syrische Truppen find in Jsmid eingetroffen. Sie sollen nach der europäischen Küste übergesetzt werden, um die Tschataldschatruppen zu verstärken.
Konstantinopel, 21. Nov. Der„ Jkdam" erflärt: Die Ergebnisse der Erkundung gestatten, anzu nehmen, daß die Bulgaren derart ermüdet sind, dak sie die Feindseligkeiten nicht fortsetzen können und sich zurückgezogen haben, um Verteidigungsstellen zu beziehen. Große Kälte und viel Schnee sollen die Truppenbewegungen erschweren.
Wien. Wie die Reichspost" aus Stutari mel det, hat der montenegrinische General Martinowitsch die am Sonntag in der Station St. Giovanni di Medua
eingegangenen österreichisch- ungarischen Post sa ce nach Slutari beschlagnahmen lassen. Der Dampfer „ Karlsbad" wurde in Stutari von Montenegrinern durchsucht.
::: Der deutsche Badearzt Roth- Reichenhall iſt in das bulgarische Kriegslager zur Bekämpfung der Cholera berufen worden.
Belgrad, 22. Nov. König Peter trifft morgen nachmittag in Belgrad ein. Es ist geplant, dem voni Kriegsschauplatz heimkehrenden König einen be= sonderen Empfang in der Stadt zu bereiten. Ein Festzug wird dem Könige das Geleit in die festlich geschmückte Stadt geben. Auf dem Bahnhofe werden sich zum Empfang des Königs die Prinzessin Helene, der Neffe des Königs, Prinz Paul, und nach dem bis= herigen Programm, ferner sämtliche Mitglieder der Regierung, die Gesandten Rußlands, Bulgariens u. Griecheniands, der Metropolit und die Spitzen der Behörden einfinden.
* Berlin, 21. Nov. Wie die„ Nordd. Allgem. 3tg." meldet, ließ die serbische Regierung hier amtlich mitteilen, daß sie die Rechte der Konsul n in dem Umfange, wie sie bisher bestanden, in dem von Serbien besetzten Gebiete anerkennt und sich mit der Entsendung eines österreichisch- ungarischen Kommissars nach Prizrend einverstanden erklärte.
Wien, 22. Nov. Die deutsche Regierung übernahm nicht nur den Schutz der deutschen Juden, iondern auch aller derjenigen Juden in Saloniki, die türkische Staatsangehörige sind.
Politische Rundschau.
Deutschland.
Erzherzog Franz Ferdinand ist Freitag vormittag in Berlin auf dem Anhalter Bahnhof eingetroffen. Der Kaiser, der vom Neuen Palais tam, hatte sich zum Empfang auf dem Bahnsteig eingefunden; ferner die Herren des Hauptquartiers, der Gouverneur von Berlin, Generaloberst v. Kessel, Reichstanzler von Bethmann Hollweg, Staatssekretär von Kiderlen- Wächter, der österreichisch- ungarische Botschafter Gref v. Tzögyeny- Marich, die Herren der Botschaft und Polizeipräsident von Jagow. Eine Kompagnie des Kaiser Franz- Garde- Regiments Nr. 2 erwies die militärischen Ehren: sie war mit Fahne und Musik aufmarschiert, Die direkten Vorgesetzten waren bis zum fommandierenden General v. Löwenfeld anwesend. Um 12 Uhr fand zu Ehren des Erzherzogs Frühstücstafe! beim Kaiserpaar statt. Nach der Frühstückstafel begaben sich der Kaiser und der Erzherzog im Automobil zum Lehrter Bahnhof, von wo um 2.10 Uhr die Ab= fahrt nach Springe erfolgte.
Desterreich.
* Wien, 22. Nov. In der österreichischen De legation wurde heute erklärt, daß der nächsten Delegation, die im Jahre 1913 in Wien stattfinden wird, eine Vorlage wegen eines Kredites in Höhe von 300 Millionen Kronen zum Bau von vier neuen Dreadnoughts vorgelegt werden würde.
