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Neue Berhandinngen mit den Arbeiterführern.

London, 23. Februar. Die offizielle Ankündt­gung, daß weitere Verhandlungen zwischen dem Mint­ter und den Vertretern der Grubenbesitzer und der Arbeiter stattfinden werden, hat eine gewisse Beruht= gung eintreten laffen. Es fällt allerdings auf, daß die offizielle Ankündigung nichts über eine etwaige Ver= längerung des Kündigungstermins enthält, der am 1. März abläuft. Jedoch glaubt man, daß in einer am Dienstag stattfindenden neuen Konferenz der Termin hinausgeschoben werden wird. Große Menschenmengen beobachteten während der gestrigen Beratungen das Kommen und Gehen der Hauptpersonen in dem dro­henden Riefenstreit, der ießt in England weit im Vor­dergrunde des Interesses steht.

Der Riesenbrand in Houston.

Von der großen Feuersbrunst, die die Stadt Hou­fton in Texas, den größten binnenländischen Baum= wollenmarkt der Erde, einäscherte, werden nach Neu­york folgende Einzelheiten gemeldet: Der Brand, der auf dem Bahnhof entstanden war, griff im Nu auf einen Baumwollspeicher über. In wenigen Minuten stand das ganze Lager in Flammen. Da keine Lösch­apparate vorhanden waren und die Ankunft der Feuer­wehr sich verzögerte, verbreitete sich das Feuer, durch den heftigen Sturm begünstigt, auf die umliegenden Ge­bäude, die in kurzer Zeit bis auf den Grund nieder­brannten. Durch die weit umherfliegenden Funken ge­wann der Brand immer mehr an Ausdehnung. Schon nach einer halben Stunde nach dem Ausbruch des Feuers glich der östliche Teil der Stadt einem Flam= menmeer. Aus den brennenden Häusern flüchteten zahl­Iose Bewohner, nur mit dem Notdürftigsten bekleidet, in wilder Panit. Die Feuerwehr war schließlich ge= zwungen, das Wasser aus dem nahegelegenen Fluß Buffalo- Bayon zu nehmen. Mehrere Häuser wurden durch Dynamit gesprengt, um durch die entstan denen Lücken den Brand einzudämmen, doch waren auch diese Bemühungen vergeblich. Schließlich sprangen die Flammen an einer schmalen Stelle des Flusses auf einen anderen Stadtteil über und zerstörten auch hier eine Anzahl Kohlenspeicher und Wohnhäuser. Erst nach 22stündigen Löscharbeiten gelang es der Löschmannschaft, des Feuers Herr zu werden. Das Feuer hatte sich in einem Umkreis von Meilen ausgedehnt. 2500 Häu ser und drei Kirchen sind bis auf den Grund zerstört. Viele Personen werden vermißt. Leichen sind bisher je= doch noch nicht aufgefunden worden. Etwa 2000 Perfo­nen sind obdachlos. Der Schaden wird, soweit bis jezt übersichtlich, auf 40 Millionen Mark be­Biffert.

Vermischtes.

Die sieben größten Errungenschaften des Jayres 1911 hat Thomas A. Edison wie folgt bezeichnet: Den Versuch, eine chinesische Republik zu gründen, die Ent­deckung von Salvarsan durch Professor Ehrlich zur Hei­Iung gewisser Infektionskrankheiten, die unerwartet raschen Fortschritte im Bau des Panama- Kanals, die Verbesserungen in der Luftschiffahrt, die wichtigen chirur­gischen Entdeckungen im Rockefeller- Institute, den end­gültigen Beweis für die Wirksamkeit von Typhusim­pfung, die Vervollkommnung der Diesel- Maschine. Auf der Suche nach Cooks Papieren. Aus Stock­holm wird der Frtf. 3tg." geschrieben: Ein Mitarbeiter der Göteborger Morgenposten" hat von dem auf der Durchreise in Göteborg weilenden franzöfifchen Aviati­fer Bedrines erfahren, daß einer der reichen Freunde Cooks, der Millionär Liarton, im Sommer eine Expe= dition nach Grönland oder ins Nordpolgebiet ausrüsten wird, um die im Etse verborgenen Dokumente Cooks zu suchen. Die Expedition wird mit einem Luftballon, den Wellman lenken wird, und mit einem Aeroplan, den Bedrines benußen will, ausgerüstet sein. Ueberdies werden Cook selbst und zwei Norweger an der Expedi­Hon teilnehmen. Cook mit Wellman im Luftballon, welch glückliche Zusammenstellung! Es steht demnach schon heute fest, daß diese beiden Tüchtigen, für die das Finden( und Erfinden) nur eine Kleinigkeit ist, auch Cooks berühmte Papiere entdecken werden.

