha und Essad Pascha in voller Uebereinstimmung handeln. Ihre beiden Armeen zählen zusammen 42 000 Mann, zu denen noch einige Stämme aus der Umgegend von Valona stoßen werden.
Friede zwischen den Balkanstaaten und der Türkei. Konstantinopel, 1. Mai. Die Note der Mächte ist dem Minister des Aeußeren überreicht wor= den. Sie ersucht um sofortige Einstellung der Feind= seligkeiten, um Bezeichnung der Friedensdelegierten und der Stadt, wo sie zusammentrefen sollen.
Brindisi, 30. April. Der frühere Führer der Jungtürken Niazi Bey, der für ein autonomes Albanien eingetreten war, wollte sich nach Valo na einschiffen. Er wurde am Landungssteg mit einem seiner Begleiter erschossen. Niazi Ben und sein Begleiter waren sofort to t. Niazi hat seinerzeit als türkischer sen ist das Gerücht verbreitet, daß Griechenland an BulRom, 2. Mai. In hiesigen gut unterrichteten KreiVizemajor den ersten Anstoß zu dem Anschlag der Jung- garien ein Ultimatum von 72 Stunden gerichtet hat. türken gegen den Sultan Abdul Hamid und das alte Regime gegeben. Er kämpfte mit den Resnatruppen Griechenland verlangt von Bulgarien die sofortige Räumung des gesamten Gebietes, das von den griechischen gegen die alte Herrschaft, dann 30g er sich in die Truppen besetzt ist. Serbien hat Griechenland seine miBerge zurück und führte heftige Kämpfe um die Verlitärische Unterstützung zugesagt. Die serbischen Trupfassung. Osman Pascha wurde durch ihn zur Abdank- pen, die an dem rechten Ufer des Warda stehen, werung gezwungen. Jm April 1909 führte er die junge den zu starken Abteilungen zusammengezogen, um türkischen Truppen gegen Konstantinopel. Am 28. April ter Umständen gegen die bei Seres stehenden bulgaribrang er als über einer, fleiren Soar in bereinstſchen
des Sultans Abdul Hamid, aus einem abgelegenen Zimmer des Palastes herbeigeholt wurde und dann wenige Minuten später in die Gefangenschaft geführt wurde. Er war mit Enver Ben einer der populärsten Führer der Jungtürken. Zwei Jahre nach dem Sturze des alten Sultans nahm Niazi Ben seinen Abschied aus der Armee.
in die Schuhe schieben. Den wahren Täter erriet außer Ewald niemand.
Wie dieser vorhin die Gastwirtschaft betrat, um den Tierarzt zu rufen, da hieß thn Hermine mit erstaunten Augen herzlich willkommen und tat, als wären sie die besten Freunde. Wie schöne Worte der Anteilnahme fand sie, wie sie von dem Unglück hörte, und wie tonnte sie entrüstet tun über einen so gemeinen Schurkenstreich! Auf ihre Frage, wen man denn in Verdacht hätte, schaute er sie an, als wollte er mitten in threm Herzen etwas lesen. Ste sah verlegen zu Boden.-
„ Wer das getan hat, das weiß der Richter über uns, dem auch die Reichen auf Erden einmal Rechenschaft ablegen müssen! Ja, der weiß es! Aber ich glaube es auch zu wissen, und vielleicht- fordere auch ich von ihm Rechenschaft!"
Diese Worte waren aus gepreßter Brust herausgeschrieen und klangen unheimlich. Hermine fürchtete sich vor dem Menschen da, den Hans seinen treuesten Freund nannte. Sie wußte, daß er klüger war als die anderen seines Standes. Sie versuchte ihn zu be= ruhigen, sprach auch von den Zigeunern, von dem ge= hässigen Schlächter Refshund, der seinem Kollegen Beters den Kauf so mißgönnt haben sollte.
„ Nein, nein, weder der Schlächter noch die zigeuner sind so schlecht. Ein anderer tat es, der sich vor tr= dischen Gerichten wohl in acht zu nehmen weiß!" sagte Ewald.
Dabei blieb Ewald. Wen er meinte, das wollte er der Neugierigen nicht sagen.-
Als es Tag geworden war, da ging Ewald mit Hans über den Moor bis an die Grenze von Thorös Gebiet und sagte an einer kahlen Stelle, wo das Heide= fraut abgebrannt war:
„ Sich hier diese Fußspuren, die sind von gestern abend. Sie kommen von der Mühle. So elegantes
Streitkräfte Verwendung zu finden.
Politische Rundschau
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Berlin, 2. Mai. In hiesigen politischen Kreisen wird die Lage nach wie vor für ernst, aber nicht als verzweifelt angesehen. Der Kaiser tam Nachmittags von Votsdam nach Berlin und hatte
Schuhzeug trägt niemand hter. Wir gehen in Holzschuhen. Aber Thorö trägt Jagdstiefel, die ganz gewiß in diese Spuren passen. Er hat unsere Schweine vergiftet. gebe Gott mir Kraft über mich selber!" „ Von Thorös Gnade hängt jetzt alles ab," das wußte Vater Lorenzen, wie er seinen besten Rock heraussuchte, den sogenannten„ Gottestischrock", die Sttefel anzog und sich auf den Weg zur Mühle machte.
Es war um die Mittagsstunde. Das große, masstve Gebäude mit dem blendend weißen Anstrich und dem Gerank von wildem Wein um die Veranda konnte wohl für ein Herrenhaus gelten. Entschieden war es das stattlichste der ganzen Gegend. Das schlichte, rot und weiß gestrichene, mit dem Strohdach da etwas weiter ab, neben der Windmühle, das der Müller Rits früher bewohnte, schien Thoro viel zu einfach. Darum hatte er dieses bauen lassen, und das alte diente dem Obergesellen und einer Taglöhnerfamilie als Wohnung.
Wie nun Lorenzen, der den ganzen Weg tiefge= bückt, weder nach rechts, nach links, noch aufwärts schauend, dahingeschritten war, die Augen aufhob, da blendete ihn die weiße Tünche des Herrenhauses und das tiefrote Weinlaub um die Veranda schien ihm wieder wie Blut. Es flatterten ihm ein paar dieser roten Blätter ins Gesicht. Er schlug danach, wie nach giftigen Insekten und sah ihnen wie ein Kind nach, als sie dann weiter flatterten über die Heide.
Jetzt öffnet jemand die große, schwere Haustüre. Ein Geruch von Braten, wohl Entenbraten, strömt heraus. Lorenzen hat so etwas lange nicht gerochen. Eine noch jugendliche Frauensperson mit weißer Schürze und auffallender Frisur, Thorös Wirtschafterin erscheint, und fragt mit scharfem Akzent: Nun, was wollt Ihr!- Wollt Ihr den Herrn sprechen?" ( Fortsetzung folgt.)


