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Ein Sich fälschlich des Gattenmordes bezichtigi. felifamer stauz erschien in der Nacht zum Donnerstag Htf ie Bolizehvache in Steglitz bei Berlin. Ein in der Ahornstraße wohnhafter Uhrmacher bat um seine Berhaftung, weil er feine Ehefrau in der Trunkenheit ermordet habe. Er habe sie im Schlafe überfallen und netötet. Auf der Stelle wurde der Mann verhaftet, und mehrere Beamte begaben sich mit ihm nach der Wohnung in der Ahornstraße. Als man die„ Mordstelle" betrat, fellte sich heraus, daß die Ehefrau ruhig und zufriedeit in ihrem Bette schlummerte. Sie war also nicht ermorde: worden. Kaum hatte sie erfahren, um was es sich handelte, da rief sie ihrem Lebensgefährten zu:„ Du hast wohl einen Vogel?" Der Mann wird nun eine Anzeige wegen Verübung groben Unfugs erhalten.
In den Armen des Vaters erfroren. Ein schottischer Schafhirte namens Cameron fam mit einem zweijährigen Knaben nach Taibert bet Glasgow, um Einkäufe zu machen. Auf dem Heimwege nach Glenstipple ge= rtet er in einen fürchterlichen Schneesturm und verirrte fich. Der Knabe, halberfroren und erschöpft von den Anstrengungen, fonnte nicht weiter, und der Vater nahm ihn auf seine Arme und schleppte sich wetter. Biele Stunden marschterte der Alte so in den dichten Schneewirbel hinein, bis auch er mit seiner Last nicht mehr weiterfonnte. Er versuchte, den letnen zu wekfen, aber der regte sich nicht. In seinen Armen das Kind war tot." Der Vater beftete nun sein Kind an einer auffällinen Stelle in den Schnee und stolperte weiter. Siebzehn Stunden später, nachdem er die Schä= ferei verlassent, langte er endlich zu Soufe an. Am nächsten Tage wurde die Leiche des Kindes geborgen.
Ein Sonkhaus in Frankreich. Eine stark roman= haft flingende Geschichte läßt sich das„ Baris Journal" aus Lyon telecraphieren. Danach gibt es in der Nähe von Lyon, in Saint- Michel de Maurienne, ein Gespenterhaus, ut dein sich die unerhörtesten Borfälle abfvte= len. Nadelr. Scheren, Metallgegenstände, furz alles, Das was nicht niet- und nagelfeft tft, verschwindet. merkwürdigste Ereignis foll sich angeblich in Gegenmart einer ganzen Reibe von einwandfreien Zeugen abge-= [ pielt haben: Als man einen Stuhl, der nletchfalls im Begriffe stand, das Weite zu suchen, mit einer starken Rette festbinden wollte. brach ans diefer ein starker Feuerstrahl hervor. Sämtliche Spiritisten Frankreichs find unterwegs, um sich das Wunder zu befehen.
Ein amerikanisches Duell? Wie aus Wien gemeldet wird, wird dort der 22tährine Sohn einer im awetten und neunten Wiener Bezirt sehr bekannten Rauf= mannsfamille, Robert L., fett Montaa vermißt. Er hat fich an diesem Tage unter dem Vorwand, in die Oner zu gehen, von Haufe entfernt und ist nicht mehr da= bin zurückgekehrt. Seinen Dienstrevolver. Den er noch von seinem Freiwilligeniahr. das er bet der Kavoferte obsolvierte, bestßt, hat er mitgenommen. Unter seinen Effekten wurde etn am Montao eingelaufenes Telegramm folgenden Wortlauts gefunden:, rist abaelauena, Amerifa Schluß." Man will darans entnehmen. daß es sich um ein amerikanisches Duell handelt. das ben jungen Mann in den Tod getrieben haben könnte. Absturz zweter Telephonarbetter. nachmittag waren zwei Telephonarbeiter auf dem Doche des Hauses Bitlowstraße 15 in Berlin damit beschäftigt, bas Gestänge in Ordnung zu bringen. Diefes hatte durch Einwirkung des Frostes so gelitten, daß eintae efferne Stangen zum Teil gebogen, zum Teil oeborsten maren. Während die Leute auf ihrem gefährlichen Roften arbeiteten, aertet es ins Wanken, die beiden Arbetter verloren den Halt, ftefen auf das Dach und stitrz-= ten von dort in die Tiefe. Beide wurden so schmer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird.
