Ausgabe 
23.11.1912 Zweites Blatt
 
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Gießener Zeitung

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( Neueste Nachrichten)

werteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­gabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Rittwochs und Samstags.

weg 83.

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Redaktion: Selters­

Für Aufbewahrung oder Rücksendung idt verlanater Manuifrinto minh

lartnäckige Kopfschmerzen, liederzittern, ngstgefühle,

Expedition: Seltérsweg 85.

DEIN WECKRUF

an alle Kranken u. Elenden!

Warum verkürzen Sie Ihr Leben? Warum leiden Sie Schmerzen?

Warum sind Sie arbeitsunfähig?

Warum verzichten auf Freuden des Daseins?

Lesen Sie dies und Ihnen wird geholfen werden!

eigung zu geistigen Getränken, chlaflosigkeit,

lattigkeit,

ufgeregtes Wesen, Unruhe, chnelle geistige Ermüdung,

Sie leiden vielleicht seit Jahren oder seit Monaten, ohne zu wissen, was Ihnen eigentlich fehlt. Vielleicht bemerken Sie eines der folgenden Anzeichen an sich oder auch mehrere zugleich:

Nachlassen des Gedächtnisses, Schwindelanfälle und Ohnmachten, Verdauungsstörungen, Epilepsie, Veitstanz,

Ziehen und Reißen in den Gliedern, Taubwerden einzelner Hautstellen, Zucken in den Augenlidern, Herzklopfen,

Miẞlaunigkeit,

Schwere und lebhafte Träume, Ohrensausen, Gähnkrämpfe, Schreckhaftigkeit,

Blaue Ringe um die Augen, Gelbe Hautflecke,

besonders an den Schläfen usw.

Wenn es eines dieser Leiden ist, das Sie plagt, so ist es ziemlich sicher, daß Ihre Nerven überanstrengt sind. Man nennt das Nervenerschöpfung oder Neurasthenie.

Eine frohe Botschaft für alle Leidenden!

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Dr. Arthur Erhard

G. m. b. H.

Berlin 35

nete die Angerufene weinerlich. " So lauf, da hast Du Geld, und hole welches. Nach­Swenn Du kommst, gibts Suppe,- hörst Du, heiße Suppe, die wird Dir aber schmecken, mein Bretelchen." Das Mädchen ließ einen Jubellautt hören und eilte, rasch es die viel zu großen Socken gestatteten, davon, in furzer Zeit mit einem Talglicht zu erscheinen. Röschen hatte eben ihre Suppe ausgepackt, und Bretel, sowie deren Schwester legten die feuerroten, arrten Händchen um den noch heißen Topf, um sich wärmen. Die Kinder streckten die schen, vor, Ser Suppe datmeten behaglich den Duft, we sie Freude trömte; fie blinzelten sich vergnügt

dem bevorstehenden Genuß konnte man ihnen von Lächelnden Gesichtern ablesen.

Röschen wandte sich der auf dem ärmlichen Lager sgestreckt liegenden Kranken zu. Diesewe war noch so alt, als man nach deren Aussehen schließen

h- to

Zahlreiche Arzte, darunter amtlich angestellte, ferner Universitätskliniken, Krankenhäuser und Kurver­waltungen, sowie viele tausend Leidende aller Be­völkerungsklassen bestätigen, daß bei diesen Leiden

Dr. Erhards Visnervin

von ausgezeichneter, alle Hoffnungen übertreffender Wirkung war. Es enthält die durch die Überan­strengung der Nerven im Übermaße verbrauchten Stoffe, es kräftigt sie wieder, macht sie wieder leistungs­fähig und ist mithin kein Reizmittel für erschlaffte und kein Betäubungsmittel für überreizte Nerven, sondern ein wirkliches, natürliches Stärkungsmittel. Es wirkt auf die Nerven, wie eine warme, kräftige Suppe auf einen erfrorenen und verhungerten Menschen, während die Wirkung vieler anderer sogenannter Nerven­mittel eher der von geistigen Getränken oder Kaffee ähnelt, welche die Kräfte vorübergehend auffrischen, aber sie dann nur um so mehr erschöpfen.

Denn wachten fich die drei auf den Weg.

Bitte wenden!

we: unterdes vollständig dunkel geworden, die Kinder froren in ihren dünnen Kleidchen. Es nette in großen Flocken, dazu blies ein eisiger Wind von Morden her, der den Schnee durcheinander wirbelte, fo daß man taum sehen konnte.

Asscher ging eiligen Schrittes dahin, so daß die Kinder ein Stückchen zurückblieben. Sie tämpften sich mihsam durch den tobenden Sturm.

Einige Straßen waren schon durchwandert, als Röschen plötzlich eine wohlbekannte, geliebte Stimme vernahm. Freudig durchzuckte es ihr Herz, doch die Freude wandelte fich rasch in herben Troß. Denn nicht liebreich, sondern tadelnd flang es aus Hermann Bächt­ners Munde an ihr Ohr:

Ja sehe ich denn recht Du hier? Was machst Du denn zu solcher Stunde und bei diesem Wetter noch auf der Straße? Und ganz allein? Wo willst Du denn bin?"

Er bemerkte die beiden kleinen Mädchen nicht die

( Gießener Tageblatt)

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telephon Nr. 362.

