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Brand, durch den angeblich die halbe Stadt in Flam­men aufging. Die rumänische Regierung fordert der bulgarischen Regierung weitgehendste Genugtuung.

Aus aller Welt.

Kaiser und Pächter.

Berlin, 1. April. Der Gutspächter Soh st in Rehberg ist von der Pachtung des zur Cadiner Be­sigung des Kaisers gehörigen Gutes Rehberg 3 u= rüdgetreten. Die Auflösung des Pachtverhältnij­jes erfolgte auf Grund einer unter Zuziehung der Land­wirtschaftskammer für Westpreußen zustandegekommenen beide Parteien voll befriedigenden Vereinbarung. Sohst erhielt zugleich den Kronenorden 4. Klasse. Das ist in diesem Falle eine Auszeichnung, die den Fall Sohst vor der Oeffentlichkeit abschließt. Ihr öffentlicher Charakter, der durch die Art der Publikation verstärkt wird, dokumentiert den faiserlichen Willen, es jeder= mann fund und zu wissen zu tun, daß es eines deut­schen Mannes, auch eines Kaisers, würdig ist, dem Getränkten die Hand zu bieten. Ebenso öffentlich, wie der Anlaß dazu war.

Das Zivilkabinett des Kaisers hat dem Cadiner Pächter Sohst in Rehberg eine Abfindung im Betrage von 120 000 Mark zugebilligt. Für diesen Betrag über­nimmt die kaiserliche Gutsverwaltung ihr Vorwerk Reh­berg am 9. April d. Js., wie es liegt und steht.

Die Genugtuung, die dem Pächter Sohst vom Kai­ser gegeben worden ist, findet in Berlin allgemein volle Anerkennung.

Aus Stadt und Land.

Der Kaiser in Gießen.

Nach den neuesten zuverlässigen Meldungen wird der Kaiser am 10., 11. oder 12. April nach Gießen kommen zur Besichtigung seines Regiments. Die Her- und Rückfahrt von Homburg erfolgt im Auto.

* Der Großherzog hat dem Reallehrer Ed. ordentlichen Professor an der Universität Greifswald Dr. Friedrich Engel mit Wirkung vom 1. April 1913 zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fa­

fultät der Landesuniversität Gießen ernannt.

Der Großherzog hat dem Reallehrer Ed­Hartmann in Gießen das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. Vorgenannter wurde auf sein Nach­suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. April 1913 an in den Ruhestand versetzt.

Ernannt wurde der Schulamtsaspirant H. Schepp zu Gießen zum Lehrer an der Vorschule des Landgraf- Ludwigs- Gymnasiums zu Gießen unter Be­lassung in der Kategorie der Volksschullehrer mit Wärk­ung vom 1. April 1913 ab.

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Die diesjährige Winterspielzeit des Stadt­theaters wurde am Montag, den 31. März, be endet. Insgesamt fanden in Gießen 144 Vorstellun­gen statt, darunter drei Opern- Aufführungen; in Mar­burg 34 Vorstellungen. Der Spielplan umfaßte Werke, von denen 20 für Gießen Neuheiten waren. Gießen. Im Wintersemester 1912-13 bestan den 7 Kandidaten des Landw. Universitäts- Instituts die Landwirtschaftslehrerprüfung und zwar 5 mit der

Nach dem Winter,

Note Gut" und 2 unter Befriedigend"; außerdem un­terzogen sich noch 4 Kandidaten der Tierzuchtinspektor Prüfung und 2 der Pflanzenzuchtinspektor- Prüfung.

n Gießen. Der Ordinarius für mittelalterliche Geschichte, Prof. Dr. Haller, hat einen Ruf nach Tübingen erhalten.

n Gießen. Der Landtagsabgeordnete Jou- Butzbach hat in der Zweiten Ständekammer den An­trag gestellt, an der Universität Gießen einen Lehrstuhl für Homãopathie zu errichten.

o Lauterbach, 31. März. Die älteste Einwoh­nerin unserer Stadt, Frau Lehrer Ritter Ww., feierte genjejt. gestern in förperlicher und geistiger Frische ihr 92. Wie­

s Darmstadt. Den Eltern des in Aufi auf den Salomons- Inseln, die unter britischer Oberhoheit stehen, in Diensten befindlichen Georg Otto Keller wurde jetzt erst gemeldet, daß ihr bereits am 18. Dezember 1912 von Eingeborenen ermordet worden sei.

wenn derOrganismus geschwächt ist und daher vielen Krankhei­ten ausgesetzt, ist es im Früh­jahr notwendig, das Blut zu bereichern, die Nerven zu kräf­tigen, wodurch der ganze Kör­

per widerstandsfähig gemacht

):( Limburg a. d. L. Die Stadtverordneten beschlossen, alljährlich zwei Pferdemärkte abzuhalten.

