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er Verbindung mit dem Gebiete der Rheinisch- Westfäli­schen Kohlen- Industrie, wodurch wiederum eine Entlast ung des Eisenbahnverkehrs statthätte. Durch einen sol­chen Rhein- See- Kanal würden die Moor- und Dedländereien, welche zu Seiten der Trasse liegen, zirka 170 000 Hektar der Kolonisation erschlossen. Rosemeyer erzielt nach seinen Berechnungen, eben durch den erwähnten Verkauf elektrischer Energie einen jährlichen Ueberschuß von 2,3 Millionen Mark. Dieser Ueberschuß soll den Bau eines Kriegs- Kanals resp. die Erweiter ung des jetzigen Ems- Jade- Kanals ermöglichen. Die Kosten des ganzen Projektes sind auf 275 Millionen der in Betracht kommenden Schleusen auf drei. Außer­Mark berechnet.

Die interessanten Ausführungen des Vortragenden wurden außerordentlich beifällig aufgenommen und eine Resolution an die Regierung gesandt des Inhalts, daß den Anwesenden die Schaffung einer deutschen Rhein­mündung dringend erwünscht erschiene und eine dies­bezügliche tätige Förderung der darauf hinzielenden Be­strebungen energisch gefördert würde.

Berufsvormundschaft auf dem Lande.

Es ist eine befannte Tatsache, daß die Unterhaltungs: ansprüche unehelicher Kinder gegen ihre Erzeuger oft nicht zur Verwirklichung fommen fönnen, weil biele Vor­münder zur Durchführung verwickelter Prozesse und der nachfolgenden Zwangsmaßnahmen nicht in der Lage find. Mutter und Kind kommen dadurch in eine recht üble Lage und es fehlt ihnen oft an dem notwendigsten Lebensunterhalt. Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man die bedauerliche Tatsache, daß die Sterblichkeit der unehelichen Kinder wesentlich größer ist als die der ehe­lichen, auch damit in Zusammenhang bringt. Es ist deswegen naturgemäß, daß die in neuerer Zeit ein­setzenden intensiven Bestrebungen auf Herabminderung der Säuglingssterblichkeit ihr Augenmerk auch auf die Besserstellung der materiellen Lage dieser am meisten gefährdeten Kinder richten. In fast allen größeren Städten sind zu diesem Zwecke umfangreiche Berufs­bormundschaften eingerichtet worden. Die Gr. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Darmstadt hat sich nun auch dieser Frage angenommen und trägt sich mit der Absicht, di Einrichtung auch auf dem Lande zur Einführung zu bringen. Zunächst hat fie seit Herbst borigen Jahres seine Berufsvormundschaft für den Land­freis Darmstadt eingerichtet, von der jetzt bereits über 20 Vormundschaften geführt werden. In der kurzen Zeit ihres Bestehens hat sie jedenfalls das mit Sicherheit erwiesen, daß auch auf dem Lande eine derartige Maß nahme ebenso notwendig ist, als für städtische Verhält nisse, wenn auch die Zahl der Fälle, deren sich eine Berufsvormundschaft anzunehmen hat, verhältnismäßig geringer ist, als in der Stadt.

Beamtete Herzte.

Der Gedanke, die bestehenden Schwierigkeiten in der ärztlichen Versorgung der Kassenmitglieder durch Ein­führung eines beamieten Arzttums für die Zwecke der öffentlichen Reichsversicherung und anderer öffentlicher Körperschaften und Behörden mit einem Schlage und für alle Zeit zu beheben, findet in letzter Zeit allge mein weiteste Förderung. Trotz gewisser Bedenken wird dies als die einfachste und beste Lösung der Schwierig­feiten angesehen. Aus Krankenkassenkreisen wird vorge­schlagen, bevor in dieser Beziehung etwas Endgültiges geschaffen wird, sofort dem Notstand zu begegnen, in

den die Krankenkassen nach den Absichten des Leipziger

Aerzteverbandes bei Einführung der Reichsversicherungs­ordnung Ende dieses Jahres gebracht werden sollen. Es wird angeregt, die Zahl der Kreisärzte und der Kreis- Assistenzärzte alsbald in erheblicher Weise zu ver­mehren und diesen bestimmte Tätigkeiten für die reichs­gesetzlichen Krankenkassen zu übertragen. Der Staatskasse würden dadurch keinerlei Kosten entstehen, da die Kran­fenfassen bereit seien, durchaus angemessene Beträge da­

für zu bezahlen. Nachdem die von der Regierung ein­geleiteten Einigungsverhandlungen infolge der ableh nenden Haltung des Leipziger Aerzteverbandes geschei­tert seien, fönnten die zuständigen Regierungsstellen nicht anders als den Krankenkassen schützend zur Seite zu treten.

