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Ein Wohnhaus unter Schneemafien begraben. Un, ter dem Druck des gefallenen Schnees stürzte in Stam bul ein Wohnhaus etn. Sechs Personen wurden unter ben Trümmern begraben.
Eine 82jährige Gattenmörderin. In Kyschnitz ( Böhmen) legte die 82jährige Marie Borik das Geständnis ab, daß fie ihren 85fährigen Gatten erschlagen habe, well er fie betteln schickte. Die Leiche wies nicht weniger als 88 Verlegungen auf. Die gretje Gattenmörderin wurde in Haft genommen.
Raubword aus Hunger, Im Dorfe Tartutiostoje In Rußland drang ein Kosat in das Haus eines Bauern ein und ermordete seine ganze aus 5 Personen beste= hende Familie, um sich aus Hunger in den Besitz von Lebensmitteln zu sehen. Die Bäuerin, die noch lebend aufgefunden wurde, gab den Kosaken als Mörder an. Dieser wurde verhaftet, und er gestand, den Mord verübt zu haben, weil ihn de. Hunger gequält habe.
Ein Schweres Eisenbahnunolite hat sich am Montag im amerikanischen Staate Jinois ereignet. Ein Schnellzug stieß in voller Fahrt von hinten auf einen Personenzua. der angehalten hatte, um Wasser einzunehmen. Fünf Berfonen wurden getötet, zwanzig andere Reisende verletzt.
Im Eilenbabnebteil beraubt wurde in letter Nacht auf der Berliner Stadtbahn ein Fahrgast, der eingeschlafen war. Den Dieben fielen über 600 Mart in die Hände.
Aus den Gerichts älen.
Giner der interessantesten Mordorozeffe, die wohl Jemals vor einem deutschen Gerichtshofe zur Verhandlung famen. hat am Montag vor dem Berliner Schwurs gericht seinen Anfang genommen. Auf der Anklagebank sitzt die Ehefrait des Sefretärs im Kaiserlichen Statistischen Amt Helene Behm aeb. Domscheit aus Nixdorf und der Brunnenbauer Kolbe als ihr anaeblicher Liebhaber. Kolbe wird der Ermordung des Ghemannes Behm, Frau Behm der Bethilfe dazu bes schuldigt. Die Letche des Ermordeten soll man in das nabellegende Moor geschafft haben; fte fonnte bis jetzt nicht gefunden werden. Erfahrungsgemäß sendet der ttefe Moraft feine Opfer erst nach Jahren an die Ober= fläche. Die Bernehmung des Angeklagten Kolbe ergab folgendes: Er ist verschiedentlich vorbestraft, darunter auch mit Buchthaus weoen Wilddieberet. Früher war er Handelsmann, feit 1903 ist er Brunnenbauer. Anfangs Dezember 1909 30g er zu den Eheleuten Behm, und zwar auf Veranlassung des Ehemannes, der ihm nahelegte. bet thm Wohnung zu nehmen, wogegen er fich verpflichtete, Meparaturarbeiten im Hause vorzunehmen. An dem Tage, an welchem der Ehemann ver= schwand, set er nachmittags auf seiner Barzelle geme= fen. Als er am späten Abend nach Hause fam. fam ihm die Frau entgegen und erzählte ihm, daß ihr Mann nach ihr geschoffen habe und dann verschwunden set. Er ſet dann auf Veranlaffuna der Frau mit einer Petter in das obere Stockmert eingestiegen und habe unten nachgesehen, ob der Mann noch da fet, habe aber niemanden gefunden. Auf Veranlassung der Frau set er die ganze Nacht über unten debiteben. Ha fich die Frau fitrchtete. Die Fraut fet ab und zu nach unten gefom men und habe ihm einige Gläfer Groa gekocht. Frith morgens set er weggegangen, um eine Arbett zu übernehmen, fam aber zeitig mieder nach House zurück, da die Arbett erst später anffng. Den beschädigten ensterrahmen habe er zunächst ferbst ausbeffernt mollen, bte Frau habe aber gefagt, es fet befier, menn er ihn zum Glaser trage, da sehe die Arbeit nicht so nach lick= arbett aus. Das habe er dann auch aetan. Der Borsitzende hält ihm vor, daß er beim Bezahlen des ensterrahmens fein Bortemonnate gezeigt habe, das sehr viel Geld enthielt. Der Angeklagte erklärt das damit, daß er kurz vorher sechs Brunnen fertiggestellt und den Erlös dafür in der Tasche getragen habe. Im üb= rigen bestreitet er, mit der Frau verkehrt zu haben. Wir werden das Urteil veröffentlichen.
