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Deutscher Reichstag.

Berlin, 7. Dez. 1912.

ver=

5: Gießen. Billige Kohlen wollte sich ein hie­siger Arbeiter von einem Rohlenlager in der Steinstraße verschaffen. Als er aber seine Beute wegschaffen wollte, wurde er von dem Wächter des Gießener Wach- und Schließ- Instituts festgenommen und der Polizei über­geben, die die Personalien feststellte, sodaß er wohl seiner Bestrafung entgegensehen wird.

o Aus der Wetterau. Zwei goldene Hoch­

zwar in Griedel von dem Ehepaar Melchior Weiß, in Ossenheim von dem Ehepaar Johannes Dil: lenburger.

e Büdingen. Kreisamtmann Fröhlich ist im besten Mannesalter nach kurzem Krantenlager ge= storben.

s Darmstadt. Der Ueberschuß der Aus= stellung Der Mensch" beläuft sich nach Abzug aller Un­fosten auf 120 000 Mt. Der vertragsmäßig auf Heisen entfallende Anteil, der der Großherzogin zur Verfügung gestellt wird, wird ausschließlich zu Zwecken der Zentrale für Säuglingsfürsorge und für Lungen­heilstätten Verwendung finden.

"

Im Reichstag stand heute das Petroleum= monopol zur Aussprache. Staatssekretär Rühn leitete die Verhandlungen mit der Feststellung ein, daß die Vorlage kein wirtschaftliches Rampfgesetz etwa gegen die Vereinigten Staaten sein solle, auch nicht gegen die amerikanische Petroleumgesellschaft. Der deutsche Verzeiten wurden Sonntag in unserer Gegend gefeiert und braucher soll nur vor einem Privatmonopol geschützt werden. Infolgedessen sei der Entwurf lediglich eine wirtschaftliche Vorsorgemaßregel. Es handele sich im wesentlichen nicht um ein Monopol, sondern um die Regelung der Zufuhr eines ausländischen Produkts. Die deutschen Verbraucher sollen gegen eine etwaige Erhöh­ung der Preise der Standard Oil Company geschützt werden. Er teilte weiter mit, daß der deutsche Markt auch ohne das amerikanische Petroleum genügend sorgt werden kann. Die Form einer Betriebsgesellschaft wurde gewählt, weil wir mit Beamten kaufmännisch ar­beiten wollen. Als Höchstpreis sind 20 Pfg. festgelegt, aber es ist zu erwarten, daß dieser Preis nie erreicht werden wird. Die Erträge sollen zugunsten der Ve= teranen verwendet werden. Der Schatzsekretär er­flärte sich schließlich zu Ronzessionen in der Kommission bereit. Der Sozialdemokrat Wurm lehnte die Vorlage ab. Der Monopolgedante ist ihm zwar sympathisch, aber er fürchtete eine Verteuerung des Petroleums. Auch dir Zentrumsredner Mayer- Kaufbeuern sprach sich gegen die Vorlage aus. Die Vorlage wird eine Mehr belastung des Konsums in Höhe von 35 Millionen brinnen, einer solchen Konsumsteuer könne seine Partei nicht zustimmen. Der Redner der Nationalliberalen Keinath stand der Vorlage viel sympathischer ge­genüber. Er betonte, daß es notwendig sei, im In­teresse der wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands uns von der St. D. C. freizumachen, aber auch er be­hielt sich eine endgültige Stellungnahme vor. In ähn­licher Weise sprach der fortschrittliche Redner, Prof Schulze- Gaeverniß, der besonders den Standpunkt des Verbrauchers vertrat. Die Polen lehnten die Vorlage glatt ab. Der Redner der Reichs partei Dr. Arendt behielt sich seine endgültige Stel­lunguohme für die Kommissionsverhandlungen die wahrscheinlich erst im Januar ihren Anfang nehmen werden. Am Montag wird die Beratung zu Ende ge­führt werden. Ferner stehen Wahlprüfungen auf der Tagesordnung.

Aus Stadt und Land.

n Gießen. Die Ergebnisse der städtischen Werke zeigen für 1911-12 ein sehr befriedigendes Bild. Es er­brachten nach Abzug der Verzinsung: das Gaswerf

s Darmstadt, 8. Dez. Nach einer Meldung der Darmst. 3tg." ist die neue Beamtenbesold= ungsvorlage munmehr dem Großherzog vorge­legt worden und dann den Ständekammern zur Bernt­ung zugegangen. Im Ministerium scheint man die An­sicht zu vertreten, daß die Vorlage von den Kammern noch bis zum 1. April fertiggestellt werden könne. In diesem Falle könnte dies nur durch eine ebenso hastige wie oberflächliche Beratung möglich gemacht werden, wogcgen man sich von zahlreichen Mitgliedern beider Rammern sträubt, da nur ein eingehendes Studium mit gründlicher Beratung dauernde Besserung schaffen wird. ):( Em s. Eine höhere Mädchenschule wird zum 1. April n. Js. hier eröffnet.

1.