Aus aller Weit.

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Staffettenlauf zum Völkerschlachtdenkmal.

Der schöne Gedanke, am Einweihungstage des Vöilerschlachtdenkmals( 18. Oktober 1913) aus allen Gauen Deutschlands Eilboten nach Leipzig an das neue Völlerschlachtdenkmal zu entsenden, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Durchführung dieser Huldigung, die bekanntlich die Deutsche Turnerschaft dem Kais r, der ja bei der Weihe des National- Dentmals zugegen sein wird, darbringt, wird freilich auf gewisse Schwierigkeiten stoßen, deren man aber Herr zu wer­den hofft. Es sind außerordentliche Läufermassen auf die Beine zu bringen, wenn man bedenkt, daß jeder, um eine höchste Geschwindigkeit zu erreichen, nur 200 Meter zu durcheilen haben wird. Die Läufer der ein­zelner Bundesstaaten bezw. Provinzen überbringen einer Eichenzweig, den sie an der Grenze dem Nachbar­staat zur Weiterbeförderung überreichen. Die letzte Strede furz vor dem Denkmal übernimmt dann wieder ein Läufer des Ausgangslandes. Im Nachstehenden einige der zur Ausführung gelangenden Läufe: EI= jak Lothringen: Von Straßburg bezw. Mezz, spöter: Vereinigung, durch Thüringen, Freiburg a. U. Rheinland: Wesel, Westfalen( Hermannsdenkmal), Paderborn, Kajjel( Kyffhäuser), Halle. Schleswig­Holstein: Kniesberg, Kiel, Hamburg( Friedrichsruh) Lanz( Geburtsort Jahns), Stendal. Pommern: Strelsund, Stettin, Berlin. Schlesien: Breslau, freiungshalle), Regensburg, Nürnberg, Hof, Plauen, Görlih, Meißen, Dresden. Bayern: Kelheim( Be­Die Deutschen des Auslandes wollen einen in der neuen Welt geschnittenen Zweig ihren Landsleuten im Reich übergeben. Sie laufen ab Bremen über Hannover und Magdeburg nach Leipzig.

Zur Hundertjahrfeier der Befreiungs­friege der Provinz Ost preaßen haben der Kaiser und der Kronprinz ihre Teilnahme in Aussicht gestellt. Die Feier wird am 5. Februar d. Js. in Königsberg i. Pr. begangen werden in Erinnerung an das malige Zusammentreten der Stände der Provinz einem Landtage, der dem General Yord die erforder­lichen Mittel und Mannschaften zur Verstärkung seiner Truppen bewilligte. Dieser Tag gilt als Gründungstag der Landwehr und für die Provinz Preußen als Be­ginn der Befreiungskriege. Die Feier wird durch einen Festakt im Provinziallandtag und durch die Eröffnung der Jahrhundert- Ausstellung in der Kunsthalle zu Kö­nigsberg begangen werden.

Neue

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Zuidau

Aus Stadt und Land.

n. Gießen. Der Kaiser wird im Laufe des Sommers bei seiner Anwesenheit in Wiesbaden, Frank­furt, Homburg v. d. H. und Gießen auch der Stadt Wetzlar einen Besuch abstatten, hauptsächlich um den in den letzten Jahren wiederhergestellten Dom 3u besichtigen.

n. Gießen. Die Konferenz der Aerzte der Be­ratungsstellen der Gr. Zentrale für Mutter- und Säug­lingsfürsorge, die am 1. Februar in Gießen stattfinden sollte, muß verlegt werden. Der neue Termin wird noch bekannt gegeben werden.

n Gießen. Die Sizungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen für das erste Vierteljahr 1913 werden Montag, den 3. März, vormittags Uhr, im Juftizgebäude unter dem Vorsitze des Großh. Land­gerichtsrats och ihren Anfang nehmen.

