hle.
!
en!
fiziert
sche,
, um sie
lwäsche.
ebr.Röver
talte
sverhältnisse. ungs- und freiche Empfehl
G. m. b
ef. I. 43
0
andel- Likö
mit Vorlieb
aber vielfac die erfahren
l- Essenzen e
einsten Likots
er nach Beda
eigefügt. Weiteres
en ganzen Sor
ern wir dies S
I, Nachnahme 3
or Zel
nsere
and wit
um
aschen
en,
ndet, und die f
etc., welche
chzeitig per Pos
en, da die Gebü
Arbeit und Kor
amburg 11.
Redaktion
Gießener Zeitung
Bezugspreis 40 pfg. monatlich
-
-
( Neueste Nachrichten)
verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters. weg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§.
Nr. 70.
Telephon: Nr. 362.
Zum Sedantage 1912.
Noch lebt die alte deutsche Kraft Und glüht in Kampfesleidenschaft Wie bei Bazeilles in Bayern. Noch klingt es fort von Haus zu Haus Und machtvoll in die Welt hinaus:
Wir wollen Sedan feiern! Und wenn auch die Philister schreien Und ihre Friedenslitanein Wie alte Weiber leiern,
Wir halten an dem Wahlspruch fest, Der hoch die Herzen schlagen läßt:
Wir wollen Sedan feiern!
Was unsere Väter einst vollbracht In heldenhafter blutiger Schlacht, Wir sollten es verschleiern? Nein, unsre deutsche Jugend soll, Die Herzen von Begeistrung voll,
Alljährlich Sedan feiern! Was tut's, wie man im Westen denkt, Und ob dort unsre Feier kränkt; Sie lauern gleich den Geiern Und feiern, wie es ihnen scheint. Uns hat der große Krieg geeint,
Wir wollen Sedan feiern! Louis Engelbrecht.
Politische Rundschau.
Deutschland.
Das Befinden des Kaisers hat sich wieder weit gebessert, daß der Monarch in seiner Bewegungsfreiheit nicht mehr behindert ist.
Kassel, 30. Aug. Das Kaiserpaar". die Prinzessin Vittoria Luise sind um 10% Uhr nach Berlin: abgereist.
Berlin, 30. Aug. Das Kaiserpaar und die Prinzessin Viktoria Luise sind heute Nachmitthg 5 Uhr 50 Min. im Sonderzug auf dem Potsdamer Bahnhof eingetroffen. Der Kaiser trug die Uniform Mer Königsjäger zu Pferde mit den Generalsabzeichen. Bum Empfange waren erschienen: das Kronprinenpaar mit den beiden ältesten Söhnen, Prinz Citel Friedrich und Prinz August Wilhelm mit ihren Obemahlinnen, ferner die Prinzen Oskar und Joachim. Brinz Eitel Friedrich überreichte der Kaiserin als WillImmensgruß ein prachtvolles Rosenbukett.
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.) Reineswegs, Papa, nur ein flotter Erbe glaubte ich fein, und Du warst ja tot, wenigstens wolltest Du bafitr gelten, da Du kein Lebenszeichen von Dir gabst. Die Konsequenzen mußt Du also tragen."
Bourlier lehnte sich stöhnend in den Sessel zurück. Ja, er trug schwer an den Folgen seiner Verbitterung. Olivier betrachtete ihn mit spöttischer Miene. " Darf ich jetzt Madelon herbeiholen, um sie Euch borzustellen?" fragte er frech.
Ich kenne die Person und mag sie nicht sehen," antwortete der Vater wütend. Ich wollte, ich wäre gar nicht hierher gekommen."
" Das wäre mir auch Iteber gewesen," lachte der liebevolle Sohn zynisch.
" Genug, ich gehe auf mein Zimmer," sagte Bourlier, ich erhebend. Welche Räume Hast Du für mich herrichten laffen?"
„ Das linke Eckzimmer und den roten Salon." " Um Gotteswillen, dort pflegte ich Waldemar," raunte ihm Desiree zu.„ Papa weiß es und wird sich dort höchst unglücklich fühlen."
" Eben deshalb," antwortete Olivier in gleicher Beise. Du magst im roten Salon Deinen Aufenthalt nehmen, wo Dir nach Laurence's Angaben Papa so hübsch fluchen konnte."
" Du bist ein Ungeheuer," sagte Desiree, als sich der Bater entfernt hatte und sie sich gleichfalls zurückzog. Wo ist der treue Laurence?"
Auf der Straße. Er war mir zu treu. Jetzt kann Herr Tyrolt etwas für ihn tun, wie er versprach, als ich dem Alten den gebühenden Lohn für Verrat und Tücke gab."
" Ich wollte, die Bayern hätten Dich bei jenem Ban
|
Expedition: Seltersweg 83.
Samstag, den 31. August 1912.
