Ausgabe 
27.11.1912 Zweites Blatt
 
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bis

gewajen jei, einigermaßen zu entlasten. Er betonte da­bei, daß nach wie vor die freiwillige Hilfsarbeit nicht entbehrt werden könne, sondern, daß jede weitere Hel­ferin mit Freuden begrüßt würde; insbesondere werde auf die Mitarbeit der Geistlichen aller Konfessionen der größte Wert gelegt. Es sei ja bekannt, daß die Zen­trale paritätisch organisiert sei und gerade in der Au­Benfürsorge eine größere Anzahl von katholischen Schwe­stern tätig sei. Nady einer lebhaften Diskussion über die verschiedenen Punkte der Tagesordnung( Austausch der Erfahrungen der Beratungsstellen, Mitteilungen der Aerzte über die von ihnen begonnene ärztliche Beratung in den Landgemeinden, in denen Beratungsstellen nicht bestehen), schloß der Vorsitzende mit dem Ausdruck des Dantes für die Erschienenen die Sitzung.

ten Staaten von Amerika in den Hamburger Delungen vom 22. Ottober 1912 eine Notiz veröffentlichen lassen, nach der in den Vereinigten Staaten ein Gesetz erlassen worden ist, das die Einfuhr von Pflanzen dorthin von einer vorher einzuholenden Erlaubnis des dortigen At­terbauministeriums und von der Beibringung eines be­hördlichen Zertifikats des Versendungsortes abhängig macht, in dem die Untersuchung der Pflanzen und deren Unschädlichkeit bescheinigt sein muß. Das Generalton­sulat fordert die Beibringung solcher Zertifikate vom 1. Dezember d. Js. ab. In den Ausführungsbestimmun­gen ist die Beibringung von Zertifikaten vom 1. Dec. ds. s. ab vorgesehen, während nach§ 7 daselbst die endgültige Regelung inbetreff der Form der Zertifikate und der für deren Erteilung zuständigen Stellen zuni 1. Juli 1913 vorbehalten worden ist. Da nach den Berichten der Hamburger Behörden an das Reichs­amt des Innern der Versand von Pflanzen aus Ham­burg selbst und aus dem übrigen Deutschland über Hamburg nach New- York in der Regel in den Mo­naten November und Dezember einen erheblichen Um­fang annehmen, hat der Senat in Hamburg die Station für Pflanzenschutz der dortigen botanischen Staatsinsti­tute vorläufig beauftragt, zur Aufrechterhaltung des Ver­tehrs ouf Antrag der Beteiligten die Untersuchung der nach den Vereinigten Staaten von Hamburg aus zu versendenden Pflanzen in Gemäßheit des amerikanischen Geiches, soweit sie im hamburgischen Gebiet ausgeführt werden fann, zu übernehmen und das für die Einfuhr in Amerika erforderliche Zertifikat auszustellen.

):( Wiesbaden. Die Nationalflug= Spende hat im Regierungsbezirk Wiesbaden einen Be­trag von 166 822,96 Mark ergeben. Hierzu hat der

Kreis Limburg 2309,75 Mart beigetragen.

Literarisches.

? Landhaus und Villa. Das deut che Landhaus. Herausgegeben von E. Abijt. Band 2, 12 Hefte komplett, mit 532 Seiten Umfang auf Kunstdruck und über 300 Abbildungen. Prets 12 Mart, Einzelhejte a 1.25. Westdeutsche Verlagsgesell­schaft m. b. H., Wiesbaden. Diese Sammlung enthält eine Fülle guter Musterbeispiele von Eigenhäusern, In­neneinrichtungen und Gärten für einfachste bis feinste Ansprüche, Beiträge unserer besten Künstler. Wer von den Künstlern, Baufachleuten, Grundbesitzern oder Bau­Wohnungskultur aus dem Laufenden erhalten muß, herren sich über die Fortschritte auf dem Gebiete der und diejenigen, die sich ein eigenes Haus bauten oder

):( Kreuznach. Landrat v. Nasse hat dem Kreis Kreuznach eine segensreiche Neueinrichtung für die Landwirte geschaffen. Zur Förderung der heimischen Vichzucht wurde auf sein Betreiben eine Kreis vi eh versicherung für Rindvieh, Pferde, Ziegen und Schweine ins Leben gerufen. Zu der Gründungsver sammlung waren über 250 Landwirte erschienen, die sämtlich nach erläuternden Vorträgen des Landrats von Nasse und des Regierungsassessors Dr. Krause den Bei­tritt zu der Versicherung erklärten. Im Kreise Kreuz­nach ist ein Viehstand von über 11 000 000 mt. Wert vorhanden. Durch fleine Gebühren von 1-4 Prozent soll auch dem ärmsten Landwirt die Möglichkeit gebo­ten werden, durch Aufnahme von Versicherungen gegen Verluste schadlos zu bleiben. Dadurch erhofft man Er­haltung und Vermehrung eines gesunden Viehbestandes, eine Aufgabe, die in der jetzigen Zeit der Fleischteuer ung gewiß große Anerkennung verdient.

