pfangen und zur Villa Hügel geleitet. Es wurden verschiedene Werkstätten der Gußstahlfabrik und die Wohl fahrtseinrichtungen besichtigt. Heute wird der Prinz bie Kruppschen Anlagen in Rheinhausen in Augenschein nehmen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 23. März 1912.
n Gießen. Es ist wahrscheinlich, daß Dr. Cool, der Nordpolfahrer, welcher in den Monaten April und Mai in Deutschland Vorträge über seine Nordpol Ent deckung halten wird, auch nach Gießen tommt. Die Vorträge werden durch Lichtbildervorführungen eigener Aufnahmen Dr. Coofs illustriert.
n Gießen. Angesichts der guten Einnahmen in der Probefahrzeit( täglich etwa 70 mt.) hat sich nach Blättermeldungen die Automobilfirma Büssing bereit er flärt, den Autobusverkehr Gießen Wie sed- Altenbuse c für zwei Jahre auf eigene Rech nung ohne jede Garantie der Gemeinden zu übernehmen.
n Gießen, 23. März. Jm Stadttheater wurde gestern Abend das Lustspiel„ Die fünf Frank furter" gegeben. Das Gesamtspiel war ausgezeichnet, die Dekoration im 2. Aft sehr nett. Fräulein Bettina Brehm als alte Großmutter Gudula wußte mit ihren 5 Söhnen Anselm( Herr Boll), Nathan( Herr Bruch witz), Salomon( Herr Norden), Karl( Herr Grosser) und Jakob( Herr Rappeport) die vielen heiteren Stellen tref fend zu charakterisieren. Das Stück ist gut und verdient weitere Beachtung.
o Friedberg. Das 75jährige Bestehen des hes fischen Predigerseminars wird am 27. März festlich begangen. Zugleich findet die Entlassung der Kandidaten statt.
o Hungen. Kurz vor dem ohne Schranken be findlichen Uebergang zwischen Bellersheim und Trais Horloff bemerkte der Lokomotivführer eines Zuges ein mit einem Pferde bespanntes Gefährt, auf dem der Besitzer saß und das gerade den Uebergang passieren wollte, als die Lokomotive heranbrauste. Der Führer gab sofort Gegendampf, fonnte es aber nicht verhindern, daß der hintere Teil des Wagens noch erfaßt und der Lenter, sowie sein Pferd durch den Anprall auf die Seite geschleudert wurden. Sie famen mit dem Schrecken und ohne bedeutende Verletzungen davon.
haben beschlossen, am 31. März wegen Lohnforderungen in den Ausstand zu treten.
A 13'e y. Geradezu gräßlich hat der Kreis Alzey unter der Maul- und Klauenseuche zu leiden. Von den 49 Ortschaften, die der Kreis umfaßt, sind zurzeit 17 durch die Seuche gesperrt, also ein starkes Drittel des ganzen Kreises. Dazu kommen 16 Dörfer, die als Beobachtungsgebiet erklärt sind und die daher auch mehr oder minder durch die Sperrmaßregeln gehindert sind. Aller Handel und Wandel stockt in den Seuchengebieten, in vielen Dörfern herrscht die Seuche schon Monate lang. Der Schaden, den die Bauern dabei haben, ist sehr bedeutend.
s Darmstadt. Der Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen beschloß in seiner letzten Hauptversammlung die Errichtung eines Lupusheims in Gießen, des ersten in Deutschland, und beschloß weiter zum Grunderwerb, Bau und Errichtung des Heims, daß der Betrag von 155 000 mt. perausgabt und bei der Landesversicherungsanstalt für das Großherzogtum Hessen ein zu 3½ Prozent verzinsliches Darlehen zur Deckung der Kosten aufgenommen werde. Es sind 14 Betten 2. Klasse zu 3 Mt. und 12 Betten 1. Klasse zu 6 Mt. vorgesehen. Von zuständiger Seite sind Beihilfen aus dem Fonds für gemeinnützige Zwecke in Aussicht gestellt und auch vom Zentralkomitee für Lupusbekämpfung sind Zuschüsse zugesagt worden.
o Trais Horloff. Im Bergwerksbezirk der Grube Friedrich" soll mit dem Tagabbau von Braunfohlen begonnen werden. Dabei sollen Baggermaschi nen zur Anwendung kommen. In einer Tiefe von 20 bis 35 Metern wurden mächtige Kohlenlager festgestellt. o Alsfeld. Zur Hebung der Schafzucht in Oberhessen fand hier eine Schafzüchterversammlung statt. Redner war Sekretär Schwarz Gießen, der die großen Vorteile der Schafzucht hervorhob. Tüchtige Schäfer müß ten durch eine dreijährige Lehrzeit herangebildet werden. Wie sehr die Schafzucht in Oberhessen abgenommen hat, geht daraus hervor, daß es 1860 über 150 000 Schafe in Oberhessen gab, 1910 waren es nur noch rund 40 000 Stück.
o Heldenbergen. Ein 40jähriger Weißbin der, der zu dem um 5 Uhr nach Vilbel abfahrenden 3ug zu spät eintraf, wollte auf den bereits in Fahrt befindlichen Zug aufspringen. Er glitt vom Trittbrett ab und geriet unter die Räder, die ihn zermalmten.
r Wetzlar. Die hiesige Freiwillige Feu erwehr fann im nächsten Jahre auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum soll in feierlicher Weise begangen werden.