):( Marburg. Der hiesige nationalliberale Ver­ein wird die Kandidatur des bisherigen Abgeord= neten Prof Bredt( Freikonservativ) wiederum unter­stützen. Die rechtsstehenden Parteien haben zur Kandi­datenfrage bisher noch nicht definitiv Stellung genom

men.

):( Bad Homburg v. d. H., 31. März. Nach einem Morgenausritt des Kaiserpaares und der Prinzessin Viktoria Luise zur Saalburg hörte der Kai­ser im Schloß den Vortrag des Chefs des Zivilkabi­netts, Geheimrat von Valentini.- Um 3 Uhr fuhren die Herrschaften in mehreren Autos nach der Saal= burg und gingen von hier zu Fuß durch das Köpper ner Tal nach Köppern. Gegen 6 Uhr empfing das Kaiserpaar den Besuch der Großherzogin- Witwe Luise von Baden. Sie reiste mit dem fahrplanmäßigen Eil­zuge 6.42 Uhr wieder nach Karlsruhe ab.

wird. Es ist deshalb anzuem­pfehlen, daß Leciferrin( Ovolecithineisen) in jeder Familie vorrätig ist

teten Leitfaden zur Arbeiterversicherung des deutschen Reichs, der im Verlage von Julius Springer, Berlin W. 9, vor kurzem erschienen ist.

gegen

Um das Wirken der deutschen Arbeiterversicherung zu beurteilen, muß man sich zunächst vergegenwärtigen, welchen Umfang fie in ihrer über 25jährigen Entwidel­ung angenommen und wie gewaltige Summen sie zum Wohle der arbeitenden Klassen flüssig gemacht hat. Am Ende des Jahres 1911 waren von einer Gesamtvevöl­ferung von etwa 65,4 Millionen 14,5 Mill. Krankheit, 24,6 Millionen gegen Unfall und 15,9 Mil­lionen gegen Invalidität versichert. An Entschädigun­gen( Renten) sind bis zu dem gleichen Zeitpunkt von den Krankenkassen rund 4749 Mill., von den Berufs- genossenschaften rund 2139 Mill., von den Trägern der Invalidenversicherung rund 2272 Mill. Mt. gezahlt wor­den. Im ganzen haben demnach bis Ende 1911 etwa 106 Mill. Versicherte und deren Angehörige 9,2 Mil­liarden Mark Entschädigungen erhalten. Der tägliche. Aufwand in allen drei Versicherungszweigen beläuft sich gegenwärtig auf über 2 Millionen Mark. Durch die Reichsversicherungsordnung, die den Kreis der Versich­erten namentlich auf dem Gebiete der Krankenversicher­ung erheblich erweitert und die Hinterbliebenen- Ver­sicherung eingeführt hat, werden diese Leistungen noch gesteigert werden.

In dem Leitfaden wird sodann der Einfluß der Arbeiterversicherung auf die Volksgesundheit ge­schildert. Mit einem Aufwand von mehr als 163 Mill. Mark haben die Berufsgenossenschaften den Verletzten bis zum beendeten Heilverfahren freie Kur, Heilmittel und Verpflegung in Krankenhäusern gewährt und die Behandlung schon während der ersten 13 Wochen nach dem Unfall freiwillig übernommen. Durch Erlaz Unfallverhütungsvorschriften und durch die sorgfältige Ueberwachung der Betriebe konnten gewisse Arten von Unfällen fast beseitigt oder doch erheblich eingeschränkt und die Unfallfolgen allgemein gemildert werden.

