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Gießener Zeitung

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Telephon: Nr. 362.

Sucht seriose Rönig Friedrich 8. von Dänemark ist am Dienstag Offerten Moselves serio in Hamburg, wo er sich auf der Durchreise auf­Rudolf Mosse, Trier, elt, nicht nur plötzlich und unerwartet, sondern auch

Big Friedrich VIII. von Dänemark+.

unter N

der beste und

te so eigenartigen Umständen gestorben, wie sie toch

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

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Expedition: Seltersweg 85.

Samstag, den 18. Mai 1912.

Am Himmelfahrtstage erschien die dänische Königs­jagd Danebrog" in Begleitung eines Kriegsschiffes vor Hamburg, um die sterblichen Reste des Königs nach Ko­penhagen zu überführen.

Mit Deutschland hat er freundſchaftliche Beziehungen an gebahnt und durchgeführt. Der Verstorbene hinterläßt 7 Kinder, 4 Prinzen und 3 Prinzessinnen. Als König Christian 10. hat der bisherige Kron= prinz Starl Friedrich den Thron seiner Bäter bestiegen. Er wurde am 26. September 1870 geboren, steht also im 42. Lebensjahre. Jm April 1898 vermählte er sich Magnet s Ableben feines Staatsoberhauptes begleitet haben. mit der am 24. Dezember 1879 geborenen Herzogin Der im 69. Lebensjahre verstorbene König befand Alexandrine zu Mecklenburg, Schwester des regierenden Fliegenfänger dauf der Heimreise von Nizza, wo er einen längeren Großherzogs Friedrich Franz 4. von Mecklenburg­Jakob Loeb, Newichtungsaufenthalt genommen hatte, am Dienstag in Schwerin sowie der deutschen Kronprinzessin Cecilie. Zwi­schen dem deutschen Kronprinzen- und dem jetzigen dä­amburg. In seiner Begleitung befanden sich die Kö­Stebe m bemusterter i Luise, sein vierter Sohn Gustav und seine Töch= nischen Königspaare besteht das denkbar herzlichste Ver­hältnis. zu Diensten. Une hyra und Dagmar. Unter dem Namen eines Gra­des Quantums erwin Kronberg war der König im Hamburger Hof ab­tiegen. Nachdem König Friedrich mit seiner Familie Bohnensta s Abendessen eingenommen hatte, wollte er noch einen inen Spaziergang unternehmen. Er ging gegen zehn 3-4 m lang, in la hr abends ohne jede Begleitung aus dem Hotel hin­Fichten Stammenden is. Wenig Häuser vom Hotel entfernt, auf dem Gän­light jedes Quantan jeber Station Wilh nault, befiel ihn ein Unwohlsein und er drohte hin­Alsfeld( Solchagen. Ein Schutzmann, der den Wankenden sah, g ihn auf und wollte von ihm wissen, wohin er ge­10-15 Oberbaure Aber der König konnte keine Antwort mehr geben. eshalb nahm der Schuhmann eine vorüberfahrende für Bahnhof Barbofble und beorderte diese nach dem Hafenkrankenhaus. gegen hohen Lohn g Jahuken& lterwegs starb der König in der Droschke. Jm Kran­Marbach( tehase angekommen, wurde der Tote in die Leichen= mmer gebracht. Im Hotel wurde allmählich die Ab­Erfinder erheit des Königs auffällig bemerkt und sein Be­Mart und bis 40 leite benachrichtigte gegen 3 Uhr morgens die Hotel- Reingewinn betreft ton, um mit ihr zu beratschlagen, was zu unter­winnbringenden hen sei. Man fam auf den Gedanken, sämtliche in Int. Bat. Zentrale Macht geöffneten Vergnügungslokale abzusuchen, weil Für mein babnamta annahm, daß der König vielleicht in einer launi­sSpeditions- Geschäft nnwandlung sich dorthin begeben habe. Als dieses ohne Erfolg blieb, wurde die Polizei benachrich­

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der m. Pferden umg

tüchtigen Beine regelrechte Streife unternahm und dabei chim Hafenkrankenhaus Nachfrage hielt. Hier wurde für dauernde Beſädor Bescheid, daß gegen 11 Uhr ein Herr, der den ten Gesellschaftskreisen anzugehören scheine, abgeliefert Adolf Lynder Großb. 50-5rdom ſei, und als die Polizei mit der Begleitung dort farn, erkannte man den König, der alsbald nach dem Schön möblotell Hamburger Hof zurückgebracht wurde. Wohn- und

zu vermieten.

