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Gießener Zeitung

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in- und Ha

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H. Dentza

seit 1895

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( Neueste Nachrichten)

eneljährlich 1,20 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. ebolt in unserer Expedition oder in den Zweig abestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint twoche und Samstage. Redaktion: Selters­83. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung

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elf. Verb. Lelcherlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

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Telephon: Nr. 362.

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Angesichts der Entwicklung der Dinge ist natürlich lage für die Diplomaten der Großmächte höchst Falzzierig geworden. Kein Mensch denkt im Ernst mehr Plagräumung Erhaltung des vielgepriesenen Status quc. agaon Frage ist nur, wie bei der allgemeinen Teil ung gel und Bertürtider Gebietsteile, die man Lig abzugeben noch für vermeidbar erachtet, die einzelnen Sieger Fenitigen Anwärter abgefunden werden sollen. Die Leonhard lönnte an sich ja ziemlich einfach erscheinen, so­bach/ M., Gmart die Kriegführenden sich selbst überließe und s zu nehmen gestatten würde, was er durch das en erworben hat und sicherlich auch nicht ohne eres wieder herausrüden wird. Diesem einfachsten ege stehen jedoch die Balkanwünsche est er= bs schroff gegenüber, und in der Frage der Ent­digung Desterreichs liegt zurzeit der An­mt der ganzen Krisis.

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Die Daily Mail" bringt aus Wien einen angeb­us diplomatischer Quelle stammenden Neure­lungsplan für den Balkan. Danach sollte Fürstentum Albanien und ein Fürstentum Ma­einbe onien geschaffen werden, das Saloniki ei Bulgarien würde einerseits bis ans Aega­Meer und andererseits an der Küste des Schwar­Deeres ausgedehnt werden. Serbien würde bien und den adriatischen Hafen San Giovanni edua einschließlich Prishtina und Uesküb erhalten. Fürstentum Albanien unter einem schwedischen en würde von Durazzo bis Uesküb, Valona mit rib sich erstrecken und Elbasan als Hauptstadt er­Das Fürstentum M a zedonien unter einem en Prinzen erhielte Monastir als Mittelpunkt und e fich nördlich bis zu einem Punkte südlich von und Kastria ausdehnen. Die neue bulga= coe Grenze ginge von der serbischen Grenze süd­Es Seres mit der ägäischen Küstenlinie von der amindung bis Dedeagatsch und von dort bis dus Schwarze Meer, wahrscheinlich bis Basiliko. Die

en blieben auf die Hauptstadt und die Nachbar­

vielleicht einschließlich Adrianopel beschränkt. Von rinedenland soll in dem Plan nicht die Rede Camit wird es nicht zufrieden sein), es erhielte Kreta; Montenegro würde mit dem größten ilds Sandschak Novibazar und Skutari befriedigt.

Vom Balkankrieg.

Bordergrund des Interesses steht immer noch, Der serbischen Einnahme des strategisch wichtigen lib, die überraschend kam, die Schlacht bei

Das Glückskind.

Roman von Frene von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Enmai als der junge Mann sich verabschiedete, er Röschen einen Zettel in die Hand, den ſte, , 85 und 6 machen von der Mutter, in der Tasche ihres Kleides arc Als der Schritt des sich Entfernenden auf der Creme werklungen war, eilte das ahnungslose Mädchen

Hert, per

derkleid

folide Out 3immer, holte das knisternde Papier hervor, und et 165, er heftigem Herzklopfen die wenigen Worte: und 78 dürft ich einmal Dir nur sagen,

Blusen- S

Derne neue

ter 165,

Rie Du unendlich lieb mir bist,

Asie Dich, so lang mein Herz wird schlagen, A meine Seele nicht vergiẞt."

Jubelnd, im feligen, nie gekannten Gefühl zog sie

und 80 Eleinen Zettel an die Lippen; ihn wieder in der Ta­

the bergend, kehrte sie zur Mutter zurück, die ihr heute

the Kleides Töchterchen aufmerkſam beobachtete.

ge, Batiffe,&

gegangen,

en Farben

5, 215,

Röschen konnte es kaum erwarten, bis der Geliebte pieler tam. Die Stunden dehnten sich ihr zu einer klei­Schritte, teni Ewigkeit aus. Horch, er ist es, em ihr Herz in stürmischem Sehnen entgegenschlägt.­

158 ber thr heute wieder etwas zustecken wird?

Wie feine Augen blitzten hinter den funkelnden

Große Brillengläsern! Um den Mund, den ein keck aufwärts noner Semeter Schnurrbart ziet, liegt ein Lächeln, so daß die

höhen, schimmernden Zähne sichtbar werden. Einen Moment scheint er zu vergessen, daß außer Röschen auch Die Mutter sich im Zimmer befindet. Ungestüm erfaßt Gents, und zieht sie hastig an seine Lippen, dann besinnt erfich und wendet sich Frau Mathilde zu, die lächelnd Die beiden jungen Menschenkinder beobachtet hat.