von

):( Oberursel. Die Großherzogin- Witwe Luise Durch die Invalidenversicherung ist das Heilver­von Baden traf zum Besuch der Königin von Holland fahren von Jahr zu Jahr umfassender ausgebildet. Jn auf dem hiesigen Bahnhof ein, wo sie von der Köni­den Jahren 1897 bis 1911 sind etwa 857 000 Versich gin und dem Prinzgemahl Heinrich empfangen und im erte mit einem Aufwand von über 205 Mill. Mark Uhr fuhr sie in Begleitung ihres Adjutanten zum Be Automobil nach der Hohenmark geleitet wurde. Um behandelt worden. Zur Behandlung der Kranten wa­ren bis Ende 1911 38 Lungenheilstätten mit 4652 Bet­such des Kaiserpaares nach Homburg. ten und 37 Sanatorien, Genesungsheime und Kranken­):( Frankfurt a. M. Der Magistratswahlhäuser mit 2982 Betten eingerichtet. Im Jahre 1911 Ausschuß beschloß mit Mehrheit, den Stadtverordneten fostete der Betrieb dieser Anstalten über 11 Mill. Mart. Dr. Heilbrunn zur Wahl als zweiten Bürgermei- Auch durch allgemeine Maßnahmen zur Verhütung vor­ſter der Stadt Frankfurt a. M. in Vorschlag zu brin zeitiger Invalidität und Hebung der Volls gesundheit gen. Eine Minderheit stimmte für Stadtrat Dr. Luppe haben die Versicherungsanstalten Bedeutendes geleistet. und wird diese Kandidatur auch in der Stadtverordne Im ganzen wurden für derartige Zwede im Jahre 1911 ten- Versammlung verteidigen. über 1 Million Mark ausgegeben.

):( Hanau, 1. April. Heute morgen um Uhr wurde im Hofe des neuen Justizgebäudes der Fabrikarbeiter Koch aus Bergen hingerichtet. Die Hin richtung hat sich ohne Zwischenfall vollzogen; der Mör­der zeigte sich gefaßt.

):( Wiesbaden. Gestern wurde das städtische Kaiser- Friedrich- Bad in Betrieb genommen, am Vor­mittag die Thermal- und Süßwasserbäder, am Nach mittag die russisch- irische Abteilung.

):( Aus dem Odenwald. Ein Mensch, der unter dem Deckmantel momentaner Geldverlegenheit seit etwa 14 Tagen schon in vielen Orten unserer Gegend Uhren zu 9 bis 10 mt. pro Stüd verkaufte, wurde endlich festgenommen; denn es ist festgestellt, daß diese Uhren sogenannte Neppuhren sind, die nur einen Wert von 2-2.50 Mt. haben.

Ueber die Wirkung der sozialen Gesetzgebung heißt es weiter, daß viele Unternehmer, angeregt durch die soziale Fürsorge gesteigerte Wohlstand der Arbeiterschaft gesetzlichen Rahmen ausgedehnt haben. Der durch die soziale Fürlorge gesteigerte Wohlstand der Arbeiterschaft hat deren Spartrieb belebt und gekräftigt, wie das zu­nehmende Anwachsen der Sparkasseneinlagen beweist, ebenso wie die wachsende Verbreitung der von Privat­gesellschaften betriebenen Volksversicherung.

Die großen Vermögensanlagen der Versicherungs­anstalten der Invalidenversicherung sind besonders der allgemeinen Wohlfahrtspflege förderlich gewesen. Bis Ende 1911 waren für den Arbeiterwohnungsbau über 362 Mill. Mt. ausgeliehen, davon an Baugenossen- schaften und andere Vereine 225 Mill. Mart, an Ver­sicherte 72 Mill. Mk., an öffentlich rechtliche Verbände und Anstalten 44 Mill. Mt., an Arbeitgeber 21 Mill. Zur Befriedigung des landwirtschaftlichen Kreditbedürf­nisses waren bis Ende 1911 über 114 Will. darge­

Die Wirkungen und Leistungen der deutschen Arbeiterversicherung. liehen. Die Darlehen zur Förderung der allgemeinen

Einen Ueberblick über die Leistungen und Wirkun­gen der sozialen Versicherung gewinnt man aus einem

Wohlfahrtspflege betrugen bis Ende 1911 über 482 Mil­lionen Mark, wovon über 105 Mill. auf den Bau von Strankenhäusern und dergl., 165 mill. auf sonstige Ein­nahezu

von Mitgliedern des Reichsversicherungsamts bearbei- richtungen der öffentlichen Gefundheitspflege,

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