Einzelbild herunterladen

Verzicht

auf

gelbbraune

Ornament.

Und

Geradeaus sieht man auf steilem

Södermalm

Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 pfg. monatlich

( Neueste Nachrichten)

teljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. 11bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­gabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Selters­Deg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung verlangter Manuskripte wird nicht garantiert.

id

-

-

Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Rr. 43.

Telephon: Nr. 362.

Politische Rundschau.

Deutschland.

Der Kaiser empfing in Potsdam am 26. im Neuen Palais Fräulein Mathilde Kirschner, die ter des Oberbürgermeisters. Es handelte sich um Bau eines Erholungsheimes, das der Kaiser für tellofe Arbeiterkinder Berlins an der Ostseeküste er Ben will. Der faiserlichen Aufforderung entsprechend, Fräulein Kirschner sich bereit erklärt, die Leitung der Fall zu übernehmen. Heute vormittag begann das ungsfest des Lehrinfanterie bataillons fog. Schrippenfest, mit Gottesdienst an der Süd= ex des Neuen Palais, welchem außer dem Kaiserpaar, lk Prinzen und Prinzessinnen, dem Reichskanzler, die metalität und die fremdherrlichen Offiziere teilnahmen. sDarmstadt. Das Großherzogspaar von Hes­trat von Sewastopol die Rückreise nach Deutschland Das russische Kaiserpaar begleitete sie auf der Kai­jocht Standart" von Livadia bis Sewastopol. Zur hess. Besoldungsreform hat der Bach bei der Zweiten Kammer folgenden Antrag gebracht: 1. Jn allen Gemeinden ohne besonderes testatut sind die Gehalte an die Lehrer und Leh­rinnen aus der Staatskasse nach den für die Be­ten geltenden Bestimmungen auszuzahlen. Der Staat eldt von den Gemeinden, sowie von etwaigen son­jen Trägern von Schullasten( Stiftungen, Standes= rshaften usw.) die Beträge, die von ihnen für die hergehalte aufzubringen sind. 2. Die Gehalte der Ift schullehrer in den Städten mit besonderem Orts­fur berechtigen dem Staate gegenüber nur insoweit zu en Anspruch auf Pension, als sie einschließlich der der Pensionierung in Anrechnung zu bringenden letsentschädigung das pensionsfähige Höchstgehalt an staatlichen Anstalten verwendeten seminarischen hrax( Reallehrer) nicht übersteigen( bei Lehrerinnen Betrag von 3600 Mark). 3. Die Amtszulage der hulleiter( Hauptlehrer) werde bei Festsetzung thegehalts mit ihrem vollen Betrag in Anrechnung raucht.

-

des

" Die Reichseinnahmen an Zöllen, Steu­nd Gebühren haben nach der Voss. 3tg." im April Is, dem ersten Monat des neuen Rechnungsjahres, Betrag von rund 127 Millionen Mark erreicht und gem damit um rund Millionen Mark über denen 5 April v. Js. Bei den 3 öllen hat sich im ver­idt zum Vorjahre ein Minderertrag herausgestellt, in­mur 52,4 Millionen Mark vereinnahmt sind gegen , 00 Millionen Mark im April v. Js. Sehr erheblich rber Ausfall bei der 3ucker steuer, die nur 11,6 illionen Mark ergeben hat gegen 17,0 im Vorjahre.

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.)

Bas ist mit diesem Herrn, der in Ihrer Bcglet­ngan?"

Mein Freund Jean Bourlier, ein ausgezeichneter fft fter," antwortete der Gefragte, seinen Begleiter vor­ellem. Ich stehe für seine Kenntnisse, seinen Mut nomen Patriotismus. Er ist das Ideal eines Kom­nine defs, wie geschaffen zu der Stelle, welche Sie mir tgeht hatter."

Ser von Soumis nickte dem Nähertretenden zit. Sie gehörten wahrscheinlich auch zu den Offizieren erapitulationsarmee?"

Rein," entgegnete Bourlier, ich bin nicht Soldat fen, aber ich brenne vor Begierde, dem Vaterlande teihe Dienste zu weihen. Es gibt keinen erbitterten eid der Deutschen wie ich. Ich hoffe, Großes zu lei­en, wenn man mich den Elenden gegenüberstellt, die tir: alles, alice geraubt haben."