Einführung von selbsttätigen Türschließern bei Eiz fenbahnzügen. Wie uns mitgeteilt wird, ist soeben bet mehreren Eisenbahnen eine bedeutsame Neuerung, durch die die Sicherheit bet Eisenbahnfahrten erhöht wird, zur Einführung gebracht worden. Bisher mußten die Türschließer durch Drehung des Hebels noch besonders befestigt werden, nachdem die Eisenbahntür zugemacht war. Dies führte mehrfach zu Unzuträglichkeiten, da es des öfteren den Beamten nicht gelang, die Tür voll= ständig zu schließen, und da auch die Reisenden sehr felten diese Arbeit übernahmen. Die Türen waren also nur halb geschlossen und Unglücksfälle waren nicht zu vermeiden, wenn sich jemand an die Tür anlehnte. Die neuen Schlösser haben den Vorteil, daß sie selbsttätig nach Schließung der Tür den Riegel vorschieben. Der Handgriff innerhalb der Wagentüren braucht also nicht

Sind die beiden wahnsinnig geworden, bei Nacht eine Kahnpartie zu machen? Augenblicklich soll man die Herrschaften zurückholen, hören Ste, Jacques, augen­blicklich, und den Herren Offizieren teilen Sie mit, daß mein Sohn nicht anwesend ist. Ich mag das wüste Ge­schrei nicht länger hören."

Der Bediente entfernte sich etlig. Mit ihm zu­gleich Itefen dret andere Männer nach der Straße, die Befehle des Herrn auszuführen. Nach kurzem Wort­Sie tamen wechsel verschwanden auch die Offiziere. von einem fröhlichen Mahle, waren start angeheitert und fanden es überaus unhöflich, daß man sie nicht in die Villa nöttgte.

Bourlier hatte seine gute Laune verloren. Die Sorge um seine Kinder bestürmte ihn; er dachte nicht weiter an Politik. In heftiger Aufregung durchschritt er den Salon.

Es ist unverzeihlich, unbegreiflich," murmelte er fort und fort. Wenn nur Tyrolt da wäre, er würde mir ficher Rat wissen. Wo er nur bleibt? Ich erwarte ihn schon lange."

Der Diener trat atemlos ein.

Ist der Herr Fabrikdirektor nicht im Hause?" fragte Bourlier. Nein, gnädiger Herr. Er war bis zum Feierabend auf seinem Comptoir. Niemand hat ihn später weder drüben noch hier gesehen."

Rätselheft! Sind meine Befehle ausgeführt?" " Die Offiziere fuhren weiter nach Sedan. Lav­rence, Boniface und der Stallbursche suchen die jungen Herrschaften.

,, Es ist gut, Ste können gehen. Sobald Ste etwas hören, melden Ste's sofort. Beruhige Dich, Nataly, es wird nichts passiert sein."

Frau von Tarandal saß mit bleichen Lippen und Wangen da urd rang verzweiflungsvoll thre Hände.

