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Redaktion

Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 Pfg. monatlich

( Neueste Nachrichten)

verteljährlich 12.. cornuszahlbar, irei ins Haus. Abgeholt in umierer Expedition oder in den Zweig ausgabeitellen vierteljährlich 90 Pig- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters= eg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manusfriste wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

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Nr. 42

Telephon: Nr. 362.

Pfingsten.

Run schmücket mit Maien die Tür und das Haus, Run pflücket den Flieder zum duftenden Strauß! Run eilt in die Wälder, die Gärten und Au'n, Den Frühling in seiner Vollendung zu schau'n! Erfüllt die Hoffnung der sehnenden Brust, Denn alles ist Schönheit und alles ist Lust; Es jauchzt in den Zweigen, es prangt in der Flur, D öffnet die Sinne dem Geist der Natur; Die Vögel, sie singen's von jeglichem Baum: hr Herzen, ihr Seelen, der Hoffnung gebt Raum! Die Blüten, die Dolden, sie duften's euch zu: erzagt nicht, auf Stürme folgt Frieden und Ruh! as siegte der Lenz nach erbittertem Streit, un glänzt hold die Erde im Brautgeschmeid', Sie vermählt sich dem Frühling zur festlichen Stund'. Die Sonn' ist der Priester, sie segnet den Bund!

rum freut euch ihr Menschen, im wechselnden Spiel Des Lebens winkt euch das köstlichste Ziel! Madh Sorgen und Stürmen erblüht euch der Mai, Tie Tage der Rosen, sie kommen herbei!

Strassenunruben in Oesterr.- Ungarn.

In den Straßen von Budapest tobten irr= estoren blutige Straßenkämpfe, bei denen es ne: Anzahl Tote und viele Verwundete gege­en hat. Den Anlaß der Unruhen bildet der von der Sozgaldemokratie organisierte Massenstreik, der aus An­ der Wahlrechtsreform begonnen war. Die Polizei hätzte die Zahl der Kundgeber auf 50000. er erste Zusammenstoß erfolgte vormittags. Dabei ga­en Arbeiter etwa 70 Schüsse ab. Die Polizei erwiderte is Feuer. Am Freiheitsplatz fanden mehrere Attacken att. Die Menge floh und zertrümmerte die Fenster= Jeilien, Anlagen und die Straßenlaternen. Auf meh= ren Linien wurde die Einstellung des Straßenbahn= tribes erzwungen. Auf den Straßen standen über 0 beschädigte Wagen. In der Waiznergasse bemäch­gte sich die Menge der Wasserleitung und richtete Was­ritrahlen auf vorübergehende Geistliche. An der Ecke Jainerring und Fischmannscasse wurden aus umge­irzen Lastwagen eine Barrikade errichtet. Alle

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haben ihre Läden geschlossen. Unzählige Fenster­enförmliche Straßenkämpfe statt. Stellenweise war le Renge stärker als das Militär. Gegen Mittag nah­10 Stüd 75 Pie en die Straßenkrawalle eine gefährliche Wendung. Es piert, daß die Führer die Herrschaft über die Massen rlotten hatten. Arbeiter durchzonen die Strakon

Prima Landba ver Bjund 1.85 ellen sind zertrümmert. In mehreren Stadtteilen fan­ogelsberg. Lante Prima Siede

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un durfte Laurence den Wagen aus dem Schup­en ziehen und zur Fahrt nach Sedan zurechtmachen. ihm gelungen war, ein Roß aufzutreiben, wur­ent Sm die Schlüssel des Herrenhauses übergeben, und rfekt futschterte die Damen nach der Stadt.

bler besorgte thnen Herr Prevendaur die nötigen

Fichten- Stammenben, lisap tete, un: über die Grenze zu kommen, und den fol­aft jedes Quantum#enter Tag waren die Damen auf dem Wege nach ber Station Wilhelm nimeen. Alsfeld( Holzhandla die Bahnverbindungen sowohl nach Süden wie

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ach Borden unterbrochen waren, fuhren sie nach Lib­amant mit einem Wagen. Ohne Fährnisse gelangten en die Lüttich- Luxemburger Fahrstrecke. Als die Ite Dame die französische Grenze hinter sich hatte, um­rmte sie Desiree mit einem Gelobt set Gott!" und wr einen Eid, nicht mehr in thr Vaterland zurück­uteren, bis dort und in ihrem Herzen der Friede ein­efert wäre.