Donnerstag
Die Trimmer des Nennorfer Ganttableplates. Die Beamten des Feuerdepartements find der Ansicht. baß die Ruinen des Equitablepalastes nur noch durch den Frost zusammengehalten werden und daß der Gin= tritt wärmerer Temperatur den sofortigen Einsturz der Mauern herbeiführen wird. Mit aräkter Borsicht burchsucht man die Ruinen nach den Leichen der Vermißten. Die Arbeit ist sehr gefährlich. Eine Anzahl Feuerwehrapparate ist fest in den Boden eingefroren, und es mar bis jetzt nicht möoftch. fie zu entfernen. Ein starkes Polizeiaufgebot bemacht die Panzeroewölbe, zu deren der Ruaang durch Trümmer. Eis is die a18ftrömende Size unzugänglich ist. Die Gemüthe ditrften gegen fünfzehnhundert Mintonen Werte enthalten, de= ren Schicksal erft nach vielen Tagen, möglicherwetse erst nach Wochen zit erfahren sein wird.
Erfolgreicher na vom Det eines enolifchen Kriegsschifefs. In Sheernek hat Leutnant Samfon ge= ftern einen erfolgreichen 9ufffita mit einem Donneldecker von dem Kriegsfchiff„ Afrika" aus unternom= men. Das Deck des Schiffes war von dem vorderen Turm bis einine Fuß über den Bug hinaus mit alatten Blanker bedeckt. Das Fluazeua wurde mit einem Krahn aehoben und eine halbe Stunde, nachdem es auf
Irgend einen Vermerk über diese Heirat wiesen die Register der Stadt nicht auf.
Dennoch mußte Amelte Steger auch als Frau zu ermitteln sein und Dieskaut folgte ihrer Spur.
In Hannover gelang es ihm mit vieler Mühe festzustellen, daß ein Gymnasialoberlehrer Gehrmann eine geborene Steger zur Frau gehabt habe. Bald nach 1866 hatte er Hannover verlassen, niemand wußte, wohin er verzogen war.
Der alte Schuldtener aber befann sich recht gut da= rauf, daß Gehrmann einen allerliebsten Knaben gehabt hatte, der damals vielleicht dret oder vier Jahre alt ge= wesen sein mochte.
Uebrigens war von einer Eheschließung Gehrmanns in Hannover nichts in den Kirchenbüchern verzeichnet, diese mußte also anderwärts stattgefunden ha=
ben.
Dieskau sah ein, daß er der Aufgabe, weitere Nachforschungen mit Erfolg anzustellen, nicht gewachsen war; die durch die Annexion von 1866 für einzelne Landstriche nei geschaffene Lage erschwerte dazu diese Nachforschungen.
Der Polizeipräsident, dem er sich so weit es nötig war, anvertraut hatte, empfahl thm, einer setner erfah= rensten Beamten, den er zu diesem Zweck längere Zeit Beurlaubte.
Die Resultate von dessen Tätigkett beschloß Diesfau in Brettenbach am Grabe seiner Frau abzuwarten. feinen Bruder aufzusuchen hielt er einstweilen noch nicht für rätlich. Zunächst wollte er Gewißheit haben, ob sein Sohn noch unter den Lebenden weile. Der Pfarrer empfing thn wie einen alten Bekannten und zog thn gern in sein Haus.
