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Redaktion.

Gießener Zeitung

Bezugspreis 40 Pfg. monatlich

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( Neueste Nachrichten)

verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig­ausgabestellen viertelfährlich 90 Pfg.- Erscheint Redaktion: Selters­Mittwoche und Samstag8. weg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H.

Nr. 6.

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Telephon: Nr. 362.

Reichstagswahlen 1912.

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- Zur Stich wahl im Wahlkreise Gießen­Nidda. Der Reichsdeutsche Mittelstands- Verband er­sucht uns, zur Kenntnis der hiesigen Wählerschaft zu bringen, daß der Kandidat der Wirtschaftlichen Vereinig= ung, Herr Oberlehrer Dr. Werner, gewillt ist, für die wirtschaftlichen Forderungen des geeinigten deutschen Gesamtmittelstandes einzutreten. Der Verband fordert deshalb die Wähler des Mittelstandes dringend auf, am Stichwahltage ihre Schuldigkeit zu tun und Mann für Mann Herrn Dr. Werner zu wählen. Nicht eine Mittelstandsstimme darf für die vaterlandslose Sozial­demokratie abgegeben werden!

Gießen. Der Landesausschuß der Vereinig ten deutsch- sozialen und christlich- sozialen Parteien für das Großherzogtum Hessen beschloß in einer hier abge­haltenen Versammlung: Darmstadt, Friedberg- Bü­dingen, Bingen- Alzen und Worms für die nationalli­beralen Kandidaten einzutreten, wenn sich die National­liberale Partei in Gießen und Erbach- Bensheim für Dr. Werner bezw. Rippel bestimmt.

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Samstag, den 20. Januar 1912.

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( Gießener Tageblatt)

Anzeigenpreis 20 pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Neklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs­zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bei Koukurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Berlagsdruckerei.

Telephon: Str. 362.

24. Jahrg.

o Lauterbach. Hier traf ein Waggon mit 106 Schweinen aus Schleswig- Holstein ein, drei davon wa­ren verendet. Es wurde festgestellt, daß dte drei ver­endeten Tiere an der Maul- und Klauenseuche einge= gangen waren. Auf Anordnung des hess. Ministers mußten die übrigen 103 Schweine, nachdem ein Schlacht­haus improvisiert war, auf dem Bahnhof abgeschlachtet werden, um zu verhüten, daß die Seuche in unserem Städtchen erneut zum Ausbruch kommen sollte. Die Untersuchung dieser Tiere ergab, daß sie von der Seuche noch nicht befallen waren.

n Gießen. Nächsten Sonntag findet in Steins Garten der zweite Familienabend des Ev. Bundes statt. Allgemeine Karnevalfeier. schreibt uns: Für die aus Anlaß der Wiederbelebung des früheren hiesigen Karnevals, Donnerstag, 25. Jan., in Steins Garten stattfindende und von vielen ausw. Kappenbrüdern beschickte Gala- Damen- und Herren- Sitz­ung mit anschließendem Tanz( sog. rheinischer Bohnen­ball) ist nunmehr der Kartenvorverkauf eröffnet wor­den. Die Veranstaltung, die ein echt rheinisches Ge= präge zeitigen und ein Karnevalsfest im wahren Sinne des Wortes werden wird, steht unter dem Motto: Wohl­tun durch Humor; denn der Ertrag des Kappen- und Liederverkaufes wird den Armen- bezw. Unterstützungs- scher gegen einen bürgerlichen Kandidaten steht, mit vereinen der evangelischen, katholischen und israelitischen Gemeinde überwiesen und von ihnen am Fastnachts= sonntag an sog. verschämte Arme verteilt werden. Die Veranstaltung soll ein Stelldichein für Reich und Arm werden, im wahren Sinne des Wortes eine Allgem. Karnevalsfeier"; weiß man doch aus anderen Städten zu berichten, wie durch derartige karnevalistische Veran­

T Alsfeld Lauterbach. Die Sozial- staltungen gar manche Träne von Leuten getrocknet demokraten haben beschlossen, in der Stichwahl zwischen Heck und Bindewald für den national­liberalen Kandidaten Landwirtschaftslehrer Heck Alsfeld zu stimmen.