24. Jahrg.

teral in Frage. Gewisse politische Kreise ma­ehr eifriger Weise Propaganda für eine Kan­des in Brüssel lebenden Prinzen Viktor Na­

Vom Balkankrieg.

nstantinope I, 26. Nov. Die türkischen und en Bevollmächtigten hielten eine Kon Morgen findet die letzte Konferenz statt. In gen Sitzung erklärten die türkischen Bevollmäch­wollten von der Uebergabe Adrianopels nichts Es wird geglaubt, daß die Verhandlungen ab­sind und die Feindseligkeiten wieder aufge­werden.

Friedensbedingungen der Balkan­sind vor wenigen Tagen rundweg abge worden. Wenn trotzdem neue Verhand­1 über Waffenruhe und Frieden begonnen ha­eweist das nur, daß die vier Balkankönigreiche i jetzt wesentlich abgemilderte Bedingungen an­haben. Danach scheint die Erschöpfung und ebedürfnis der Ballanverbündeten jetzt größer als das der Türkei. Ungeheuren Verlust : Bulgaren bis jetzt erlitten. Von 300 000 at die bulgarische Armee ein volles Drittel, 000, an Toten, Verwundeten und durch Seu­fungen verloren.

m, 25. Nov. Der Corriere d'Italia" erhält aro die Nachricht, daß österreichische Truppen ndet seien. 11 000 Soldaten sind im Hafen oso angekommen und 6000 andere haben sich ro an Land begeben. Außerdem lief in der n Sonntag ein von Triest tommender trans­er Dampfer Cattaro an. Er führte 10 000 1 Bord, die sich in vollkommener Kriegsaus- efanden. Die Besatzung der Forts am Ein­5 Hafens von Cattaro befindet sich jetzt in 4- ärfe.

türkische Minister des Aeußeren erklärte zu n Verhandlungen mit Bulgarien: Die Türkei r stark modifizierte Vorschläge diskutieren, die seien undiskutierbar, jetzt, nach den Waren Er­i Tschataldscha noch mehr als vorher. fia, 25. Nov. Die jüngst einberufenen Re­s Jahrgangs 1913 werden nach genügender Die ing zum Kriegsschauplatz abgehen. Adrianopels unternahm gestern einen neuer­sfall gegen den südlichen Teil der bulgarischen igsarmee, wurde aber zurückgeschlagen.

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n unbemmert um döschens Aufenthalt ihren sezten.

hörte das Mißtrauen aus jedem seiner Borke, ý auch gar teine Mühe, es zu verbergen. hmerz über diese Erkenntnis zog sich ihr Herz ohne Grund 1, er er mißtraute ihr loßen Schein hin.

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; war ein Hauptzug ihres Charakters. Ce ß ein Wort non ihr die Sache aufklären muß­ber trozig biß sie die Lippen zusammen, ub ige Gefunden wartlos vor ihm. scatete thr Echweigen für Schurobemastfel, ) etwas#venger als vorher flanzen fetame Nun, wikt Du mir nicht sagen, was Dich sa unde hierher führt, ich habe ein Recht, es an

ich öffnete fich der fleine, traßige Mund: Ber­zeihe, Hermann, ich ich habe Eile, da mein Bormund nicht wissen darf, daß ich noch ausging und ich infolge dessen vor ihm wieder zu Hause sein muß."

Wohl ahnte sie, daß diese Worte sein einmal rege, gewordenes Mißtrauen noch steigern mußten, doch was tats? Im Gefühle ihrer Unschuld ging alles andere unter. Außerdem fehlte aut längeren Erörterungen wirklich die Zeit und die frierenden Kinder taten tr leid. Sie durften nicht nach länger warten.

Er hielt fic auch nicht auf, als sie mit einem tacaen: Gute Nacht, Hermann, werde ich bald etwas von Dir hören?" an ihm vorkberhuschte.

Fast zornig klang sein Gruß, jo däuchte es r Einen Augenblick schien es, als wolle er thr folgen, unschlüssig stand er eine 28eile in dem niederwallenden Schnee, dann drehte er sich turz um und eilte meiter,

Röschen verfolgte indes in entgegengefeßter ich ung den Weg. Noch eine Straße und sie stand vor einem großen, massiven Haufe mit verschiedenen Türez, a ( Fortsetzung lot)] jede sine Aufschrift trug.

Eine Herbstfahrt nach Venedig.

Cine Derbstfahrt nach Benedig.

Von Felig Baumann.

Gn Berlin drohende Regenwolfen, in München unaufhör­

licher Regen, in Innsbrud

ein nerameifelter Rampf

ſchriffem fiff fich in emegun Trient liegt noch im Schlummer, als die Lokomotive mit mond ſteht noch

folgen

schnell

Wasserfall der Fersina das Auge,

aufeinander, hinter

Gine Herbstfahrt nach Benebig.

Monte Alto fesselt der

steil uno hoch am Flußbett hin. Brian Be

fultur­

Marienburg des Südens heiten des Suganatales ab, denn in der Ferne wird die historische Interesse den Geist von den landschaftlichen Schön­Berienburg fighthar zieht sich

die alte

auch hier

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sich in Italien befindet. höfen von Castelfranco und Veneti mertt man, daß man bemerkbar, und an dem Leben und Treiben auf den Bahn­Auch das Efelchen vor dem zweirädrigen Narren wird schon

Weinberg an Weinberg, prachtvolle schwere Trauben.