Einzelbild herunterladen

Löwer& Bechstein,

Neustadt 4

Ecke Bahnhof- und Marktstrasse

vormals Ph. Wagner

Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 Pig. monatlich

-

( Neueste Nachrichten)

» 1,20 r., serauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. awigabeiteten siete 90 fg.- Erscheint Mittwoche und Samstage. Sebattion: Selters­meg 28.beamng der Rädsendung nit veslangier Manufcipte mich nicht garantiert. Weslag ber ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§.

Nr. 9.

Telephon: Nr. 362.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 31. Januar 1912.

n Gießen. An Kaisers Geburtstag wurde im Stadttheater Paul Henses vaterländisches Schauspiel Colberg" gegeben. Die Feier wurde von der Kapelle des Kaiser Wilhelm- Regiments mit der Duverture an Raymond" von A. Thomas eingeleitet, an die sich eine im Kaiserhoch gipfelnde Ansprache des Regimentskommandeurs, Oberst von Trotta anschloß. Das Theaterstück wurde sehr gut gegeben. Eine vortreff liche Darstellung fanden die Hauptrollen des Nettelbeck durch Oberregisseur Bakof und der Rose durch Fräulein Hilde Knoth als Gast vom Kgl. Hoftheater in Hanno­

ver.

auf

n Gießen. Die Tabat- und Zigarrenfabrik Gg. Philipp Gail dahier, konnte am Samstag ihr 100jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß fand vormittags in der Wohnung des jezigen Inhabers, Geh. Kommerzienrat Wilhelm Gail, ein Fest att statt, der beredtes Zeugnis von der Ach­tung und Wertschätzung ablegte, die die Firma, der Ur­sprung der blühenden Gießener Tabakindustrie, sich hier und außerhalb erworben hat. Zunächst gratulierte im Namen der Beamten und Arbeiter Prokurist Jung für die Betriebe in Gießen und Umgebung, Werkmeister Schnepp, Fräulein Dönges, Vertreter der Fabri­ten Salfeldt und Stein in Nordhausen und Breda in Kaffel, deren Inhaber ebenfalls Geh. Kommerzienrat Gail ist, Prokurist Wagenschein für das Gail'sche Tonwert, sowie der Kommandant der Gailschen Frei­willigen Feuerwehr, Brofurist Wenzel. Im Namen des Großherzogs und der Staatsregierung sprach der Minister des Innern v. Homberg zu Va ch herz­liche Glückwünsche aus, wobei er der Bedeutung der Firma für Gießen und Hessen in warmen Worten ge­dachte. Er überbrachte dem Chef des Hauses Gail, Ge­heimen Kommerzienrat Gail, das ihm vom Großherzog verliehene Komturkreuz zweiter Klasse des Verdienstor­dens Philipps des Großmütigen, den Prokuristen Jung und Petri das Ritterkreuz zweiter Klasse des Philipps­ordens, dem Werkmeister Schnepp, genannt Bender von Krofdorf das Band zum Allgemeinen Ehrenzeichen, dem Arbeiter Heinrich Müller und der Arbeiterin E. Häuser von Klein- Linden das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Arbeit. Die Glückwünsche der Pro­vinz überbrachte Geheimrat Dr. Usinger und die der Stadt sprach Oberbürgermeister Mecum aus, der mit­teilte, daß die Stadtverordneten- Versammlung beschlos= sen habe, zu Ehren des Begründers der Gailschen Fa­brif und der ganzen Gießener Tabakindustrie eine neue in Entstehung begriffene Straße Georg Philipp Gail Straße" zu benennen. Die Glückwünsche der Handelskammer Gießen und des Vereins der Tabakin­dustriellen Gießen und Umgebung übermittelte der 2. Borsitzende der Handelskammer, Kommerzienrat Sch i r- mer, die des Deutschen Tabakindustriellen- Vereins Fa­brikant Minderop von Kassel, und die der Landes- Uni­versität Rektor Professor Dr. König. Geh. Kommer zienrat Gail dankte tiefgerührt für alle Glückwünsche und teilte mit, daß er seinen Sohn, Dr. Georg Gail, zum Teilhaber an der Firma ernannt habe. Zur Er­innerung an den Jubiläumstag habe er eine Georg Philipp Gail- Jubiläumsstiftung von 50 000 Mark er­richtet, deren Zinsen Bediensteten und Arbeitern der Firma zugute fommen sollen. Am Abend folgte eine Feier im Familienkreise und am Montag nachmittag ein großes Arbeiterfest in Steins Garten".

