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Zusammensetzung des neuen Reichstags. wurden im nächsten Jahre 1904 220 000 ausgefest.

In den letten 88 Stichwahlkretsen ist am Donners­tag die Entscheidung gefallen. Es ergibt sich danach fol­gende Zusammensehung des neuen Reichstags: Kon­Jervative( bisher 59) 43, Reichspartet( 25) 14, Wirt­haftliche Vereinigung( 18) 10, Deutsche Reformpartet ( 3) 3, Bolen( 20) 18, 3entrum( 103) 93, Welfen( 1) 5, Bayerischer Bauernbund(-) 3, Nationalliberale( 51) 45, Deutscher Bauernbund(-) 1, Bayerische Liberale 1, Fortschrittliche Volkspartet( 49) 41, Sozialdemokraten ( 53) 110, Elfässer( 5) 5, Lothringer( 3) 2, Dänen( 1) 1, Wilde( 6) 2, zusammen 397. Die alte Mehrheit ist durch eine Mehrheit der Linken abgelöst. Selbst wenn man Polen, Elsässer, Lothringer, Dänen, Welfen und die bet­den Wilden mit der Rechten zusammengehen läßt, er gibt sich noch immer ein Verhältnis von 195 zu 202, has heißt eine Mehrheit von sieben Stimmen zugunsten der Linken.

Gewinn- und Verlustliste der Parteien. 16, Konservative+ 6, 23, Reichspartel+ 5, 10, Bayerischer Wirtschaftliche Vereinigung+ 3, Bauernbund+ 3, Zentrum+5, 15, Polen 2, Nationalliberale+ 26, 30, Fortschrittliche Volks 12, Wel partei+14, 21, Sozialdemokraten+ 69, fen+ 5,-1, Elsässer+ 2,- 3, Lothringer- 1, Wilde + 2-5.

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Die legten Stichwahlergebnisse aus dem Reiche. Provinz Westpreußen,

Marienburg- Elbing.( Bisher v. Oldenburg- Janu­Schau, Kons.), Schröder( Rp.) gewählt. Schwek.( Bts­ber v. Saß- Jaworski, Pole.), v. Halem( Rp.) gewählt. Provinz Brandenburg.

Potsdam- Osthavelland.( Bisher Pault, Konf.), Liebknecht( Soz.) gewählt. Landsberg- Soldin.( Bisher Holtschte, Kons.), Holtschke( Kons.) gewählt. Frankfurt a. D.- Lebus.( Bisher Faber, Eoz.) Bollert( Ntl.) ge­wählt. Bülltchau- Crossen.( Bisher Schlüter, Rp.). Bruckhoff( Fortschr. Vp.) gewählt.

Guben- Lübben.

( Bisher Prinz zu Schönaich- Carolath, Natl.). Prinz zu Schönatch- Carolath( Natl.) gewählt. Sorau.( Bis­her Bahn, Natl.). Schumann( Soz.) gewählt. Kalau­Luckan.( Bisher Henning, Kons.). Wels( Soz.) ge­wählt.

Provinz Bosen. Striegau- Schweidniß.( Bisher v. Trzcinskt, Pole.). Chlapowski( Pole) gewählt. Provinz Schlesien.

Striegan- Schweidnig.( Bish. v. Richthofen, Konf.). Feldmann( Spz.) gewählt. Oppeln.( Bisher Brandys, ( Pole). Brandys gew. Grünberg- Freystadt. Bish. Beu­chelt, Konf.). Davidsohn( Soz.) gewählt. Glogan.( Bis­her Hoffmeister, Fortschr. Vp.). v. Liszt( Fortschr. Vp.) gewählt. Lüben- Bunzlan.( Bisher Doormann, Fort­fchr. Bp.). Doormann( Fortfchr. Vp.) gewählt. Liege niz- Haynan.( Bisher Fischbeck, Fortschr. Vp.). Fisch­beck( Fortschr. Vp.) gewählt. Schönau- Hirschberg.( Bis­her Dr. Ablaß,( Fortschr. Vp.). gewählt.