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Rönig Friedrich 8. war am 3. Juni 1843 in Ko­nhagen geboren worden und hatte als Nachfolger sei­Gsim 88. Lebensjahre Ende Januar 1906 verstorbe­naters, des Königs Christian 9., des Schwieger ters Europas, erst im Alter von 63 Jahren den Thron stiegen, den er nur wenig über 6 Jahre inne hatte. iefe: Gjährige Regierungszeit war jedoch reich an Seg­ngon friedlicher Entwickelung. Seinen Dänen war der erstorbene der gütigste und fürsorglichste Landesvater.

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Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.)

XV.

Bierzehn Tage später wurde das fliegende Lazarett et zailles geräumt. Alle Verwundeten wurden süd­bärts transportiert, nach den Lazaretten jenseits der Brenz oder, soweit sie Franzosen waren, in die nächst= legenden Festingen. Auch Waldemar war wieder so beit hergestellt, daß er die Reise in die Heimat ohne

möbl. Bre

au vermieten.

2 schöne geok Befahr unternehmen konnte.

zu bermieten.

Die Stunde des Abschieds war da. Bis zum letzten Lugenblicke hatte sich Desiree der Pflege ihres Gelieb­en gewidmet. Jetzt mußten sie auseinandergehen. Es Norduvar fest bet thr beschlossen, ohne des Vaters Einwilli­ung nicht vor den Altar zu treten, und die zu erhalten, tand noch im weiten Felde. Wußte sie doch nicht einmal, Durch Herrn er schwer gedrückte Mann weilte. Brewendaur hatte sie erfahren, daß er nach der Bestat­

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fuch mit dem unge der Leiche seines Sohnes die Abwickelung seiner ftaubenglegenheiten in die Hände des Herrn Devereur ge=

egt habe und nach Belgien abgereist sei, mit der An­abe er wolle sich in Rotterdam einschiffen und nach Er war davongegangen, auf Südfrankreich begeben. Rimmerwiedersehen, grollend und unversöhnlich.

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So muß ich fort, ohne eine feste Hoffnung auf bal­ige Wiedersehen", klagte Waldemar, als er zum letz­en al mit feirer Braut allein saß. O Desiree, wie berde ich die Trennung ertragen können?"

Es muß sein, mein Waldemar," entgegnete sie eise. Wir haben beide Pflichten zu erfüllen, bevor wir ms angehören dürfen. Du bist Offizier Deines Königs. sch Itabe meinem Vater gelobt, zu ihm zu kommen. Wir berlassen.

- gema Doln beide unser Wort halten und das andere Gott

Giessen Sel

Aber der Krieg nähert sich dem Ende. Niemand

|

Im deutschen Kronprinzenhause herrscht über den Tod des Königs tiefe Trauer. Es findet ein lebhafter Depeschenwechsel statt. Der Kronprinz wird sich zur Beisetzung nach Kopenhagen begeben. Ein Hambur

( Gießener Tageblatt)

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Telephon Nr.: 362.

24. Jahrg.

bar bevorstehende Debatte über den Etat des Kanzlers. Der Redner der stärksten Fraktion, der sozialdemokrati­sche Abgeordnete Scheidemann, nimmt das Wort. Er beginnt sehr ruhig, zeitweise witzig und ironisch, und es schien eine Zeit lang, als ob er die Straßburger Kaiserrede mit diesen geistigen Waffen zurückschlagen wollte. Allein bald verläßt Scheidemann diese Art der Behandlung der Sache und schlägt einen Ton an, der alle bürgerlichen Parteien auf das tiefste verletzen muß. Er sagte u. a.: Unhaltbar ist die Aufrechterhaltung des persönlichen Regiments.( Unruhe!) Dieſes ſteht in