Das flirgt vortrefflich," meinte Herr von Soumis ühl aber da Sie bisher noch nicht gedient haben, wird ben wohl nichts übrig bleiben, als das Chassepot zu hultern."

Gin Troupier? das ist Wahnsinn!" schrie Tre­illen zornig. Caffen Sie sich durch seine Bescheidenheit ich beirren, Soumis, er ist ein Genie, ein Feldherr, bürge für ihn mit meinem Ehrenwort."

Na, na," meinte der Kommissar tronisch lächelnd or mochte wohl an das gebrochene Ehrenwort bet Colambe denken. Kennen Sie Herrn Bourlier- so

enom?"

Bie genau! Sahen wir uns nicht täglich in Se­ann und seinen Sohn, einen Leutnant der 8. annies. Auch ein Genie, der Sohn. Was der im Bas the Settrechnungen bezahlte! Es war kolossal.

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 29. Mai 1912.

Die Braust euer hat dagegen einen Mehreingang gehabt mit 8,2 Millionen Mark gegen 7,4 im Vorjahr und auch aus den Börsen steuern ergibt sich ein Ueberschuß von einer halben Million Mark( 8,3 gegen 7,8 Millionen Mark). Auch die Leuchtmittel­steuer( 1,3 gegen 0,7 Mill. Mark) und die Zünd warensteuer( 1,8 gegen 1,4 mill. Mark) haben ein Mehr erzielt, ebenso die Erbschaftssteuer, die 3,6 Millionen Mark ergeben hat gegen 2,7 im Vorjahr. Aus der Zigarettensteuer sind 2,9 Millionen Mark eingekommen gegen 2,4 Millionen Mark im Vor­jahr, aus dem Frachturkundenstempel 1,4 gegen 1,4 Mill. Mt. Bei den übrigen Reichseinnahmen waren die Veränderungen ganz gering. Die Verbrauchsabgabe von Branntwein brachte. 17,3 Mill. Mark gegen 17,2 Mill. Mark im Vorjahre.

*

=

Berlin. Am Schluß der letzten Reichstags sitzung hat sich ein Vorfall ereignet, der die soz.- dem. Parteigenossen sehr peinlich berührt. Als der Präsident das übliche Kaiserhoch ausbrachte, erhob sich auch der Sozialdemokrat Dr. Landsberg- Magdeburg.

*

Eydkuhnen, 27. Mai. Der Grenzkommis­sar Hauptmann Dreßler traf gestern abend im Bahn­hof, von einer zahlreichen Menge mit Hurrarufen be grüßt, ein. Die Freilassung erfolgte auf Befehl des Kai­sers von Rußland.

Desterreich.

Wien. Graf Berchtold, der österreichi­sche Minister des Auswärtigen, ist nach seinem Be suche in Berlin und Dresden wohlbehalten wieder in Wien eingetroffen, wo er dem Kaiser Franz Josef als Ergebnis seiner Reise die Feststellung des vollen Ein­vernehmens in allen schwebenden Fragen zwischen der Berliner und Wiener Regierung berichten konnte. Be­sonderer Auszeichnung erfreute sich der Minister durch den Kaiser in Potsdam, wohin ihn der Botschafter Graf Szoegnenn geleitet hatte. Graf Berchtold wurde vom Kaiser ganz allein in längerer Audienz empfangen, in der er auch Gelegenheit nahm, sich für die Verleihung des Schwarzen Adler- Ordens zu bedanken.

Italien.

* Rom. Die italienische Kammer hat am Samstag das Wahlreform gesetz in gehei­mer Abstimmung mit 284 gegen 62 Stimmen ange=

nommen.

Die aus der Türkei ausgewiesenen Italiener werden in Italienen mit beachtenswerter Hilfsbereitschaft aufgenommen. Es werden zirka 10 000 Jtaliener die Stadt Smyrna verlassen.

Er starb für Frankreich; der Vater erbte sein Talent. Sie können ihm unbedenklich eine Kompanie anver­trauen. Ich werde Bourliers Lehrmeister sein; theore­tische Kenntnisse besitzte er übergenug- die praktischen sind meine Sache. Abgemacht?"

