1. Redaktionſe Elevagter
Gießener Zeitung
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( Reueste Nachrichten)
meljährlich 1,20 Mt.. vorauszahlbar, frei ins Haus. Schgeboli in unierer Expedition oder in den Zweiggabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Dittwoche und Samstags. Redaktion: SeltersFür Aufbewahrung oder Müdiendung 1st verlangter Manuskripte wird nicht garantert Berlag der ,, Gießener Zeitung". m. b..
Fr. 91.
dieser
soll drittens, die Abfalle
sammeln, so erkrankt er unfehlbar.
Alle diese Arbeiten verrichtet das Blut infolge seiner giftige Eigenschaften, und wenn sie sich im Körper anNieren wieder hinausbefördern, denn diese Abtälle haben Verarbeitung durch die Hautporen, durch die Galle und
Es ist ohne weiter
schiedenen und
Blutes
Ist
von großer Bedeutung für die Gesundheit sein muß. fernen, so kann das teilweise dieselben Folgen haben, als das Blut z. B. nicht mehr fähig, die Abfallstoffe zu entso verwickelten Vorgängen die Veränderung in der chemischen Beschaffenheit des
Telephon: Nr. 362.
Expedition: Seltersweg 83.
Wittwoch, den 13. November 1912.
Serbien contra Österreich und Balkankrieg.
Der serbische Marsch nach Adria. Die Kriegsoperationen der Bulgaren und Türken plötzlich an Interesse vorloren. Nur einen verfolgt die Welt jetzt mit nervöser Aufmerksam den der Serben durch Albanien nach Du 10. Dieses kleine, schon lange größenwahnsinnige, cber dreist wagende Volk setzt die ganze DiplomaEuropas in Bewegung und stört den Weltfrieden in Iter Weise. Die ernsten Mahnungen Desterreich uns, die immer mehr den Ton schärferer DrohunI annehmen, halten Peters tollkühne Garde nicht ab, zur Adria vorzubringen. In die Kabinette der Großte aber ist wohl infolge dieser Erscheinung plötznüchterne Erwägung eingezogen, und eine wohl be Entspannung unter den Rivalen macht sich bear. Namentlich ist in England über Nacht das Mißtrauen gegen den Dreibund und vor allem on Deutschland geschwunden. Die englische Feind gegen Desterreich- Ungarn und Deutschland, die Tagen der bosnischen Krise und des Marokko files bis zur Fieberhitze gestiegen war, ist ruhiger barlegung und vernünftiger Freundschaft gewichen. ibt zu, daß Desterreich- Ungarn, ebenso wie Jtalien, wohl ein großes Interesse an dem Schicksale A I= riens haben müsse. Und auch in Frankreich i: Gönnerschaft für Serbien bis auf Null Grad uralen, und das Geschrei, daß Oesterreich- Ungern der loomsstörer sei, ist verstummt. Ganz ins Gegenteil wandelt aber hat sich Jtalien s Stimmung. Seine giferung für Serbien gegenüber ist arger Verstim ir gewichen, und fester als je beginnt es sich den undgenossen anzuschließen. Eine Entspannung unen Großmächtefabinetten überall und doch wieder eHochspannung. Diese Hochspannung hat Ser in hervorgerufen, und sie wächst von Stunde zu de bis zur Beklemmung. Budapest ist vor= uf der Schauplatz eifriger Zusammenkünfte und ern= Beratungen, und bald wird er nach Berlin vermerden. Der greise Kaiser Franz Josef weilt lantlich seit einigen Tagen in seiner ungarischen Reund hat plötzlich den Thronfolger Erz
kleinste
rechtlic
vom 18. September 1912, daß ihm bestätigt in seiner umstehend abgedruckten notariellen Urkunde Der königlich preußische Notar, Justizrat Dr. R senbohm,
ender Arzt würde es seinen Patienten verordnen.
Sandwirthgasse
Wien, 20. August
Ihr
Renascin"
Kalser- Franz- Jo
Ambulatorium
Wien.
währte sich in mehreren Fällen von harnsaurer Diathese und richtischen Körpers erforderlichen Nährsalze) be
physiologische zum Antha Milchzucker, Lecithin- Albumin und
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Das Glückskind.
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Roman von Frene von Hellmuth. ( Rachdruck verboten.)