n Gießen, 30. Jan. In der heutigen Sigung der Stadtverordneten- Versammlung gab Oberbürger meister Mecum Kenntnis von einem Schreiben des sozialdemokratifchen Stadtverordneten Krumm, daß er sein Stadtverordnetenmandat niederlege, weil er mit seinen Varteigenossen über Steuerfragen( Sc. hatte für die Filial- und Warenhaussteuer geftimmt) in Meinungs­verschiedenheiten geraten set. Der Vorsitzende stellt fest, daß die Städteordnung eine Mandatsniederlegung aus einem solchen Grunde nicht kenne, zumal die Stadt: verordneten nicht als Vertreter der Parteien, sondern als Vertreter der gesamten Bürgerschaft gewählt würden. Der Oberbürgermeister hat dem Stadtverordneten Krumm hiervon Kenntnis gegeben und dieser hat sich bereit er­klärt, sein Mandat bis Ende des Jahres 1913, wo es abläuft, auszuüben.

n Gießen. Der letzte städtische Seefischmarkt hatte erheblich unter der ungünstigen Witterung zu leiden, sodaß die Käufer nicht so zahlreich wie sonst erschienen waren. Der Markt, der mit etwa neun Zentnern Schell fisch, Cabliau, Seelachs, Schollen und grünen Heringen hin, doch wurde der ganze Vorrat abgesetzt. beschickt war, zog sich infolgedessen his gegen 7 1hr

n Gießen. Das Kalf- und Ziegelwerk Abend­stern wurde für 400 000 Mart an ein Stonsortium unter Führung des Bankhauses Deichmann& Co. in Köln, berkauft, so ist in anderen Zeitungen zu lesen.

o Friedberg. Unter dem Vorsitze des Get. Oberschulrats Scheuermann von Darmstadt begann die mündliche Prüfung an dem Seminar. Von den 40 Seminaristen, die sich ihr unterziehen, wurden 11 vom mündlichen Examen befreit.

Friedberg, 29. Jan Jm Obst- und Garten bauverein wurde beschlossen, daß im kommenden Herbst eine große Obst- und Gartenbau- Aus. ftellung in Friedberg stattfinden soll. Als Lokal für dieselbe wurde der Saalbau mit Nebenräumen und als Termin der 27. bis 29 September gewählt. Die ganze Ausstellung gliedert sich in vier große Abteilungen: Allgemeiner Gartenbau, Blumenzucht, Gemüsebau und Obstbau. Jede dieser Abte luugen zerfällt in mehrere Gruppen. Besonders ist aus dem Programm die Ab­tei ung Blumenzucht" hervorzuheben, da dieselbe zum ersten Male mit der Obst- und Gemüseausstellung ber. bunden ist. Eine ausführliche Besprechung des Programms erfolgt in Stürze. Ausstellen fönnen nur Mitglieder des Vereins. Es sei heute nur noch erwähnt, daß zahlreiche Ehrenpreise, Medaillen sowohl goldene wie filberne und

Ehrendiplome in allen Gruppen als Lohn für die Aus steller vorgesehen sind. Nähere Auskunft wird auf der am 7. Februar, abends 8%, Uhr im Ratskeller" statt­findenden Monatsversammlung jedermann erteilt. Im Interesse unserer guten Sache wäre eine rege Beteiligung an der Ausstellung zu wünschen.

o Nieder- Gemünden. Am 12. Februar feiern die Konrad Herbst Eheleute das Fest der gol­denen Hochzeit.

o Lauterbach. Unter dem Vorsitz des Kreis­rates v. Bechtold fand eine Besprechung über die Gründung einer freiwill. Sanitätsfolonne vom Roten Kreuz statt, zu der die Vorstände fast sämtlicher Ver­eine erschienen waren. Kreisamtmann Dr. Heß ent­wickelte einen Plan für die Gründung einer Kolonne in Lauterbach, der einstimmig gebilligt wurde.

o Stockhausen. Hier starb Martha Ried­esel, Freifrau zu Eisenbach, geb. v. Rabenau, im 82. Lebensjahre.

o Büdingen. Die Streife nach den Wilderern wurde mit Hilfe eines Polizeihundes aus Nidda fort­gesetzt. Der Hund stöberte im Walde zunächst 5 Säde mit Fleisch von zwei frisch geschossenen Hirschen auf, die unter Laub versteckt waren.

