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Gießener Zeitung

( Neueste Nachrichten)

Bezugspreis 40 ptg. monatlich vertetjäl 1,20., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer pedition eder in den Zweig­ausgabeiteten wie 90 fg.- Erscheint Nedaktion: Selters­Mittwoche und Samstage. meg 83, Für Aufbewahrung oder Rücksendung uicht verlangter Manuskripte wirb nicht garantiert. Berlag ber ,, Gießener Zeitung" 6. m. b..

Nr. 5.

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Telephon: Nr. 362.

Reichstagswahl 1912.

Amtliche Wahlresultate in Hessen. Gießen Nid da: Oberlehrer Dr. Werner- Butz­bach, Wirtsch. Vereinigung 9784, Krankenkassen- Kontrol­leur Bedmann- Gießen, S03., 7954, Verbandssekretär A. Erkelenz- Berlin, Fortschr. Volkspartei, 6967, zersplittert 7; Stichwahl zwischen Dr. Werner und Beckmann. Friedberg- Büdingen:

Busold- Friedberg,

S03., 9248, Landgerichtsrat Strack- Gießen, Nationall., 7367, Seminarlehrer Leuchtgens- Friedberg, Fortschrittl. Volksp., 2557, Rechtsanwalt Schröder- Friedberg, 3tr., 2105, zersplittert 9; Stichwahl zwischen Busold und Strad.

2

Ge Lauterbach Alsfeld- Schotten: samtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen: 15 216; Maler Bindewald- Wilmersdorf, Wirtsch. Wgg., 6174, Landwirtschaftslehrer Heck- Alsfeld, Natl., 3214, evang. Pfarrer Möbus- Udenhausen, Fortschr. Volksp., 2799, Stadtv. Vetters- Gießen, Soz., 3029; Stichwahl zwi schen Bindewald und Heck.

Darmstadt- Groß- Gerau:

Rechtsanwalt

Dr. Osann- Darmstadt, Nail., 11 169, Oberlehrer Dr. Strecker- Bad- Nauheim, Fortschr. Wollsp., 7268, Redak teur Dr. Quessel- Darmstadt, So3., 18 323; Stichwahl zwischen Dr. Osann und Dr. Quessel.

Offenbach Dieburg: Buchdrudereibesitzer Ul­rich- Offenbach, Soz., 24 721, Oberbürgermeister in P. Brink, Natl., 8299, Schneidermeister Nessel- Offenbach, 3tr., 7317, Rechtsanwalt Carnier- Darmstadt, Fortschr. Volkspartei, 3141, Volksschullehrer Dern- Neu- Isenburg, Wirtsch. Vereinigung, 1574, zersplittert 10; Ulrich ge­wählt.

A

Erbach Bensheim: Graveur Hasenzahl- Er­bach i. D., S03., 8530, Buchbinder Rippel- Hagen, W. Bgg., 4587, Liförfabrikant Scior- Erbady i. O., Natlib., 4378, Fabrikant Dr. Sauer- 3wingenberg, Fortschrittl. Volkspartei, 3621, 3ersplittert 17; Stichwahl zwischen Hasenzahl und Rippel.

A

Worms Heppenheim: Fabrikant Freiherr Arbeiter Heyl zu Herrnsheim- Worms, Natl., 11 324, fefretär Engelmann- Mainz, S03., 6645, Stadtrechner Uebel- Dieburg, 3tr., 6347, Gutsbesitzer Becker- Bens­heim, Fortschr. Volksp., 3959; Stichwahl zwischen Fr. v. Heyl und Engelmann.

A

B

Mainz Oppenheim: Schriftsteller Dr. Da­vid- Mainz, So3., 17 272, Kommerzienrat Molthan­Mainz, Zentrum, 9510, Cberlehrer Dr. Keller, Natlib., 7118, Dekonomierat Dettweiler, Bund d. Landwirte, 494; zersplittert 6. Dr. David gewählt.

Samstags liegt für die Stadtabonnenten der

Illustrierte Wochen- Anzeiger

gratis bei.

Expedition: Seltersweg 83.

Mittwoch, den 17. Januar 1912.

Frankfurt a. M. Die christlich- soziale Bar­tei will für die Frankfurter Stichwahl die Parole Stim­menenthaltung ausgeben, wodurch die Wahl des So­zialdemokraten sicher ist, wenn nicht die Fortschr. Volks­partei sich bis dahin für den christlich- sozialen Kandida­ten in Erbach- Bensheim, Stadtv. Rippel- Hagen, erklärt habe.