Dieskau traf auch wiederholt die alte Zenner am Grabe seiner Frau. Es tat thm immer wohl, diejenige zu sehen, die seine Frau noch gekannt und ihr Grab seit Jahren geschmitcft hatte, aber die Alte bekümmerte
Deck der„ Afrika" aufgestellt war, nahm es einen Anlauf über die Plarten und schoß über den Bug binweg in die Luft. Es erhob sich leicht bis auf 100 meter Höhe, umfieiste zuerst die Masten der Afrika", zog weitere Kreise um den Hafen und flog dann nach dem Aerodrome von Eastchurch ab.
Französische Bilanz der Eisenbahnunfälle. Als vor einigen Tagen in der Berliner Kammer das Budget der Eisenbahnen beraten wurde, fragte der Abgeordnete Engerand beim Minister des Verkehrs und der Eisenbahnen an, wie viele Lokomotiven und Wagen bei den fich fortwährend wiederholenden Unfällen auf der fran zösischen Westbahn im Laufe eines Jahres zerstört und beschädigt worden seien. In anerkennenswerter Offenheit erklärte sich der Minister sofort zur Beantwortung der Frage bereit und legte dann an der Hand des amtItchen Materials dar, daß vom 1. Januar 1910 bis zum 1. März 1911, also in vierzehn Monaten, eine Maschine und ein Tender, 40 Güter- und 76 Personenwagen vollständig zertrümmert worden seien; mehr oder weniger beschädigt wurden 29 Maschinen, 15 Tender, 90 Güterund 139 Personenwagen. Es fam in dieser Sizung auch die Klage der Bahnangestellten zur Frage, daß auf der Westbahn ausschließlich veraltetes Material gebraucht werde, doch wurde aus der Kammer darauf erwidert, daß die notwendigen Aenderungen nicht beim rollenden Material beginnen sollten, da es angesichts der durch zufammenstöße und Entgleisungen zertrümmerten 348 Maschinen und Wagen im Grunde gleich= gültig set, ob neues oder altes Material vernichtet werde.
Ein 80jähriger, der in den Krieg will. Zu Płacenza lebt ein ehemaliger Oberst der Bersagliert namens Severino Gamerra, der jetzt 86 Jahre alt und schon seit geraumer Zeit aus dem Dienste geschieden ist. Dieser Tage hat der Alte sich nach Rom aufgemacht, um von dem Kriegsminister, General Spingordt die Erlaubnis zur Teilnahme an dem Feldzug in Tripolis zu erwir fen. Der alte Bersaglieri erklärte dem Minister:„ Ich will bei den Bersaglieri sterben, die General Fara, den ich einst als Unterleutnant in meiner Truppe hatte, jetzt wieder zu neuen Ruhmestaten geführt hat. Mein Alter hat mir nicht den Mut geraubt. Gestern war ich bei Monterontondo, wo ich mich einst geschlagen habe, und tch fühlte, daß ich mich vor dem Feinde noch gut würde halten können." Der Minister nahm die Gesuch mit schuldiger Ehrerbietung auf, erklärte aber, es unmöglich bewilligen zu können. Als der Oberst sah, daß er keine Aussicht habe, fein 3tel auf diesem Wege zu erreichen, teilte er dem Minister seinen Entschluß mit.„ Ich will als simpler Bürger da herunter gehen; und wenn ich meine Trompeten das Signal zum Vorrücken geben höre und meine Entel mitmarschteren dürfen, dann wird keine Macht der Welt mich daran hindern, mit ih= ren Kugeln die meines Revolvers zu vereinigen."
Der Erdbebenschaden in Italien. Einer amtlichen Aufstellung zufolge hat die italienische Regierung im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Sizilien und Kalabrien eine Summe von 200 Millionen Lire verausgabt und außerdem für 300 000 000 Lire Arbeiten vornehmen lassen. Die Gemeindebehörden, Provinzialver= waltungen und private Unternehmungen haben für 300 Millionen Lire Arbeiten vornehmen lassen, so daß der durch das Erdbeben entstandene Schaden sich auf eine Milliarde beläuft.