Vermischtes.
charb Crane, der stets als ein erbitterter Gegner des amerikanischen Studentenlebens behauptete, daß die Jus gend in den Kollegs zu Ausschweifungen und zur Trunksucht erzogen würde, hat aus seinem Vermögen eine Summe von 5 Millionen zur Unterstützung von Frauen bestimmt, die von ihren Männern verlassen wurden. Das Geld soll dazu dienen, kleine Landhäuser für schuldlos verlassene Frauen zu errichten, die außer= dem nebst ihren Kindern noch mit Geld unterstützt werden sollen.
Der neue bayerische Adlerkönig. Der seit kurzer Zeit in Griesen bei Garmisch stationierte banerische Förster Hohenadl hat auf der sogenannten Schell, etnem Gebirgszuge an der Tiroler Landesgrenze bet Plansee, im urwaldähnlichen, weltverlorenen Ammerfeegebirge innerhalb vier Tagen dret mächtige Steinadler erlegt und im ganzen bereits zehn Adler in der furzen Beit seiner Stationierung in Griesen geschossen. Er hat den stetnalten Adlerfäger Dorn von Hindelang am Allgäu als Adlerkönig abgelöst.
Großer Tumult in einer katholischen Kathedrale. Aus Sarajewo wird gemeldet: In der katholischen Kathedrale wurde am Sonntag nach dem Vormittagsgottesdienst eine erzbischöfliche Verordnung, die gemäß
dem Motu proprio die Zahl der Feiertage herabsent, unter großen Demonstrationen der Gläubigen von der Kanzel verkündet. Als der Pfarrer die Verordnung zu verlesen begann, entstand in der dichtgefüllten Kirche ein ohrenbetäubender Lärm. Die Versuche des Pfarrers, die Leute zu beruhigen, wurde mit Schmähurfen auf die Geistlichkeit erwidert. Der Lärm wurde so groß, daß die Polizet einschreiten und einen Mann, der fich nicht beruhigen wollte, verhaften mußte. SchließItch verließ ein großer Teil der Gläubigent demonstraHiv die Kirche.
Eine Eisenbahn übers Meer. Die Eisenbahn an der Ostritste von Florida ist eben vollendet worden. Wie bekannt, soll sie es wurde feit etwa zehn Jahren an ihr gebaut- von Miant über die sogenannten Keys- Inseln, in einer Länge von 250 Kilometern nach Key- Weft führen, von wo es nur noch 170& to= meter bis nach Havanna sind. Von Insel zu Insel find brückenartige Bogen gebaut worden, so daß die Gifenbahn fast buchstäblich über das Meer dahinläuft, dessen Tiefe allerdings außerordentlich gering ift.
2ie clue Ratte eine Televbonleitung legte. Gin schianer, vielgewandter Ingenieur in Chicago, hat füngst eine ganz gewöhnliche Ratte dazu verwendet, an einer schwierigen Stelle eine Telephonleitung legen zu laffen. Es handelte sich um das Ausspannen untertrdischer Telephondrähte in einer Röhre, die zu eng war, als daß ein Arbeiter hätte hindurch friechen fünnen. Das Aufreißen der flasterung wäre aber unverhältnismäßig teuer und zeitraubend gewefen. Der Ingenieur nahm daher eine Natte, band ihr einen Zwirnsfaden um ein Hinterbein, setzte sie in das Ende der Röhre, in der der Draht gefpannt werden sollte, und hette dann ein Frettchen hinter thr her. Natürlich suchte dte Ratte das hell in der Flucht und spannte so zunächst den Zwirnsfaden bis zum anderen Ende der Röhre, mo die beiden Tiere aufgefangen wurden. Nun fonnte mit Hilfe des Zwirnsfadens ein stärkerer Bindfaden durch die Möhre gezogen werden, und nachdem diese verhält= nismäßig feste Verbindung zwischen betben Enden hergestellt war, konnte der Metalldraht hindurch geführt werden.