Aben

XVI.

achdem Gambetta in dem Korbe eines Luftballons lücklich aus dem belagerten Paris entkommen und in Eours gelandet war, übernahm er das Kriegsministe tum und die Verteidigung des Landes. Krieg bis auf's Reffer hieß die Barole, welche er ausgegeben hatte, und site geschickten Manifesten beugte sich ganz Frankreich. Te regre Armee des Kaiserreichs war gefangen Der getötet. Um den Boden des gedemütigten Frank­elch won der Invasion zu befreien, galt es, neue Ralal streinträfte zu schaffen. Da bis zur Stunde die Einrich­

müffen Sie redt balb wal berfuchen. Er if unb babei qualitatio Haffig. Pro f. 80-240

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ang des Luskaufs und die Stellvertretung in Frant­eich gegolten hatte, war an Menschenmaterial durch­us ein Mangel. In wenigen Wochen waren zehn eue Armeekorps aufgestellt. Die Arsenale rüsteten die

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

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Samstag, den 25. Mai 1912.

dem Ruf: Es gibt kein Gesetz, es lebe die Revolution! Auf den Straßen befanden sich ungefähr 50 000 Arbei­ter und 10 000 Soldaten und Polizisten. Am Mittag wurde verfügt, daß nötigenfalls die ganze Garnison zur Wiederherstellung der Ordnung ausrücken soll. Zum Ministerrat, der 12 Uhr begann, wurde auch der Oberstadthauptmann zugezogen. 140 Personen wurden verhaftet. Die Zahl der Verwundeten wird sehr ver­schieden angegeben; sie schwankt zwischen 70 und 200. Die Polizei gibt 4 Todesfälle und 81 schwere Verletz ungen zu. Die Krawalle dauern fort, jedoch mehr in den entlegenen Stadtteilen. Das Gaswerk machte die größten Anstrengungen, um wenigstens einen Teil der ausgerissenen Gaslampen wieder aufzustellen, damit Best nicht ohne Beleuchtung bleibt. Es heißt, daß von 5 Uhr ab der Belagerungszustand über Best verhängt werden wird. Die Demonstra­tionen dauerten den ganzen Tag in großem Umfange fort. Die Stadt gewinnt das Aussehen eines Feldla­gers, da zahlreiche Abteilungen Militär an verschiedenen Punkten aufgestellt sind. Im Abgeordnetenhaus for derten die oppositionellen Redner mit Rücksicht auf die Demonstrationen die Aufhebung der Sitzung. Der Prä­sident Tisza erklärte, man müsse weiter arbeiten, das Barlament dürfe sich nicht wie ein hysterisches altes Weib gebärden.

Budapest, 24. Mai. Um 10 Uhr abends wurden Flugblätter verteilt, in denen die sozialde mokratische Parteileitung ankündigt, daß der Streik mit dem gestrigen Tage sein Ende gefunden habe.

Politische Rundschau.

Deutschland.

* Kaiser Wilhelm traf vorgestern früh 8% Uhr im Sonderzug in Hamburg ein und begab sich sogleich nach der Vulkanwerft, um dort an dem Sta= pellauf des größten Dampfer der Welt, des Im= perators", teilzunehmen. Der Kaiser fuhr mit dem Bürgermeister Burchard im offenen Staatsautomobil vom Bahnhof nach den Landungsbrücken, auf dem ganzen Wege von einem zahlreichen Publikum freudig begrüßt. An der Landungsbrücke im Hafen hatten sich Herzog Albrecht von Württemberg und der Chef der Hochseeflotte Admiral von Holzendorff eingefunden. Dann wurde der Staatsdampfer bestiegen und begleitet von einem nach Hamburg beorderten Torpedoboote, wurde die Fahrt zur Vulkanwerft zum Stapellauf des Imperator" angetreten. Der Imperator" ist um 9.45 Uhr alücklich von Stapel gelaufen; nachdem Bürgermei­ster Burchard die Taufrede gehalten, taufte der Kaiser

