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Rom, 23. Dez. Prinz Achmed Fuad notifi­zierte offiziell feine Kandidatur auf den Thron Albaniens der italienischen Regierung gegenüber.

Vom griechisch- türkischen Kriegsschauplatz. A, hen, 22. Dez. Nach Mitteilung des Kriegs­ministers besetzte ein Teil der griechischen Armee unter dem Befehl des Generals Damianos am 19. Dezember nach einem Kampfe Gorizza. Drei Divisionen des Gencials rückten auf drei Straßen vor und schlugen die türkische Armee nach dem Süden zurück.

Athen, 22. Dez. Der Marineminister erhielt aus Chios die drahtliche Mitteilung, daß sich die türkischen Truppen auf Mytilene den Griechen ergeben haben, und daß 1700 türkische Gefangene in dem Hafen von Moliv eingeschifft worden sind.

Politische Rundschau.

Der Nachtragsetat für die Verstärkung der deutschen Luftflotte wird dem Bundesrat schon im Januar zugehen. Es wird jedenfalls eine ein­malige Ausgabe von 18 Millionen Mark gefordert wer­den. Es verlautet, daß von dieser Summe 10 Millio­nen Mark für den Ankauf von 3 eppelin- Luft schiffen und der Rest für den Ankauf von Luftschif fen anderer Systeme verwendet werden soll. In der Begründung wird hervorgehoben, daß außer der Verstärkung der nationalen Wehrkraft, die Beschäf tigungsnot der großen Luftschiffswerke dringend Bereitstellung einer außerordentlichen Summe für den Luftschiffbau erfordert.

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Prinzregent Ludwig hat die Geheimkan 3- lei des verstorbenen Prinzregenten Luitpold aufge= hoben; alle militärischen Angelegenheiten sind künf­tig tem vortragenden Adjutanten zu unterbreiten und die Besorgung der übrigen Kanzleigeschäfte werden sei­nem Kabinett übertragen. Zum Chef seines Kabinetts wurde Ministerialdirektor im Staatsministerium der Ju­stiz, Ritter von Dandl, bestimmt.

Desterreich.

Amtlich wird gemeldet: Da nach dem Standpunkt der österreichisch- ungarischen Regierung, wie er in dem offiziellen Communique zum Ausdruck kam, die Frage bezüglich der Angelegenheit der Konsuln als eine leichte Verletzung der Prinzipien des Völkerrechts betrachtet wurde, drückte der Ministerpräsident zugleich als Minister des Aeußern, um dazu beizutragen, daß die Angelegenheit endgültig geregelt werde, dem öster­reichisch ungarischen Gesandten in Belgrad namens der Regierung sein Bedauern über die Gesetzesverlez­

¡ ungen subalterner Militärbehörden den Konjuln gegen über aus. Er erklärte jich zu einer Genugtuung in folgender Weise bereit: Sobald die österreichisch- un­

Aus Stadt und Cand.

Mainz. Na

Waing gegemo

ni Gießen. Der hiesige Bauer'sche Marburg

garischen Konjuln nach Prizrend und Mitrowiza zu- sang- Verein hat die Sängerzahl 100 erreien unferer Un

rüdgekehrt sind, wird die österreichisch- ungarische Fahne gehißt und es werden ihnen die üblichen Ehren erwie­en werden.

Wien. Am Montag fand die Bürgermeister­wayl statt. Von 155 abgegebenen Stimmen fielen 126 auf Dr. Weiskirchner, 12 Stimmen tamen auf den Liberalen und 7 auf den sozialdemokratischen Kan­didaten. 10 Stimmzettel waren leer.

*

Rußland.

Petersburg. Am Mittwoch werden 380 Duma- Abgeordnete im Winterpalais vom Zaren em­psanger werden. Es sind sehr starke Sicherheitsmaß regeln getroffen worden, um zu verhindern, daß mit den vielen Deputierten unberufene Personen in das Pa­lais dringen.

England.

Aus Delhi, der neuen Hauptstadt Indiens, tommt die Nachricht, daß während des Einzuges des Vizekönigs Hardinge in die Stadt von dem Dache eines Hauses eine Bombe geworfen wurde, die den Howdah auf dem Elefanten des Vizekönigs traf und einen Diener tötete. Der Vizekönig wurde an der Schulter verletzt ins Hospital gebracht. Lady Hardinge, die Gattin des Vizekönigs, blieb unver­leht.

Hessisches.

Die Abgeordneten Brauer und Genossen der Zweiten Kammer der Stände haben an die Großher­30gliche Regierung folgende dringliche Anfrage einge­reicht: Wir fragen die Großherzogliche Regierung, ist es richtig, daß sie entgegen den gesetzlichen Fortschritten und zum Schaden den Großherzoglichen Hauptstaats­kasse, Gerüchte veranlaßt hat, Beurkundungen, um die sie angegangen wurden, abzulehnen, oder doch die Beurkundungen durch Notare zu begünstigen?"