Ueber die Gründung und das Emporblühen der des Firma ist folgendes bemerkenswert: Die Eltern Gründers Georg Philipp Gail, der Großvater des jetzi­gen Seniorchefs der Firma, betrieben seit langen Jahren ein Kolonialwarengeschäft und eine kleine Rauchtabak= fabrik in Dillenburg, das die Hauptstadt des damaligen partements Sieg gehörte zu dem von Napoleon ge­gründeten Großherzogtum Berg war, in dem das Tabak­monopol neu bestand. Georg Philipp Gail, der bei dem bekannten Tabakfabrikanten Ingenol in Eichels= tamp bei Duisburg usw. tätig gewesen war, 30g in­folgedessen 1812 von Dillenburg nach Gießen und be­gründete hier die erste Tabakfabrik, die heute 600 bis 700 Arbeiter beschäftigt. Das Jubiläum der Firma Gail ist gleichzeitig das Jubiläum der gesamten Gie­Bener Tabakindustrie, die jetzt rund 7000 Arbeiter in unserem Bezirk beschäftigt.

n. Gießen. Der Verein für Sterbeunter= tützung, welcher vor nunmehr 6 Jahren gegründet wurde, und jetzt in sein 7. Geschäftsjahr tritt, besteht zur Zeit aus 1547 Mitgliedern. Derselbe hatte im ver­flossenen Geschäftsjahre einen Zuwachs von 53, dagegen seines einen Abgang von 13 Mitgliedern. Während 5jährigen Bestehens hatte der Verein 114 Sterbefälle

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 31. Januar 1912.

unter seinen Mitgliedern und wurden hierfür 30 780 Mark ausgezahlt. Der Verein hat einen Reservefonds von 13 328 Mart. Das Sterbegeld wird in der Ge­neralversammlung festgesetzt und beträgt für das Jahr 1912 270 Mart. Das Eintrittsgeld beträgt für eine Person im Alter von 16-25 Jahre 1 Mt., von 25-30 Jahre 1.50 Mt., von 30-35 Jahre 2.50 mf., 35-40 Jahre 4 Mt. und von 40-45 Jahre 7 Mt. Personen, welche das 45. Lebensjahr zurückgelegt haben, werden nicht mehr aufgenommen. Bei der Aufnahme ist außer­dem noch ein Sterbefallbeitrag von 25 Pfennig zu bezahlen. Für jeden Sterbefall eines Mitgliedes ist ein Beitrag von 25 Pfg. zu entrichten, welcher durch den Vereinsdiener gegen Quittung erhoben wird. Ein von Gießen wegziehendes Mitglied kann auch ferner bei dem Verein verbleiben, wenn der Wegzug desselben dem Vorstande mitgeteilt wird. Zur Auskunft in allen Fra­gen ist der Vorsitzende, Herr Schuhmachermeister H. Seidewand, Bleichstraße 15, H., gerne bereit.

n Gießen. Leutnant Firmenich im Inf.-R. Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 wurde zum Oberleutnant befördert.