Berbaftung eines Minionenfchwindlers In Falmouth( England) ist gestern ein berühmter Mann verhaftet worden, der Mann, der die Bant von Monte Garlo furenate. Man weiß vorläufig nicht genau, ob er Lucien Rivier oder de Bille heißt und Franzose tst, oder ob er wie er felbft behauptet Engländer ist und Wells heißt. Tedenfalls behauptet die Bariser BoIzot, der Berhaftete fet ein Mann, der unter dem Namen Lucien Ruter vor einigen Jahren in Paris eine Bant eröffnete und den„ Leuten, die nicht alle merden", ein Brozent 3infen pro Taa versprach. Nachdem er auf diese Weise etwa dret Millionen Franken eingehelmit batte, frolog Rivier fetne Bant und ver schwand. Im Avril vergangenen Jahres erschien etn Herr von etwa 70 Jahren, der sich de Ville nannte, in Southampton und erwarb dort eine fleine hübsche Dampflacht. Er bezog dann mit seiner sehr eleganten, wenn auch nicht mehr ganz jungen Gemahlin die sehr prunthaft eingerichteten Rabinen. Seitdem hat das Baar faft ohne Unterbrechung auf der Jacht gelebt und die Bekanntschaft vieler Personen von gesellschaftlicher Bedeutung gemacht, die sie auf ihrer Yacht be
Der Kaiser und die Naturschuhfrage. Bet einem Empfange, den die Abtelling des Deutschen Frauenvereins vom Roten Kreuz fitr die Kolonten in dem BaIais des Prinzen Leopold von Bayern in München veranstaltete, hielt der Afrifareifende Prof. Dr. Schillings einen Vortrag über die Naturschutzfrage in unseren KoJonien. Der Redner betonte besonders, daß er vor wenigen Tagen im Anschluß an die Berliner Wildschuß mirteten och forten auch wenn es ste fonferenz mit dem Kaiser über diese Frage sprechen fonnte. Der Kaiser habe ihm ausdrücklich erklärt, er werde dafür sorgen, daß das deutsche Tterleben nach englischem Vorbilde geschützt werden solle. Die Kaiserin habe ihm zu gleicher Reit erklärt, daß sie neue Federhlite nicht mehr faufe, sondern die alten Federhüte nur nach Wunsch thres Gemahls tragen werde. Inter Hinweis auf diese kaiserlicher Aeußerungen richtete der Redner an alle Damen den Appell, in gleicher Weise zu handeln. Millionen für verlassene Frauen. Der vielfache Millionär und große Elsenindustrielle aus Chicago Rt
,, Lieber Dieskaut," sagte er halb heiter, halb sarka
tu den besten Familien non Falmouth und den LandHäusern an der Site. Mes aina aut. bis eines Tages ein französischer Sherlock Holmes auftauchte und die Focht nicht mehr ans felnen 98lerancen ließ. Auf den erften Blick erfonnte er in Mrs. Wells den Bankier Rivier, morauf diefer nach Falmouth abgeführt wurde.
Passende ortle.:„ Das ist das Bild der Dame, die mir au fmeine Annonce deantwortet hat..... Sympathisches Aeußere, intelligent, feingebildet, vornehmer Charakter und etwas Bermögen!" B.:„ Na, da baben Ste ta ales, mas Ihnen fehlt!"
ab. Mit ihm schwand die Hoffnung auf die 500 000 Mark dahin.
fttich zu Harald,„ ich bin zu alt, um mich noch zum Nar- dabiie Stimmung war nicht weniger als rofig. Man
ren halten zu lassen."
Aber Safal, ich bitte Sie. Ich versichere Ihnen-
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Was Ste mtr längst hätten sagen sollen
" Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort በ
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" Daß Ste mich nicht ungern als Schwager gesehen hätten- ah- tch zweifle nicht daran! Aber Ihr Fräulein Schwester ist anderer Meinung- und davon hätten Ste mich schon längst in Kenntnis sezen müssen."
" Das verwünschte Frauenzimmer," antwortete der zärtliche Bruder.
,, Vorbei! Uebrigens eine Depesche, die ich heute morgen erhielt, zwingt mich zur schleunigen Abreise." „ Sakal
SUS, Sodaß ich die Ehre, ferner Gast auf Dieskau zut sein, und damit auch den Freuden der Jagd entsagen muß. Bitte, setzen Sie Ihren verehrungswürdigen Vater vorläufig von dieser mir so schmerzlichen Notwendigfelt in Kenntnis und geben Sie freundlichst Befehl, mir einen Wagen zur Verfügung zu stellen. Ich werde mich rasch zur Retse herrichten und mich dann von Herrn von Dieskau persönlich verabschieden. Unangenehme Notwendigkett, werter Freund!"
Damit wandte er sich und ging zu seinem Zimmer, Harald in einer wütenden Stimmung zurücklaffend. Er Hätte gern einen Gegenstand gehabt, an dem er seine But hätte auslassen können. Am liebsten seine widerfpenftige Schwester, die ihn so schnöde um die Hoffnung auf die Zukunft betrogen hatte.
Daß tett Dieskau in die Gewalt der Gläubiger ge= raten und die Mitglieder des freiherrlichen Hauses auf lange Jahre hinaus auf eine farge Rente angewiesen sein würden, war ihm nicht mehr zweifelhaft.
