Die Festveranstalterin.
Die Feftveranstalterin.
Die Peter- Pauls- Festung.
throp auf sie zu, und nun gings im beschleunigten Tempo zum Den Schein wie ein Panier schwingend, eilte Mrs. Win
in ihrer Versunkenheit den
Becher sinten lassen, und die rötlichen Tropfen floffen mie cin
mit Rotipeinlimonade gefüllten
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Gießener Zeitung
( Neueste Nachrichten)
Bezugspreis 40 pfg. monatlich verteljährlich 1,20 Mt.. vorauszahlbar, irei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Stücksendung nichi perlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.
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Nr. 58.
Telephon: Nr. 362.
Politische Rundschau.
Deutschland.
Berlin, 19. Juli. Wie eine Berliner Korrespondenz wissen will, haben die Ausschreitungen der schweizerischen Soldaten bei dem Streik in Zürich die Befürchtung erweckt, daß beim Besuch Kaiser Wilhelms in der Schweiz die Sicherheit des Monarchen vielleicht nicht hinlänglich verbürgt sei. Es erscheint deshalb möglich, daß der Besuch im Hinblick auf diese Befürchtung eine gewisse Einschränkung erfährt.
Die deutsche Kronprinzessin, die seit vorgeStern mit ihren Kindern in dem mecklenburgischen Ostseebade Heiligendamm weilt, wo auch ihr Bruder, der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin, seit einiger Zeit sein Hoflager aufgeschlagen hat, machte gestern nachmittag in Begleitung des Großherzogs auf der alten Raijerjacht„ Komet" Segelfreuzfahrten, als die Hochseeflotte in Sicht fam. Die Jacht begleitete die Flotte eine Zeit lang und wollte in Heiligendamm die Gäste. wie der absetzen. Plötzlich kam ein starker Gewitter= turm auf, sodaß die Jacht zurückkehren und die Kron prinzessin und ihre Begleitung in Warnemünde an Land gehen mußten. Das auf der Mole zusammengeströmte Bublikum brachte der Kronprinzessin und dem Großherzog lebhafte Huldigungen dar.
Prinz Waldemar von Preußen traf aus Moskau in Petersburg ein und begab sich in das Winterpalais.
Die verwitwete Großherzogin Augusta ka roline von Mecklenburg- Strelitz, Prinzessin von Großbritannien und Irland, vollendete am 19. Juli das 90. Lebensjahr.
* Staatssekretär Dr. So If ist mit seiner Gemahlin in Swakopmund eingetroffen. Es wurde ihm ein herzlicher Empfang zuteil, die gesamte Bevölferung hatte sich versammelt, um ihn zu begrüßen. Die bayerische Kammer der Abgeordneten lehnte mit großer Mehrheit den Gesezentwurf betreffend den Beitritt Bayerns zur Lotteriegemeinschaft
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mit Preußen und dem dazu gehörigen Staatsvertrag ab. Mit großer Mehrheit stimmte dagegen das Haus dem Ausschußantrag zu, daß die Staatsregierung dem Landtag tunlichst bald eine Vorlage über die Einführung der banerischen Landesklassenlotterie vorlege.
Frankreich.
Paris, 19. Juli. In der Nähe von Corsika ist der französische Torpedobootszerstörer„ Kavalier" infolge eines Zusammenstoßes entzweigeschnitten worden und der größte Teil der Mannschaft ist ertrunken.
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.)
XX.
Herr Devereur in Sedan befand sich in großer Aufregung. Mit der Morgenpost war ein mit unbehilflichen Buchstaben geschriebener Brief an ihn gelangt, welcher alle seine Berechnungen und alle Mühe, die er sich um den Verkauf der Bazeiller Fabrik und der Villa gegeben hatte, über den Haufen warf. Durch das Ausbleiben der Briefe von Bordeaux hatte sich die Angelegenbett allerdings in die Länge gezogen, jetzt aber trat ein neuer Faktor zu Tage, der den Verkauf fener Grundftücke ohne neue Einwilligung unmöglich machte. Der Erbe des verschollenen Bourlier meldete sich in dem Briefe, der in Vadelincourt aufgegeben worden war.
Bemühen Sie sich gütigst zu mir, Herr Notar, da tch außer Stande bin, zu Ihnen zu kommen," schrieb der Briefsteller. Ich erfahre, daß Sie Fabrik und Villa verkaufen wollen, die meinem Vater gehören. Gegen Letteres protestiere ich und muß Sie bitten, sich darüber mit mir ins Einvernehmen zu setzen. Sie finden mich, Weinberg Nr. 3. Ihr ergebener Olivier Bourlier." Devereux nahm nochmals das Billet vom Tisch und Hielt es an seine furzsichtigen Augen.
Also Olivier lebte, Olivier der Totgeglaubte, der Tollkühne, der Franktireur- Oberst, der Patriot, um den fich noch in Sedan ein förmlicher Sagenkreis gebildet hatte, und dazu noch in größter Nähe Sedans!