" D dieses Mädchen," jammerte ste. dieser Wud­fang! Sein Leichtsinn wird mich noch töten!"

mehr hochgezogen zu werden, da er jetzt nach Schließung der Tür von selbst hochspringt. Die Deffnung erfolgt wie bisher durch Niederdrücken des Hebels.

Ein Ortstermin in der dreifachen Mordsache in der Alten Jakobstraße zu Berlin fand gestern statt. Vor dem Tatorte sammelten sich große Menschenmengen an, schrien, johlten und pfiffen. Es erschten ein großes Schußmannsaufgebot. Der des Mordes überführte Schlosser Trenkler blieb bei der bereits gegebenen Dar­stellung und als Kommissare nachwiesen, daß dies nicht richtig sein könne, bekam er einen erneuten Schwäche­anfall und sagte, ihm sei übel. Schließlich gab er über­haupt teine Antwort mehr. Endlich erklärte Trenkler, er sei bei so vielen Menschen nicht imstande, den Vor-= gang zu schildern. Es schien ihn zu stören, daß Leute auf dem Hofe es versuchten, von aufgestellten Leitern aus durch das Zimmerfenster zu blicken. Bei der Ab= fahrt warer die umgebenden Straßen mit Menschen überfüllt, die Mörder"," Räuber" riefen. Die Menge drückte sogar ein Ladenschaufenster ein. Der Chauffeur des Wagens, in dem Trenkler saß, mußte die Menge durch rücksichtsloses Drauffahren verscheuchen. Trenkler fehrte gebrochen in das Polizeipräsidium zurück.

Die Spionenfurcht, die bisher hauptsächlich in Eng­land und Frankreich grassierte, hat jetzt auch etwas nach Deutschland übergegriffen. Durch die Spionageprozessé der letzten Zeit angefacht, ist die Wachsamkeit unserer Militärbehörden doppelt scharf, besonders in Spandau, wo tatsächlich viel Material lagert, das im Interesse der Landesverteidigung geheim bleiben muß. Daß un­ter der Wachsamkeit auch hin und wieder unschuldige leiden müssen, scheint fast unvermeidlich. So wurden auf der Festung ein Berliner und ein Amerikaner von dem Posten bei der Zitadelle festgenommen, weil sie sich nach Ansicht des Soldaten zu eingehend mit der Be­fichtigung des Juliumsturms beschäftigten, in dem be= tenntlich unser Kriegsschatz lagert. Die beiden ver= meintlichen Spione wurden der Polizei übergeben. Auf der Wache stellte sich bald die völlige Harmlosigkeit der Besucher nach einem eingehenden Verhör heraus. Der Amerikaner hatte nur einmal sehen wollen, wo Deutsch­land sein Money" aufhebt; vermutlich will er sich zum Schutz für seine Millionen in Dollarika einen ähnlt= chen Geldschrank bauen lassen.

Ein Drama zwischen den Eisschollen. Bei Semlin wollte die Wanderzirkusgesellschaft Bernabe auf drei Flößen, die mit Treibeis angefüllte Donau überqueren. Das erste Floß wurde durch die Eisschollen umgekippt. Menschen und Tiere stürzten in das Wasser. Die auf den beiden anderen Flößen befindlichen Personen eil­ten zur Rettung herbet. Auch dieses Floß fenterte. Es entstand zwischen den Eisschollen ein fürchterlicher Kampf. Die wilden Tiere versuchten, ihre Käfige zu sprengen. Der größte Teil der Mitglieder konnte das ufer erreichen. Drei Personen aber verschwanden un­ter den Eisschollen. Auch die Tiere gingen unter.