* Die übrigen Beteiligten bei der Schießaffäre zwischen Förstern und Wilderern im Wald bei Büdingen find jetzt ebenfalls als 4 Einwohner des Dorfes Witt­genborn ermittelt worden.

o Alsfeld. In der Stadtverordnetenfizung legte Regierungsbaumeister Kuhlmann den Voranschlag für die Kosten der Wiederherstellung der Walpurgis firche bor. Er beläuft sich im ganzen auf 69 800 Mt.

o Alsfeld. In einer Eingabe hatten die Züch ter von Pferden von 24 Gemeinden des Kreises Als­feld darum nachgesucht, von dem Romröder Ge­stüt zwei bis drei Hengste abzuzweigen und in einer neu zu bestellenden Station Alsfeld aufzustellen. Das Gesuch ist vom Gr. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, abschlägig beschieden worden, weil einer derartigen Regelung er­hebliche Bedenken entgegenständen.

& Mainz, 30. Jan. Jm Krematorium fand gestern in aller Stille und nur in Anwesenheit der nächsten angehörigen die Einäicherung der Leiche des Musik. direktors Boettge aus Karlsruhe statt. Die Asche wird nach Karlsruhe übergeführt, wo am Freitag mittag eine Trauerfeier für den Entschlafenen stattfinden wird. den Kranken- und Sterbeverein in Gonsenheim durch Die Untersuchung gegen den Rechner Dölfel, der große Unterschlagungen schwer geschädigt hat, ist jetzt abgeschlossen. Die Unterschlagungen belaufen sich auf mehr wie 7000 mark.

! Nackenheim. Das Fest der goldenen Hoch­zeit begehen am 1. Februar die Eheleute Ortsgerichts­vorsteher und Altbürgermeister Heinrich Jos. Mann 2. in Nackenheim. Das Jubelpaar erfreut sich einer guten Gesundheit und einer seltenen förperlichen und geistigen Frische. Der Jubilar bekleidet seit Bestehen der Orts­gerichte das Amt eines Ortsgerichtsvorstehers. Den Bürgermeisterposten hat er 36 Jahre lang inne, vom 11. Januar 1875 bis 11. Dezember 1910, und hat alsdann auf eine Wiederwahl verzichtet.

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! Wiesbaden. Der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns- Erholungsheime sind in letzter Zeit neben einer großen Reihe von Mitgliedsanmeldungen wieder­um zahlreiche Stiftungen zugegangen, u. a. Portland Cementfabrik- Groschowitz 5000 M., Südd. Diskonto­Gesellschaft- Mannheim 5000 Mr., von einem nicht ge­nannt sein wollenden Gönner durch den Präsidenten der Handelskammer Wiesbaden 20 000 mt., von Unge­nannt in Hagen 5000 Mt., Blattmetallwerke A.- 6.­München 5000 Mt., Huldschinsky- Glaiwitz 5000 Mart, Neckarsulmer Fahrradwerke 5000 Mt., Lt E. Gold= Schmidt Söhne- Breslau 3000 Mt. Trotz der eingegan­Aufgabe der Gesellschaft immer noch erhebliche Zuwend­genen bedeutenden Beträge sind zur Durchführung der ungen notwendig. Die Heime der Gesellschaft in Salz­

hausen und im Taunus bei Wiesbaden gehen ihrer Vollendung entgegen und werden im Frühjahr dem Betrieb übergeben. Das Traunsteiner Heim ist in flot­tem Betrieb. Von der Gelegenheit zum Wintersport wird ausgiebig Gebrauch gemacht. Der Pensionspreis für volle Verpflegung und Wohnung inklusive Trink­geldablösung beträgt nur 2.80 Mt. pro Tag. Für fer­ner Wohnende tritt Fahrpreisermäßigung ein. In das Präsidium der Gesellschaft ist Staatsminister Dr. von Bischat- Stuttgart neu gewählt worden.

):( Wiesbaden. Der Kreistag des Ober- Taus nusfreises hat beschlossen, dem Kaiser zum Regierungs­jubiläum für Zwecke der Saalburgforschung 20 000 Mr. zur Verfügung zu stellen.

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