Die letzte Woche der Sarrasaui- Saison ist gekommen, und damit ist der Zustrom zu dem Rie­senunternehmen in Frankfurt am Main noh angewach= sen. Wer um diese vorweihnachtliche Zeit in Frankfurt zu tun hat, läßt die Gelegenheit nicht vorbeigehen, um den Circus der 15 000 zu sehen, und wer den Cirrus bereits einmal besucht hat, kommt wieder, um noch einmal die Eindrücke zu erneuern und die prachtvollen Novitäten zu bewundern, die Sarrajani seit dem Dezember seinem bisherigen Reford- Programme hinzu­gesellt hat. Es ist besonders hervorzuheben, daß Sar­rajani trotz der enormen Erfolge seine Saison in Frank furt a. M. auf keinen Fall verlängern fann. Sarrasani verläkt am nächsten Montag Frankfurt und siedelt nach Dresden über, wo er seinen eigenen Monumental- Circus einweiht. Welch ungeheueres Aufsehen der Circus der Sarrasani, nicht nur in Frankfurt, sondern auch in seiner nahen und weiten Umgebung gemacht hat, am besten daraus hervor, daß Sarrasani sofort für Lon­don und die anderen Großstädte Englands überaus günstige Offerten erhielt, die er nunmehr im Frühjahr anzunehmen gewillt ist. Sarrasani wird dasselbe Pro­

1:32 422 gegen 119 400 ME. des Voranschlages. Abzüg- 15 000, das fühne Unternehmen des Direktors Colch

lich der Schuldentilgung bleiben 102 422 Mt. Reinge­winn gegen 89 400 im Vorjahr. Elektrizitäts= werf: abzüglich 54 000 Mt. für Verzinsung 145 708 Mart Bruttoüberschuß, der ganz zur Schuldentilgung dient. Wasserwerf: 93 413 M., die ebenfalls zur Schuldentilgung verwendet werden. Die Straßen bahn bedarf nach Verwendung von 26 408 Mt. für Verzinsung und von 6356 Mt. für Schuldentilgung und von 9865 Mt. für Rückstellungen eines 3usch us- ses von 6719 Mt., dem aber andererseits 11 000 mit. Gewinn des Elektrizitätswertes aus Stromlieferung ge­genüberstehen.

n Gießen. Der frühere Rechner der Spar- und Darlehnskasse in Langsdorf, A. R. 4., ist der U r- fundenfälschung angeklagt; er hat im Jahre 1907 auf vier Schuldscheinen über etwa 30 000 Mark den Namen des Direktors der Kasse gefälscht und die Scheine in Verkehr gebracht. Er ist der Tat in vollem Umfange geständig und entschuldigt sie mit Arbeitsüber­häufung. Unter Berücksichtigung dieses Grundes fannte die Straffammer auf eine Gefängnisstrafe 6 Monaten.

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gramm, das in Frankfurt a. M. jetzt allabendlich ge= spielt wird, auch dort zur Aufführung gelangen lassen. Auch für Berlin ist die Gründung eines Circusses nach Frankfurter Muster geplant und die Zeitungen der Reichshauptstadt berichten in langen Spalten über die außerordentlichen Erfolge des Frankfurter Gastspieles. Allgemein wird bedauert, daß Sarrasani nicht länger in Frankfurt bleiben konnte, eine Fortsetzung des Gastspiels ist aber, wie bereits betont, vollkommen ausgeschlossen. So werden die nächsten Tage, die letzten, dem Unter= nehmen noch einen gesteigerten Zustrom bieten.

Nachmittags- Vorstellungen finden am Mittwoch, Samstag und Sonntag statt und zwar bei vollem und ungekürztem Abendprogramme. Nachmittags zahlen bekanntlich Kinder auf allen Plätze halbe Preise. Am Mittwoch nachmittag erhält außerdem jedes Kind, das

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Freitags- Abor Der amerikanische Trust und das deutsche Tabakgewerben. Ende geg Eine Offizierstro Frankfurt a. M. Seit einiger Zeit droht bag, 14. Dezem deutsdjen Tabafgewerbe, insbesondere der deutschenreifen. Schüle garetten- Industrie, die Gefahr durch einen amerikanije in Trauerspiel Kenzern vertrustet zu werden. Die einzelnen Tabali von Schiller. ressenten in Industrie, Zwischen- und Kleinhandel 15. Dezemb ben sich daher vor furzem zu einem Verband Breisen. Neub dag, Schuße der deutschen Tabatindustrierten von Hern dem Sitz in Frankfurt a. M. zuſammengeſchloſs 7.30 unt? 3 Der Verband tritt heute Abend sunn erſten" Luftſpiel in Oeffentlichkeit durch einen öffentlichen, durch zahlrei Uhr. Lidstbilder illustrierten Vortrag, der heute Mittwa abends Uhr, im großen Saal des Kaufmänni

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Vereins stattfindet. Der Verband hat für diese sanimiung den über die Materie eingehend informierende Arbeiten Herrn Syndikus Rudolf Görrig zu einem Vortrag is Geschäftshaus Das deutsche Tabafgewerbe, der amerikanische Eichen Ausschre und das Staatsmonopol" gewonnen. Der Bortr Entwässerungs nicht nur an die direkten Interessenten und die Bert der zahlreichen Nebenindustrien, sondern in erster Lin an die breite Masse der Konsumenten gerichtet. Gi trittskarten zu diesem sehr interessanten Vortrag für jedermann Damen und Herren in fämtlig

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