Widerspruch mit den Wünschen des ganzen Volkes. Wenn der Reichstag nicht energischer wird, dann muß er bald Platz machen energischeren Männern, die dafür sorgen werden, daß bald nach der Errichtung der chine­sischen Republick auch Preußen- Deutschland zu einem modernen Staat umgestaltet wird.( Lachen rechts. Bravo bei den Sozialdemokraten.) Auf die Versprech­ungen der Thronrede ist keine Einlösung erfolgt. Hier ist eine Ehrenschuld einzulösen. Das Volk aber erwar­tet nichts mehr von oben, sondern verläßt sich auf seine

eigene Kraft. Wenn die Verfassung Elsaß- Lothringens

ger Arzt begegnete dem Könige, als dieser sich leidend in Scherben geschlagen und dieses Volk in Preußen ein­auf die zu einem Schlächterladen führende Stufe nie- verleibt werden soll, so ist das allerdings die Androh­ung schärfster Strafe( Heiterkeit), das bedeutet Zucht­derließ. Auf Befragen erklärte der Patient, er wohne im Hamburger Hof; das Anerbieten eines Wagens hausstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte! lehnte er dankend mit dem Bemerken ab: Ich fühle( Lärmende Pfuiruse rechts. Lärm. Sehr richtig! bei den Soz.) Man sollte weniger unvorsichtig sein bei der Ver­mich wieder besser, ich werde zu Fuß gehen." Er ging dann einige Schritte, brach aber alsbald wieder zusam- setzung eines Volkes in die zweite Klasse des Soldaten­men. Der Arzt eilte aufs neue hinzu und ordnete die standes. Ueberführung des Kranken, der einen zweiten tödlichen Schlaganfall erlitten hatte, nach dem Krankenhause an, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß der mit ein fachem Jakettanzug bekleidete Herr der König von Dä­nemark war.

Skandal im deutschen Reichstag.

Berlin, 17. Mai. Eine wüste Skandal- Szene gab es heute im Reichstag, der sozialdemokratische Ab­geordnete Scheidemann beschimpfte bei der Besprechung der Kaiserworte über Elsaß- Lothringen Preußen. Es liegt folgende Meldung vor:

Jm Saale das gewohnte Bild der Tage, an denen eine Rede des Reichskanzlers zu einer großen Frage zu erwarten ist. Mindestens drei Viertel aller Abgeordneten sind anwesend, alle Tribünen bis auf das letzte Plätz­chen besetzt. Der Kanzler erscheint sofort zu Beginn der Sizung, anscheinend in guter Stimmung. Er lehnt es ab, auf die kurze Anfrage des welfischen Abgeordneten Cols­horn wegen der Straßburger Kaiserworte sofort zu ant­worten und verweist den Neugierigen auf die unmittel­

weiß, wo Dein Vater weilt. Soll seine Abneigung uns ewig trennen?"

,, Nein, mein Waldemar," antwortete das Mädchen, dessen Gesicht durch die Leiden und die strenge Pflicht­erfüllung einen Ernst zeigte, der ihr früher vollkommen gefehlt hatte. Aber wir müssen warten und uns in Geduld schicken. Wir haben in den vergangenen Tagen die Seligkeit ungestörten Beisammenseins durchgekostet, sie muß uns stärken zur Entsagung, bis sich unser Schick­sal wieder zum Guten wendet."

Ach Desiree, Du liebst mich nicht mehr!" " Ich liebe Dich mehr als mein Leben! Habe ich es Dir nicht beroiesen, als ich meinen armen Vater von mir trieb?"

Das tatest Du aus Gerechtigkeitsliebe!"

" Die Gerechtigkeitsliebe zwingt mich, auch dem Va­ter Genüge zu tun. Ich gehe mit Tante Nataly nach Belgien, dor: werde ich nach meines Vaters Aufenthalt forschen und, finde ich ihn, werde ich zu ihm eilen, um ihn wieder zu versöhnen."

Wenn ei aber starr bleibt," fragte Waldemar ängst­lich, wenn er nichts mehr von Dir wissen will?"

,, Dann werde ich warten, bis sein strenger Sinn sich mir wiede: zuneigt."