Die österreichische Delegation hat nach kurzer Debatte das Heeresbudget angenommen. Die Schlußsitzung findet heute statt.
::. Budapest. Die Erben des Barons Bernyałowics haben einen Prozeß gegen Kaiser Franz Josef angestrengt. Gegenstand des Prozesses sind 21 große Dörfer in Bosnien und Herzegowina, welche den Vorfahren von Bernyałowic durch eine von dem Kaiser Leopold 1664 gestiftete Urkunde geschenkt wurden, falls Bosnien wieder einmal an Desterreich= Ungarn fallen würde. Das sei durch die 1908 erfolgte Annektion geschehen, wodurch der Rechtsanspruch be= gründet sei. Der Fiskus bestreitet die Rechtsgiltigkeit der Schenkung.
Italien.
Der König von Italien hat ein Defret n terzeichnet, durch das ein Ministerium der Ko Lenien eingerichtet und der Deputierte Pietro Bertolini zum Kolonialminister ernannt wird. Dem Kolonialministerium werden Tripolis, die Cyreneika, Eretria, italienisch- Somaliland und die Protektoee über Nordsomaliland unterstehen.
Leciferrin
England.
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* London, 21. Nov. Unterhaus. Der Unionist W. Jonyson Hids wiederholte heute seine Frage, ob am Abend des 14. Oktober ein Zeppelin- Luftschiff über Sheerneß geflogen ist. Der Marineminister Churchill erwiderte, er habe Nachforschungen anstellen lassen, und in Erfahrung gebracht, daß am 14. Oktober, ungefähr um 7 Uhr abends, ein unbekanntes Luftfahrzeug über Sheerneß„ gehört" worden sei. Um den wiederauftauchenden Gerüchten von der Fahrt eines 3ep pelinluftschiffes über den Befestigungen von Sheerneß ein Ende zu bereiten, hat Graf Zeppelin am Mittwoch von Friedrichshafen aus an die„ Daily Mail", die be= sonders stark von der deutschen Spionenfurcht befallen ist, folgendes Telegramm gesandt:" Steines meiner Luftschiffe hat sich der englischen Küste am Abend des 14. Ofteber genähert. Graf Zeppelin."
Spanien.
• Madrid, 22. Nov. Der König genehmigte die Einbringung eines Gesezzentwurfs, wonach der Familie des ermordeten Ministerpräsidenten Canalejas eine Pension von 30 000 Pesetas gewährt wird.
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Amerika.
::: New York. Die Verwaltung des CarnegieStiftungsfonds bietet 25 000 Dollars Jahrespension für frühere Präsidenten der Vereinigten Staaten oder ihre nicht wieder verheirateten Witwen an, solange von der Regierung keine Vorsorge getroffen ist.
Aus aller Welt.
::: Koblenz. Der Fuhrmann Peter Dreser aus Manen erschoß nach voraufgegangenen Streitigkeiten auf offener Straße seinen Schwager mit einem Jagdgewehr. Der Mörder ist entflohen.
::: Mannheim. Das Luftschiff Schütte Lanz stieg zu seiner 50. Fahrt auf. Aus diesem Anlaß war es reich beflaggt. Die Fahrt ging über Mannheim nach Worms, Darmstadt, Heidelberg und zurück. Das Luftschiff war während der ganzen Fahrt mit der Halle durch Funkentelegraphie verbunden. An Bord befanden sich außer der Besatzung mehrere Herren der Militärprüfungskommission. Die Landung erfolgte glatt nach einer Fahrtdauer von drei Stunden. Der Postadjunki Wunderlich aus Mußbach unterschlug amtliche Gelder in bisher festgestellter Höhe von 10 000 Mart. Er wurde verhaftet.
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Berlin. Oberbürgermeister Wermuth ist auf Präsentation des Berliner Magistrats durch kaiser= lichen Erlaß auf Lebenszeit in das Herrenhaus lichen Erlaß auf Lebenszeit in das Herrenhaus berufen worden.