Eschwege. Die Stichwahlparole der fort­schrittlichen Volkspartei für unseren Wahlkreis lautet dahin, daß die Entscheidung einem jeder Wähler an­heimgegeben wird. heimgegeben wird. Die Nationalliberalen lollen sich noch nicht endgültig entschieden haben. Zur Stichwahl noch nicht endgültig entschieden haben. Zur Stichwahl steht ein Sozialdemokrat mit dem Antisemiten Raab.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. Januar 1912.

n Gießen. Unsere Handelskammer wählte den Geh. Kommerzienrat Heichel heim wieder zum Vor­sitzenden, sowie Kommerzienrat Schirmer- Gießen und Kommerzienrat Grünewald- Alsfeld zu stellvertretende Vorsitzende und Kaufmann Röhr zum Rechner.

n Gießen. Das Wohltätigkeitsfest des Automo­bilklubs für unser Säuglingsheim soll einen Betrag von 1200 bis 1500 Mt. gebracht haben.

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( Gießeuer Tageblatt)

Anzeigenpreis 20 pfg.

die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zelle im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Mabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Berlag sdruckerei.

Telephon: Nr. 362.

24. Jahre.

um Mitwirkung ergehen wird. Die Bundesverwaltung reich an langjährigen und bewährten Erfahrungen bietet die Hand, nun heißt es Kräfte und Mittel zur Verfügung stellen, damit eine große Sache, die in selbst­losester Weise im Interesse unserer Stadt vorbereitet, auch durchgeführt werden kann und hierzu rufen wir heute schon: Auf ein fröhlich Gelingen!"- Die Ge­schäftsstelle befindet sich im Laden Seltersweg, Ecke Wolkengasse.

n Gießen. In der Bad- Nauheimer Zeitung" lesen wir: Welche Urteile manchmal der Haß gegen die Landwirtschaft zeitigt, beweist folgendes Vorkommnis: Saß da am Montag, den 8. Januar, abends gegen 10 Uhr im Hotel Schütz- Gießen an verschiedenen Tischen eine Anzahl Gäste. Unter anderem ein Viehhändler, Jsidor Katz aus Heimbach bei Melsungen und ein Gutsbesitzer aus Franken. Wie bei allen derartigen Gelegenheiten in der Wahlzeit dreht sich das Gespräch fast ausschließ­Während der lich um die Begehrlichkeit der Agrarier. Gutsbesitzer aus Franken der Meinung ist, daß eine frischmelkende Kuh 350-400 Mark kostet, und nur täglich im Durchschnitt 10 Liter Milch gebe, sodaß der Selbstkostenpreis pro Liter Milch für den Landwirt 14 Pfennig betrage, behauptet der Händler Katz gerade das Gegenteil. Eine Milchkuh gebe mindestens bei cinem Futterwert pro Tag von 60 Pfg. 20 Liter Milch im Durchschnitt und der Selbstkostenpreis botrage 5 Pfg. pro Liter für den Landwirt. Der Gutsbesitzer aus Fran­fen versteht keinen Spaß und verlangt von dem Händ­ler Lieferung von 100 Milchkühen zu 450 Mk. Jedes Tier müsse aber 20 Liter Milch pro Tag geben bei einem Futterverbrauch von 60 Pfennig pro Tag. Katz willigt ein, die schriftliche Vereinbarung soll aber erst am näch­führen, oder einen alten wieder aufleben zu lassen, durchsten Morgen 9 Uhr fertiggestellt werden. Als der Guts­hat Neugründung eines würdigen Karnevalvereins bereits im Spätsommer vorigen Jahres beschlossen, in Gießen, den vor zirka 33 Jahren bestandenen großen Karneval wieder zum Leben zurück zu rufen. Da nun Gießen durchy Koblenz und Kassel gute tarnevalistische Vororte hat, hofft die Bundesverwaltung ihr Festlager

n Gießen. Die Silberne Hochzeit feiern heute die Eheleute Konrad Bonarius und Frau, geb. Wi­gandt.

n Allgemeine Karnevalfeier Gießens. Der Gießener Karneval soll heuer eine großzügische Aus­Der Bund der Karnevalvereine gestaltung erhalten. dessen Hauptzweck darin besteht, Deutschlands allüberall einen allgemeinen" Karneval einzu