" Aber welch' entseßliche Handschrift hat er sich im Exil angewöhnt," brummte der Advokat, die Schriftzüge betrachtend, sollte hier am Ende eine Täuschung vorliegen? Ich werde der Sache auf den Grund gehen. Gefahr fann auf alle Fälle nicht dabei sein, und eine Fahrt in der frischen Winterluft wird wir gut iun."
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Expedition: Seltersweg 83.
Samstag, den 20. Juli 1912.
England.
London, 19. Juli. Bei Lloyds hat das Versicherungsgeschäft gegen Ausbruch eines Krie= ges einen auffälligen Aufschwung genommen. Beträchtliche Versicherungen wurden abgeschlossen: zu sechs Guineen für 100 auf 12 Monate gegen das Risiko eines Krieges zwischen Deutschland, England und Frankreich. Im Unterhause werden 99 000 Pfd. Sterling für die Vermehrung des Mannschaftsbestandes und 1500 für Schiffsbauten 296 000, für Schiffsmaschi= nen 315 000, für Geschütze 54 000, für Munition und Torpedos 97 000, für Anschaffung von Luftschiffen 20 000 Pfund Sterling gefordert.
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* London, 19. Juli. Als der Minister des Innern MacKenna gestern in Caerleon in der Grafschaft Monmouthshire den Grundstein zu einer neuen Schule legte, sprang eine Stimmrechtlerin von hinten auf ihn zu, ergriff ihn beim Rockfragen und schüttelte ihn heftig. Die Angreiferin wurde der Polizei übergeben.
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Dublin, 19. Juli. Während der Premier minister, der gestern abend hier eintraf, von der Menge freudig begrüßt durch die Straßen fuhr, warf eine Frau ein Beil gegen den Wagen. Nach einem Bericht verfehlte das Beil das Ziel, nach einem anderen wurde Mr. Redmond über dem Auge verletzt. Am Schluß einer Vorstellung im Varieteetheater, in dem Premierminister Asquith heute sprechen wollte, warf eine Frau aus einer Loge einen brennenden mit Del getränkten Stuhl ins Orchester, der den Vorhang der Loge in Brand setzte. Die Frau entkam. Unter den Zuschauern brach eine große Panik aus, die sich erst legte, als das Theaterpersonal den Brand gelöscht hatte.
* Dublin, 19. Juli. Die Polizei verhaftete 8 Anhängerinnen des Frauenstimmrechts, die an den gestrigen Vorfällen beteiligt waren. In ihren Wohnungen fand man Schießpulver, Petroleum und andere entzündliche Stoffe.
Schweden.
* Balestrand, 18. Juli. Der Kaiser ar= beitete heute früh allein und machte vormittags einen Spaziergang an Land. Am Nachmittag erfolgte die Fahrt mit dem„ Sleipner" nach Framnäs, wo im Jahre 1913 die Aufstellung der Frithjof- Statue stattfindet.
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Türkei.
Konstantinopel, 19. Juli. Heute früh 1½ Uhr griffen a cht italienische Torpedoboote die Dar
Der alte Herr nahm einen Mietwagen und fuhr nach Vadelincourt. Im Dorfe angekommen, stellte er fein Fuhrwerk beim Wirt zur Turteltaube ein und be= gab sich wohlgemut auf den Weinberg Nr. 3. Man zeigte ihm den Weg nur mürrisch und mit argwöhnischem Gesicht. Endlich erbot sich ein junger Mensch in grüner Bluse, ihn zu führen und schritt, mit einem dicken Knüttel bewaffnet, voraus.
Es ging tüchtig bergan. Herr Devereux schnaufte gewaltig beim Steigen. Endlich kam das Ziel thres Marsches in Sicht, ein einsames Winzerhaus zwischen Trümmern und Haufen von Stecken. Die Hütte war sorgsam verschlossen, die Fensterläden zugezogen. Nur ein dünner Rauch, welcher aus der Esse aufstieg, die gewissermaßen an das Häuschen angeklebt war, verriet, daß hier Menschen lebten.
Der Bursche pochte mit dem Knüttel an den Fensterladen. Eine Klappe öffnete sich und ein Frauenkopf mit frausem, schwarzen Haar und braunem Gesicht guckte heraus.
Was bringst Du, Pierre Pie?" „ Einen Herrn aus Sedan. Er wünscht den Mann zu sprechen."
" Heißt er Devereur?" fragte die Frau. " Ja, so heiße ich!" rief der Advokat.„ Devereur, Notar der Republik."
öffnen," jagte
„ Dann werde ich öffnen," sagte die Braune und schloß die Klappe.
„ Das ist Euer Glück," meinte Pierre Pie mürrisch. „ Weshalb glaubt Ihr wohl, daß ich diesen Prügel mitgenommen habe?"
„ Um Dich darauf zu stützen."