n Gießen.( Kinderklinik.) Wie wir aus Darmstadt hören, sind die Verhandlungen der Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge mit der Medizinischen Fakultät der Landesuniversität soweit ge= diehen, daß mit der Einrichtung des geräumigen in der Friedrichstraße von Herrn Architekt Meyer hergestellten Baues als Univ. Kinderklinit" im Spätfrüh jahr begonnen werden kann. Die Klinik ist, wie bekannt, von der Gr. Zentrale in Darmstadt aus Stiftungsmit­teln gebaut worden, die nicht aus Gießen stammen; doch wird die Einrichtung nicht in Darmstadt, sondern in Gießen beschafft. Mit der Erbauung der Kinder­Klinik ist wiederum eine Lücke in der Reihe der medizi­nischen Institute unserer Universität ausgefüllt, sodaß diese in dieser Hinsicht bald keiner anderen Universität von dieser Größe mehr nachstehen wird.

n Gießen. Geh. Kommerzienrat Heichelheim stiftete je 50 000 Mt.( zusammen 100 000 Mark) für die Errichtung eines Handelskammergebäudes und für den städt. Saalbaufonds. Ferner erhiel­ten die beiden Schwesternhäuser recht hohe Beträge über­wiesen.

n Gießen. Am 4. Februar findet eine Schaf 3 üchterversammlung im Cafe Ebel statt. n Gießen.( Karneval.) Man schreibt uns: Das Sizungspräsidium für die Montag, 5. Februar, in Steins Garten stattfindende 2. Damen- und Herren Sihung( Fremdensizung) richtet die Bitte an alle berufenen Damen und Herren, Chorlieder bis spätestens Donnerstag früh und Vorträge bis Samstag abend in dem Verkehrsbureau, Seltersweg 50, Laden Wolfengasse, einzureichen. Persönliche Anzüglichkeiten, politische oder religiöse Angriffe verfallen dem Rotstift. Die Bundesverwaltung hat beschlossen, auch den Rein­ertrag des Kappen- und Liederverkaufs der zweiten Sigung Unterstüßungsvereinen zuzuführen, so daß am Fastnachtsonntag beim Zug auch manch Armer sich des neuesten Ereignisses in Gießen erfreuen kann, denn an diesem Tage soll die Spende verteilt werden.

Knorr­Hafermehl

und

Reismehl

danken ihren Weltruf dem hohen Nährgehalt, der leichten Verdau­lichkeit und der gewissenhaften Auswahl des Rohmaterials.

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 20 pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50$ fo. Extrabetlagen werben nach Gewicht wud Größe berechnet. Nabatt kommt bei Heberschreitung des Bahlungs. zieles( 80 Tage), bei gerichtlicher Bettweibung oder Bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichfelt. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.

Telephon: Rr. 362.

24. Jahrg.

n Gießen. Die Zahl der Gewerbesteuer­pflichtigen in Hessen belief sich im Jahre 1910 auf 81 740 Personen, von denen ein Gewerbesteuerfkapital von 9 335 443 Mark versteuert wurde. Die Zahl der zur Handelskammer wahlberechtigten Firmen betrug 7883, die mit einem Gewerbesteuerkapital

5 205 522 Mark veranlagt waren.

von

o Lich. Prinz zu Solms- Hohensolms- Lich, Ritt­meister und Kommandeur der Leib- Eskadron des Re­giment der Gardes du Corps, hat den Charakter als Major verliehen bekommen.

o Nid da. Hier wurden in einem Hause bei einem Einbruch für etwa 18 000 Mark Obligationen des Frank­furter Hypotheken- Credit- Vereins gestohlen. Ein Teil der gestohlenen Wertpapiere wurde in Frankfurt a. M., der Rest in Zürich bei einem dortigen Bankhause ver­fauft.

o Bad Nauheim. Nach einer Mitteilung des Finanzministers im Finanzausschuß wird der Zuschuß, den das Bad Nauheim bisher an das Staatsbudget ab­gegeben hat, sich von 100 000 Mark auf 150 000 Mt. erhöhen.