Coke er unge Doktor die Hände des heiß errötenden Mäd­

Baumwoll

Tergewöhnl

glückliche Jugendzeit, mit deinem goldenen Schimmer, wie bist du so schön!-

Die Mutter bedeckte das Geficht mit den Händen.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 30. Oftober 1912.

Kirk Kilisse, die den Türken eine volle Nieder­lage brachte. Es wird von einer regellosen Flucht für tischer Truppenteile gesprochen. In Adrianopel ist bereits ein türkischer Heeresteil eingeschlossen. Durch die vordringenden Bulgaren sind die türkischen Truppen in Adrianopel von aller Verbindung abgeschnitten. Die Bulgaren stehen nach zuverlässigen Meldungen bei Baba Esti und Bunar Hissar, sie sind auf dem Vormarsch ge­gen Lule Burgas, wo noch vor wenigen Tagen das türkische Hauptquartier sich befand. Der Weg nach Konstantinopel ist jetzt nur noch durch die Befestigungs­anlagen bei Tschataldja gedeckt, die sich, wenige Meilen von Konstantinopel entfernt, vom Schwarzen zum Mar­mara- Meer ziehen. Steht da jetzt vielleicht die türkische Ostarmee? Jedenfalls stehen die Dinge für die Tür tei sehr schlecht.

Trotz all den Mizerfolgen wurde im türkischen Ministerrat beschlossen, jede Intervention der Mächte zurück zuweisen. Auf Beschluß des Mi­nisterrats geht eine große Anzahl mohammeda= nischer Geistlicher zur Front. Der Entschivi der Türkei steht fest, bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen und feine Intervention der Mächte anzuneh­men. Man darf die Einnahme von Kirk- Kilisse nicht übertreiben, das türkische Heer erlitt diese Niederlage, Vor weil es zu optimistisch war und nicht auf die schläge seiner besten Führer hörte.

Die Eroberung von Kirk- Kilisse und Kumanowo hat in Konstantinopel einen panikartigen Schrecken her­vorgerufen.

Die Albanesen versuchen mit allen möglichen Mitteln von den Türkei loszukommen. Sie haben fol­gendes Ultimatum der Türkei gestellt: Wir sind des Krieges müde und der Unruhen in unserem Lande. Wir wollen keinen Krieg und werden Desterreich seine Hilfe bitten.

um

Konstantinopel, 28. Okt. Da jetzt erst die Linientruppen bester Qualität aus dem Innern Klein­asiens eintreffen, um in die Front abzugehen, wird

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hier den letzten Kämpfen keine irgendwie entscheidende Bedeutung beigemessen. Die fremdländischen Militär= abreisen. attaches sollen morgen endgültig halbamtliche Kommunique erklärt, nach den Telegram­men, die dem Kriegsminister zugingen, begann die Ar­mee in voller Ordnung die Vorwärtsbeweg= ung Dem Vernehmen nach begibt sich der Thronjol­ger, der den Rang eines Marschalls bekleidet, auf den Striegsschauplatz.

Konstantinopel, 28. Oft. Der Belagerungs zustand ist angeordnet worden. Die türkischen Truppen Mächtig quoll die Erinnerung an ihre eigene Liebe em= por.

Einst war auch sie ein schönes, sielbegehrtes Mäd­chen gewesen, verwöhnt, verhätschelt, auf Händen ge= tragen von ihren Angehörigen. Bald würde nun auch Röschen sie verlassen. Waldemar, der Bruder, weilte seit kurzem auf der Universität, und dann war sie allein und vergessen.

Ganz vertieft in traurigen Gedanken, konnte sie nicht sehen, wie Röschen abermals ein Briefblatt in Empfang nahm. Doch entging ihr der verständnis­innige Blick nicht, den die beiden miteinander tauschten. Diesmal war es ein richtiger Brief, den der Doktor in die Hände des süß erschauernden Mädchens legte, er lautete:

Geehrtes Fräulein!

Zürnen Sie mir nicht, daß ich diesen Weg ge­wählt, mich Ihnen verständlich zu machen. Nicht schreiben, nein, sagen möchte ich Ihnen, was das Herz bewegt, um dann die beglückende Antwort aus Ihren schönen Augen zu lesen, von Ihren Lippen zu hören. Sollte es Ihnen möglich sein, sich frei zu machen, fo kommen Sie gegen 3 Uhr zur Kapelle. Schenken Sie mir nur eine einzige Viertelstunde. In glücklicher Erwartung

Ihr ergebenster

Dr. Hermann Pächtner."

*

Die alte Kapelle lag frei auf einer kleinen Anhöhe ganz nahe der Stadt und bot einen malerischen Anblick dar. Der Ort war von Spaziergängern viel besucht, weil man von da aus einen hübschen Ueberblick genoß. Deshalb hatte ein unternehmender Mann in der rich­tigen Voraussetzung, daß man beim Spazierengehen ftets Hunger und Durst bekommt, links von der Kapelle

( Gießener Tageblatt)

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Die

die 44 mm breite Inseratenzeile. 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Vlatzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.

Telephon Nr. 362.

24. Jabro.

der Westarmee sollen sich bei Demirkapu, nach noch un­bestätigten Nachrichten sogar in Seres fonzentrieren.