::: Berlin. Der Landgerichts direktor Lehman, der frühere langjährige Vorsitzende der 4. Strafkammer des Landgerichts 1, ist gestorben. Er leitete seinerzeit den Moltke- Harden- Prozeß.
liehen und dem Kaiserlichen Rechnungsrat Bicel in Windhuk( Deutsch- Süd- Westafrika) laubnis zur Annahme und zum Tragen des Deutschen Kaiser verliehenen Kronen- Ordens teilt.
Ernannt wurden vom Großhero Oberlehrer an dem Gymnasium zu Bensheim for Ferd. Bodenstein zum Oberlehrer a Realgymnasium und der Oberrealschule zu 61 der Oberlehrer an dem Gymnasium Fridericia Laubach Professor Albrecht Kullmann lehrer an dem Gymnasium zu Bensheim und den amisassessor Walther Schonebohm zu 6i zum Oberlehrer an dem Gymnasium Friderician La u ba ch, ferner den Anstaltsarzt an der strasanstalt Butzbach und dem Landeszuchthave rienschloß Dr. Frizz Kullmann zum Kreiser Kreis gesundheitsamtes Lauterbach unter Verlei Charakters Medizinalrat".
n Gießen. Die Lahn und Wiesed gegenwärtig wieder starkes Hochwasser.
e Butzbach, 21. Nov. Jm Alter von 8 ren ist der Großh. Hess. Gendarmerie- Oberwot Joh. Lepper in Butzbach, plötzlich an Altes che gestorben.
1 Gießen. Zur Fortbildungsi pflicht für Mädchen, die aus der Vollsju lassen sind, ist die hiesige Handelskammer auf einer Umfrage zu folgender Entschließung gelme Sie verkennt durchaus nicht die Wichtigkeit eine terten und vertieften Ausbildung auch für die ve Jugend; sie kann aber die allgemeine 3wangfa dungsschule nicht als den geeigneten Weg zur E ung des an sich begrüßenswerten Zieles anseha er mit zu vielen und zu schweren Nachteilen son
die Mädchen selbst als auch für deren Arbeitgeles bunden ist. Sollte gleichwohl die Regierung Fortbildungsschulzwang bestehen, dann sind die lichen Bestimmungen so abzufassen, daß die lätize störenden Eingriffe der Pflichtfortbildungsschule in gewerblichen Verhältnisse überhaupt vermieden d nigstens auf ein Mindestmaß beschränkt werden. D diesen Zweck von der Kammer ausgearbeiteten schläge sollen den übrigen hessischen Handelslan zur Prüfung in gemeinsamer Beratung unterbreat den.
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Hess. Gauverband gegen der tobolismus. Am Mittwoch abend sprach in füllten Saale des Hotels Schütz Herr Dr. Wil Jena über„ Alkohol und Judendpflege." Im an die bereits in Deutschland geübte Jugendpfleg der Redner, daß wir den Begriff„ Jugendplea ter fassen müssen. Wir haben darunter die Füring Voltes für seine aufwachsende Generation ohne sicht auf das Alter zuverstehen. Jedes Jahr p in Deutschland 2 000 000 Kinder geboren. E letzten Jahren nimmt jedoch diese Zahl stetig of schlimmert wird diese Tatsache durch die steigend, dec totgeborenen Kinder und der Sterbefälle im Lebensjahre( 350 000). Wohl hat der Staat bi Gründung von Säuglingsheimen helfend eing genügend hat jedoch dieser Schuh nicht gewirt gegenwärtigen wir uns die Kinderarmut in milien. Viele Mütter, die infolge ihrer Abfe von einem trunksüchtigen Vater nicht fähig fin Kinder zu stillen, denken wir ferner daran, wie Mütter durch Biergenuß eine Alkoholvergiftung Kinder im zartesten Alter herbeiführen, so müssen zugestehen, daß die Säuglingssterblichkeit zum Teil seine Ursache im Alkohol hat. Genau diese ::: Altona. Während der Abwesenheit der Mut- stände hatte man vor 80 Jahren in Norwegen. ter sind drei Kinder im Alter von 3 bis 7 Jahren verbrannt. Der Brand ist, wie es scheint, durch das Spielen mit Streichhölzern entstanden.