Aus dem Vereinsleben. Beamter( der in eine fleine Stadt versett ist, zu einem Einheimischen):„ Ich fptele gern Stat und bin leidenschaftlicher Sänger wo hat man denn hier Gelegenheit?"- Einheimischer: „ Wenn Saern Stat spielen, da treten S' nur dem Gefangverein bet... und fingen können am meisten bei den Regelbrüdern."
Allerlei Ballirids.
Was nutzt das Wahlklesett", dessen sich außer Deutschland auch noch England, Holland, Belgien, die Schwetz, die Vereinigten Staaten fowie einige füdamerikanische Nationen erfreuen, wenn schließlich die richtige Urne durch einen stretchen Bertauschungsfniff nach Schluß der Wahlhandlung wegpraktiziert und durch eine täuschend ähnliche mit gewünschtem Inhalt" ersetzt wird! Also geschehen im nordamerikanischen Staate der Fretheit, mo die Wahltommifton nach beendetem Gefecht" im Lokal einen künstlich arrangierten Krawall erregte, darauf zur Aufrechterhaltung der Ordnung" sämtliche unbequemen Zuschauer an die Luft befördern Iteß und die günstige Gelegenheit wahrnahm, die Urne beisette zu bringen und zu ersehen. Der gentale Trick war dadurch ermöglicht worden, daß jedesmal, wenn ein Wähler vorn im Lofal feine Stimme abgegeben hatte. in einem Versteck zur Seite ein Komplize einen gefälschten Wahlzettel in die Erfaßurne" legte- die Anzahl der Stimmen blteb also richtig, alles war ,, in schönster Ordnuna". und eine Reklamation wäre ganz aussichtslos gewesen.
Daß die Toten sich noch für die politischen WahIen intereffter n. gehört zweifellos zu den Merkwürdigfetten, die selbst gewiegten Spiritisten Kopfzerbrechen
sich nicht um ihn und saß gewöhnlich ruhig da und schaute vor sich hin, in Gedanken verloren.
Eines Tages aber äußerte sie ihm gegenüber doch: ,, Ste muß thn doch sehr lieb gehabt haben." " Wer? Wen?"
„ Die andere Frau."
" Welche andere Frau?"
„ Die das Kind geholt hat. Ste meinte sehr hier am Grabe und weinte über den kleinen Jungen und füßte thn und sagte einmal über das andere Mal:„ Du sollst mein Kind sein." Und dann nahm ste ihn mit sich fort, und die Frau von Heinrich Klinke, die das Kind nährte, mußte mitfahren in die Stadt, wo die Frau wohnte."
„ Aber die Stadt kennen Sie doch, wohin das Kind gebracht wurde?" aber es geht so viel vor
-
„ Ja, ich habe es gewußt
- Ich habe es vergessen."
,, Und haben Sie denn nicht mit der Frau, die das Kind hatte, gesprochen, da Sie doch der Toten so nahe gestanden?"
" Ich wollte nicht," flüsterte ste, denn die Leute meinten, sie sei nicht verheiratet gewesen; ich aber wußte es beffer."
Dieskau, der sich mehr und mehr der Ansicht des Bfarrers angeschlossen hatte, daß die Alte geistig ge= stört set, fragte vorsichtig:„ und woher wußten Sie es denn?"
Sie sah ihn erschreckt an und erwiderte dann kurz: „ Ich weiß es. Ach, ich wollte, tch hätte sie nie gesehen.“
Nach einiger Zeit fuhr sie nachdenklich fort:„ Ob der fleine Junge noch lebt?" Dann versant sie wieder in Schweigen und auf ernente Fragen antwortete sie nicht. Ste erhob sich und ging davon. Seufzend sah thr Dieskau nach.