):( Marburg. Dem Direktor des zoologischen Instituts, Prof. Dr. phil. Korschelt, wurde der Titel Geheimer Regierungsrat verliehen.
):( Hartenrod( Westerw.). Der Wunderdoktor Ditomeit verzieht Ende dieses Monats von bier und hat eine Wohnung in Gießen gemietet, wo er praktizieren will. Dort hat er schon längere Zeit verschiedene Sprechstunden eingerichtet und großen Zulauf gehabt, mehr als hier, wo man den Tag über immer noch 30-50 Personen, an Sonntagen doppelt, zählte. Die Gebühr betrug hier 2 Mt. pro Person.
::: 65 Jahre treuer Dienste bei der selben Familie. Dieser Tage starb im 89. Lebensjahre Fräulein Christine Kreu 3, nachdem sie nicht weniger als 65 Jahre hindurch ununterbrochen als Röchin und Kinderwärterin im Dienste einer und derselben Familie Schuss Kortenbach gestanden und sich bis vor acht Tagen noch immer unermüdlich in leichterer häus licher Arbeit betätigt hatte. Die Verstorbene stammte aus Burbach im Ober- Westerwald.
s Darmstadt. Zur Erinnerung an den Kapitänleutnant Ludwig Fischer, der im vergangenen Jahre als Kommandant des Unterseebootes„ U. 3" in der Kieler Bucht den Heldentod starb, wurde am 20. März in Gegenwart des Großherzogs und des Prinzen Adalbert von Preußen im Hof des hiesigen Realgymnasiums, dem der Verstorbene als Schüler angehört hatte, ein Gedenkstein feierlich enthüllt. Das Denkmal, das aus Spenden von Freunden und Kameraden, sowie von Schülern der Anstalt errichtet wurde, zeigt eine Bronzemedaille Fischers. In den Sockel ist eine Plakette ein gelassen, auf der ein Unterseeboot abgebildet ist.
s Mainz. Die organisierten Rapitäne, Schiffer, Matrosen, Steuerleute der oberrheinischen und niederrheinischen Schiffahrtsgesellschaften( etwa 6000 Mann)
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::: Eine Postanweisung über 1 Pfg., die im September vorigen Jahres unter Nr. 25 511 auf dem Postamt 61 in Berlin von einem unbekannten Absender eingezahlt wurde, hat der Postverwaltung viel Arbeit gemacht. Es handelt sich augenscheinlich um eine Ulksendung, der Adressat verweigerte die Annahme, um die 5 Pfg. Bestellgeld zu sparen. Die Bostanweisung wurde öffentlich aufgeboten, was die Tätigkeit von nicht weniger wie sieben Postbeamten erforderte. Jetzt ist nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist dieser herrenlose Pfennig dem Reichspostsäckel als außerordentliche Einnahme zugeführt worden.
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::: Siamesische 3 willinge in Vilbel. Die zusammengewachsenen Zwillinge weiblichen schlechts, die am 7. Januar dieses Jahres in Vilbel das Licht der Welt erblickten und jetzt schon über 2 Monate alt sind, erregen das größte Interesse der Aerzte aus der ganzen Umgegend. Die Kinder sind Kopf gegen Kopf zusammengewachsen, sodaß die Köpfe beinahe nur eine Fleischmasse bilden, und nur eine fletne Vertiefung zeigt das Ende der Körper an. Die beiden Körper bilden beinahe eine gerade Linie, nur neigen dte Köpfe etwas nach rechts und links, ihre ganze Länge ist zirka 90 Zentimeter. Es ist ein eigenartiger Anblick, die kleinen unglücklichen Geschöpfe in einem großen Bett liegen zu sehen, in dem sie sich recht munter umschauen, aber eins das andere nicht sehen fann. Sie werden mit der Flasche aufgezogen und ha ben sich in den zwei Monaten schon recht gut entwickelt. Es fann als feststehend angesehen werden, daß jedes der Kinder ein eigenes Hirn hat, denn es kommt öfter vor, daß das eine schläft, während das andere munter sich schaut und mit den Händchen spielt. Die Eltern einer ehrbaren Handwerkerfamilie sind in banger Sorge um die Zukunft der Kleinen. Man kann sich den Fall gar nicht ausdenken, wenn z. B. das eine Kind gehen fernen wollte, so müßte das andere auf dem Kopf des anderen mit den Beinchen nach oben stehen. Die Aerzte stehen nach wie vor vor einem Rätsel. Eine Trennung bedeutet voraussichtlich den Tod, denn es kann nicht festgestellt werden, ob zwei Schädeldecken oder nur eine gemeinsame vorhanden ist. Aber ein Weiterleben in diesem Zustande muß gänzlich ausgeschlossen erscheinen. Nach dem Bekanntwenden dieser Mißbildung besonders in Frankfurt tamen sehr viele Personen, besonders Aerzte hierher, um sich die Kinder anzusehen, so daß die Eltern durch den vielen Besuch in ihrem Erwerbsleben gehindert wurden und sich gezwungen sahen, den Besuch von einer kleinen Vergütung abhängig zu machen. Letzthin hatte der Hessische Aerzteverein in Frankfurt eine Zusammenkunft im Städtischen Krankenhaus. Diese Gelegenheit benutzte Herr Sanitätsrat Dr. Malcy von Bilbel, der bei den Kleinen Geburtshilfe geleistet hatte, um sie mit ihren Eltern im Auto zur Besichtigung nach Frankfurt zu schaffen, wo sich die Aerzte über das Problem der Trennung aussprachen, aber zu keinem Resultat kamen. Anfang April sollen die Kinder bei der Versammlung des Frankfurter Aerztevereins auch diesem vorgeführt werden, um dort auch mit Röntgenstrahlen untersucht zu werden. Die ganzen Veranstaltungen und Untersuchungen haben bis jetzt noch zu feinem greifbaren Resultat geführt, und die Eltern gehen mit dem Plane um, durch eine Ausstellung in Frankfurt die Kinder einem größeren Publikum zugänglich zu machen.