Erbach. Die Nationalliberale Partei beschloß, in der Stichwahl den christl.- soz. Kandidaten Rippel zu unterstützen.

Aus Stadt und Cand.

Gießen, den 20. Januar 1912.

n Gießen. Der Großherzog hat den ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät der Landesuniver­sität, Geh. Justizrat Dr. Johannes Biermann auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1912 ab aus dem hessischen Staatsdienst entlassen. Professor Dr. Bier­mann geht bekanntlich nach Halle.

n Gießen. Der Zentralverein für deutsche Bin­nenschiffahrt veranstaltet am Dienstag, den 23. Jan., vorm. 10% Uhr, in der alten Aula der Landesuniver­sität eine Sigung seines großen Ausschusses. Zur Ver­handlung steht u. a.: das neue Projekt einer Rana­lisierung der Lahn für 230 Tonnen- Schiffe a) nach der technischen Seite( Berichterstatter Regierungs= baumeister a. D. Arnold- Frankfurt a. M.), b) nach der wirtschaftlichen Seite( Berichterstatter: Handelskammer= syndilus Dr. Metschke- Wetzlar).

n Gießen. Am 28. Januar hält der Verein für Sterbeunterstützung zu Gießen seine General­Versammlung im Restaurant Sauer ab. Die Mitglie der sind gebeten, rechtzeitig zu erscheinen.

wird, die sich eben scheuen, den sog. offenen Bettelweg zu betreten. Zweifellos wird auch hier- wie früher in anderen Städten der Abend einen Massenbesuch erfahren. Auch sei nochmals darauf hingewiesen, daß für die erste Festsitzung bestimmte Chorlieder und Vor­träge bis spätestens Montag früh im Verkehrsbureau, Selters weg, Ede Wolkengasse, eingereicht sein müssen. Es sei die Bitte ausgesprochen, sich bei diesen geistigen Schöpfungen mehr mit den hiesigen Verhältnissen und Vorkommnissen zu befassen, wozu doch Stoff in Hülle und Fülle vorhanden. Lieder and Vorträge allgemei­nen Inhalts werden durch die auswärtigen Deputatio= nen gebracht. Auch möge man bei Liedereinsendung stets seinen Namen angeben, schon wegen der zu wartenden Ordensauszeichnung.

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n Gießen, 20. Jan. Recht früh und merkwürdig cerade in den bis jetzt kältesten Tagen dieses Winters hat sich ein Schmetterling( Fuch s) ins Freie gewagt. Natürlich konnte er sich der Freiheit nicht lange erfreuen. Ein fixer Bursch fing ihn ein, damit er in der Redak­tion der Gießener Zeitung" abgegeben werden konnte.

r Wetzlar. Wahlagitatoren fuhren im Automo­bil nach Dutenhofen und sahen durch den hellen Schein des Automobillichtes auf der rechten Seite der Straße nach Garbenheim einen Mann regungslos liegen. Er war noch am Leben, aber schon ganz steif. In kurzer Zeit wäre er bei der grimmigen Kälte erfroren gewe­sen. Sie luden ihn ins Automobil, brachten ihn nach dem warmen Maschinenraum der Guht'schen Brauerei und benachrichtigten die Polizei, weiter für ihn Sorge die tragen zu wollen. Mit großer Verspätung kamen Herren in die Versammlung in Dutenhofen, freuten sich aber, ein gutes Werk getan, einen Menschen vom siche­ren Tode des Erfrierens errettet zu haben.

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Darmstadt. Die nationalliberale Partei in Hessen hat beschlossen, ihren Parteifreunden zu empfeh len, in allen Wahlkreisen, in denen ein sozialdemokrati­Entschiedenheit für letzteren einzutreten.

* Darmstadt. Auf eine Eingabe des Verban­des hessischer Bürgervereine bezüglich Aufhebung der Feierabendstunde ging dem Vorstand von der Regierung eine ablehnende Antwort zu. Den Kreisämtern und Bürgermeistereien ist aber in der Hand­habung der betr. Vorschriften ein weiter Spielraum und die Möglichkeit gegeben, allen Verhältnissen Rechnung zu , ragen.

! Bingen. Donnerstag nacht ist das katholische Vereinshaus, der frühere Mainzer Hof, einer Feuers­brunst zum Opfer gefallen.

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