Weiter fragen dieselben Abgeordneten bei der Re­gierung an: Aus Oppenheim und Mainz kommt die Nachricht, daß die kürzlich erfolgte Entlassung eines Nctars in Rhein- Hessen auf sehr erhebliche Ver= fe h I ungen zurückzuführen ist. Sind diese Werfehl­ungen der Großherzoglichen Regierung bekannt und wie hoch, belaufen sich diese Unterschlagungen?"

Dieselben Abgeordneten richten an die Großherzog­liche Regierung die weitere dringliche Anfrage, im An­schluk an ein Ersuchen des Finanzausschusses der Er­sten Kammer: 1. Welche Gebühren bezogen die sämtlichen Notare des Großherzogtums in den Jah­ren 1909-11? 2. Wieviel Immobilienverträge, Sype= thelcrrichtungen

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tar beurkundet worden? 3. Welcher Betrag der Ein­nahmen entfällt auf die unter 2. aufgeführten Immo= biliengeschäfte?

bitendate? 4. Wie hoch beläuft sich die von jedem

Notar in dem einzelnen der drei Jahren vereinnahmten Schreibgebühren? 5. Welcher Betrag ist in jedem Jahr von 1909 und 1910 von den Amtsgerichten Darm= stadt 1, Gießen und Offenbach an Notariatsgebüh­ren( Stempelzuschlag) für ortsgerichtlich beurkundete

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Ste- Ste flunfern wohl; das glaube, wer mag," sagte sie endlich.

Ich flunkere nie, am allerwenigsten mit einem Frauenzimmer," flang es erbost.

'03"

Sie mögen die Frauenzimmer wohl nicht Ielden." rief Kathi dagegen.

Nein, das fag ich offen einem jeden ins Gesicht - ich weiß nicht. wozu so viele berumlaufen auf Gottes weiter Welf; überall, wohin man nur den Fuß ſetzt, muß man gleich auf ein Frauenzimmer stoßen, die tau­gen miteinander nicht viel, fch inach immer drei Kreuze, wenn mir eines begegnet."

" Da schau mir einer den Grobian an. Na, hören Sie, so etwas gibts Gott sei Dank nicht oft. Was haben Ihnen denn die Frauenzimmer getan, daß Sie so er­bost sind. es hat sie wohl feine haben wollen?"

Kathi. Du Naseweis." mahnte die Försterin, die eben aus dem Hause trat und die letzten Worte gehört batte, indes der Fremde, ehrlich erschrocken, einen Schritt zurückwich und in komischem Entsetzen die Hand gegen den Himmel reckte: Gott steh mir bet, nun noch eine Weibsperson! Sa, wieviel Frauenzimmer sind eigentlich noch da drinnen?"

Kathi stemmte die runden Arme fampflustig in die Sitften, indem sie sich an ihre Herrin wandte, lachte sie höhnisch: Das ist einer, der die Weiber nicht leiden fann, weil ihn noch feine gemocht hat." " Ha- ha, ha,- gemocht hat, ich sage Ihnen, zehn an jedem Finger bätt' ich haben können noch mehr, aber wer nicht wollte, war ich

und ich." Das Gesicht des erzitrnten Mannes hatte eine dunkelrote Färbung angenommen, die Stimme flang troßig und feindselig.

vereinnahmt worden?"

Wir bitten die Auskunft bis spätestens Mitte Ja­ar 1913 zu erteilen. Sollte dies für 2. nicht möglich sein, so erbitten wir dies unter möglichster Beschleunig­ung und späterer Mitteilung.

Sämtliche Anfragen tragen 30 Unterschriften.

Aber plötzlich änderte sich sein Zon, fast wehmütig begann er von neuem: Ich habs miterlebt und durch­gemacht, wie eine Eures Geschlechts meinen guten, sanften Herrn, den besten der Menschen, fast zu Grunde richtete durch ihre Falschheit und Untreue, wie sie ihn Hinaustrieb, fort von der Heimat, vom Vaterlande, wie er lange Jahre franfte an der Herzenswunde, die nim= mer heilen wollte, und darum hasse ich sie alle,- alle, wie er, mein Gebieter, sie haßt."

-

" Ihr habt fein Recht. wegen einer Einzigen das ganze Geschlecht zu verachten," mischte sich Röschen, die bisher belustigt dem kleinen Streit gefolgt war, sehr ernst in das Gespräch.

leberrascht wandie der Bremde sein gebräuntes Gesicht der Sprecherin zu: Das, was fene Eine getan, ist wohl hinreichend and Grund genug, alle andern zut hassen. 8: 0

Nun, und Enter Gebieter, der fann doch auch mit schuld sein."