Wenn ei zur Bedingung seiner Verzeihung macht, daß Du mich aufgeben mußt?"

" Ich werde nichts versprechen, sondern aushalten in Geduld."

,, Und warten, immer warten!" schrie er verzweif= lungsvoll Desiree, begreifst Du denn nicht, daß ich darüber zu Grunde gehen muß?"

Nein, Geliebter, denn ich bin überzeugt, daß auch Du die Geduld finden wirst, die mich tröstet, sobald Du im Schlafen wieder Mut und Stärke erlangt hast. Ich weiß, Du wirst mich nicht vergessen, das wappnet mich zu den schweren Prüfungen, ich aber werde Dir treu bleiben, das schwöre ich Dir, und dieser Schwur muß auch Dich mit Zuversicht für die Zukunft erfüllen."

( Der Bundesrat und die Minister verlassen den Saal.)

Abg. Scheidemann( fortfahrend): Wir wollen nicht, daß Preußen länger das deutsche Sibirien bleibt. Es sollte nicht heißen: In Elsaß- Lothringen rückwärts, sondern in Preußen vorwärts. Das Eindringen der Po­lizei in das Abgeordnetenhaus ist eine Erscheinung der

völlig unhaltbaren Zustände. Bisher war es stets zu­lässig, auf solche Sachen hier einzugehen. Die Mitglie­der der Mehrheit im Abgeordnetenhaus sind nicht da auf Grund eines Gesetzes, sondern auf Grund einer Verordnung, die vor 63 Jahren unter Bruch eines Kö­nigswortes zustande kam. Die Vorgänge im Abgeord= netenhaus waren lediglich ein Resultat des dortigen Bo­dens.( Große Unruhe.) Treiben Sie diese Dinge nicht zu weit, das Volk fühlt sich beleidigt!

ſaunt.

So und ähnlich hat Scheidemann noch mehr po­

Die nächsten Redner nach Scheidemann, Spahn vom Zentrum und Graf Schwerin- Löwiz von den Konser= vativen, fanden nur geringe Aufmerksamkeit für ihre Aus­führungen, da sie das Thema des Tages, das solchen

,, Aber Du wirst mir schreiben? Wir werden in re­gem Briefwechsel stehen?"

Du sollst von allem erfahren, was mir die Wech­selfälle des Schicksals bringen."

" Wie falt, wie gleichgültig das klingt," seufzte er. Du gibst mir nichts, gar nichts mit auf meinen trau­rigen Weg?"

,, Als meine Liebe, Waldemar, meine reine, uner­meßliche Liebe. Und darum bitte ich Dich, trübe sie nicht in Deinem Herzen. Vertraue mir und dem lieben Gott, der uns so gnädig zusammengeführt, daß wir seine Gnade in den stillen Stunden unseres Hierseins erkennen mußten. Er wird uns nicht verlassen. Klage nicht mehr! Ergib Dich in Dein Schicksal! Laß uns Abschied nehmen, wie zwei Verlobte, die wissen, daß sie sich wieder sehen werden."

Sie beugte sich auf den vor ihr Sizenden nieder und füßte seine zuckenden Lippen. Dann sah sie durch die Scheiben des Fensters nach dem Torweg hin.

Die Wegen kommen," sagte sie feierlich, es wird Zeit. Wollen wir nicht zur Tante gehen? Sie möchte Dich noch einmal sehen."

Als Antwort bedeckte er ihr Antlig mit Küssen. Da klopfte es an die Tür und gleich darauf trat Kieze ein. Er war in voller Ausrüstung, mit Torni­ster und gerolltem Mantel angetan.

Es geht los, Herr Leutnant," sagte er freundlich; ,, machen Sie sich man so sachteken fertig. Wir haben für Sie einen feinen Wagen. Darf ich Ihr Gepäck run­ter tragen, Herr Leutnant?"

Tyrolt nickte, es war herzlich wenig, was ihm ge­Hörte; der Krankenwärter belastete sich nicht sehr da­mit. Als dieser den Tornister und ein Patet mit Wäsche nebst Verbandszeug und Toiletten- Utensilien an sich ge= nommen, trat er zu Desiree.

( Fortjeßung folgt.)