):( Wiesbaden. Der„ Nass. Viehhändlerverein" hat beschlossen, den Wiesbadener Mittwochsviehmarkt ab 1. Mai 1912 zu boykottieren. Zuwiderhandlungen werden mit 20 Mr. Konventionalstrafe für jedes an- oder verkaufte Stück Großvieh bestraft. Ursache ist die am 10. Februar 1912 vom Magistrat erfolgte Ablehnung eines Gesuches des Vereins, den Antrieb von Großvieh auf die Freitags- und Montagsmärkte zu beschränken. Die Ablehnung dieses Gesuches erfolgte auf Grund eines Gutachtens der Metzgerinnung. In den Metzgerkreisen herrscht wegen des Boykotts große Aufregung.
Kathreiners. Malzloffun ist maintliches Morly und Priun onbounin nicht. Mom laffe sich durch das öhnliche Aussehen nicht täuschen.
):( Kreuznach. Auf dem Hunsrück herrscht seit zwei Tagen starter Schneefall. Auf Anregung der Regierung hin befreite das bischöfliche Generalvikariat die Inhaber und Arbeiter der durch Biehseuche gesperrten Gehöfte von der Pflicht des Kirchenbesuches.
):( Niederlahnstein. In diesem Jahre hat man auch hier den Versuch mit sog. studenttschen Arbeiterfursen gemacht und zwar mit gutem Erfolg. Eine große Zahl Arbeiter haben sich zu dem ersten Kurse angemeldet.
Iwei Urkunden
über die Qualität:*
Rol. Sachs Staatspreis Der Int. Hygiene Husft Dresden 1911.
DERARBEIT
Goldene Medal Ofideutsche Zustellung Polen 1911
SALEM ALEIKUM"
und
SALEM GOLD"
( Goldmundstück)
Cigaretten
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Preis
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::: Kunstfo hte. In Zukunft wird es keine Kohlenstreits mehr geben, die imstande wären, das ganze wirtschaftliche Leben einer Nation brach zu legen, so schreibt J. T. Armstrong an leitender Stelle des„ Daily Expreßz" in einem Aufsatze, der gerade zu dieser Stunde geeignet ist, ein lebhaftes Echo zu finden, denn er weist den Weg zur Lösung der Kohlenfrage; er gibt uns die Möglichkeit, unsere bisherige Abhängigkeit von der Kohle völlig aufzuheben. Seit furzem besteht in Amerifa eine Gesellschaft, die gebildet wurde, um ein neues Patent auszunuzen, ein Verfahren, durch das es möglich wird, Petroleum in fester Form als Brennstoff zu verwenden. Die Erfindung, die unter dem Namen Armstrong- Mordan- Verfahren bereits schützt ist, ermöglicht es, etwa 6 Prozent Petroleum mit 90 Prozent Strohresten, Abfällen, Sand und Kohlenstaub zu vermengen, und damit wird ein fester Brennstoff gewonnen, der in der Form an Briketts gemahnt, im übrigen aber bei weitaus billigerem Preise eine ungleich höhere Heizkraft entwickelt als die Kohle. Mit Hilfe des Armstrong- Mordan- Verfahrens sind wir in wenigen Stunden imstande, Petroleum in einen festen, stetig brennenden Heizstoff zu verwandeln, von dem eine Tonne ebenso viel Hitze hervorbringt, als drei Tonnen der besten Kohle. Die großen wirtschaft- lichen Möglichkeiten und die Billigkeit dieses Petroleumbrandes erklären sich durch die Stoffe, die hier zu Brenn
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