neuen Truppen mit den vorhandenen Waffen und Mon­turen aus; wo diese nicht ausreichten, traten Privat­werkstätten in die Bresche. Es herrschte ein fieberhafter Eifer unier den Lieferanten, bedeutete doch die Aus­rüstung der neuen Bataillone, Eskadrons und Batte= rien die Befretung des Handels von der alles hindern­den Invasion.

So mangelte es den neuen Korps an nichts als an Offizieren, man nahm sie, wo man sie fand.

In Gesellschaft eines Kompaniechefs der alten kai­serlichen Armee erschien auf dem Werbebureau zu Tours ein Mann von stattlicher Figur mit seltsam ste= chenden Augen. Setne Haltung war nicht militärisch, aber sein Gang fest und sein Nacken ungebeugt. Er mochte in der Mitte der vierziger Jahre stehen. Das Haupthaar, welches furz geschoren war, war ergraut; der Bart schien wie mit Asche bestreut; nur die buschigen Augenbrauen zeigten tiefes Schwarz. Dieser Mann trat scheu in das Bureau ein, in welchem die Offiziere der neuen Armee placiert wurden, und schob sich hinter den jüngeren Kompaniechef.

Monsieur de Soumis," redete letzterer den Kriegskommissar von Gambetta's und der Republik Gnaden an, welcher eben die Matrikel eines blutjungen Kadetten prüfte, der zum Fähnrich ernannt war ,,, er­lauben Sie einem alten Kameraden, Ihnen die Hand zu drücken."

Der Kommissar blickte erstaunt auf. Er ließ den Fähnrich zurücktreten und streckte dem Sprecher die Rechte entgegen.

" Trepillon, alter Freund, ist es denn möglich," rief er mit Wärme. Gehörten Sie nicht zum 104. Regi­ment, das mit Sack und Pack in die Kriegsgefangen­schaft wanderte? Ich glaubie Sie tot oder eingesperrt in Preußen." ecider war ich auf dem Wege dahin," entgegnete der Rapliän mit theatralischem Pathos. Mit dem ge­

( Mickener Tageblatt)

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die 44 mm breite nierarenzeile. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Bin.- Erirabeilagen werden nam Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberichreitung des Zahlungs­sieles( 30 age), bei gerichtlicher Beinreibung oder bei Koufurs in Wegfall. Blavvoridurtiten ohne Verbindlichten. Druck der Gießener Verlaced: ncker.i.

Telephon Nr.: 362. 24. Jabra.

das Schiff mit den Worten: Jch taufe dich Imperator". Der Kaiser reiste am Nachmittag nach Wildpark zurück. München. Der Prinzregent von Bayern hat den Stadtpfarrer von St. Elisabeth in Nürnberg, Delan Saud, zum Erzbischof von Bamberg ernannt.

Zur Deckung der Wehrvorlagen hat der Kompromißantrag Bassermann- Erzberger bekanntlich die Vorlage einer Besitzsteuer gefordert, worunter e Ver­mögens oder Nachlaßsteuer verstanden werden soll, während die Freisinnigen direkt die erweiterte Erban= fallsteuer forderten. Da beide Anträge vom Reichs= tag angenommen wurden, so besteht ein offener Widerspruch, denn der erste läßt der Regierung die Wahl zwischen den verschiedenen Besitzsteuern, der zweite be­schränkt sie auf die Erbanfallsteuer. Die Worte vom Re­gierungstisch ließen die Frage offen, zu welchen Besitz­steuern man greifen wird. Und um diese Frage wird nun in der nächsten Zeit sich wesentlich der Streit drehen.