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mit gutem Erfolg hier aufschlagen zu können. Die festlichen Veranstaltungen in dieser Saison werden allgemeine Arrangierungen bilden unter dem Motto: " Ob wir arm sind oder reich, die Schellenkapp' macht alle gleich" und daß es gerade dadurch an Sympathien nicht fehlen wird, dürfte wohl heute schon mit aller Be­stimmtheit zu sagen sein. In vielen Kreisen der Stadt Bingen Alzey: Dr. med. Becker- Sprendlin- bespricht man schon lange das Kommende, das Interesse gen( Kr. Offenbach), Natl., 10 871, Pfarrer Korell- Kö­steigert sich ständig und selbst die maßgebenden öffent= nigstädten, Fortschr. Volksp., 9403, Redakteur Adelung- lichen Körperschaften stehen dem Ganzen nur sympatisch Matnz, Soz., 2349, zersplittert 16; Stichwahl zwischen und unterstützend zur Seite. Wenn man nun vielleicht Dr. Becker und Korell. sagen möchte: ja, die heutigen wirtschaftlichen Verhält­nisse sind für Karneval wenig zugeschnitten, so müßte dem doch entgegen gehalten werden, daß die gesamte Geschäftswelt nur Nuzzen durch wirklich großzügische Veranstaltungen hat, besonders aber durch einen allge= meinen Fastnachtszug, der nachgewiesenermaßen einen kolosalen Fremdenbesuch zeitigt, andererseits aber auch durch benötigende Arbeiten zu demselben, weiterhin durch Abhaltung von festlichen Da mensizungen usw. Geld wie man zu sagen pflegt-in's Rollen fommt, mithin für alle Schichten der Bevölkerung sich Vorteile geltend machen. Gießen hat sich als Feststadt schon oft bewährt, warum sollte dem Prinzen Karneval nicht durch Gründung eines würdigen Stätte errichtet werden, auch eine schöne Karnevalvereins bleibende ganz besonders noch, wenn hier die Bundesfahne unter dem Motto: Wohltun durch Humor!" gehißt wird, wodurch im Laufe der Jahre schon manche Träne wirk­lich Armer und Notleidender getrocknet wurde, wovon viele Städte den besten und dankbarsten Beweis antre­ten können. Seitens der Bundesverwaltung ist hier eine Geschäftsstelle errichtet, von wo aus alle Vorarbei­ten des bereits schon aufgestellten Programms erfolgen. Bedingung für das Gelingen ist frei= lich die Mitwirkung aller dazu Beru= fenen, insbesondere zum Fastnachtszug seitens serer zahlreichen Vereine, an welche wohl bald der Ruf Müde, Unpäßlich,

Ueber die von der Nationalliberalen Partei auszu gebende Stichwahlparole wird in einer besonderen Kon­ferenz beraten. Es heißt, daß die Reichsregierung auf die Führer der liberalen Parteien, namentlich der Na­tionalliberalen, im Sinne der vom Reichskanzler aus­gegebenen Stichwahlparole einzuwirken sucht, um eine Unterstützung der Sozialdemokratie gegen das Zentrum oder die Konservativen zu verhindern. Von einem sol­chen Wechsel in der Frontstellung gegen Rechts erhofft die Regierung einen günstigen Ausfall der Stichwahlen.

Auf Grund der jetzt vorliegenden Ziffern ist die Lei­tung des Hansa- Bundes von dem Wahlergebnis be­friedigt, da von den Mitgliedern des Hansa- Bundes sich in aussichtsreicher Stichwahl befinden

34 Nationalliberale, 51 Fortschrittler, Freikonservativer.

Dazu kommen von den Nationalliberalen, Fortschritt­lern und Freikonservativen noch 30 Kandidaten, die auf

dem Boden der Richtlinien des Hansa- Bundes stehen. Bei dieser Zahl von Kandidaten besteht die Hoffnung, daß die Bestrebungen des Hansa- Bundes im fünftigen Reichstage eine sachgemäße Vertretung finden werden. Jetzt gilt es, für alle Mitglieder und Freunde des Hansa­Bundes zur Durchsetzung dieses Zieles von Neuem mit aller Kraft zu arbeiten.

Marburg. Der Vorstand des fonservativen Wahlvereins fordert die konservativen Wähler zur Un­terstützung des Kandidaten Rupp gegen den Demokra­ten v. Gerlach auf.

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besitzer sich am nächsten Tage einfindet, erfährt er auf Anfrage bei dem Händler Schüß, daß Katz schon mor­gens um 7 Uhr abgereist sei. Da der Käufer auf Lie­ferung besteht, wird die Angelegenheit noch die Gerichte beschäftigen.

n Gießen. Auf der Eisbahn des Eisvereins fin­den Frettag nachmittag Wettläufe statt, zu denen Preise ausgesetzt sind.

n Gießen. Infolge verschiedener Unfälle ist die Benutzung der Rodelbahn am Schiffenberg vor­läufig eingestellt worden.

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n Gießen. Am Samstag abend schlug ein grö­Beres Mädchen aus dem Neuenweg der 10jährig. Toch­ter des Fuhrmanns J. mit einem Blecheimer derart ge­gen den Kopf, daß über dem linken Auge eine große, flaffende Wunde entstand, die in der Verbandsstelle von Kraushaar, Seltersweg( freiw. Sanitätskolonne) näht und verbunden wurde. Wäre der Schlag etwas tiefer gekommen, konnte das Auge unrettbar verloren sein. o Vilbel. Hier wurde ein 3 willingspaar ( Mädchen) geboren, das an der Oberseite des Kopfes an der Schädeldecke zusammengewachsen ist, sodaß die beiden Mädchen längs gegeneinander liegen müssen. An der Atmung stellten die Aerzte fest, daß jedes Hirn einzeln für sich besteht. Die Kinder befinden sich den Umständen nach wohl.

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