Sarrend auf Schichten von dem Bolizeibeamtent, des fein Ald. feciffe er die Wälder, schrieb
machen könnten. Und doch ereignet sich dieser fellfame Fall beinahe bei jeder Kammerwahl in Frankreich. Bet der Wahl im Jahre 1885 waren in einer südfranzösi= schen Stadt von 15 000 Wählern, die abgestimmt hatten, nicht weniger als 330 längst verstorben. Bei den meisten handelte es sich um Lente ohne festen Wohnsitz, Bewoh ner von möblierten Hotels u. f. w., die man ohne Kontrolle auf Angabe von dritter interessterter Seite hin einfach auf die Liste gesetzt hatte; die nötigen Strohmanner erschienen dann, um fitr die Toten Beugnis abzulegen". Das Gegenteil, daß nämlich ein noch ganz lebendiger biederer Bürger plöblich im Wahllokal erfährt, er set doch schon längst ins beffere unpolttische Jenseits abberufen, ist im Lande der Brüderlichkeit auch schon mehr als einmal vorgekommen. Das Gesicht des entrüsteten Bourgeois mag man sich vorstellen,- fein Wunder, daß fast nach jeder Wahl die Kammerſibung von Klagen widerhalf und die Franzosen eine bessere Organisation des Wahlmodus, u. a. auch das„ WahlKlosett ohne Beobachtungslöcher" verlangen.
Ein klassischer Trick, der gleichfalls im Lande der offiziellen Freiheit gehandhabt wird, besteht darin, die Wahlzettel, die ein gefährlicher" Wähler abgibt, auf irgend eine Weise bei der Empfangnahme fenntlich und dadurch ungültig zu machen. Der Präsident, der mit dem Kandidaten unter einer Decke steckt, forat einfach dafür, daß unter der Tischfante ett menig Fett oder Farbe angeklebt ist, mit der er die„ mißliebigen Stimmzettel" ein wente unauffällig beschmutzt. Da das Gefeß vorschreibt, daß der Stimmzettel auf feine Weise von außen fenntlich sein dürfe. werden alle schmutzigen Zettel beanstandet und ungültig erklärt und der gewünschte Effekt ist erreicht. Bet einem Wahlskandal, der ( aletchfalls in einer fleinen südfranzösischen Stadt) setnerzeit großes Aufieben erregte, stellte sich heraus, daß der ehrenwerte Präsident den genannten Kniff felt mehr als zwanzig Jahren handhabte, um seinen polittschen Freund in der Wahl durchzubringen; eine ganze Menge der angeichensten Bürger waren so seit Jahrzehnten um ihr Wahlrecht betrogen worden- immerhin ein Rekord!
Olympische Spiele in der Cuft.
Trotz der Gefahren, die mit der Benutzung der Flugmaschine verbunden sind, haben waghalsige Sportsmänner bereits Flugmaschinenspiele erfonnen und ausgeführt. In Frankreich haben z. B. erst in fitnafter Zeit ein paar fühne Flieger eine Jagd von der Flugmaschine aus veranstaltet und dabei eine ganze Menge Wild zur Strecke gebracht. Aehnliches hatte von ihnen Latham im Dezember 1910 in Kalifornien ausgeführt. Ein schwieriges, jedoch nicht allzu gefährliches Flugmaschinenspiel ist die Verfolgung von Vögeln. Der engItsche Flieger Moorhouse hat junast ein Wettfliegen mit einem Reiher ausgeführt. Der Reiher ist zwar ein sehr schneller Flicger, fedoch gelang es dem Maschinenflieaer, den Naturflieger einzuholen, da er mit seinem Flugzeuge e'ne Geschwindigkelt von nahezu 90 Kilometer in der Stunde erreichen konnte. Etwas ähnliches hat vor einiger Zeit der amerikanische Flieger Hamilfon ausgeführt. Der Vogel, den er verfolgte, eine Krähe, suchte sich ihm durch Hin- und Herfliegen und Spiralen zu entziehen.
