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der Konsumenten durch die Kohlenproduzenten zu be­zeichnen. Die Erhöhung der Bergarbeiterlöhne, die die Breissteigerung zum weitaus größten Teil erforderlich machen, wird dabei als unwesentlich hingestellt, wenn nicht gar überhaupt bestritten. Gewöhnlich werden die Anschuldigungen gegen die Zechenbesitzer ohne jeden Ver­such irgend eines Beweises in die Welt hinauspofaunt. Durch diese Kampfmethode hofft man bei der großen Maße der Kohlenverbraucher Stimmung gegen die Roh lenwucherer" und Schlotbarone" zu machen.

In letzter Zeit findet man aber in den sozialdemo­Iratischen Zeitungen auch hin und wieder Ausarbeitun­gen ihrer wirtschaftlichen Mitarbeiter, in denen auf Grund der Jahresbilanzen und der in den Geschäftsbe­richten der Berwerlsgesellschaften enthaltenen Mitteilun­gen der Versuch gemacht wird, unter Anwendung drei­ster Entstellungen und Berdrehungen die Berechtigung der Anschuldigungen darzutun. Es dürfte wohl ange­bracht sein, einmal näher zu zeigen, mit welchen Mit­teln solche Beweise von den sozialdemokratischen Wirt­schaftspolitikern geführt werden.

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Ein lehrreicher Zechenbericht", so lautet die Ueber schrift eines vor kurzem im Vorwärts"( Nr. 133) ver­öffentlichten Artikels, durch den der Verfasser an Hand des Geschäftsberichts der Zeche König Ludwig" angeb­lid) zeigen will, welche Rüdsichtslosigkeit gegen die Roh­len und Kolsverbraucher die neuerliche erhebliche" Syn­dikatspreiserhöhung bedeutet." Einleitend werden nächst die Bergarbeiterlöhne im Ruhrrevier im allgemei­nen erörtert. Eine generelle Lohnerhöhung sei bisher noch nicht eingetreten, obgleich schon am 1. April die höheren Kohlenpreise in Kraft getreten seien. Jm 1. Vier­teljahr 1912 hätten die Durchschnittslöhne der Ge­samtbelegschaft noch 4 Pfg. unter den im 4. Quartal 1907 gezahlten Löhnen gestanden. Auch sei bei den für den Monat März festgestellten Löhnen noch der den nichtstreifenden Bergleuten bewilligte Lohnzuschlag von 10 Prozent mit verrechnet, sonst würde die Differenz noch größer sein.

Alle diese Behauptungen sind unzutreffend. Amt­liche Feststellungen über die im 2. Quartal 1912 ge= zahlten Löhne liegen zwar noch nicht vor, doch kann es feinem Zweifel unterliegen, daß auch in diesem Quar­tal eine nicht unerhebliche Lohnerhöhung eingetreten ist. Die Verwaltung der Zeche König Ludwig be= merfi in Bezug auf die Entwickelung der Löhne: Seit April ist eine weitere Steigerung der Löhne zu verzeich= nen, und wenn nicht im März der Streit ausgebrochen wäre, der in die Aufwärtsbewegung störend eingriff, würden sie heute schon höher sein, als im 4. Quartal 1907. Eine weitere Lohnerhöhung wird zweifellos ein­treten". Die Arbeitswilligenprämien sind in den Königlichen Oberbergamt Dortmund ermittelten Löhnen

nicht enthalten.

vom

In dem Artikel werden sodann die Kohlenförde­rung, die Zahl der beschäftigten Arbeiter und die Leist­ung der Arbeiter je Schicht der Jahre 1907, 1910 und 1911 in Vergleich gestellt. Während die Arbeiterzahl von 1907 bis 1911 von 5157 auf 4919 gefallen sei, sei die Kohlenförderung von 1,14 Millionen Tonnen auf 1,23 Millionen Tonnen und die Arbeitsleistung je Schicht von 0,895 Tonnen auf 1,025 Tonnen gestiegen. Dazu wird nun in dem Artikel geschrieben: Die För­derung stieg also bei gleichzeitiger Verminderung der Ar­beiterzahl infolge erheblich verstärkter Aus­nutzung der Arbeitskräfte und technischer Betriebsverbesserungen. Höhere Leistungen, ge­suntener Lohn. Darin dokumentiert sich die Lehnanarchie im Bergbau.