Für die Reise des Kaisers in die Schweiz ist jetzt ein etwas gefürztes Programm festgesetzt wor den, das in der Hauptsache dem militärischen Zweck der Reise, dem Manöverbesuch, Rechnung trägt unter Fortfall des Gebirgsausfluges. In Interlaken und Luzern ist die Enttäuschung groß, weil beide Orte aus dem Retseprogramm wegfallen.
-
Berlin, 30. Aug. Auf Befehl des Kaisers nehmen an der Herbstparade des Gardekorps und des 4. Armeekorps sechs Militärflieger teil.
* Der Reichskanzler begibt sich am 5. Sevtember von Berchtesgaden nach Ungarisch- Hradisch, wo er bis Mitte September zu bleiben gedenkt.
* Berlin, 30. Aug. Der deutsche Geschäftsträ ger in Paris hinterlegte die Ratifikationsurkunde zu dem internationalen Uebereinkommen zur Bekämpfung des Mädchenhandels vom 4. Mai 1910 seitens des Reiches. Das Uebereinkommen tritt 6 Monate nach dem Tage der Hinterlegung, also mit dem 23. Februar 1913, in Kraft. Außer Deutschland ratifizierten Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Desterreich- Ungarn, Rußland und Spanien das Uebereinkommen.
Berlin, 30. Aug. Der australische Staatsmann Sir Charles Mackellar, der u. a. Präsident des ,, State Children Relief Board" in Sidney ist und sich mit großer Hingebung dem Studium der staatlichen Juger.dfürsorge in Australien widmet, hält sich kurze Zeit in Berlin auf, um die hiesigen Jugendfürsorge- Einrich tungen kennen zu lernen. Ihm zu Ehren gab der Staatssekretär v. Kiderlen- Wächter ein Frühstück.
* Dresden. Nach der Parade hat König Friedrich August den deutschen Kron prinzen a la suite des 3. sächsischen Ulanen- Regiments Nr. 21 gestellt. Chef dieses Regimentes ist seit 7 Jahren der deutsche Kaiser.
München, 30. Aug. Der Prinzregent lud den Reichskanzler ein, auf seiner Rückreise nach Schloß Linderhof zu kommen und einige Zeit der Hochwildjagd obzuliegen.
Der Prinzregent von Bayern äußerte, wie offiziös aus München gemeldet wird, sofort nach der Verkündigung des Gesetzes vom 19. Juni 1912, eine Aenderung des Strafgesetzbuches betreffend, den Wunsch, durch Gnadenerweis die Milderungen des Gesetzes auch denjenigen Personen zuteil werden zu lassen, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes verurteilt worden sind, ihre Strafe aber noch nicht verbüßt haben. Auf den jetzt erstatteten Bericht des Justizministers hin begnadigte der Prinzregent eine große Anzahl von Verurteilten. Manchen Verurteilten hat er die Strafe völlig erlassen, darunter Strafen bis zu 3 Monaten Gefängnis. Bei vielen Verurteilten hat er die Freiheits
ditenstreich mit den Uebrigen dingfest gemacht. Verdient hast Du es schon lange."
Olivier lachte und wandte seiner Schwester den Rücken, welche, da sich kein weiblicher Dienstbote zeigte, allein zu ihren früheren Zimmern hinaufstieg.
Abends sechs Uhr rief man zum Diner. Destree war bei ihrem Vater gewesen. As sie in den Spetsesa= Lon eintraten, fanden sie Olivier vor, der Madelon Pumarquet am Arm führte. Er war entschlossen, der letzteren den ersten Platz im Hause zu erhalten, mochte daraus entstehen, was da wollte.
Aber der Streit, den er erwartete, blieb aus. BourIter begrüßte die junge Frau, welche ihm und Desiree aufdringlich vorgestellt wurde, mit Würde. Desiree nahm mit einem Plaze neben ihrem Vater vorlieb, Madelon machte die Honneurs.
Plötzlich fragte Bourlier, dem die Nachsucht aus den Augen blißßzte:
" Haben Sie Ihren Gatten Jose Pumarquet schon gesehen, Madame? Ich traf ihn in Sedan, er wollte Sie hier besuchen."
Madelon ließ die Gabel aus der Hand fallen und stieß, einer Ohnmacht nahe, das Glas um.
" Bumarquet- mein Mann- er ist tot," stotterte sie.
" Bewahre Gott," sagte Bourlier mit sichtlicher Befriedigung,„ er lebt und ist voller Sehnsucht, Sie wiederzusehen, Madame. Wir saßen zusammen in den Kasematien von Dresden, dort hat er mir genug von seiner Liebe zu Ihnen erzählt."
Madelon sprang auf. Eine gräßliche Angst sprach sich in ihren Blicken aus, bleich wankte sie aus dem Spetsesaal.