Am Nachmittage retste Sakal nach höflicher Verabschtedung von dem alten Herrn, der feine Enttäuschung unter den Formen des Weltmannes zu verbergen wußte,
stand ja vor dem Ruin.
*
Vor der Rampe des Schloffes Dieskau fuhr eine Kalefche vor, der ein älterer Herr entstieg. Den ihm entgegentretenden Diener fragte er:„ Ist Herr Baron von Dieskau zu sprechen?"
" Ich werde sogleich nachfragen," erwiderte höflich der Angesprochene, der mit dem Instinkt des geschulten Dieners in dem schlichten Fremden sofort den vornehmen Mann erkannte. Wen darf ich melden?"
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Der Herr gab ihm eine Karte und gleich darauf stand der Lakat mit derselben vor seinem Herrn, ber fo= eben verjüngt aus den Händen des Kammerdieners her= vorgegangen war.
Mr. Warthon, S. Georgia 1. S." las dieser. Hm, ein erotischer Herr, was kann der wollen?" „ Spricht der Herr deutsch?"
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Ganz gut, gnädiger Herr."
„ Sieht er anständig aus?" " ja."
" Run, laffen wir Mr. Warthon einmal kommen. Werden fa fehen."
In der Tür erschien gleich darauf Hermann von Dieskau in einer sehr selbstbewußten Haltung und mtt etnem Gesichtsausdruck, der fast etwas Drohendes an fich hatte.
Baron Dieskau starrte ihn an. Daß sein Bruder längst gestorben set, baran zweifelte er nicht, wenn auch der Totenschein, der unbedingt notwendig gewesen war, um in den Besitz des Majorats zu gelangen, erkauft war.
Der Baron schrack gewaltig zusammen, als er in das stenge, ernite Geficht hea Pramban aras S
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Eine Schreckensfahrt auf hoher See.
Ueber das Schicksal der mit dem vermißten Boot des Lotsschoners- Nr. 4 Croden" am Mittwoch früh um 4 Uhr vertriebenen dret Seeleute, des Lotsen Busse und der Aspirant Cröger und Tapp sind noch folgende Einzelheiten zu berichten: Die drei Geretteten sind am Sonnabend morgen um 8 Uhr 13 Minuten mit dem Geestemünder Zug von Amsterdam wohlbehalten in Cuxhaven eingetroffent. Sie haben dem Lotsentnspektor und Kommandeur Margen über ihre ſeckliche Fahrt im eisigen Oststurm bei grimmiger Käin der vom Sturm gepeitschten Nordsee etwa folgendes berichtet:
Nachdem das Boot den Lotsen Frankenberg glücklich an Bord des englischen Dampfers„ Warwic" gebracht hatte, versuchten die Insassen vergeblich, den Lotsenschoner Nr. 4 wieder zu erreichen, was bel dem hohen Seegang eine schwere Arbeit war. Zu allem Unglück schlug eine überkommende schwere See bie Laterne über Bord, und in völliger Dunkelheit waren die Schiffbrüchigen nun der Gewalt des Sturmes preisgegeben. Es würde mit aller Anstrengung gerudert. In dem zä= hen Kampfe gegen Wind und Wogen brachen schließlich die Ruderdollen, und endlich gab auch der Riemen unter den Händen Tapps nach. Auch der Reservertement hielt nicht lange aus, und als auch dieser zerbrochen war, riß die gierige See dem Asptranten Tapp die Müze weg.
Auf dem Kopf des Unglücklichen bildete sich nun alsbald eine Eiskappe. Dennoch verlor man den Mut nicht, sondern ruderte unverzagt mit Aufbietung aller Kräfte weiter. Bei Tagesanbruch kamen dte Lotsenschoner Nr. 4 und 1 wohl in Sicht, aber das war nur eine trügerische Hoffnung, denn die Entfernung war viel zu groß, als daß die Schiffbrüchigen hätten bemerkt werden können. Ebenso erging es gegen 8% Uhr mor= gens, als man den Lotsenschoner Nr. 6 und zwischen 10 und 11 Uhr einen einkommenden Grimsby- Dampfer fichtete. Als auch diefer in der Ferne vorüberzog, ohne die Schiffbrüchigen in threr Nußschale bemerkt zu haben, schwand diesen schier die Hoffnung auf Rettung und die Erschöpfung, die Erstarrung in der grimmen Kälte drohte die Schiffbrüchigen zu überwältigen.
