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Gießener Zeitung
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( Neueste Nachrichten)
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weg 83.
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Nr. 103
Telephon: Nr. 362.
Weihnachten! Weihnachten! du Fest der Freude, Rehre fröhlich bei uns ein; Deine frohe Botschaft heute Dring' in alle Herzen ein.
„ Christ, der Retter- er ist da, Lobsinget ihm: Halleluja!" Weihnachten, o bring' uns Frieden In dem großen Weltenraum. Laß' die Völker all' hinieden Freuen sich am Weihnachtsbaum.
„ Und in Liebe, Eintracht wohnen Bis zu den entfernsten 3onen." Weihnachten! du Tag der Hoffnung Und der Wünsche ohne Zahl; Allen Kranken bring' Genesung, Lind're jede Not und Qual. „ In des Aermsten Kämmerlein Zieh' auch heute Freude ein!" Weihnachtsklänge- Weihnachtslieder, Wie erstrahlt der Eltern Blick. Nur Erinnerung ist es wieder, Die im Herzen kehrt zurück.
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„ Mutterglück der Enkel Freude, Rufen wach sie wieder heute." Weihnachten! o bring' uns Frieden, Schlinge fester stets das Band. Laß' die Völker all' hinieden Reichen sich die Bruderhand!
„ Dann wird es allhier auf Erden Wieder„ Frohe Weihnacht" werden." Louis Roloff.
Ein nordischer Dreibund.
Aus der Hauptstadt Schwedens kommt eine hochrundutsame Meldung, deren Tragweite vorläufig noch Kleeb nicht abgesehen werden kann. Die Meldung lautet: Stodholm, 23. Dezember. der Der sch wie dische Minister des Aeußern, hochtünftlerinische und der norwegische Gesandte unterlithographlet neten am 21. Dezember folgende Deklaration: und luftigen Bände 3-
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Nachdem die dänische, die norwegische und die wedische Regierung zu dem Zwede Verhandlungen einleiteten, einheitliche, mit den im Haag unterzeichottenburg en vertragsmäßigen Bestimmungen übereinstimTende Neutralitätsmaßregeln festzusetzen
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treter, erbitte
Das Glückskind.
Roman von Irene von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.)
Kein Mensch weiß, wie es da drinnen aussieht, und eitdem gar die alte Holzbrücke so wacklig geworden ist, magt sich vollends niemand mehr hinüber, aus Furcht, Waffer zu fallen, denn dieser verwünschte See gibt Fines feiner Opfer mehr heraus."-
Atemlos lauschte Röschen dieser Erzählung des Sifters. Ste faßen dabei auf einer alten, moosbefenen Steinbank, um die dichtes Haselgebitsch stand. Gegenüber lag das Schlößchen traumverloren und still. its regte und bewegte sich im wetten Umkrets, nur bie Blätter der Erlen flüsterten letse, als wüßten ste och mehr zu erzählen von der schönen Adeline und threm Gemahl.
Sinnend blickte Nöschen hinauf zu dem Türmchen, Beffen Fleine Fenster in der Sonne funkelten.
Wie lange mag das wohl schon her sein, Onkel?" mgte sie endlich, wie aus tiefem Sinnen heraus. Benau tann ich es nicht sagen, Kind, aber so an undert Jahre werden's wohl sein."
Ach, und so lange hat niemand in dem reizenden Elößchen gewohnt?"
Niemand."
Weiß man denn nicht, wem es eigentlich gehört?" Den Namen tenne ich nicht, aber es sollen Verwandte von dem ehemaligen Besizer leben. Dieselben Tollen einer Settenlinie des uralten Geschlechts angeren. Die Hauptkinie soll ausgestorben sein. Diese igen Eigentümer aber befizen ungezählte Reichmer und mögen wohl das einsame, verfallende Chlößchen vergessen haben. Anders ist die Sache nicht Mertlären fagte einmal der Amtmann, mit dem ich
pon sprach."
Ich gäbe was drum, wenn ich einmal in dem alten
Expedition: Seltersweg 83.