Provinz Sachsen.

Salzwebel- Gardelegen.( Bisher v. Kröcher, Kons.) Liebenwerda- Torgau. von Kröchre( fons.) gewählt. ( Bisher Wilde, Natl.) Dr. Ortmann( Natl. gewählt. Schweinig Wittenberg.( Bisher Dove, Fortschr. Vp.) Dove( Fortschr. Vp.) gewählt. Sangerhausen- Ecarts: berga. Bisher Wamhoff, Natl.) Wamhoff( Natl) ge­wählt. Querfurt- Merseburg.( Bisher Wincler, Kons.) Koch( Fortschr. Vp.) gewählt. Nordhausen.( Bisher Dr. Wiemer,( Fortschr. Vp.) Cohn( Soa.) gewählt. Provinz Hannover.

Osnabrück.( Bisher Bitter, Str.) Stöve( Natt.) ge= Provinz Westfalen.

wählt.

Altena- Iserlohn.( Bisher Müller, Fortschr. Vp.) Spiegel( Soz.) gewählt. Bochum- Gelsenkirchen.( Bis­Her Hue( Soz.). Heckmann( Natl.) gewählt. Dortmund. ( Bisher Bömelburg, Soz.) Erdmann( Soz.) gewählt. Rheinprovinz.

Anuthah Mul

Lennenn- Remichols,( miahon( sin Dillmann( Soz.) gewählt. Elberfeld- Barmen.( Bisher Linz, Rp.) Ebert( Soz.) gewählt. Düsseldorf. Bis­her Haberland, Soz.) Haberland( Soz.) gewählt. Essen. ( Bisher Giesberts, 3tr.) Giesberts( 3tr.) gewählt. Mülheim a. Rh.- Duisburg.( Bisher Hengsbach, Soz.) Mörs- Rees, Dr. Böttger( Nail.) gewählt. ( Bisher Fritzen,( Btr.) Bell( 3kr.) gewählt.

Biertausendvierhundertfünfzehn Ordensauszeichnungen find bet dem diesjährigen preußischen Ordensfeste ver­liehen worden. Diese Bahl ist die höchste, bisher bet die­ser Gelegenheit dagewesene. Beim Ordensfest im Jahre 1889, also vor mehr als 20 Jahren, wurden im ganzen nur 1507 preußische Orden und Ehrenzeichen verliehen. Seitdem ist diese Zahl, nachdem sie fich schon vorher wiederholt beträchtlich erhöht hatte, unaufhörlich und rasch gestiegen. Im preußischen Etat für 1903 waren 13 000 für Orden und Ehrenzeichen ausgeworfen. Dieser Betrag reichte aber bet weitem nicht hin und

Die Herren von Dieskau

Original- Roman von Franz Treller. ( Nachdruck verboten.)

14) Wo ist der Trauschein geblieben, den meine Frau verwahrte? Wo ist das Blatt aus dem Kirchenbuche, auf dem Dein Name als Trauzeuge stand? Wo ist der Knabe, der Dir anvertraut war? Antworte oder-", bie Stimme erklang streng und drohend, Du sollst es büßen, mir auch noch das letzte Lebensglück geraubt zu haben."

Harald, dem bet allem, was er sah und hörte, die Ahnung unermeßlichen Unglücks aufstieg, der in dem Manne, der so drohend vor seinem Vater stand, ein un­heimliches Gespenst schreckensvoll auftauchen sah, besaß froß aller Verwirrung noch Verzweiflungsmut genug, um mit entschlossener Miene rasch hervorzutreten und seinem gänzlich niedergeschmetterten Vater zu Hilfe zu tommen. Er fühlte und wußte, daß hier rücksichtslose Kühnheit geboten war.

rauh.

Was will der Mann von Dir, Vater?" fragte er

Ich weiß es nicht ich verstehe nicht." Harald nahm dte Karte, die auf dem Tisch lag und las den Namen.