Bom bulgarischen Kampfplatz.

In Adrianopel nehmen die Dinge für die Türfen ein immer ernsteres Aussehen an. Im Augenblick ist Adrianopel zwar noch nicht gefallen, aber die bulga rische Belagerung macht so bedeutende Fortschritte, daß der Fall der Festung, nach zuverlässigen Mitteilungen, in fürzester Frist zu erwarten steht. Dann werden die Bulgoren zu dem Hauptschlage gegen die türkische Hauptmacht ausholen, für deren Niederkämpfung bereits jetzt von den Bulgaren eine groß angelegte umgehungs­bewegung eingeleitet worden sein soll, so daß der bisher stets als vorzüglich unterrichtet erwiesene Kriegsbericht= erstatter des österreichischen Thronfolgerblattes, der Wie­ner Reichspost" schon heute von einem bevorstehenden und unabweisbaren Sedan sprechen zu kön= nen glaubt.

Sofia, 28. Off. Bunar- Hissar, wohin sich die Garnison von Kirk- Kilisse zurückgezogen hatte, ist von den Bulgaren genommen worden. Die bulgarischen Truppen marschieren nach Lüleh- Burgas.

Sofia, 28. Oft. Die Bulgaren besetzten den Kresnapaß im Strumatale.

Wien, 28. Cft. Der Berichterstatter der Reichs­post" meldet unter dem heutigen Datum: Das ton= 3 entrische Vorgehen der Bulgaren gegen die türkische Ostarmee ist trotz des ungünstigen Wetters in ständigem Fortschreiten. Der Rückzug der Tür­fen nach Konstantinopel ist bereits ab­geschnitten. Die Bahnlinie Konstantinopel- Lüleh­Burgas ist bei Tscherkeskoj unterbrochen und die dortige Eisenbahnbrücke über den Tscharlufluß in die Luft ge­die sprengt. Die türkische Armee ist jetzt gezwungen, Die Schlacht am Ergenefluß anzunehmen. Starke der im Gebiet von Evti- Baba- Lüleh- Burgas be­findlichen türkischen Streitkräfte wird auf 4 Armeekorps

Botschaft an Blutarme& Blasse.

Die allgemeine Schwäche und has frankhafte Aussehen bei jungen Mädchen im Alter der Reife, beruhen auf einem man elhaften Blu zuftand, und wenn vernaclaffigt. sind oft Jahre von Unwohlsein und Unbehagen die Folge. Es ist baber von größter Wichtigkeit jungen Mädchen im Alter von 13-17 Jahren, ab und zu eine Flasche von Leciferrin zu geben, welche das Blut bereichert, den Körper träftigt und widerstandsfähig macht. Reciferrin ist allerfeits als das vorzüglichste Präparat aner­fannt zur Blutbildung und Kräftigung.

Breis Mt. 3.- die Flasche, überall erhältlich Galenus" Chem. Industrie, G. m. b. 5., Frankfurt am Main.

ein Restaurant modernsten Stils, mit großem, schattigem Garten errichtet, welches sich auch ganz gut rentierte.

Heute war es zwar ausnahmsweise still und einsam hier oben. Dr. Pächtner saß als einziger Gast in dem geräumigen Gartensaal und spähte aufmerksam den sanft emporsteigenden Weg hinab. Jetzt fuhr er wie elektrisiert von seinem Size auf, doch er hatte sich ge= täuscht, es war nicht die Erwartete. Ungeduldig zog er die Uhr, schon halb vier,- seufzend trant er den Rest seines Glases aus, bezahlte den Kellner und verließ das Lokal.

Draußen empfing ihn ein schneidender Wind. Frö­stelnd zog der junge Mann den Kragen seines Rockes empor, und wandelte langsam rings um die verfallende Kapelle herum. Doch alles war totenstill und leer, feine Menschenseele ließ sich blicken. Welfes Laub, das bei jedem Schritte leise raschelte, bedeckte ringsum den Bo­den.

Der Aufenthalt im Freien war höchst ungemütlich. Oft sah der einsam Wandelnde nach der Uhr; sie zeigte bereits halb fünf, als derselbe sich entschloß, zur Stadt zurückzukehren.

Eine finstere Falte lag auf der hohen Stirn, un­mutig hieb er mit seinem Stock die dürren Zweige von den Sträuchern.

Sollte ich mich getäuscht haben?" murmelte er halblaut, ich glaubte doch aus ihrem Erröten, aus ihrem Lächeln entnehmen zu dürfen, daß sie mir nicht abgeneigt tst. Oder ist sie eine kleine Kokette, die ihr Spiel mit mir zu treiben gedenkt und sich jetzt über mich lustig macht? Ja, ja, so wird es sein, denn wenn sie gewollt hätte, wäre sie sicher gekommen."

Seinem sehr leicht zu Mißtrauen geneigten Wesen entsprach diese Annahme vollkommen, er redete sich so sehr in seinen Unmut hinein, daß er einen kleinen June gen, der dicht an ihn herantrat, erst bemerkte, als der felbe thn ansprach. ( Fortiebung folgt.)

Smardi

Batera