„ Das sollst Du mir büßen, Papa," zischte Olivier, ihr folgend, während der Alte befriedigt seine Mahlzeit fortsetzte und lachend sprach:
„ Das ist meine Tattit, mir Ueberlästige vom Halse
( Gießener Tageblatt)
Anzeigenpreis 20 pfg.
die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Big. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plagvorschriften ohne Verbindlichleit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.
Telephon Nr.: 362.
24. Jabry.
| strafe erheblich gemindert, bei vielen die Gefängnisstrafe in eine mäßige Geldstrafe umgewandelt. Es wäre erfreulich, wenn andere Monarchen dem Beispiele des greisen bayerischen Regenten folgen würden.
Helgoland, 30. Aug. Auf dem Dampfer „ Cobro" traf gestern Prinz Luitpold von Bayern ein und besichtigte die neuen Hafenanlagen.
*
Berlin, 30. Aug. Das Ergebnis der NationalfIwgipende beträgt jetzt rund sech s
Millionen Mark.
* Die Reichseinnahmen haben für die ersten vier Monate des Etatsjahres 1912 den Erwartungen nicht ganz entsprochen, sondern sind hinter diesen um den allerdings nur unerheblichen Betrag von 0,4 Millionen Mark zurückgeblieben. Die Po st- und Telegraphenverwaltung ist mit ihrer Einnahme von 258,4 Millionen Mark zurückgeblieben, die Reichs= eisenbahnverwaltung dagegen hat mit 48,9 Millionen Mark den Voranschlag um 1,7 Millionen Mark übertroffen.
Einen häuslichen Strach bei den Ge= nossen hat es wieder einmal in Berlin gegeben. Die„ unteren" Genossen, die in die Agitationswirtschaft nicht so eingeweiht sind, waren darüber empört, daß sämtliche Demonstrationsredner bezahlt würden. Der Parteivorstand erklärte, wie die„ Leipz. N. N." melden, ziemlich fleinmütig, es sei nicht möglich gewesen, bei großen Demonstrationen für alle Versammlungen Redner zu finden, die umsonst das Referat hielten.
Schweiz.
* Bern, 30. Aug. Der Bundespräsident Forrer hat sich von seinem Gichtanfall soweit erholt, daß er heute vormittag an einer Bundesratssitzung teilnehmen konnte. Voraussichtlich ist der Bundespräsident beim Eintreffen des Kaisers in der Schweiz wieder vollständig hergestellt.
In Interlaken, wo man bereits über 40 000 Francs für Dekorationen und Feuerwerk ausgegeben hat, hat man noch nicht alle Hoffnung aufgegeben. Man denkt daran, entweder direkt in Berlin oder durch Vermittelung des deutschen Gesandten Schritte zu tun, um vielleicht doch noch einen kurzen Besuch des Kaisers in Interlaken zu erzielen.
Oesterreich.
Wien. Hier tritt mit großer Bestimmtheit das Gerücht auf, daß der König von England im nächsten Frühjahr dem Kaiser Franz Joseph in Wien einen Besuch abstatten wird.
Wien. Ein Antrittsbesuch des Grafen Berchtold beim König von Italien ist für dieses Jahr be
zu schaffen. Darf ich noch um etwas Rostbeef bitten, Desiree. Es ist ausgezeichnet."
Madelon floh aus dem Hause und verbarg sich vor threm Gatten, dessen Rache fte fürchtete. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn aber verschlechterte sich von Tag zu Tag. Ersterer hatte große Mühe, setne verwirrten Geldverhältnisse wieder in Ordnung zu bringen. Sein Anwalt Deveraux ging ihm gar nicht zur Hand, sondern suchte, Olivier zu Liebe, allerlet Fehlbe träge zu verschleiern. Olivier lehnte jede Rechnungslegung ab. Er war wenig zu Hause und kam nur, um 3wist und Streit zu erneuern.
In dieser unerquicklichen Lage fand Bourlier eine angenehme zerstreuung durch die korrespondenz mit Herrn Petzold in Dresden. Die Männer sezten nach Uebereinkunft ihren freundschaftlichen Verkehr fort. Bezold arbeitete an einer Karte des Sedaner Schlachtfeldes. Bourlier lieferte ihm gern aufklärende Nottzen, Situationsberichte, topographische Beschreibungen und sandte ihm auch eine Karte der unmittelbaren Umgebung.
Einige Tage später feierte Desiree ihren Geburtstag. Bourlier hatte nach seiner Rückkunft in die Heimat allen Freunden und Bekannten in Sedan Vistte gemacht. Zu dem Familienfeste schickte er Einladungen aus.
,, Aber keine Raße fam," wie Olivier höhnisch bemertte. Man entschuldigte fich faum. Bourlier war außer sich, Desiree weinte, aber Olivier ging triumphterend umher.
,, Wir sind beliebt geworden in der Stadt," sagte er. Du verstehst Dich zu isolieren, Papa. Nur Deiner Gäste wegen brauchtest Du Madelon nicht durch eine Flunkerei aus dem Hause zu treiben."
Fortsetzung folgt.)