Diese Vogelverfolgungen sind die Anfänge zum Vogelfange mit der Flugmaschine. Enalische Flieger denfen tatsächlich schon daran, sich mit langen Neßen zu be maffnen und etwa von einem Fluge Enten ein paar Vögel herauszufangen! Diefes Flugmaschinenfpte! dürfte einen Großen Aufwand an Gefchicflichkeit und Ausdauer erfordern und felbst den Sportsmann befrie digen, der nur das für Sport hält, mobel er fein Reben aufs Spiel fett. Sarmsofer und dabei dem elgent= Itchen Sntele näher stehend find die omaschinenspiele, die die Engländer Grace mh Daelvte vor einiger Belt ausgeführt haben. Es handelte sich um einen Wettbe werb im Apfelfinenmerfen", was ein friedliches Morbi des Bombenmerfens von der amafchine ana tit. denn es handelte sich darum, betm Fliegen Apfelsinen nach einer auf einer Wiefe aufgezeichneten Scheibe zu werfen. Gewonnen hatte der, der die meisten Ringe" erreicht hatte.
Eine enaltsche Wochenschrift, die die„ luamaschtnenfplefe" behandelt. fchläat als weiteren Beitrag zu diesem Kapitel die SchniBellagd in der Luft" vor. Ein Flieger, den die übrigen in der Fluamaschine verfolgen, Streut Bapterfchnthel aus und sucht sich nun hinter Wolfen oder Hitaefn zu verbergen. Als ertaat gilt er, fo= bald seine Berfolder ihm bis auf eine bestimmte Ent fernung nobeaefommen find. Der Abstand, in dem sich fliegende Maschine weislich von einander halten mitfsen, dürfte wohl alle Ballspiele in der Luft unmöglich machen, von denen dte enaltsche Wochenschrift träumt. Ein Luftballfptel märe fonst wohl denkbar, da man ja einen mit Wasserstoff gefillten Ball benuken fönnte, der nur sehr wenta schwerer ist als die Luft und daher ganz Yangfam fällt, so daß ihn der tiefergehende Maschinenflieger tederzeit noch erreichen könnte, ehe er den Boden berithrt.
Briefe oder faß plandernd bet dem Pfarrer, sich so gut es ging, in Geduld faffend.
Er fühlte sich hier an der Stätte so fither und so unendlich schmerzlicher Erinnerungen betmischer als in etner großen Stadt. Alte Bekanntschaften zu erneuern verspiirte er feine Neigung, obgleich es sehr leicht möglich war, daß er noch am Leben befindliche Jugendbekannine und Kameraden getroffen hätte.
Auch seines Bruders gedachte er nur hier und da. Sein ganzes Sinnen bemegte sich in dem Soffnungsfreise, den ihm das Glück, sein Kind wiederzufinden, vorspiegelte. Alles andere war ihm zunächst gleich= gültig.
Endlich traf ein Bericht des Polizeibeamten ein.- doch gab er wenig Trost.
Der Beamte hatte mit unermüdlichem Eifer die Spuren verfolgt und in Erfahrung gebracht, daß Professor Gehrmann sowie seine Frau längst gestorben waren und zwar in Charlottenburg, wo Gehrmann zuletzt als Pensionär gewohnt hatte. Zu viel Zeit war verstrichen, zu gering war die Zahl der Personen, die fich des Ehepaares Gehrmann, das seit 1866 wiederholt den Aufenthaltsort gewechselt hatte, noch entsinnen fonnten. Dennoch gelang es zu erfahren, daß der penstonierte Professor Gehrmann einen Sohn besessen hatte, und man wollte wiffen, er habe die Technische Hochschule besucht.
Aber in den Registern der Studierenden fand sich der Name gar nicht, und den Namen Profeffor Gehrmann wies zwar das Adreßbuch auf, aber nicht die Standesregister. Das Saus, in dem Gehrmann damals wohnte, war längst einem Neubau gewtchen.
( Fortsetzung folgt.)