Dienstag, den 24. Dezember 1912.
und diese Verhandlungen in allen prinzipiellen Punt ten zu einer Einigkeit führten, sind sie in richtiger Einschätzung der Bedeutung der Tatsache, daß die so glücklich bestehende Einigkeit auch in 3 u funft erhalten wird, übereingekommen, daß feine der drei Regierungen an den von ihnen gutge heikenen Regeln eine Aenderung vornehme, ohne vorher die beiden anderen zeitig genug davon zu unterrichten, so daß ein Meinungsaustausch über die Angelegenheit stattfinden kann.n
Die nordischen Staaten werden in einem europäischen Kriege eine ähnliche wichtige Rolle spielen, wie die fleinen Staaten im Westen des europäischen Festlondes, Belgien und Holland. Auch von ihnen ging fürzlich die Nachricht durch die Blätter, daß sie sich enger aneinander anschließen und die Aufhebung ihrer Neutralität beantragen wollten. Dänemark wird von England bedroht, Schweden fürchtet den russischen Bären noch mehr als Norwegen; untereinander verbündet und in Interessensolidarität mit Deutschland und seinen Verbündeten vermögen die nordischen Staaten, sofern sie Land- und Seestreitkräfte auf eine angemessene Höhe bringen, allen englischen und russischen Gelüsten zu trot zen. Das scheint der Sinn des in Stockholm geschlos= senen Vertrages zu sein.
Von der Friedenskonferenz. London, 23. Dez. Wie das Reutersche Bureau erfähit, umfassen die Forderungen der Verbündeten solgende Punkte:
1. Abtretung des gesamten Gebietes westlich der Linie, die von dem Punkte östlich R 0- dost o am Marmarameer bis zur Bai von Ma= latra im Schwarzen Meer sich erstreckt mit Ausschluß der Halbinsel Galipoli;
2. Abtret ng der Inseln des ägäischen Meers; die Insel 3. Verzicht der Türkei auf alle Rechte auf Kreta.
Die Albanien betreffende Frage will man der Entscheidung der Mächte überlassen.
Die Forderungen der Verbündeten machten einen peinlichen Eindrud auf die türkischen Delegierten, gleichwohl aber hofft man zu einer befriedigenden Lösung zu kommen. In der heutigen Sizung zogen die Türken endgültig ihre Einwendungen gegen die griechischer Delegierten zurüd.
London, 22. Dez. Ein bulgarischer Delegierter erklärte heute:„ Wir können unter feinen um=
Haus nach Herzenslust herumstreifen könnte," begann Waldemar, der bisher schweigend dagesessen hatte. „ Wenn sich die Sache wirklich so verhält, wie Du sagst, Onkel, so müßte ja drinnen alles noch liegen und stehen, wie die schöne Adeline es verlassen hat!"
„ So ist es auch, falls nicht diebische Dienstbotenhände sich die Sachen angeeignet und gründlich aufgeräumt haben."
Der Abend war inzwischen angebrochen, eine milde wetche Luft wehte durch den Wald. Am blauen Himmel zogen Stern um Stern auf.
Leise, leise kam ein sanfter Wind geflogen und strich fosend durch die Blätter; sptelend schlugen leichte Wellen an das Ufer des Kleinen Sees drüben, so daß die ungezählten Seerofen, die ihre zarten Blütenköpfchen auf der Oberfläche des Waffers wiegten, in letse schaukelnde Bewegung gerieten. Hier und da klang noch vereinzelt das Lied eines Vögelchens, sonst herrschte ttefe, traumhafte Stille.
VII.
Schon mehr als ein Jahr weilte Rost in dem traulichen Forsthause. Zum zweitenmal zog jezt der Frühling ins Land.
Immer inniger, immer fester schloffen sich die alten Förstersleute an ihr„ ltebes Kind" an, das des Hauses Sonnenschein geworden war.
„ Ich tann mir gar nicht denken," sagte der Förster öfters zu seiner Frau, wie wir vorher ohne unser Mädel gelebt haben, und was wir täten, wenn sie fortginge."
Frau Therese ntate lächelnd: D, die denkt gar nicht daran, täglich wiederholt sie, daß es thr niemals einfallen würde, nach der Stadt zurückzukehren, oder uns zu verlassen."
Ja, ja, so lange, bis einmal der Rechte tommt und uns das Mädel entführt."
( Gießener Tageblatt)
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Telephon Nr. 862.
24. Jahrg.
ständen in der Frage Adrianopels nachgeben, das würde bei uns in Bulgarien eine Revolution geben. Wenn die türkischen Delegierten ihrer= seits daraus eine Conditio sine qua non machen wollen, so werden wir die Verhandlungen abbrechen.