" Was wünschen Ste, Herr Warthon?" wandte er fich an Hermann von Dieskau, ihn mit einem bissigen Bitd anstarrend.

wurde um faft 150 Prozent überschritten. Infolgedessen| verstorbene Geheime Kommerzienrat Alexander von Pflaum der Stadt Stuttgart ein Legat von 500 000 aur Verhütung der Verarmung hinterlassen. Ein Schwungrat geplaßt. Auf der Vulkanwerft in Stettin ist am Donnerstag beim Ausprobieren einer neuen Maschine das große Transmissionsrad neben dem Dieselmotor geplagt. Von den umherfliegenden Stücken wurde der Techniker Reise erschlagen, der Tech­nifer Lehmann schwer verleẞt.

Im Etat 1911 wurde abermals eine Erhöhung des Be­trages, auf 300 000 M, bewilligt. Der höchste preußische Orden tostet ohne Brillanten etwa 2000 M., mit Bril­lanten 6000 M. und darüber. Die Brillanten gehen in das Eigntum dessen über, dem der so geschmückte Orden verliehen wird. Die anderen Orden find erheblich bil­Itger; fo foftet ein Kronenorden erster Klasse 95 M., zweiter Klasse 80 M, dritter Klaffe 65 M. und vierter Klaffe 22 M. Der Rote Adlerorden, obwohl er im Range vor dem Kronenorden kommt, stellt sich in der Ausstattung billiger. Ein Roter Adlerorden dritter Klasse tostet betspielsweise nur 50 M, ein solcher vier­ter nur 10 M. Uebrigens ist der größte Tell der Orden nicht neu". Bekanntlich müssen, mit wenigen Ausnah­men, die Orden nach dem Tode des Befibers wieder zurückgegeben werden, und diese Orden gelangen, nach­bem sie bet Juwelieren ausgebeffert worden sind, aufs neue zur Verleihung.

Der Angeredete maß thn von oben bis unten mit einem feineswegs wohlwollenden Blick.

Es wird besser sein, Ste lassen mich mit meinem Bruder allein verhandeln, Herr Neffe."

Wer ist das? Hast Du einen Bruder, der War­thon heißt, Papa?"

Der Freiherr, dem die Anwesenheit Haralds einiges an Mut und Besonnenheit zurückgegeben, stammelte: Ich bin so erschreckt durch dies alles, o, Harald

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Rundschau oom Cage.

Politisches.

Der Kailer ftattete am Donnerstag vormittag dem Reichstanzler in seinem Palats einen längeren Besuch ab. Wie das" B. T." hört, hat der Katser fich bei ben Festlichkeiten zum Gedächtnts Friedrichs des Gro­Ben sehr gut gelaunt zu verschiedenen Persönlichkeiten über das Wahlresultat im 1. Berliner Reichstagswahl­frets ausgesprochen. Unter anderem bat er lächelnd_ge= sagt: Mein Schloßbezirk hat den Fortschrittsmann her­ausgehauen."

Der nationalliberale Führer Bassermann, der am Montag in Saarbrücken bei seiner Stichwahl gegen das Zentrum durch sämtliche Stimmen der Linten gewählt worden ist, hat in einer großen Versammlung seinen Wählern seinen Dant abgestattet. Bei dieser Gelegen­heit bat er auch Aeußerungen programmatischer Art ge= fan. Er fagte u. a. folgendes: Wer heute noch nicht erfennt, daß Deutschland im liberalen und sozialen Sinne regtert werden muß, der ist ein politisch Blinder. Der schwarzblaue Block darf nicht wetterregieren, ohne daß unserem Vaterlande schwerer Schaden zugefügt wird. Darum muß der Liberalismus auch fernerhin ge­rüstet stehen." In einer zweiten Ansprache am Schlusse der Versammlung fagte Baffermann weiter, er werde sich auch ferner politisch von volkstümlichen Gedanken letten lassen. Wenn es nunmehr feststehe, daß die sozial­demokratische Partei in diesem Wahlgang über 4 Mil­lionen zählt, so möchte man aufs dringlichste wünschen, daß aus den Köpfen mancher Minister alle vielleicht philosophischen, aber wenig fruchtbaren politischen Net­gungen hinweggefegt würden und an ihre Stelle volks­fümliche Bestrebungen treten möchten. Nach diesen Aeußerungen scheint die politische Kampfstellung, die die nationalliberale Vartet im Laufe der letzten zwei Jahre eingenommen hat, bestehen zu bleiben.