Die Heimkehr vom Lumpenball. Man schreibt der Frift. 3kg." aus Hannover: Einige ältere angesehene Herren erlebten hier ein furioses Abenteuer, das ge­genwärtig Stadtgespräch geworden ist und herzlich be­lacht wird. Sie hatten in diesen Tagen an einem Lum­penball teilgenommen und traten morgens in der fi­delsten Stimmung den Heimweg an- ohne Paletots, da diese ihnen auf eine für die Herren unaufgeklärté Weise abhanden gekommen waren. Unterwegs befamen sie Durst, und sie beschlossen daher, noch ein Nachtlokal zu besuchen. Sie hatten dabet ganz vergessen, in wel­cher Garderobe ste sich befanden. Die Gäste waren nun über den Besuch dieser drei Lumpen" feineswegs er­freut. Sie alarmierten die Kellner, die kurz und bündig die Eindringlinge an die Luft beförderten, wobei es ohne Stöße und Büffe nicht abging, und es dauerte auch gar nicht lange, so war auch schon die Polizei er= schienen. Vergeblich riefen die bekannten Lumpen den empörten Kellnern zu, daß sie ja so und so hießen und doch Stammgäste des Lotols seien. Das hielten diese vielmehr für eine unerhörte Beleidigung und es spornte fie umsomehr an, rücksichtslos die zweifelhaften Indt­viduen" zu entfernen, denen die echten Holzhackerbärte" ( Stoppelbärte), die sie hatten stehen lassen, zum Ver­hängnis geworden waren. Und da sie auch den Poli­zisten gegenüber keine Legitimation hatten, so mußten sie wohl oder übel unter dem Gaudium der Zuschauer, die sich bald angesammelt hatten, mit zur Wache. Dort flärte sich dann freilich der Irrtum auf. Das Kurioseste an der ganzen Geschichte ist aber, daß diese Herren, dte für wirkliche Lumpen gehalten worden waren, auf dem Feste nicht preisgekrönt worden waren.

Kannibalismus in Sibirien. Im Gouvernement Tobolst in Sibirien ereignete sich, wie der Voff. 3tg." geschrieben wird, vor furzer Zeit ein schauerlicher Fall yon Kannibalismus. Ein junger bulgarischer Student, Bruder eines mazedonischen Bischofs, war mit einer Hilfsexpedition gegen die Hungersnot aus Moskau nach Tobolsk abgegangen. In einem Dorfe, wohin er zur Pustundschaftung der Lage entsendet worden war, er­griffen ihn die hungrigen Bauern, durchschnitten ihm Ste Kehle, weideten ihn aus, brieten ihn an einem Feuer und verzehrten thn. Die bulgarische Presse be­

,, Vielleicht verlettete Olivier sie dazu."

,, Nein, nein, diese tolle Jdee konnte nur aus dem Kopfe Deiner Tochter entspringen. Sie steckt voll Mut­willigkeiten. Das Abenteuerlichste ist ihr gerade recht."

" Ich glaube fast selbst, daß sie diesmal die Schuld trägt. Olivier Itebt die Bequemlichkeit. Wenn das aber der Fall ist, soll sie mich kennen lernen. Diesen Streich verzeihe tch thr nie."

Schwere Schritte tamen die Außentreppe herauf. Bourlier eilte nach der Tür, doch er prallte entsetzt zu­rück, als er Tyrolt und Deftree Arm in Arm vor sich sah.

Beide befanden sich in einem entsetzlichen Zustande. Desiree war letchenblaß; das Haar klebte an ihren Schläfen, und noch immer rieselten die hellen Waffer­tropfen aus den nassen Haarsträhnen auf das völlig durchweichten Gewand und von diesem auf den Boden nieder. Auch Tyrolt war übel anzuschauen. Ohne Fuß­bekleidung, ohne Rock und Hut, mit bläulichen Lippen und bleichen Wangen schöpfte er mühsam Atem. Ein abscheuliches Frostgefühl hatte sich seiner bemächtigt, ob­wohl er Desiree bis zur Treppe getragen hatte.

Um Gotteswillen, was ist geschehen?" rtef Bour­lier, vor Schreck fast dte Besinnung verlierend.