Was die Inseln im Aegäischen Meere anbelangt, verlautet, daß wahrscheinlich Italien der Londoner Konferenz folgende Lösung vorschlagen wird: Kreta soll einfach von Griechenland annektiert werden, Imbres, Tenedos, Lemnos und Samothracien, die vor den Dardanellen gelegen sind, können nur derjenigen Macht gehören, die die Dardanellen beherrscht, d. h. sie müssen der Türkei gelassen werden. Alle anderen Inseln des Aegäischen Meeres und auch-diejenigen, die gegenwärtig von den Italienern besetzt sind, würden unter ein autonomes Regime mit einem lokalen Fürsten gestellt werden unter der Souveränität des Sultans. Es wird selbstverständlich sein, daß auf feiner der Inseln es irgend einer Macht erlaubt werden würde, eine militärische Basis zu er= richten.
Der Londoner Sonderberichterstatter des„ Matin" meldet, in den Kreisen der Balkanvertreter sei man der Ansicht, daß die Frage der Abgrenzung Albaniens eine viel ernstere Lage herbeiführen könnte, wie die Frage von Adrianopel.
Vom Balkan.
Konstantinopel, 23. Dez.„ Jkdam" meldet, daß 40 000 Kurden, die sich als Freiwillige gemeldet haben, nach der Tschataldscha- Linie abgegangen sind. Die Blätter fordern nachdrücklichst, daß die Feind= seligkeiten wieder aufgenommen werden, denn an der Tschataldscha- Linie stände jetzt eine so gewaltige Truppenmacht, daß die Bulgaren beim ersten Zusammenstoß eine endgültige Niederlage erleiden würden.
Sofia, 23. Dez. Die Abgeordneten verfolgen mit Interesse die Friedensverhandlungen in der Hoffnung, daß der abzuschließende Vertrag Bulgarien ge= rechte Genugtuung verschaffen werde, und wenn zur Erreichung dieses Resultats die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten unausweichlich erscheinen, so wird die nationale Vertretung die Fortſetzung des Krieges vorbereiten.
Saloniki, 23. Dez. Das 13, bulgarische Regiment erhielt den Befehl, nach Serres abzugehen. Mit dem Abmarsch wurde bereits begonnen. Wie es heißt, wird auch der Rest der bulgarischen Truppen Saloniki bald verlassen.
„ D, und wo sollte der wohl herkommen?" „ Das weiß ich vorläufig selbst nicht." „ Na also, darüber mache Dir teine Sorgen." Der Alte trat ans Fenster und beobachtete Röschen, die eben die Hühner fütterte. Das Mädchen bot in dem hellen, leichten Sommerkleide einen herzerfreuenben Anblick. Von allen Seiten fam das gackernde Hühnervolk gelaufen und picte eifrig die Körner auf.
In diesem Augenblick trat kathi, die Magd, aus dem Hause, und rief, lachend nach der Straße deutend: Ja, was tommt denn da für einer daher, der ist auch nicht aus unserer Gegend!"
Röschen schaute nach der angegebenen Richtung und erblickte einen Mann, der auf das Forsthaus zuschritt. Er mochte etwa 40 Jahre alt sein, das Gesicht war duntel gebräunt, auf dem gelblichen Haar saß ein großmächHiger Filzhut mit brettem Raud. Die Kleidung war nicht eben elegant, doch modisch, über der Achsel hing an einem Stock eine anscheinend schwere Reisetasche.
„ Sie entschuldigen," begann der Fremde, nähertommend,„ hier herum muß doch ein Schlößchen Itegen, ists noch weit bis dahin? Ich bin in die Irre gelaufen, sollte schon längst dort sein."
,, Sie meinen doch nicht das Erlengründer Seeschlößchen?" fiel die Magd verwundert ein.
„ Ja, dasselbe."
„ Um aller Heiligen willen, was wollen Sie denn dort machen?"
Der Fremde traute sich hinter dem Ohr. Ja, das Schlößchen wird in Zukunft wieder bewohnt sein, es find schon Arbeiter bestellt, die es wieder in Stand sehen sollen und ich muß die Aufsicht über diefelben führen."
In mürrischent, unfreundlichem Zon wurde diese Auskunft erteilt, während Kathi in namenloser Verwunderung die Hände zusammenschlug.
( FortieBuna folat.)