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Der Schreiber des Artikels hat man fann nur annehmen, daß es absichtlich geschehen ist eine Be merkung der Verwaltung auf Seite 3 des Geschäftsberichts unterdrüdt, der diese Folgerungen des Artikels schlagend widerlegt. Es ist an der betreffenden Stelle ausgeführt, daß allein durch bessere Einrichtungen unter und über Tage, planmäßige Aus und Vorrichtungen und technische Verbesserungen die Gesamtarbeitsleistung erhöht und die Selbstkosten ver­ringert sind. Dabei ist ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Hauerleistung, die im Jahre 1907 2,07 on­nen und im Jahre 1911 2,08 Tonnen betragen hat, fast dieselbe geblieben ist.( 3m 1. Quartal 1912 ist die Hauerleistung auf 1,95 Tonnen zurüdgegangen.) Daß

| bei unveränderter Leistung der Hauer, die über die Hälfte der Belegschaften ausmachen, auch die Leistung der übrigen Arbeiter nicht gestiegen ist, liegt auf der Hand. Wenn die Gesamtleistung so wesentlich gestiegen ist, so liegt es allein daran, daß sich die Zahl der im Schichtlohn beschäftigten Arbeiter im Verhältnis zu den Hauern vermindert hat. In der Tat tamen im Jahre 1907 auf 100 Rohlenhauer 131 sonstige Arbeiter, Jahre 1911 dagegen nur 100 andere Arbeiter. Diese Verminderung fonnte nur erreicht werden durch eine wesentliche Verbesserung aller technischen Einrichtungen, die naturgemäß mur durch Aufwendung und richtige Anwendung großer Kapitalien möglich war. ( Fortsetzung folgt.)

Aus Stadt und Land.

im

Gießen, 20. Juli 1912. n Der Landesverband Hessen des Deutschen Frauen- Vereins vom Roten Kreuz für die Kolonien ist schon zu einer fräftigen Stütze des Gesamtvereins geworden. Bald wird seine erste Schwester wohlausgerüstet und ausgebildet die Aus= reise in die Kolonien antreten können. Außerdem hat der junge Landesverband nunmehr Badekuren für er­holungsbedürftige Schwestern, die von aufreibender Tä­tigkeit aus den Kolonien heimkehren, in Bad- Nauheim eingerichtet. Diese Schwestern fönnen auf Kosten des Landesverbandes im Viktoria- Heim Aufnahme finden. Das Viktoria- Heim steht unter dem Protektorate Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Viktoria Battenberg und ist außerordentlicher Zweigverein des Alice- Frauenvereins für Krankenpflege im Großherzog­Hessen. Es ist zunächst der rührigen Tätigkeit der Ab­

Don

teilung Offenbach zu verdanken, daß die für den Auf­enthalt in dem Kur- und Erholungsheim für Rote Kreuz- Schwestern nötigen Mittel zur Verfügung stehen. Möchten sich immer mehr Frauen Hessens bereit jin­den, an den nationalen und segensreichen Aufgaben des Landesverbandes mitzuarbeiten!

s Darmstadt. Einer der Hauptanziehungs punkte des Akademischen Turn- und Sportfestes win wohl die Hochschul- Staffette bilden, zu der der Groß­herzog einen Kranz gestiftet hat und die zwischen Gie Ben, Heidelberg und Darmstadt zum Austrag fomme wird. Die Mannschaften haben sich schon einem ernste Training unterzogen und haben bereits gute 3eiter erzielt. Es werden 500 Meter in 5 Etappen mit fe gendem Start gelaufen. Die Ueberreichung des Kranzes an die siegende Mannschaft wird auf dem Kommer erfolgen.

Aus aller Well.

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):( Velden. Hier wurde die Gastwirtin He in dem nahen Orte Gebensbach von einem Handwerks burschen ermordet und beraubt.

):( Münster i. W., 19. Juli. Während eines Stonzertes im Schloßgarten wurden drei Damen DO einem Blitzschlag getroffen. Zwei wurden tödlich ver letzt, eine erlitt leichte Brandwunden.

Vergebung

Nachfteben Integerichtsg pel auf den M panzung befti

Berordnung

Los 2 51

::: Sorau, 19. Juli. In dem Städtchen Triebe selbst angelegten Brunnen. Ein Freund von ihm mach bei Gorau stürzte ein Brunnenbauer in einen von ihm en werden. sich daran, ihn zu retten, wurde aber von demselben model und 8 Schicksal betroffen. Hierauf eilte der Eigentümer des entergeftelle. Brunnens, ein Bierverleger, herbei und stieg tro de Warnung der Anwesenden in den Schacht. Auch er wurde erblendung au von den giftigen Gasent betäubt. Schließlich holte man bandstein. die Feuerwehr, die alle drei nur als Leichen bergen Zeichnunge

fonnte.

Los 2a

egen bon Don

::: Kiel, 19. Juli. Das Torpedoboot G. 112 banbüro, Ofe kam gestern abend beim Nachtangriff vor den Bug infit of M. Schiff essen" und wurde in der Höhe der Borrat reid hinteren Turmes gerammt. Leider sind bei dieſem Un suben. Die glüdsfall drei Mann der Bootsbesatzung ums Leben geldfrei) mi gekommen. Es sind dies der verheiratete Maschin fungstermin, Schachtschneider, dessen Frau in Rüftlingen bei Wrmittags 11 helmshaven wohnt, der Matrose Böschen aus Ueber den. städt bei Gestemünde und der Heizer Pfeiffer aus Jena Sufchlagsf Das Boot wird nach Kiel geschleppt. Der Unfall e Gießen, eignete sich auf der Höhe von Rügen.