s Darmstadt. Der Finanz ausschuß der meinsame Beratung mit der Regierung über die Be­Zweiten hessischen Kammer setzte vorgestern seine ge­amten und Lehrerbesoldungsreform fort. Es wurde wiederum eingehend über die Auf= bringung der Deckungsmittel, Urkundenstempel, Beteilig= ung der Gemeinden an den Lehrermehrausgaben ver­handelt, wobei allseitig das Bestreben zu einer baldigen. endgültigen Verständigung zu Tage trat. Da jedoch seitens der Regierung noch verschiedene nähere Aufschlüsse der ganzen Situation vorgelegt werden sollen, konnte irgend eine bestimmte Entscheidung über die einzelnen Positionen noch nicht getroffen werden. Die in weiten Kreisen gehegte Hoffnung, daß der Ausschuß noch vor dem Pfingstfest mit bestimmten Beschlüssen hinsichtlich der Gehaltsaufbesserung an die Oeffentlichkeit treten würde, hat sich also nicht erfüllt. Der Ausschuß wird seine Beratungen am Dienstag, den 4. Juni, fortsetzen. Berlin, 24. Mai. Als Nachfolger des Bot­schafters in Konstantinopel, Frhrn. Marschall v. Bieber­stein, ist der Gesandte in Athen, Frhr. v. Wangen­heim, in Aussicht genommen.

*

Hannover, 23. Mai. Jn hiesigen politi­schen Kreisen ist es allgemein mit Genugtuung aufge= nommen worden, daß der Kaiser nach Erhalt der Todesnachricht durch das Herzogspaar von Cumberland sofort seine beiden Söhne, die Prinzen Eitel Friedrich und August Wilhelm, als seine Vertreter an der Trau­erfeier in Nakel bestimmte und ferner Befehl gab, daß die Rathenower Husaren, sowie eine Abordnung des Neu- Ruppiner Infanterie- Regimentst die Ehrenwache stellen und den Trauerzug eskortierten.

* Straßburg i. E., 21. Mai. Wie es heißt, will die Zweite reichsländische Kammer in besonderem

samten Regiment, soweit es nicht in den Schlachten de­zimiert, wanderte ich von Sedan nach der Grenze. 80 000 Mann, in Staffeln von 3000, wurden wir nach Deutschland abgeschoben. Mir war es leider nicht ver­gönnt, in der Mitte meiner Truppe au sterben: aber es gelang mir, durchzugehen."

" Wie war das möglich?"

,, Ungehever einfach. Die guten Deutschen nahmen uns Offizieren das Ehrenwort ab, keinen Fluchtver­such zu machen. Wer das Wort verweigerte, wurde be­wacht wie der gemeine Mann; wer es gab, erhielt die Freiheit, sich in den Quartieren zu bewegen, wie er wollte. Ich verpfändete mein Wort und versteckte mich in Colombe, als der Transport weitermarschierte. Dann vertauschte ich meine Uniform mit einem Zivilanzug und entfam glücklich durch die Cote d'or nach Nevers." Und Ihr Ehrenwort?" fragte Herr von Soumis ganz erschrocken.

Ich gab es den Prussiens, das verpflichtet zu nichts. Die Hauptsache ist, daß ich hier bin und bereit, in den Tienst des Vaterlandes wieder einzutreten."

" Sie haben Recht," entschied der Kommissar; den Verwüstern Frankreichs gegenüber fällt jeder Skrupel fort. Sie wünschen jedenfalls eine neue Kapitänstelle?" Eine Obristenstelle gebührt mir, lieber Freund!" rief Trepillon, sich in die Brust werfend. Ich habe sie verdient durch meine Bravour vor dem Feinde, durch meinen strategisch geistvollen Seitenzug, als ich den Prussiens entwischte." Soumis, verschmitt lächelnd. " Nun wohl," sagte de Soumis, verschmitt lächelnd. " Ihr Eifer ist anerkennenswert; ich hoffe, General d' Aurelles schätzt Ste hoch genug, um meine Disposition, weiche Ihnen das 204. Regiment anvertraut, nicht zu mißbiüigen." mie Stepil ToEr wird entzückt sein, einen Offizier wie Trepil­Ion in seiner Armee zu wissen."

( Fortsetzung folgt.)

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