Das Gesicht des jungen Mädchens war febr bleich, die Erinnerung an das Leid, welches Giner ihr zugefügt, fam mächtig über sie, indes der feidenschaftliche Kleine Mann drüben eine so beftige ng machte, daß die Reisetasche, die er noch imme. der Achsel trug, zu Boden fiel.

Mein Herr-- sollte schuld sein, ob Sie wissen nicht, was Sie da sprechen.-- Er mit dem warmen, edien Herzen, ich sagte es schon, es gibt keinen besseren." In diesem Augenblick trat der Förster aus dem Hause, Gewehr und Jagdtasche um die Schultern ge­Hangen; er pfiff seinem Hunde, der knurrend und brum­mend um den Fremden herumschnüffelte.

Na, Gott sei Dant, endlich ein Mann," atmete der letztere auf. und einen giftigen Blick zu Kathi hinüber­werfend wandte er sich an den Förfter: Jetzt stehe ich da und vertrödle meine schöne Zeit, und was ich wissen

100. Sänger( Herr Heinrich Hahn, Inhaber der H. Hahn, Samenhandlung en gros) soll gelegen Weihnachtsfeier des Vereins am 1. Feiertag in

Turnhalle des Turnvereins eine besondere Ehre werden.

n Gießen. Der flüchtige Leopold Bom ist in Cuxhaven verhaftet worden. Man ve dak er eine größere Summe auf die Seite g hat, und hofft, diese jetzt, wo er dingfest gemad

für die Gläubiger weniger empfindlich werden

en Ruf nach

on Prof. Rie dichte, Kirche

Marburg ng der verlän bahnhof. Dod

Bahn, wo halten efie hielt, ɓanau.

Biter erlojchen.

Der Gefreite

wiederzubekommen, sodaß der Zusammenbruch der Genbahnregime 65 Jahre alte Taglöhner Kaspar Balser aus

n Gießen. In der Frankfurterstraße wurder legten Na

222 Go Sanau.

von einem Automobil angefahren und umge Der Chauffeur brachte den Verletzten sofort nad gestcil: wurde. Den Wagenführer trifft anscheinen Verschulden.

Klinik, woselbst eine Verrenkung des Schulterblatam Tode veru

findet vor d

am 4. Janua

Raffel bas brefige La Grant aus 6 er 46jährigen

e Büdingen. Der Gemeinderat von hat nach Blättermeldungen die finanzielle Betei an dem geplanten Bahnbau Hanau- Büdingen lehnt, da sich die Gesellschaft für Bahnbau unnis. trieb in Frankfurt a. M., die das Bahnprojekt a ren wird, nicht dazu verstehen will, die spätere terführung der Bahn bis in das Seemental in zu stellen.

Kaffel. manns Röper mber der an d. Er stellte si nipeltor als biefen, beim da er eine& müffe. Die fich mit die für verhaft mten des Schli Der fragliche P

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wollte, hab ich bis jetzt noch nicht erfahren fönnen, lich, wo die Straße nach dem Seeschlößchen geht." Mein Weg führt dort vorbei, Herr. Wenns G recht ist, gehen wir zusammen," erwiderte der r redete.

" Das ist vernünftig. ich sags ja immer, mit Weibern ist eben gar nichts ausgerichtet."

Aber ohne dieselben kommen wir balt auch m durch," meinte der Förster und strich liebkosend Röschens lockigen Edheitel. Indem er ihr die zum Abschied reichte, frante er: Kommst Du mir d Stücken entgegen beute abend?"

" Ich warte auf Dich bei meinem Lieblingsplät der alten Steinbant, Onfe!."

Als die beiden Männer sich entfernt hatten, er sich die etwas neugierige Kathi in Vermutungen, wohl der neue Besitzer des spukhaften Schlößchens id fönnte

Ich möchte ganz gewiß nicht drinnen wohnen, gruselt schon wenn ich da vorbei gebe, pub" fagte sich schüttelnd.

" Dummes, abergläubisches Ding Du," fchalt Försterin, während die drei ina Saus traten. Kaum eine Stunde später fand sich Nöschen, Buch in der Hand trageud. dem Wege nach moosbewachsenen Ruheort, Eging langfam de auf dem weichen Waldboden, die Sonne stand hoch blauen Himmel, und ehe sie sich zum Untergange neg pflegte Onkel Franz nicht zurückzukehren.

Das junge Mädchen dachte daran, daß die f traumhafte Stille, die hier immer herrschte, nun no bald einem geräuschvollen Leben und Ereiben weid mußte, und das tat ihr im Herzen leid.

Gortjeßung folgt.)

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