Diese Metellung genügte Böhler, er fuchte eine heteUnterhaltung anzuknüpfen, und brachte das MädCanter fortwährendem Geplander nach Haufe, so daß schen über die plöbliche, merkwürdige Redseligkeit Bormundes in. geheimen verwunderte. Das junge Mädchen zog sich zeitig auf thr Simmer Sie hatte heftige Kopfschmerzen und wollte, desabald ihr Lager auffuchen
Das flette Schlafgemach war ehre Art Alfoven, der tur durch hübsche braune Ripsgardinen von dem dane en befindlichen. ebenfalls sehr feinen, aber recht nett Angrichteten Wohnzimmer getrennt war. Die gut ge mallen Delbilder der Eltern, von einem Immortellenartz umgeben, schmückten die hell tapezierte Wand, verteene Nippsächelchen, sowie eine Blumen- Etagere mit nen, faftig- grünen Blattpflanzen, lauter Sachen aus Elternhause, gaben im Verein mit den an den em niederwallenden, schneeweißen Vorhängen, muner ein gar tranfiches, behagliches Aussehen. Der Stelt fich Nöschen am Hebsten auf. Dte Ruhe unendlich wohl, hier konnte fte ungestört thren bmten nachhängens
De Mhr vom nahen Kirchturm hatte bereits zwölf agen, und noch immer lag Nöschen wachend auf en Lager. Der schmerzende Kopf Iteß sie nicht zur be tommen, außerdem beschäftigten sich ihre Gedanebhaft mit dem Geltebten. Warum er nur gar nicht lote, thr trgend eine Nachricht zukommen zu lassen! relih, es war ziemlich schwer; der einzige Weg hierzu bot to nur, wenn er threr vertrauten Freundin einen Bettf gab, den diese dann heimlich an die Adresse bege. Das ging eben auch nicht immer an. Eine förmcha Sehnsucht nach einem liebevollen, zärtlichen Wort bem das finnende Mädchen. Ihr Leben schlich so
herzog Franz Ferdinand, der als Haupt der Kriegspartei gilt, in längerer Audienz empfangen. Auch ist es aufgefallen, daß furz nach ihm auch der Kriegsminister v. Auffenberg eintraf und daß am selben Und Tage noch ein Marschallsrat abgehalten wurde. dann weilten in Budapest noch Graf Berchtold und der Präsident der bulgarischen Sobranje Danew, der auf seiner Reise nach Wien mit dem Zaren Ferdinand und später mit dem König Peter längere Unterredungen gehabt hatte. Bulgarien habe die ehrlichste Absicht, aus dem ersten Kriege feinen zweiten entstehen zu lassen und zur friedlichen Beilegung des serbisch- österreichischen Konfliktes mit beizutragen.
her
Gewitterschwere Wolken ziehen vom Balkan über über ganz Europa. Die Gefahr wird hoffentlich aber noch in letzter Stunde gebannt werden, denn der Drcibund hält gerade jetzt fester als je zusammen, und von den Triple- Entente- Mächten haben England und Frantieich sich zu fühler Besonnenheit durchgerungen. Rukland aber, das sichtlich hinter Serbiens dreistem Bergehen steht, und von dem ein österreichischer Diplomal offen erklärte:„ Wir werden es nie und nimmer dulden, daß Rußland sich unter dem Pseudonym oder unter der Firma Serbiens an unserer Südgrenze einnistet und unter demselben Pseudonym eine Seemacht im Adriatischen Meere wird", Rußland wird, wenn es Ecn werden sollte, sich noch reiflich überlegen, ob es seine versteckten Pläne in die Tat umsetzen soll, denn „ genaue Kenner der russischen Verhältnisse", die über die Fassade hinaus in das Innere des Reiches blicken können, sind überzeugt, daß Rußland zurzeit keinen Krieg führen kann."
Privaten Meldungen aus U esküb zufolge sind bis die Vortruppen der dritten serbischen Armee an die Küste der Adria vorgedrungen. In längstens zwei Tagen wird das Eintreffen der serbischen Truppen in Turazzo erwartet.
Der französische General Humbel schreibt im „ Echo de Paris": Das Schlimmste, was uns passieren tann. wenn Desterreich nicht auf die Beschwörungen sei
( Gießener Tageblatt)
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Telephon Wir. 362.
nes Verbündeten hören sollte, ist ein Krieg, den wir weder gewollt, noch provozier. ha= ber, in dem aber der Kampf 3 wischen Deu.ich land und uns ein Kampf, mit dem wir für früher oder später rechnen müssen.
Belgrad, 11. Nov. Serbien hat die österreich ungarischen Vorschläge ab= 9 clehnt. Gestern abend stattete der österreichisch- ungarische Gesandte von Ugron dem Ministerpräsidenten Pasisch einen Besuch ab und teilte ihm den Stand= punkt der Monarchie in der Hafenfrage, sowie bezüglich der Besetzung Albaniens mit. Pasitsch hat ablehnend geantwortet. Pasitsch ist noch heute nachmittag nach Uestü abgereist, um König Peter, der vorläufig in Uestüb bleibt, über die Situation zu berichten.- Die Gesandten von Rußland und Frankreich hatten lange Besprechungen mit dem Ministerpräsidenten.
Belgrad, 12. Nov. Der serbische Prinz Arsen ist durch Wien durch gereist; er begibt sich angeblich nach Berlin behufs wichtiger Konferenzen.
Desterreich rüstet?
Jr Desterreich- Ungarn werden militärische Vorkehrungen getroffen. So erfolgten Einberufungen von Beurlaubten. Im Kriegshafen von Pola herrscht erhöhte Tätigkeit. Als sehr wahrscheinlich nimmt man an, daß eine gleichzeitige Flotten Demonstration Desterreich- Ungarns und Italiens vor den Häfen Alessio, Durazzo und San Giovanni di Medua erfolgen werde. Es läßt sich aber noch nicht mit Bestimmtheit sagen, ob es wirklich zu diesem Unternehmen kommen wird und wann die Demonstration durchgeführt werden soll.