! Heppenheim. Am Donnerstag, den 21. November, fand die zahlreich besuchte Mitglieder­versammlung der Zweigstelle für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Heppenheim im Halben Mond"

statt

ihr Heim neu einrichten wollen, werden aus dieser zeit­

gemäßen Publikation wertvolle Anregungen schöpfen

fönnen. Die Ausstattung ist mustergültig, der Preis für das Gebotene ein mäßiger.

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lih 1,20 M

? Hedwig von Bismard. Erinnerung aus dem Leben einer 95jährigen. Mit dem Bildnis Verfasserin. 14. Auflage. 1913. Richard Mühlman Verlagsbuchhandlung( Max Grosse), Halle a. d. G. schenkband Mt. 5.-. Als Kind hat sie mit Bism gespielt, als junges Mädchen in blonden Locken Moltke getanzt, und als ihr Haar hätte grau fein ner, von Alter und mancher Sorge gebleicht, da innige Freundschaft sie mit Roon und seiner Fami verbunden. Kaiser Wilhelm und Kaiserin Augusta, fer Nikolaus von Rußland und seine Gemahlin Prinzeß Charlotte von Preußen, Friedrich Wilhelm und die Fürstin von Liegnitz, Friedrich Wilhelm und Königin Elisabeth, Karl 10, den vertriebenen Fra 30jenkönig, hat sie fennen gelernt. Der Leser die Blatter wird die hier gebotenen Erinnerungen nicht befriedigt aus der Hand legen. Vor Cousine Hedw falls 1815 in Schönhausen geborene, bald hundertj rige Verfasserin war die Jugendgespielin unseres 96. reichskanzlers.

? Die Heiratsjagd. Humoristischer Roman von Gustav Hochstetter. Mit einer farbigen Umschlag=

zeichnung von E. Heilemann. Berlin 1912.( Concor­

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nehme ich den Hut ab", sagte Fürst Bismard. Die eberg der ,, Gie

? Wie viel ist ein fleines Kind wert Ueber diese interessante Frage lefen wir im Buch zur Lage Ale" folgendes: Das Amsterdamer Gericht hatte on michreren Jahren über eine einzigartige Streitfache

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entscheiden. Ein zu früh geborenes Knäblein wurde von neuerdings

Defterreich u

Fried haltung nur durch Verbringung in einen Brutappar zu erhoffen sei. Die zärtlichen Eltern beeilten sich, deſe dem Amsterdamer Kinderhospital anzuvertrauen, in de acib und ma über die Maßen zarte Kind, wohl in Watte verpa Aufforder mehrere dieser Brutapparate vorhanden sind. Das Kinternehmen. dem auf dem Standesamt die Namen Franziskus irde, erfolg

dia Deutsche Verlagsanstalt, G. m. b. 5.) Geheftet 2 Mart, gebunden 3 Mart. Ein lustiges Buch fürwahr. denn aus jeder Seite ficherts und bei jedem Leser muß es ein Echo finden. Ein Schalt ist diefem 35jähr. Bau meister auf den verschwiegenen Pfaden seiner Heirats die jagd nachgestiegen und hat pfiffig und lustig all fleinen Ergötzlichkeiten hier geschildert, die Freund Amor für Verliebte als besonderen Reiz bereik hält. Von der Stunde an, da die kleine Berliner Bankiers göhre den Baumeister auf seiner Bude besucht und ihm dann bald den Abschied gibt, jagt ihn tolle Liebessehnsucht unſtet durch die Lande, überall sucht er die passende Gefält= tin, in jeder seinen Weg freuzenden Dame glaubt er die richtige gefunden zu haben, immer hat er schon den Antrag auf der Zunge, immer aber wieder behütet ihn ein geistiges Schicksal vor der letzten Dummheit. 3 den ergötzlichsten Szenen führt diese Heiratsjagd mittem durch waschechtestes Berlinertum bis zum internationa len Badeleben. Die Menschen sind mit einer Schärfe gezeidnet, wie sie nur der Beobachtungsgabe echter Ga­tiriter und Humoristen eigen ist.