Gießener Ruder Regatta.

Die Vorbereitungen zu der am 28. Juli auf de Vergebung

* Fahrpreis Ermäßigung für Jung­deutschland Vereine. Für das Gebiet der und preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft der Reichseisenbahnen ist den dem Bunde Jungdeutschland angeschlossenen Vereinen für Fahrten im Interesse der Jugendpflege Fahrpreisermäßigung ge= währt worden. Bei den von diesen Vereinen veran­stalteten derartigen gemeinschaftlichen Ausflügen werden Lahn dahier stattfindenden 16. Regatta der Gießene Mit Erm jugendliche Personen, welche das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und die leitenden erwachsenen Rudergesellschaft 1877 sind im Gange, ein reges Trenzen, Abteilu bent herrscht auf beiden Ufern der Lahn, wo Zelte eiten für die Versenen( bei je 10 Jugendlichen ein erwachserer Füh­rer) in der dritten Klasse der Personenzüge( ausgebaut werden, um die diesesmal zweifellos besonder nik zu Gi zahlreichen Zuschauer zu bergen und zu bewirten. tom 16. Juni nahmsweise auch in Eil- und Schnellzügen) zum hal­ben Fahrpreis befördert. Die Ermäßigung, wel­Die diesjährige Regatta, die größte die Gießen bis Berordnung bo che einem Verein höchstens 12 mal im Jahr gewährt her gesehen hat, verspricht besonders interessant zu we ageidrieben: wird, ist von dem Verein bei der Abgangsstation zwei den, da nicht weniger als 22 Rudervereine, darunte solche aus Berlin und Hamburg ihr Erscheinen 3ug Tage vorher zu beantragen unter Beifügung einer Be­scheinigung, welche für die dem Hessischen Landesver= fagt haben und insgesamt fast 300 Ruderer am 27. u 28, Juli in 26 Vor- und 14 Hauptrennen starten we bande Jungdeutschland angeschlossenen Vereine von der den. Mit Rücksicht auf den zweifellos sehr großen betreffenden Bezirksleitung auszustellen ist.( Die aus­führlichen Bedingungen für die Fahrpreisermäßigung brang empfiehlt es sich rechtzeitig für Einlaßtarten können von den Bezirksvorständen wie von der Georgen.( Näheres besagt unser demnächstiges Infer schäftsstelle des Landesverbandes Jungdeutschland in sowie die Anschlagsäulen und Tafeln.)!! Darmstadt bezogen werden.)

n Gießen, 19. Juli. Die Stadtverordnetensitz- ung beschäftigte sich in ihrer letzten Sizung mit der Frage der Anlage eines neuen Viehmarkt­plazzes, da der jetzige Platz aus veterinärpolizeilichen Gründen nicht mehr benutzt werden darf. Es wurde fast einstimmig beschlossen, den Viehmarktplatz auf die Lahninsel beim Elektrizitätswerk zu verlegen. Gleichzeitig faßte man den Beschluß, der Frage der Einrichtung eines ständigen Fettviehmärktes näher zu treten.

o Treis a. d. Lda. Der Nachtwächter Johannes Pfeil wurde von einem Personenzuge überfahren. Er war sofort to t.

o Offenbach, 19. Juli. In der heutigen Sth­ung der Stadtverordneten wurde Beigeordneter Eiß nert( Soz.), dessen Amtsperiode zum 1. Oktober d. J. abläuft, wiedergewählt. Es wurden 28 Stimmen ab­gegeben; davon entfielen 23 Stimmen auf Eignert, 5 Stimmzettel waren unbeschrieben.

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30. Juli d ureiden

Bulalags Gießer

Die ganze Gießener Regatta wird also dieses M sehr interessante Rennen bringen: alte erprobte Man schaften treten in Konkurrenz. Erfreulich ist es, daß i Akademischen Vierer auch die Gießen Rudergesellschaft sich um den s. 31. von der Gießen Universität gestifteten Herausforderungspreis mit wirbt. Die Gießener Ruder- Gesellschaft hat eine Man fchaft für dieses Rennen, welche fleißig trainiert und der Berliner Arminia" nicht leicht machen wird. eine selbstverständliche Pflicht hat es unsere Gießen Ruder- Gesellschaft gehalten, daß sie den JeanKir Breis( gestiftet von der Familie Kirch) dem leß Sieger von 1910( Weilburger Ruder- Berein) trei Drogist Boca

macht. Hoffentlich mit Erfolg. Auch bei den beiden a deren Rennen: Zweier ohne Steuermann und Junic Vierer stellt die Gießener Rudergesellschaft gut trainie Mannschaften. Der Besuch der diesjährigen Rega fann darum besonders dem Gießener Publifum mur stens empfohlen werden.

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