Ein nener Wahlkreis für Trimborn? Um den früheren Zentrumsabgeordneten Trimborn dem Reichs­tag zu erhalten, sind in rheinischen Zentrumstreisen Bestrebungen im Gange, eines der neuen Reichstags= mitglieder, Astor( Bernkastel) oder Hartrath( Trier), zu veranlassen, zugunsten Trimborns auf ihr Mandat zu verzichten. Tatsache ist, daß Hartrath bereits vor der Cölner Wahl erklärte, er werde, wenn Trimborn un­terliege, zu deffen Gunsten verzichten. Fraglich ist es, ob Trimborn zustimmt. Trimborn gehörte dem Reichs­tag seit 1896 an und vertrat in dieser Zeit stets den Krets Cöln. Er ist bet den legten Wahlen dem Sozial­demokraten unterlegen.

Die englische Flottenliga hielt am Mittwoch in London ihre Fahresversammlung ab. Im Jahresbe­richt wurde mit starter Betonung erklärt, daß keine Verringerung des Bauprogramms möglich set. Der Vorfigende legte in seiner Erläuterung zum Jahress bericht dar, die Befürwortung des Mashes on met englischen Schtfren gegen jedes deutsche set keine Her­ausforderung Deutschlands. Zu welchem Zwecke baue überhaupt Deutschland seine große Flotte und gegen wen? Das tommende deutsche Programm beabsichtige den Ersatz sechs veralteter Schiffe durch sechs moderne Schlachtkreuzer von höchster Kampffraft. Hierdurch set eine neue Lage geschaffen und sofortige Gegenmaßnah­men feten erforderlich. Die Liga verlange, daß Eng­land für jeden neuen deutschen Kreuzer zwet neue auf Stapel lege. Der Redner fand natürlich großen Bei­fall und der Jahresbericht wurde einstimmig geneh­migt. Wie wir bereits verschiedentlich mitteilten, ist dte deutsche Flottenvorlage überhaupt noch nicht fer­tiggestellt. Damit widerlegt sich ohne weiteres die Be­hauptung der englischen Flottenliga und stellt sich als ein einfaches Agitationsmittel dar.

Kleine Dachrichten.

Ein Vermächtnis zur Verhütung von Verarmung. Wte aus Stuttgart telegraphiert wird, hat der kürzlich

" Wagt es ein Schwindler unter der Maske Deines verstorbenen Bruders vor Dich hinzutreten? Aengstige Dich nicht, mit solchen Subjekten werden wir hier bald fertig werden. Wenn Sie sich nicht augenblicklich ent= fernen, Herr Warthon, lasse ich Sie verhaften und der Behörde übergeben."

Hermann von Dieskau sah seinen Neffen mit einem Blick tiefer Verachtung an und wandte sich wieder an den zitternden Bruder.

" Hast Du auf meine Fragen tetne Antwort, Bodo? Ueberlege es wohl, von dieser Antwort hängt Dein zu­fünftiges Schicksal ab."

Der durch seine Angst gänzlich aus dem Gleichge­wicht geworfene Freiherr, der nicht einen Augenblick daran zweifelte, seinen totgeglaubten Bruder vor sich zu haben, winkte nur schwach mit der Hand, man möge thn allein lassen.