Den Vorsitz führte der Leiter der Zweigstelle, Kreisrat von Hahn. Eine größere Anzahl von Aerzten, Bürgermeistern, Schwestern und Vertrauenspersonen war erschienen. Aus dem Bericht des Vorsitzenden der Zweig­stelle war zu entnehmen, daß die Organisation der Mut­ter und Säuglingsfürsorge auch im Kreis Heppenheim im letzten Geschäftsjahr einen erheblichen Fortschritt zu verzeichnen hat. Versuchsweise war die ärztliche Berat­ung in den fleineren und kleinsten Landgemeinden( nicht Beratungsstellen, wie in den größeren Landgemeinden über 3000 Einwohner) eingeführt, über deren Fortbe­stehen der ärztliche Landesverband zu bestimmen hat

Ob die ärztliche Beratung in den Gemeinden unter 3000 Einwohnern weitergeführt werden soll, hängt von dem Beschluß des ärztlichen Landesverbandes ab. Der Direktor der Großzh. Zentrale Regierungsrat Pistor, teilre mit, daß die Zentrale beabsichtige, eine Kreis= pflegerin nach Heppenheim zu stationieren, um die frei­willigen Hilfskräfte der Zentrale, deren Arbeit stark an­

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daß Anmol Athma Pulver das beste Wittel gegen Athma ift und bleibt und allen andern Präparaten vorzujieben." so schreibt Herr Valentin Malutta in Pilchowis O. Schl. Atmel Asthma. Balver kostet. 2.50 die große Blechbofe, in Apotheken erhälrich. Haupt Depot: Engel Apotheke, Frankfurt a. M. Beim Ein fau achte man auf die Schußmarte ,, Aftmol".

rardus gegeben worden waren, wurde von den Krantenhause angestellten städtischen Beamten vorschrisdapest, 29 mäßig gebucht und den Pflegerinnen übergeben. Men hatte ei Verlauf von einigen Monaten erhielten die Eltern

antliche Benachrichtigung, ihr Kind sei jetzt fräftig

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nug, um im Hause weiterverpflegt zu werden. Hodo freut machten sie sich auf den Weg, um es zurückzub ebenso wie len. Wer beschreibt aber ihren Schreden, als man ihnungen übertri statt ihres Franziskus Gerardus ein fleines Mädheiter: Die Gr als das ihrige in den Arm legte! Natürlich proteinde geduldige ten sie sehr energisch gegen diese Unterschiebung; eben energisch aber behauptete die Pflegefchwester, das gegenwärtig ihr zurückgelieferte fleine Wesen sei dasselbe, das ihr rat nur einer zwei Monaten zur Aufzucht übergeben sei. Dabei Albanien ab ruhigten sich die Eltern natürlich nicht, brachten wie nach sein mehr das Zeugnis des behandelnden Arztes, ter 5 aten fich ge amme, der bei der Geburt anwesenden Pflegerin und Großeltern des kleinen Franziskus Gerardus bei, de begrüßer sämtlich übereinstimmend bezeugten, daß das neugell und borene Kind unzweifelhaft ein Knabe gewesen sei. Dieterrei arbei gemäß lehnten die Eltern es ab, das ihnen

Ist die deutsche Flotte ein Luxus oder eine Notwendigkeit? von Alexander Graf von Gersdorff. Preis 50 Pfg. Anläßlich der er­sten Lesung der neuen Wehrvorlagen im Reidystag weist Alexander Graf von Gersdorff, der Verfasser der Kriegs­bereitschaft der englischen Flotte im Jahre 1911", in einem flammenden Aufruf Ist die deutsche Flotte ein Luxus oder eine Notwendigkeit?" das deutsche Volk auf die andauernd feindliche Haltung Englands hin. Er mahnt, die englischen Sirenengesänge durch einen energischen Protest zu beantworten, er weist die hart­nädigen Versuche des Inselreichs, die Vermehrung der deutschen Rüstungen zu hintertreiben, nach, bespricht die ungeheuere Flottenvorlage Frankreichs, um dem deut­schen Volke die dringende Notwendigkeit eines weiteren Ausbaues seiner Seemacht vor Auger zu führen. Un­sere Flette soll nicht nur einseitig zum Schutze unserer Küsten dienen, sondern sie soll und muß ein Machtmit tel sein, das Deutschland in die Lage setzt, berechtigte Ansprüche und Forderungen auch geltend zu machen, neue Absatzgebiete zu erwerben und bei Verteilung noch unerschlossener ferner Gebiete ein Wort mitreden dürfen.

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händigte fleine Mädchen als ihr Kind anzuerfennen anzunehmen. Ihr Knabe aber war nicht mehr vorha Bonful den, und sein Verbleiben ließ sich nicht nachweifen. Defterrei belundeten endlich die Angestellten des Hospitals. Nachrichten sei während des Aufenthalts des verschwundenen kleinen Minister Jungen ein frischer Anstrich der Brutapparate Do nommen worden, ohne Zweifel seien bei dieſer genheit die Aufschriften vertauscht worden, die außer den Apparaten Aufschluß gaben über den Insajjen, so sei irrtümlicherweise wohl das Knäblein an El ausgeliefert worden, denen ein Junge angenehmer Bien, 29. N wesen sei als das eigene Töchterchen. Daraufhin Gerben flagten die Eltern die Stadt Amsterdam auf einen Gungarisch denersatz von 5000 Franken für den Verlust ihres new Jungen. Das Gericht erklärte die Forderung berechtigt und verurteilte die Stadt demgemäß.

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