Sellerswe
Bib480-240
Numm
21 Juni 1912.
Löwer& Bechstein, Giessen
Neustadt 4
En gros
vormals Ph. Wagner
Ecke Bahnhof- und Marktstrasse
Telephon 484
Glas-, Porzellan- und Steingutwaren, Haus- und Küchengeräte
En detail
Spezialität: Brautausstattungen. Hotel- u. Wirtschaftseinrichtungen.
Bekanntmachung.
Es wird empfoh'en zu kochen:
Knorr- Grünfernsuppe
Montag
ienstag
"
Mittwo
R- issuppe Knorr- Eierriebelesuppe
Königinsuppe
Knorr- Erbsensuppe
Don erstag
2
Freitag
Sonnabend
"
Sonntag
Spargelsuppe
norr- Rumfordsuppe
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la. sauren Rabm
garantiert frei von Ver: didung mit In versendet in Kannen und Dosen Molkerei Fulda.
Der Generalvertrieb der Luftpostmarken und Luftpostkarten
für die Stadt Giessen
befindet sich
Seltersweg 83, mittlerer Laden
Die Reichspostverwaltung
bat das Weiterbesteben der Luftpost am Rhein und Main
genehmigt.
L.d
Illustrierter
Wochen- Anzeiger
Welt- Rundschau.
Bezugspreis fürs Vierteljahr 1 Mark durch die Agenten, 1,20 Mark durch die Post und 1,50 Mark direkt unter Kreuzband.
Stadt- Anzeiger.
100 Mark Prämien erhalten unsere Abonnenten laut unseren Bedingungen.
Expedition: Gießen, Seltersweg 83.
回
P³1
L.J
Inserate die 44 mm breite Petitzeile 25 Pfg.; Reklame die 90 mm breite Petitzeile 50 Pfg. Extra Beilagen nach Uebereinkunft.
Die ersten Nordlandreisenden.
enn der moderne Mensch, umgeben von aller Bequemlichkeit und Fürsorge einer hochgesteigerten Neisekultur, auf einem der eleganten Schiffe des„ Norddeutschen Loyd" heute dem hohen und höchsten Norden zufährt, sollte er auch seiner ersten Vorläufer auf jenen Pfaden nicht vergessen, für welche die gleiche Fahrt noch ein Wagnis auf Leben und Tod war. Besonders für die aus dem Mittelmeer stammenden alten Seefahrer müssen sich auf den unerforschten Wegen der Nordmeere tausend Schrecken erhoben haben.
Die frühesten von ihnen sind zweiffellos die Phönifer gewesen, die im äußersten Nordwesten das für die Bronzebereitung damals doppelt wertvolle Zinn und die köstliche Meeresbeute des Bernsteins suchten. Sie fannten ihre
Fundstellen
in
Britan
nien( Scillyinseln, Corn
wall) und an
den deutschen Küsten, hüteten sie auch als ein Geheimnis und Monopol jahr
Homer zu seiner Bekanntschaft mit dem Lande der Mitternachtssonne gelangt sein. So wie er den Bernstein wiederholt erwähnt, so weiß er auch von dem Land der Lästrygonen.
Ebenso fommt Odysseus zu den Kimmeriern am Ende des Ozeans, deren Land niemals von der Sonne bestrahlt wird, die immer in Nacht und Nebel tappen, was deutlich der nordischen Winternacht entspricht. Auch das an einer andern Stelle der homerischen Gesänge ausgesprochene Unvermögen, Ost und West zu unterscheiden, erklärt sich aus den Sonnenverhältnissen des hohen Nordens. Jm 8. Jahrhundert vor Christo muß also die von den Phönifern gewonnene Kunde
Der Dampfer ,, Großer Kurfürft" des Norddeutschen Lloyd in der Adventbai( Spitsbergen).
hundertelang. Um von ihrer Nachspürung abzuhalten, berbreiteten sie allerlei erfundene Sagen, Fabeln und Uebertreibungen von den Schrecknissen, Unbilden und Ungeheuern, die jenseits der Säulen des Herkules den Schiffer auf dem Meere erwarten sollten, aber auch wahre Mitteilungen über die hochnordische Natur waren darunter, die ihre Kenntnis derselben unzweideutig verraten. So entdeckte der Orientalist Oppert eine Inschrift des assyrischen Königs Asurnazirpal( 883-860 v. Chr.), worin steht, daß seine Leute( Phöniker, die ihm unterworfen waren) bis an ein Meer vorgedrungen seien, wo der Nordstern im Zenith stehe, und daß sie dort im Wasser einen Stoff gefunden hätten, der fast wie Kupfer ausgesehen habe. Der dunkelrostige Ueberzug des unbearbeiteten Bernsteins ist damit treffend bezeichnet. Nur durch phönifische Quellen fann auch
vom äußer sten NordwestenEuropas zu den Joniern und damit in die griechische Dichtung gelangt sein. Außerordentlich aus
gebaut und
geistvoll vertieft hat dieselbe dann zur Zeit Alexanders des Großen,
um 325 v. Chr., ein gelehrter Forscher aus Massilia ( Marseille), einer Pflanzstadt der kleinasiatischen, seetüchtigen Phofäer, Pytheas mit Namen, der schon durch Beobachtungen von Ebbe und Flut, am Polarstern und durch genaue Berechnung des Breitengrades seiner Vaterstadt mittels eines Gnomons( Sonnenzeigers) sich einen Ruf gemacht hatte. Er ist der erste Nordlandreisende in der Weltliteratur und hat seinen Fahrtbericht in einer Schrift ,, Ueber den Ozean" niedergelegt. Wenn man das Ergebnis der weiten gelehrten Erörterungen darüber zusammenfaßt und abflärt, so fuhr Pytheas in Tagfahrten von je 500-1000 Stadien( je nach der Schwierigkeit der Schiffahrt) von Massilia um Spanien herum nach dem Keltenlande, an die Westküste der Bretagne und trat dort von der Insel Urisame, dem heutigen Quessant, seine Fahrt nach Britannien