Mit der ihm eigenen Frechheit und Anmaßung und in setnem rauhesten Tone sagte Harald: Soll ich die Diener rufen, um Sie zu entfernen?"

Ohne im geringsten darauf au achten, sagte Her­mann von Dieskau: Ich hätte vtel verziehen, Bodo, wenn ich, nachdem ich so lange Jahre einsam gelebt, auf meine alten Tage mich noch des Glückes erfreuen könnte, mein mir entrtssenes Kind, von dem Du mir leider schriebst, es set gestorben, an mein Herz zu schließen. Noch ist es Bett, sprich, Bodo, sprich zu Deinem Bru­der!"

Gehen Sie gehen Sie- ich verstehe nichts von alledem Harald, bleibe bei mir-!"

" Ich gehe," sagte Hermann von Dieskau, da Du es so willst und ich gehe trauriger als ich tam. Nte hätte ich geglaubt, so vor Dir stehen zu müssen." Er wandte sich und ging hinaus.

Die Berliner Oberlehrer gegen die weibliche Schuldirektion. Der Berliner Oberlehrerverein be­schloß, diejenigen Oberlehrer, die an höheren Lehran stalten mit Oberlehrerdirektion Anstellung nehmen, aus dem Verein auszuschließen.

" Was ist das alles, Vater? Wer ist dieser Mensch?" Er ist's und jetzt ist alles verloren," stöhnte der Bretherr, indem er außer sich vor Angst, zum Bettler

Ein städtisches Museum geplündert. Im städtischen Museum zu München- Gladbach wurden durch Ein bruch wertvolle alte Silber- und Goldmünzen, Schmuc fachen und Uhren früherer Jahrhunderte, filberne Be cher und Kruzifiye gestohlen. Dret große Schränke wurden vollständig ausgeplündert.

Ein Hamburger Dampfer mit 23 Mann unterges gangen. Das Hamburger Vollschiff Orla" ist auf of fener See mit 23 Mann Besabung im Sturm unterge­gangen. Unter der Mannschaft waren der erste Offi zier Wurmstich aus Magdeburg und der Leichtmatrofe Both aus Weimar..

Furchtbare Tat einer Schwermütigen. In einem Anfall von Schwermut hat am Donnerstag die Ehe­frau des Zieglers Husemann in Schötmar bet Detmold vier ihrer Kinder im Alter von 4 bis 9 Jahren erschos sen und sich darauf selbst eine Kugel in den Kopf ge­jagt. Die Frau liegt schwer verlegt darnteder. Das fünfte Kind war in der Schule und ist deshalb ver fchont geblieben.

Einen entsetzlichen Kindesmord beging in Falkens au bei Eger ein Schneider namens Bauer. Er tötete fein vierjähriges uneheliches Kind, indem er es an die Wand schleuderte.

Todessturz aus Furcht vor dem Gatten. In Wit ten( Ruhr) drang ein Meßger in die Wohnung feiner von ihm getrennt lebenden Frau und bedrohte fte. Die Frau sprang in ihrer Angst aus dem Fenster und blieb fot auf der Straße liegen. Der Mann ist flüchtig und konnte noch nicht ermittelt werden.

Englische Gäste in Petersburg. Eine aus Parla­mentarfern, Induftrtellen, Kaufleuten und Journalisten bestehende englische Deputation ist am Donnerstag in Petersburg eingetroffen. Abends fand in der englischen Botschaft ein Diner statt.

Dretßig Anhängerinnen einer neuen religiösen Sekte in Lodz( Russisch- Polen) versuchten einen ge= wiffen Kowalski, den sie als ihren Heiland verehren und an dessen Auferstehung fie glauben, zu bewegen, fich freuzigen zu lassen. Während man noch verhandelte, umzingelten die fanatischen Frauen das Haus und nur das rechtzeitige Eintreffen von Polizet rettete Kowalski vor dem sicheren Tode. Mehrere Frauen wurden ver­haftet.