"

o Gedern. Hier hat sich ein Konsum Ver­ein gebildet, der über 100 Mitglieder zählt.

r Aus dem Kreise Wetzlar. Die Maul- u. Klauenseuche verschwindet wieder. Neben Dornholzhau­

sen ist jetzt auch Groß- Rechtenbach und Klein- Rechten- bach aus dem Beobachtungsgebiet ausgeschieden. Im Kreise Marburg und Biedenkopf ist diese Tierseuche erloschen.

r Wetzlar. Der Radfahrer- Verein vor 1887 hat beschlossen, am 6., 7. und 8. Juli d. J. sein 25jähriges Jubiläum als großes Sport- und Volksfest zu feiern.

):( Krofdorf. Kaisers Geburtstag wurde dies­mal in würdiger Weise gefeiert. Eingeleitet mit Böl­lerschüssen und Glockengeläute, fand am Samstag eine gemeinsame Schulfeier im Moos'schen Saale statt. Leh­rer Hoffmann 2. wies in treffender Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin. Krieger- und Bürgerver­ein feierten mit ihren Familienangehörigen Kaisers Ge­burtstag am Sonntag bei Gastwirt Freund. Die Fest­rede hielt Hauptlehrer Hoffmann und für Unterhaltung sorgte die Krofdorfer Kapelle.

):( Kinzenba ch. Unter großer Anteilnahme wurde am Samstag Nachmittag der Veteran Christian Mandler zur letzten Ruhe gebettet. Der Verblichene stand im 68. Lebensjahr, genügte seiner Militärpflicht im Kü­rassier- Regiment Nr. 8 zu Deutz und hatte die beiden Feldzüge von 1866 und 1870-71 mitgemacht.- Unser Gemeindevorsteher Adam Mandler, welcher schon 12 Jahre dieses Amt zur großen Zufriedenheit verwaltet, wurde am Freitag einstimmig wiedergewählt.

):( Braunfels. Eine Meisterin hat jetzt auch unser Kreis. Am 24. d. Mts. hat Frl. Therese Stef fens von hier die Meisterprüfung im Putfach ab­gelegt und bestanden. Sie erhielt die Note gut.

):( Burgsolm s. Der hiesige Schüßenver­ein hält am 26. Mai d. Js. sein Haupt- Preis-, Ga­ben- und Fremdenschießen ab; damit verbunden ist das 25. Fahnenjubiläum.

):( Hartenro d. Der Wunderdoktor Dikomeit, der erst fürzlich eine Gefängnisstrafe verbüßte, ist am Montag wiederum verhaftet und nach Gladenbach ge­bracht worden.

):( Dillenburg. Dr. C. Dönges und Pfarrer Fremdt wurden von der Königin der Niederlande zu Rittern 1. Klasse des Hausordens von Oranien ernannt und ihnen der betreffende Orden verliehen.

Die Anhänger von Leciferrin find in großer Anzahl in allen Gesellschaftskreisen an zutreffen. Es ist dies kein Wunder, dem außerordent. lich viele Menschen leiden an Blutarmut, Nervenschwä­sche und schlechter Verdauung und Assimilation, gegen welche Störungen Leciferrin ein sicheres und angeneh mes Präparat ist, wie dies die vielen ärztlichen Gut achten beweisen.

Leciferrin kostet M. 3.-, zu haben in Apotheken, ganz sicher von:

Universitäts Apotheke und Hirsch- Apotheke in Gießen.

:: Wetzlar

Heinrich Stern::

Spezialhaus

für moderne Herren- und Knaben Bekleidung sowie Arbeitskleider für jeden Berg

Grösste Auswahl.

Feste blilige Preise.

Giessen

Telephon 484.

In die Schule, wo So behauptet jenter fed

Morgens stets um achte ging er

dann immer

Und verlangen fat der Bengel Schier unglaublich ist's, doch wahr Vor dem Kehren sollt man sprengen,

Staubgewirbel vor ihm weg.

Anfertigung feiner Schuhwaren nach Man

Weg de

Feinste Massarbeit am Platze.

Elgene Schaftenstepperei.

T