Meinetwegen," nickte Soumis. Sie haben die Verantwortung dem General gegenüber. Die Zeit drängt, ich habe noch viel zu erledigen. Hier sind die Anweisunger auf das Arsenal, hier die Bestallungen. Gott befohlen und auf Wiedersehen, um einige Privat­Angelegenheiten zu ordnen."

Trepillon verstand ihn. Auch Bourlier wurde es klai, daß nachträglich eine Forderung an seine Kasse ge.nacht werden würde? Was verschlug ihm das? Mit Barmitteln war er reichlich versehen, sein Ziel war er­reicht: er konnte töten und töten lassen. Er war Kapi­tän wie Trepillon Oberst.

Mit solchen Offizieren hoffte das neue Frankreich die deutschen Sieger aus dem Lande zu treiben!

Bourlier war auf einem Rotterdamer Schiff, wel­ches er reisefertig im Hafen gefunden und auf dem er | sofort Passage genommen hatte, nach Bordeaux gekom­men. Hier besuchte er seinen Geschäftsfreund Malvezin, deponierte bei ihm überflüssige Gelder und erklärte, daß er vorderhand in der Stadt bleibe. In Wahrheit hatte der racheglühende Mann den Entschluß gefaßt, selbst in die Reiher der Landesverteidiger zu treten. Die all­gemeine Bewegung in den Süd- Departement. tam sei­nen Wünschen zu statten. So reiste er geradewegs nach Tours, wo die Werbebureaux waren.

Bevor sich Bourlier in dem Depot des Troupiers melden konnte, war er dem ehemaligen Kapitän Tre= pillon begegnet, der sich ohne einen Sous in der Tasche umhertrieb. Er kannte den abenteuerlichen Offizier oberflächlich. In Sedan hatte er den Mann gemieden; hier schloß er sich ihm an, obgleich Trepillon sofort set­nen S.... el empfindlich erleichterte. Als er jenem seinen

( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 20 pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei.

Telephon Nr.: 362.

Amerika.

24. Jabra.

Washington, 25. Mai. Das Schlachtschiff ,, Nebraska" ist an der Spitze eines Geschwaders_ange­sichts der Wirren auf Kuba nach Kan West in See ge­gangen. Das Staatsdepartement erklärt wiederholt, daß dieser Schritt keineswegs eine Intervention bedeute, son­dern lediglich eine Maßnahme im Interesse der Ameri­kaner und ihres Eigentums.

*

Aus Mexiko wird gemeldet, daß die Insur­genten zahlreiche Brücken und Eisenbahngeleise zerstört haben.

Generalversammlung der Betriebskrankenkassen. Deutschland.

Der Betriebskrankenkassenverband hielt am 20. Mai in München im Hotel Bayerischer Hof" unter dem Vorsitz von Justizrat Wandel- Essen, Direktor der Firma Krupp, seine diesjährige Hauptversamm lung ab, die aus allen Teilen des Reiches vor allem von einer Reihe namhafter Industrieller besucht war. Nach einigen Worten der Begrüßung erstattete der Vor­sigende einen längeren Geschäftsbericht, der in mannig­facher Hinsicht bemerkenswert ist. Danach umfaßt der Verband zurzeit 2705 Kassen mit zusammen etwa 2,2 Millionen versicherten Personen. Nach den neuesten Ver­lautbarungen scheine es, als ob die Krankenversicherung nach der Reichsversicherungsordnung am 1. Januar Die 1914 in vollem Umfange in Kraft treten werde. amtlichen Bekanntmachungen hierzu ständen noch aus. Ueber die Frage der Grenzen der staatlichen 3 wangs= versicherung sprach sich Redner dahin aus, daß das Deutsche Reich diese Grenzen im allgemeinen er­reicht habe. So sehr die Zwangsversicherung in ihren angemessenen Schranken Vorteile bewirke, in gleichem Maße wirke sie schädlich bei Ueberschreiten dieses Maßes. Auch die Frage der Belastung der heimischen Volks= wirtschaft falle bei der Zwangsversicherung erheblich in die Wagschale. Die Grenzen der staatlichen Zwangs= versicherung fämen aber nicht für den Versicherungsge­danken als solchen in Betracht. Die weitergehende Für­sorge müsse jedoch durch freiwillige Versicherun­gen geschehen, mehr oder minder gefördert vom Staat, von Gemeinden und Arbeitgebern.