" Fehlgeschlagen! Um Euch damit das Fell zu gerben, wenn Ihr ein Spion gewesen wäret, wie sie hier herum nach verften Patrioten suchen und diese den Prussiens vectmen."
( Gießener Tageblatt)
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Telephon Nr.: 362.
24. Jahrg.
danellen an. Die türkischen Festungswerke schlugen den Angriff erfolgreich ab. Dabei sind zwei italienische Boote gesunken und die übrigen sechs beschädigt worden.ap
Konstantinopel, 19. Juli. Tewfik Pascha hat sich auf abermalige dringende Vorstellungen mit Rücksicht auf das Bombardement der Dardanellen bereit erklärt, das neue Kabinett zu bilden.
* Konstantinopel, 19. Juli. Hier geht das noch unbestätigte Gerücht herum, daß die italienische Flotte heute morgen die Dardanellen wieder angriff. Die Beschießung der Dardanellen dauert noch fort. Die Befestigungen werden heldenhaft verteidigt.
Fe 3, 18. Juli. Das ganze Dukkala- Ge= biet zwischen Marrakesch, Mazagan, Asemmur und Amerrebia befindet sich in Aufruhr.
Japan.
* Aus Tokio und gleichlautend auch aus Petersburg kommen private, aber doch zuverlässige Nachrichten, daß Rußland und Japan einen Vertrag unterzeichnet haben, der fast als ein Bündnis der beiden Länder anzusehen ist. Der Vertrag gibt Japan volle Aktionsfreiheit in der Süd- Manschurei, während Rußland seine Vorrechte in der Mongolei aufrecht
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hält. England soll nach der Mitteilung des„ New- York Herald" seine Zustimmung zu dem Vertrag gegeben haben, wofür ihm volle Rechte in Tibet zugesichert werden. Wie weit das letztere richtig ist der Vertrag käme dann einer beginnenden Aufteilung Chinas gleich bleibt abzuwarten.
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Amerika.
New York. Blättermeldungen aus Washington werden die Unionstaaten die kritische Auslegung des Hay- Pauncefote- Vertrages annehmen, wonach amerikanische wie fremde Schiffe die gleichen Gebühren zu zahlen haben.
Angriffe der sozialdemokratischen Presse auf den Kohlenbergbau.
Aus dem rheinisch- westfälischen Industriebezirk wird uns geschrieben:
Wenn bei eintretender Besserung der Wirtschafts= lage die in 3eiten ungünstiger Konjunktur ermäßigten Kohlenpreise wieder herausgesetzt werden, so pflegen die sozialdemokratischen Zeitungen diese ganz natürliche und berechtigte Maßnahme bei ihren Angriffen auf die Zechenbesitzer quszunutzen und als eine Ausplünderung
" Dann danke ich Dir für die Begleitung," sprach Devereux unbehaglich.„ Was bin ich Dir schuldig?"
„ Nicht einen Centime," erwiderte der tücktsche Bursche. Daß ich Euch führte, geschah der hübschen Madelon zu Liebe."
Er polterte den Berg hinunter. Madelon, welche die Tür öffnete, rief ihm, Schön Dank!" nach.
Devereur betrachtete die Person mit großem In tereffe. Sie war in der Tat eine hübsche Erscheinung. Er folgte der tokett hintänzelnden Frau. Gleich zur Rechten öffnete sie eine Türe. In der halbdunklen Stube auf einem alten Lehnstuhl, den rechten Arm in Bandagen, saß Olivier, der Erleutnant Bourlier.
„ Ste leben also wirklich, das ist wie ein Wunder!" rief Devereux freudig aus. Ich beglückwünsche Sie und drücke Ihnen meine herzliche Befriedigung aus. Aber sagen Sie nur, wie das geschehen konnte, trotzdem man Ste- 4
„ Allgemein tot glaubte," führte Olivier die Rede hines Gastes fort, indem er ihn an seiner Seite zum Niederseßen einlud.„ Es geschah durch einen Irrtum, den meine schlaue Madelon absichtlich erregte. Als die Preußen abzogen, nachdem sie unsere Fabrit in Trümmer gelegt hatten, schlich sich dieses treue Wesen auf den Hof, um nach mir zu forschen. Sie fand mich sehr bald, aber in welchem Zustande! Die Schufte hatten mich aus dem dritten Stockwert hinausgestürzt, und ich lag mit zerbrochenem Bein und Arm, mit eingefnickten Rippen regungslos da; aber ich lag auf einem Haufen von Samtlumpen, welchen man auf dem Hofe beim Aufräumen der Lagerfeller zusammengeworfen hatte. Das war mein Glück gewesen, denn auf dem Pflaster des Hofes wäre ich gänzlich zerschmettert worden, auch schützten mich die weichen Hadern vor den Geschossen der Gewehre und die Kanonen bestrichen den Boden nicht.
( Fortsetzung folgt.)