Bulgarien mit Oesterreich.
Aus Budapest wird bekannt, Danew habe der österreichischen Regierung folgende Versicher= 111g gegeben: 1. Bulgarien werde alles tun, was in seiner Macht stehe, um Serbien zu bewegen, von der Absicht Abstand zu nehmen, einen Hafen des Adriatischen Meeres zu besitzen. 2. Sollte Serbien auf dieser Forderung beharren, so würde ihm Bulgarien die Un
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einförmig, so arm an Liebe dahin, daß ein herzliches Wort für sie eine wahre Wohltat bedeutete. Nach und nach verwirrten sich ihre Gedanken, und ein sanfter Schlaf schloß die müden Augen.
Plötzlich ließ fie ein Geräusch wie von einem umgeworfenen Gegenstand heftig erschrocken auffahren. Angestrengt, mit rerhaltenem Atem lauschte sie nach dem Doch alles blieb still, nichts regte Wohnzimmer hin. sich mehr.
-
Schon glaubte Röschen geträumt zu haben, als ein letse tappender Schritt vernehmbar wurde.
Großer Gott,- was war das?"
Heftig pochte das Herz in der Brust des armen Mädchens, das nicht wußte, was es beginnen sollte. Wenn es ein Dieb wäre, der sich eingeschlichen batte?
Vielleicht, wenn ste um Hilfe rief, tam ihr Leben in ernstliche Gefahr und wer sollte sie wohl hören, jezt um diese Stunde? Ihr lauschendes Ohr vernahm nun deut Itch, wie nebenan ein Fach ihrer Kommode vorsichtig geöffnet wurde.
ein Einbrecher--, der Aso doch ein Dieb. hter nach Geld oder Schmucksachen suchte. " Gott, schütze mich," betete sie letse, indes ihr das wertvolle Kästchen einfiel, das dort verborgen war. " Du besißest nichts mehr, wenn es Dir gestohlen wird."
Diese Worte, die die Mutter kurz vor ihrem Tode gesprochen, fuhren ihr plößlich durch den Kopf, und mit Aufbietung aller Kraft und Geistesgegenwart riß sie, bebend am ganzen Körper, das nahe Fenster auf, und rief gellend auf die menschenleere, verödete Straße hinab: - Doch ungehört verhallte " Zu Hilfe, zu Hife, Diebe!" der Nuf in der stillen Nacht.
Gleichzeitig hörte sie jedoch, wie die Tür schallend ins Schloß fiel.
Etwas erleichtert atmete das gequälte Mädchen auf.
Unzerbrechlich
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U berall erhältlich. Auergesellschaft Berlin O. 17 Unheimliche Stille herrschte jetzt, fein Kon war vernehmbar, der freche Eindringling schien sich entfernt zu haben.
Nur mit Mühe gelang es den zitternden Fingern, Licht zu machen. Sie warf rasch ein paar Kleidungsstücke über uno begab sich nach dem Wohnzimmer. Hier sah es allerdings übel aus. Ein Stuhl lag umgestürzt am Boden, die Kommode war aufgerissen, die Schubfächer, in denen sonst alles zierlich geordnet an seinem Blaze lag, befanden sich in furchtbarer Unordnung, alles war durchwühlt, ein Teil des Inhalts bedeckte den Boden.
Röschen hielt sich nicht lange auf. Sie eilte zur Tür und rief so laut fie tonnte, über den Flur nach Tante Aureliens Zimmer hin, um Hilfe.
Gleichzeitig öffneten sich die zwet, zu den getrennt Itegenden Zimmern ihrer Verwandten führenden Türen.
In der einen erschien Böhler, etne fladernde Kerze hochhaltend, ohne Schuhe, das Haar hing ihm wirr in die Stirn, sein Gesicht war erschreckend bleich.
„ Um Gotteswillen, was ist denn geschehen, daß Du so schreist und die Leute aus dem Schlafe wedst!" rief er unwirsch, da er sonst immer nur Töne der tiefsten Bärtlichkeit hören ließ.
Statt aller Antwort eilte Röschen auf die noch immer wortlos auf der Schwelle ihres Zimmers stehende Tante zu, klammerte sich angstvoll an diese, indem ein heftiges Schluchzen den zarten Körper erschütterte.
Die ganze ausgestandene Angst überfiel sie noch einmal mit aller Gewalt. Liebevoll beruhigte Aurelia das aufgeregte Mädchen, doch dauerte es lange, bis dieses erzählen fonnte, was vorgefallen war.
Man durchsuchte hierauf, mit Hilfe der Dienstboten, das Haus, fand jedoch nicht eine Spur von dem frechen Eindringling, es schien, als hätte die Erde ihn verschlungen. ( Fortsetzung folgt