Folgenschwere Explosion einer Schießmaske. Ein Fleischer aus Hauswindorf bet Quedlinburg batte ein Schwein gekauft, das er wegen der Maul- und Klauenfeuche gleich an Ort und Stelle schlachten wollte. Bu diesem Zwecke hatte er eine fog. Schießmaste mit­gebracht, die von verschtebenen Personen vor dem Ge­brauch besichtigt wurde. Sierbet entlud sich plößlich der Apparat und traf einen Arbeiter so unglücklich, daß er sofort tot zusammenbrach.

Eine Auszeichnung des chinefifchen Ministerpräs fidenten. Der ehemalige Regent von China hat Juan­schikai mitgeteilt, daß der Thron ihm in Würdigung seiner Loyalität und feines Wirkens die Würde eines Marquis verliehen habe.

Rodefeller als Berehrer Wasteurs. Nach einer Drahtmeldung aus Paris hat der amerikanische Mi Itardär Rockefeller der Gemeinde Dole, die das Geburts­haus Pasteurs ankaufen und zu einem Museum um wandeln will, den Rest der Kauffumme im Betrage vor 53 000 Franks geschenkt,

warholtete Schwindelbanklers. In Milwaukee ( Nordamerika) wurden die beiden Inhaber des Bank­geschäftes Böffel& Schwerer in München, die nach Veruntreuung von 40 000 Mart geflüchtet waren, vers haftet.

3n schweren Wahlausschreitungen tam es am Donnerstag in Schweb( Westpreußen). Als die Polen erfuhren, daß Landrat von Hahlem gewählt war, wur­fen sie sämtliche Fensterschetben am Landratsgebäude und bet den deutschen Kaufleuten ein. Zwei Danziger Studenten erlitten schwere Verlegungen. Die polnt= schen Erzedenten läuteten die Sturmglocke.

Aus den Gerichts älen.

Der Chauffeur des Reichskanzlers, Horwege, hatte sich gestern vor der Potsdamer Straffammer wegen zu schnellen Fahrens zu verantworten. Der Reichskanzler war am Abend des 3. November beim Kaiser in Pots­dam zum Vortrag befohlen, und dem Chauffeur war aufgegeben worden, schnell zu fahren, da es darauf an­kam, daß der Reichskanzler in möglichst kurzer Zeit

zu werden, auch das Gewissen erwachte mit der Befürch tung, zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Wer ist's? Wer ist Mr. Warthon? Ist es denn wirklich Dein Bruder?"

Der Baron nickte.

" D, er wird sich rächen."

" Du hast doch den Totenschein Deines längst ver­storbenen Bruders in den Händen. Laß Dich doch nicht ins Bockshorn jagen!"

Ich hielt ihn für tot-"

Er ist auch tot- und soll es bleiben," setzte Ha rald finster hinzu, ein Betrüger, der ihm vielleicht ähn­lich sieht, spielt die Rolle Deines Bruders, um Geld zu erpressen das ist alles. Gut, daß Du thm keine zu­geständnisse gemacht hast."

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" D, es ist schrecklich- aus dem Grabe kommen die Leute wieder- D

,, Nur die Nuhe nicht verlieren! Mit dem Betrüger, und es ist ein Betrüger, Vater, werden wir schon fertig werden. Was ist es mit dem Sohn, von dem der Mann sprach? Hatte Dein Bruder einen Sohn?"

Der Fretherr nickte wieder. Erkläre mir die ganze Sache, damit ich einen Ueberblick habe und danach handeln kann."

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Er Herrenn hetratete heimlich eine Person tch weiß Namen nicht mehr, und der Onkel, von dem w damals abhingen- zog seine Hand von ihm."

,, Aber das Kind?"

" Ja, es lebte

" Wo ist es?"

" Ich weiß es nicht." Also verschollen

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tot wahrscheinlich, sonst hätten

wir davon gehört. Und was der Mann von dem Trau schein und dem Kirchenbach sagte, seine Ehe war also rechtmäßig geschlossen?"

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