Besonders eingehend wurden dann die neuesten Vorgänge in der von dem Leipziger Verbande geleite­ten Aerzte bewegung behandelt. Der Gesetzgeber habe mit guten Gründen die Grundforderungen des Leipziger Verbandes, namentlich die gesetzliche Einführ­ung der freien Arztwahl bei der Reichsversicherungs ordnung abgelehnt. Der letzte Aerztetag habe deshalb erklärt, daß nunmehr diese Forderungen von der Koa­lition durch die Mittel der Selbsthilfe verwirklicht wer­

Entschluß, sich anwerben zu lassen, mitteilte, erbot sich der Kapitän sofort, ihm eine Offiziersstelle zu verschaf= fen. Das Glück war ihm günstig genug, sein Wort halten zu können. Freilich mußte Bourlier die Charge mit einem Tausendfranksbillett bezahlen, welches wohl zum Teil in Trepillon's Händen haften blieb.

Der neugebackene Oberst erwies sich noch weiterhin als getreue Freund. Er weihte seinen wohlhabenden Schüßling in die Geheimnisse des Gewehres, der De= genführung und des Ererzier- Reglements ein, so daß der Offizier von wenig Stunden nicht mehr befürchten mußte, vor seinen Leuten als Laie dazustehen. Dem 204. Regiment zugeteilt, dessen Oberst richtig Trepillon war, wurden. Herrn Bourlier 150 Leute übergeben, Tauter undisziplinierte, neu eingekleidete Bauern aus der Marche, welche man wie das Vieh herbeigetrieben. Seine Leutnants waren ehemalige Unteroffiziere, welche als Depotverwalter und Halbinvaliden gedient hatten, Menschen, die vom besten Willen beseelt, die Refruten drillten. Acht Tage später marschierte das Regiment die Loire aufwärts bis Blois, wo Truppen von Vendo­me fommend, sich mit ihm vereinten. Somit war das 15. französische Korps gebildet und nach Orleans diri­giert. General d'Aurelles ließ das Gebäude nördlich der Stadt besetzen. Die 204er wurden im Walde von Orleans postiert und bis Artenay vorgeschoben.

Der Feind ließ nicht lange auf sich warten. Unter dem Oberbefehl des Generals von der Tann rückte das erste banerische Korps, durch die 22. preußische Division verstärkt, nach Süden. Vor Orleans angekommen, stießen die Bayern auf die französische Streitmacht. 9 Batterien beschossen diese sofort bei Artenay, zwei an dere sandten ihre pünktlich treffer den Geschosse von Assas her ir die rechte Flanke des Feindes. Ein Teil des ersten bayerischen Regiments nahm das heftig um­strittene Artenay mit Löwenmut.

( Fortsetzung solgt.)

Gliederung und

des

ohne viel nach ihren Schöpfern zu fragen. gleich eine der großen schöpferischen Naturen der Kunst Man sieht die schönsten Bauten von Kopenhagen an, Hier fühlt man

dieses Schloß neben die berühmtesten der Epoche. hervor. Königswillen, der Willen Natur ringsum paßt. Als ein ganz eigenes Werk stellt sich wonnen, eine Form, die prachtroll zu dem rauhen Ton der eines starken und sturren Volfes, hat hier seine Form ge Anstrich hebt diesen Charakter noch Königs

blocks der Djurgard liegt, und ihm gegenüber die imposanten Häuser­Muſeum mit seinen zierlichen Giebeln, das drüben im frischen wipfeln das Kastell grüßt, mehr links das neue Nordische schmäleren Wassers, das grüne Steppsholm, über dessen Baum der Katharinenkirche aus der Saltjö aufragen, links, jenseits. mit seinen Reihen großer Mietshäuser und der schönen Kuppel grauem Felsen

Leben der tittelhandväg. Hier werden Lage und

deutlich.

Stockholm zeichnet sich durch seine ausgezeichnete