Bereits lag der Aspirant Tapp gänzlich erschöpft auf dem Boden des Bootes, und es foftete den Kame raden alle Mühe, seine gesunkenen Lebensgetfter wach zuerhalten. Da, endlich in der höchsten Not, nahte die Rettung Gegen 11 1hr, nachdem die Schiffbrüchigen in dieser schrecklichen Lage 7 Stunden umbergetrieben waren, bemerkte der von Rendsburg nach Amsterdam be ftimmte englische Dampfer Coquet" ihre Not und nahm die bereits aänzlich Erstarrten an Bord; man befand sich da auf balbem Wege zwischen Weser- und Nordernen- Feuerschiff. An Bord des Engländers fanden die Schiffbrüchigen sehr freundliche Aufnahme und sorgsame Pflege. Der„ Coquet" dampfte nach Amsterdam und gab dort die Schiffbrüchigen ab.
Jm Tripolisfrieg.
wird in gewohnter Weise fortgewurstelt. Nach italtentschen Berichten wurde von Tobrut aus eine türkische Karawane beschossen, die die üblichen schweren" Verluste erfitt, und nach türkischen Angaben haben italienische Griegsschiffe etne fleine Ortschaft an der frischen Küste beschossen.- Die Friedensaussichten stehen augenblicklich so schlecht wote nur je. In der Türket denkt man nicht daran, die bekannten italienischen Forderungen auch nur für diskussionsfähig zu halten; der dem Großwesir nahestehende Tanin" knüpft sogar an dte wteder einmal aufgetauchte Meldung von einem gemeinsamen Schritt der Mächte zugunsten einer Friedensvermittlung die Frage, ob Europa einen Serenzzug gegen die Türket vorbereite. Eine gemeinsame Attion fet zwar notwendig, aber sie müsse in Rom einsehen. Den Türken vorschlagen, Tripolis gegen Geld aufzugeben, hieße ihnen einen Fauftschlag versehen. Wenn die Mächte einen solchen Vorschlag machen, würde dies, anstatt den Krieg zu beenden, einen tausendmal schrecklt= cheren Krieg entfachen. Ferner wird nachträglich be= fannt, daß sich mehrere titrkische Senatoren in der ge= Helmen Senatssitung, in der schließlich die Zustimmung atr Kammerauflösung gegeben wurde, erst durch be= stimmte Versicherungen Mahmud Schemfet Bafchas von der Besorgnis befreien Iteßen. daß die Pforte die parla= mentslose Bett benußen wolle, um sich in Friedensver= Handlungen mit Italien einzulassen.
Handel und Verkehr.
Erhöhung der Rohienpreise. Der Beirat des heintsch- Westfälischen Kohleninnbifats befchloß am Montan cine Preiserhöhung für Kohlen im Rahmen von 25 Pfennigen bis zu einer Mark, mobet zu bemerken ist, daß die Preise für die fleineren Nußförnungen noch etwas darfiber find. Für Hochofenfots, Kohle und Brt= fetts murden die Bretie um eine Mart pro Tonne und für die übrigen Rofsforten ebenfalls um eine Mark pro Tonne erhöht.
bltzende blauen Augen sah Einen Augenblick herrschte Schweigen, während betde Männer sich mit den Augen maßen.
Dann klang des Fremden metallische Stimme: ,, Du erkennst mich doch, Bodo?"
Der Freiherr wurde so bletch wie das Battisttuch, das er in der Hand trug.
Nach einiger Zeit erst brachte er mühsam einige Worte hervor, indem sein stierer Blick immer auf den vor ihm Stehenden gerichtet war: „ Ich
Ehre?"
verstehe nicht was verschafft mir die
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,,, sollte Deine warmherzige brüderliche Bärtlichfeit auch nach Jahren der Trennung nicht den Bruder noch erkennen?"
Der Baron zitterte jetzt auffällig und mußte sich auf den Sessel, vor dem er stand, niederlassen.
Bon beiden Herren unbemerkt, war unter der PorHere des Einganges zum Nebenzimmer Harald von Dieskau erschienen.
Auch sein wülstes Gesicht zeigte bet dem, was er hörte, ein Gemisch von Staunen und Schrecken, und fetne Bestürzung wurde nicht geringer, als er erfannte, welche Wirkung das Erscheinen des geheimnisvollen Fremden und dessen mehr als seltsame Aeußerungen auf seinen Bater hervorbrachten.
" Erscheint Dir die Nemesis in Detnes Bruders Gestalt?"
Der Baron war durch das unerwartete so gänzlich gelähmt, daß er vergebens zu sprechen versuchte. " Was ist aus meinem Kinde geworden?" Ich verstehe gar nicht," murmelte der zum Tode erschrockene Mann.
( Fortsetzung folgt.)