::: Berlin. Im Jahre 1911 sind in Berlin nicht weniger als 2000 fleine Wirtschaften einge= gangen. Die Ursachen dieser Erscheinung sind sehr mannigfach; in erster Linie ist es die allgemeine mißlide wirtschaftliche Lage. Als ihren größten Feind aber betrachten die Gastwirte den vielgeschmähten Kientopp, der ihnen die Kunden des Abends fortziehe und dadurch die Einnahmen derartig beschneide, daß sich der Betrieb kaum mehr lohne. Nicht nur im engeren Berlin wird, so schreibt die„ Nat.- 3tg.", diese ständig zunehmende Gastwirtschaftspleite beobachtet, sondern auch in den Vororten und in den Provinzortschaften friselt es im Klein- Gastwirts gewerbe ganz bedenklich.
::. St. Gallen. Von einem ganz entfernten Verwandten in Südafrika, von dessen Existenz er nicht einmal eine Ahnung hatte, hat der Mechaniker Fischer in St. Gallen, ein Deutscher, 7 Millionen Frs. erben können. Den Mann hat dieser Goldregen nicht aus der Fassung gebracht; er geht heute noch seiner Beschäftigung nach und ist bedächtig daran, sich ein schö= nes, fomfortables Haus zu bauen. Der Erbonkel" soll im ganzen 160 Millionen hinterlassen haben.
::: Wien. Dem„ Fremdenblatt" wird aus Bula berichtet, daß die bekannten Getreidehändler und Reeder im Hafen von Braila die Gebrüder Komia, nach Hinterlassung von 2½ Millionen Schulden flüchtig gegangen sind. Der Zusammenbruch ist eine Folge des Ballantrieges.
::: Paris, 19. Nov. Bei der gestrigen Versteigerung des Nachlasses der im Rhein bei Düsseldorf erfruntenen Schauspielerin antelme wurden für ein Perlenhalsband 75 300 Francs gelöst.
Aus Stadt und Cand.
Der Großherzog hat dem Landrat des Kreises Kreuznach v. Nasse das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen
ver=
da dieser Staat der nüchternste Europas gewo fennt man bei 1000 Geburten nur noch 70 G Werfen wir einen Blick in die 35 000 Si Deutschlands, die geistig minderwertige Kinde Mädchen, für das Leben erziehen sollen. Fo dieser armen Wesen beweist uns die traurige Alkohols. Betrachten wir die Trinkerstammbi wird uns flar, wer die Jrren, Epileptischen un denanstalten füllt. denanstalten füllt. Auf die außerordentliche übrigen Darbietungen des Redners einzugehen 311 wei: führen. Wer von den Zuhörern den objektiv geprüft hat, der wird haben bekennen daß nur jene Rettungsarbeit wahren Schuh kann, die vollkommene Feindschaft gegen den auf ihre Fahne schreibt. Hingewiesen sei nur die traurigen Kapitel„ Alkohol und Kindermiz gen. Alkohol und Prostitution".
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s Darmstadt. Durch Entschließung G zoglichen Ministeriums des Innern ist dem ung vom 1. Ottober 1912 an wieder in den Dia Landesversicherungsanstalt zurückgekehrten Schieds felreiär Philipp Scherf( bisher in Gießen), nehmigung erteilt worden, die amtliche Benennu visor" zu führen.
):( Homburg v. d. H. Der Antrag de Bad Homburg v. d. H." ist vom Kaiser von auf Aenderung des Namens Homburg v. d. genehmigt worden.
Blutbildend, Nervenstärkend, Appetitanregend. Vorzüglich für die Allgemeinernährung, speziell bei Nervosität u. in der Rekonvaleszenz Bringt rosige Wangen und blühendes Aussehen.
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