,, Beruhigen Sie sich," entgegnete Waldemar mtt heiserer Stimme." Das Fräulein verunglückte, der Kahn schlug um."

Und Herr Tyrolt rettete mich mit Gefahr seines Lebens," ergänzte Desiree, mit glücklich aufleuchtendem Blicke. Papa, ohne diesen Direktor hättest Du keine Tochter mehr."

Mein güttger Gott, wie konnte das nur gesche­hen?" fragte Frau von Tarandal, auf die Gerettete zu­eilend und sie an thr Herz ziehend. Aber eben so schnell wich sie wieder zurück. Als sie die Nässe spürte, bekam fie in Wahrheit eine Gänsehaut.

" Nicht wahr, ich bin recht efltg," lächelte Desiree,

spricht dieses Begebnis aus dem hungernden Rußland, indem sie die Vermutung äußert, daß der Fall nicht der einzige seiner Art ist, da die Bevölkerung durch Hun ger ganz vertiert ist.

Drabtnachrichten und neuestes.

Trenklers Geständnis.

Berlin, 23. Februar. Aus den weiteren Ge­ständnissen des Raubmörders Trenkler ist als wichtigste Angabe die hervorzuheben, daß das Mordinstrument ein etwa fünf Pfund schweres, an beiden Enden abge­stumpftes Eisen von dem Verbrecher aus der Heimat mitgebracht wurde. Auch gestand er ein, einen gelade­nen Revolver und Patronen bei sich geführt zu haben. Bombenattentate der streifenden Pariser Chauffeure. Paris, 23. Februar. Gestern wurden wiederum Höllenmaschinen in einigen Automobilen vorgefunden, die in den Garagen untergestellt wurden. In einem Automobil explodierte eine Bombe und zertrümmerte das Fahrzeug. Verletzt wurde niemand.

Eine französische Insel versteigert.

o Paris, 23. Februar. Die in der Nähe des Ha­fens von Toulon gelegene Insel Dorquerelles wurde von dem Pariser Renlier Fournier bei der gestrigen Versteigerung für 1 100 000 Francs erstanden. Die Versteigerung war in der Presse scharf kritisiert wor­den, da das Gerücht verbreitet worden war, daß sich unter den Käufern auch Ausländer befinden, die ver­suchen wollten, durch Mittelspersonen die angeblich stra­tegisch wichtige Insel zu erwerben.

Meuternde portugiesische Gefangene.

Lissabon, 23. Februar. Unter den politischen Gefangenen des Forts Caixias ist wegen der schlechten Verpflegung eine Meuteret ausgebrochen. Die Meu­terer flüchteten. Ein Küstenkreuzer liegt vor dem Fort, um die Einschiffung der Flüchtigen, die sich vermutlich noch in der Nähe aufhalten, zu verhindern.

Katastrophe in einer amerikanischen Kohlengrube. Nenport, 23. Februar. Bei dem Brande einer Kohlengrube in Leligh im Staate Oklahoma büßten fieben Arbeiter das Leben ein. Ueber das Schicksal von ungefähr zwanzig Verschütteten herrscht Ungewißhett. Die meisten Opfer sind Ausländer.

Berliner Getreide: und Schlastvichmarkt.

Am Berliner Markte wirfte neben der Mattigkeit der Auslandsmärkte besonders die schlechte Lage des Mehlgeschäfts nachteilig auf den Preisstand des Brot­getreides ein. Sowohl Weizen wie Roggen hat sich au­Bergewöhnlich ergiebig an Mehl erwiesen und der Mehrertrag davon soll nicht unerheblich für die Nach­frage nach dem Getreide ins Gewicht fallen. Nament­lich die Preise für Lieferung im September haben bel Weizen nachgelassen. Roggen scheint etwas widerstands­fähiger zu fein, offenbar weil er für den Landwirt zu Futterzwecken sich wohlfeller stellt, als der Bezug von Futtergerste und Mats. Auch gewähren Käufe des Auslandes eine Stüße. Hafer fonnte seinen Preisstand letder durch das milde Wetter und die Aussicht auf ar= gentinische Hafer- und Maislieferuegen veranlaßten Lustlosigkeit ebenfalls nicht behaupten und Mats schloß fich der Abwärtsbewegung an. Am letzten Tage der Be= richtswoche stellten sich die Preise für Lieferung im Mai wie folgt: Weizen 214,75, Roggen 194,00, Hafer 192,75, Mais 167,50 M.

Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Och­fen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwer­tes( ungefocht) 79-84 M., b) junge, fleischige, nicht aus gemästete und ältere ausgemäftete 73-82 M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 66-72 M. 2. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchst. Schlacht­wertes 75-80 M., b) vollfleischige jüngere 71-79 M. c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 66 bis 72 M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausge­mästete Färsen höchsten Schlachtwertes 75-77 M., b) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes, bis zu 7 Jahren, 68-74 M., c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 64-69 Mart, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 55-62 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 62 M. f) ge­ring genährtes Jungvieh( Fresser)- M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 114-143 M., b) feinste Mast fälber 100-105 M, c) mittlere Mast- und beste Saug­fälber 87-97 M., b) geringere Mast- und gute Saugtal­5. ber 77-88 M., e) geringe Saugfälber 55-73 M. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 70 bis 80 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastläm mer und gut genährte junge Schafe 64-68 M., c) Big genährte Hammel und Schafe 56-68 M. B. Schweine: a) Fettschweine über 3 8tr. Lebendgewicht 63-64 M., b) vollfleischige Schweine 250-300 Bfd. 62 bis 63 M, c) vollfleischige 200-240 3fd. 60-68 M., D vollfleischige Schweine 160-200 fd. 58-61 M., e) voll fleischige Schweine unter 160 fo. 53-56 M., f) Sauen 58-60 M.

die trotz aller Angst und Kälte ihr seelisches Gleich­gewicht wiedergefunden hatte; sie begab sich in den Be retch des wärmenden Kaminfeuers. Wie gesagt, ich lag im Wasser und war schon halb bewußtlos. Schilt mich vor allem, Papa, denn ich bin schuld an der Wasser= partie. Ich zwang Olivier, mich zu fahren, daß er so schwach und so ungeschickt sei, habe ich freilich nicht gewußt."

Wo ist Olivier?"

" Ich weiß nicht, Papa. Herr Tyrolt sagt, er set, sich an das umgestürzte Boot flammernd, den Strom hinabgeschwummen."

" Ich muß annehmen, daß ihr Sohn sich gerettet hat, Herr Bourlier. Als ich mit Fräulein Desiree das Ufer gemann, hörte ich seinen Hilferuf nicht mehr. Leider war ich außer Stande, auch Herrn Olivier zu landen."

Das ist wahrlich zu viel der Bescheidenheit gegen­über meinem Dankgefühl, das mich treibt, Ihnen die Hände zu küssen. Ich fürchte nichts für Olivier; er fann schwimmen, und das kalte Bad ist die gerechte Strafe für seine ungeschicklichkeit. Nehmen Sie meinen Dank., Fordern Ste alles von mir, stellen Sie mich auf die Probe."

Waldemar schüttelte den Kopf.

Die Tat ist mein Lohn, der glückliche Ausgang mein Dank. Verfümmern Ste mir die Freude nicht," sagte er letse.

,, Nun denn, so bleibe ich in Ihrer Schuld," ents gegnete der Fabrikant, ihm die Hand drückend. Doch vor allen Dingen wollen wir einen belebenden Bunsch bereiten, und Du, Desiree, wechsle die Kleidung, Herr Tyrolt wird die Güte haben, mit meiner Garderobe vorlieb zu nehmen, da ich es nicht leiden werde, daß er naß noch einmal in die falte Abendluft hinaustritt.

( Fortsetzung folgt.)